Die Androiden-Fibel

 

 

Eine kleine Bitte

Das Schreiben eines Buches kostet Zeit. Es ständig aktuell zu halten, kostet noch mehr Zeit. Das Betreiben eines Servers, um Euch dieses Buch bereitstellen zu können, kostet neben Zeit auch noch Geld.

Wenn Euch meine Bücher gefallen, habt Ihr verschiedene Möglichkeiten, einfach „Danke!“ zu sagen. Die erste davon kostet Euch nicht einmal etwas extra: Startet Euren nächsten Amazon-Einkauf doch einfach von hier aus (vielleicht darf es gar eines meiner Bücher sein?).

Auch die zweite Möglichkeit läuft quasi nebenher: Habt Ihr schon einmal vom Micro-Donation-Dienst Flattr gehört? Damit könnt Ihr all diejenigen belohnen, die Euch Ihre Arbeiten gratis im Netz verfügbar machen. Wieviel Ihr dabei monatlich insgesamt investieren wollt, liegt ganz bei Euch. Und dieser Betrag verteilt sich dann auf all die Beiträge, die Ihr im laufenden Monat „geflattert“ habt. Ihr seid bereits bei Flattr? Fein! Hier ist der passende Button für dieses Buch:

Ich sage „Danke“ für Eure „Danke“, und mit einem Klick verschwindet auch dieser „Nag-Screen“ :-)

Kleiner Androiden-Führer
für
Einsteiger und Fortgeschrittene
von
Andreas Itzchak Rehberg

 

Version 57

 

 

Dieses eBook unterliegt einer Creative Commons Lizenz. Es darf also auf jeden Fall in unveränderter Form weitergegeben – und bei Quellen-Nennung auch zitiert werden. Weitere Details finden sich im Lizenz-Text, der mit dem folgenden Bild verlinkt ist:
CC

Die jeweils aktuellste Version dieses eBooks findet sich hier.

Cover-Design: Izzy
(Foto: Kolumbus-Denkmal am Hafen von Barcelona, © Izzy 2014)

Unter dem Namen Das inoffizielle Android-Handbuch (ISBN: 978-3-645-60311-5) gibt es eine erweiterte Print-Ausgabe dieses Buches vom Franzis-Verlag.

Cover

Inhalt

  1. Vorwort
  2. Grundlagen für den Einsteiger
    1. Grundlegendes zur Bedienung des Androiden
    2. Google Account
    3. Schaltzentrale: Home-Screen, Widgets & „Home Replacements“
  3. Mit Android arbeiten
    1. Steuerzentrale: Einstellungen und „Switches“ (Konfiguration)
    2. Anwendungen verwalten (Installieren, Aktualisieren, Bereinigen)
    3. Apps organisieren
    4. Datensicherung
    5. Zurücksetzen
    6. Von Taskkillern und anderen bösen Buben
    7. Datenaustausch mit dem PC
    8. Das Android-Gerät vom PC aus verwalten
    9. Datenaustausch zwischen Android-Geräten
  4. Sicherheit
    1. Was brauche ich wirklich?
    2. GMV
    3. Firewall und Anti-Virus: Worum handelt es sich da eigentlich?
    4. Rundum-Sorglos-Pakete
    5. Anti-Virus und Anti-Malware
    6. Bei Diebstahl und Verlust
    7. Worauf Apps Zugriff haben
    8. Apps vor unbefugtem Zugriff schützen
    9. In fremden Netzen
  5. Privatsphäre
    1. Privacy First?
    2. Kontakte und Kalender
    3. Ortsdaten
    4. Welche Daten sammelt Google eigentlich?
    5. Digitales Testament
    6. Welche Apps und Unternehmen sind sonst noch fleißig am Sammeln?
    7. Die Cloud
    8. Google Now
    9. Zwischenbilanz
    10. Weitere Aspekte
    11. Werbefinanzierte Apps
    12. Was bringen sichere Apps, wenn die Schnüffler ohnehin schon im System sitzen?
    13. Gibt es noch mehr zu beachten?
  6. Apps machen das Phone smart
    1. Telefonieren
    2. Die Kosten im Blick und unter Kontrolle
    3. Nachrichten verschicken und empfangen
    4. Lektüre (eBooks, News, Nachschlagen)
    5. Schule & Studium
    6. Unterwegs (Fahrpläne, Nagivation, Shopping)
    7. Gesundheit
    8. Büro, Office & Verwaltung
    9. Sensoren
    10. Augmented Reality
    11. Fernbedienen und Überwachen
    12. MultiMedia: Alles, was Krach macht
    13. Tools
    14. Automatisieren von Aufgaben
  7. Tiefergehendes für Fortgeschrittene
    1. Der Super-User „root“
    2. Apps am automatischen Starten hindern
    3. Vorinstallierte Apps entfernen
    4. Tuning – Das Android-System auf Trab bringen
    5. Durststrecke – mehr aus dem Akku herausholen
    6. ROMs: Stock, Vendor, und Custom
    7. Zugriffe sperren: Firewalls & Permission-Blocker
    8. ADB: Die Android Debug Bridge
  8. Anhang
    1. Begriffserklärungen
    2. Fragen aus Alltag und Praxis
    3. Google Permissions – und was sie bedeuten
    4. APN-Einstellungen ausgewählter Netzbetreiber
    5. Secret Codes oder Magische Nummern
    6. Leistungsaufnahme verschiedener Komponenten

Vorwort

Izzy
Izzy

Eine Fibel? Ist das nicht etwas für Erstklässler? Auch das. Doch die Begriffserklärung bei Wikipedia versteht darunter auch ganz allgemein ein bebildertes Handbuch oder Nachschlagewerk zu einem bestimmten Thema. In diesem Fall natürlich zum Thema “Android”. Ursprünglich (2011) als eine thematisch sortierte Sammlung von Apps begonnen, hat sich der Charakter des Buches mittlerweile doch stark gewandelt, und es ist ein ausgewachsenes Android-Handbuch daraus geworden. Die Übersichten finden sich nun bei IzzyOnDroid, und werden nach wie vor aus diesem Werk referenziert.

Es handelt sich bei diesem eBook um eine Übersicht, die den Einstieg erleichtern soll – doch fortgeschrittene Anwender kommen ebenfalls durchaus auf ihre Kosten: Auch vor tiefer gehenden Themen wird hier nicht “Halt gemacht”. Hoffentlich immer auf eine Art, die beiden Gruppen gerecht wird.

Stack Exchange™ Logo
Stack Exchange™ Logo

Eine Haupt-Quelle meiner Recherchen ist Stack Exchange. Diese große, internationale Community tauscht sich in vielen „Stacks“ (was man hier mit „Fachbereiche“ wiedergeben könnte) aus. Bei den Begriffs-Erklärungen habe ich Stack Exchange detaillierter beschrieben. Dort bin ich u. a. im Android-Bereich aktiv unterwegs, und fühle mich richtig zu Hause – auch wenn die englische Sprache hier Mittel zur Verständigung ist. Auf Fragen erhält man nirgends so schnell und so fachkundig Antworten wie bei Stack Exchange™!

Noch eins muss ich loswerden: Viele der hier kurz vorgestellten (oder auch nur genannten) Apps habe ich selbst nie getestet – etwa, weil ich nicht die Voraussetzungen dazu habe (ich nutze kein Facebook, und mein Smartphone auch nicht zum Spielen, um nur zwei Dinge zu nennen). Ein Grund mehr, auf die Erfahrungen der Community zurückzugreifen.

Zu guter Letzt noch ein kleiner technischer Hinweis: Sofern der verwendete eBook-Reader die StyleSheets korrekt unterstützt, lassen sich verschiedene Arten von Links an ihrer Textfarbe: Rote gehen „nach draußen“ (öffnen also wahrscheinlich einen Web-Browser), während grüne auf Begriffserklärungen im Anhang verweisen, und auch blaue „drinnen bleiben“ (also Querverweise innerhalb dieses eBooks sind). Des Weiteren sind Ausführungen, die root voraussetzen, entsprechend farblich hinterlegt.

Doch nun: Viel Spaß bei der Lektüre!

Grundlagen für den Einsteiger

Im ersten Teil dieses kleinen Handbuches geht es um die Grundlagen. Fortgeschrittenere Anwender können diesen also getrost überspringen – und gleich zum zweiten oder gar dritten Teil schreiten...

Die erste Inbetriebnahme und Grund-Einrichtung des Androiden erlaube ich mir an dieser Stelle zu überspringen: Zum Einen unterscheiden sie sich je nach Hersteller ein wenig, zum Anderen liegt dem Gerät zumindest dafür in der Regel eine Kurzanleitung bei. Wer dennoch Starthilfe benötigt, findet sie z. B. in einem Workshop bei Chip.DE.

Wie soll Steve Jobs am Ende seiner Vorstellung des ersten iPhone gesagt haben: „Ach ja, telefonieren kann man damit auch.“ Natürlich sind wir mit Android im „ganz anderen Lager“ (laut Stevie in der Schmuddel-Ecke – aber wir wissen es natürlich besser). Dennoch gehe ich hier ähnlich vor, und klammere das Telefonieren zunächst aus. Zuerst einmal geht es um Grundsätzliches: Wie bedient man ein Android-Gerät? Und was sind eigentlich die einzelnen „Bedien-Elemente“?

Grundlegendes zur Bedienung des Androiden

Knöpfe

Auch wenn ein Androide überwiegend über den TouchScreen bedient wird, gibt es da doch noch ein paar Knöpfe, die sich drücken lassen. Was so ein richtiger Power-Riegel ist, der verfügt auch über einen gleichnamigen Knopf. Kein Gerät kommt ohne diesen. Und was lässt sich damit nun so besonderes Anstellen, dass er an dieser Stelle extra erwähnt werden muss?

Zunächst das triviale: Das Gerät lässt sich damit anschalten. War es zuvor komplett ausgeschaltet, muss der Power-Knopf dafür ein wenig länger gedrückt werden. Anders sieht es aus, wenn nur das Display ausgegangen ist (das tut es, um Strom zu sparen) – dann genügt ein kurzes Antippen. Das Gleiche noch einmal, und der Bildschirm geht wieder aus. Noch immer trivial. Allerdings wird der Bildschirm dabei auch gleich gesperrt – sodass man ihn bei erneutem Anschalten zunächst auch wieder entsperren muss. Das verhindert zum einen unbeabsichtige Bedienung in der Hosentasche – kann aber, sofern die Sperre mit einem PIN, Muster oder Kennwort-Schutz versehen wurde, auch vor unbefugtem Zugriff schützen.

Das Power-Menu
Das Power-Menu

Interessanter wird es, drückt man diesen Knopf bei aktivem Display ein wenig länger – denn dann kommt plötzlich ein Menü zum Vorschein. Je nach Android-Version lassen sich hier verschiedene Dinge auswählen: Gerät Herunterfahren / Neustarten sind fast generell dabei. Spannende Dinge gibt es jedoch gelegentlich auch: Spätestens ab Android 4.0 lässt sich bei den meisten Geräten über dieses Menü auch ein Bildschirm-Foto auslösen. Und manche Geräte bieten an dieser Stelle auch einen schnellen „Profil-Wechsel“ an – etwa eben einmal auf lautlos stellen, oder in den Flugzeug-Modus wechseln...

Doch ein Android-Gerät bietet noch weitere „Knöpfe“. Die zur Lautstärke-Regelung seien nur kurz erwähnt, und auch zum Auslösen der eingebauten Kamera ist gelegentlich ein Knopf reserviert. Und dann sind da noch drei bis vier weitere, die meist nicht ganz so offensichtlich sind: Auf neueren Androiden handelt es sich hier nämlich nicht um „Hardware-Knöpfe“, sondern um so genannte „Soft Keys“, die meist bei eingeschaltetem Display auch beleuchtet (und bei ausgeschaltetem Display ohne Funktion) sind.

Symbole sollen diese Knöpfe intuitiv bedienbar machen. In den meisten Fällen ganz rechts außen findet sich eine Lupe – zwar ohne Hut, aber der Detektiv steht anbei: Hiermit steht vielerorts eine Suchfunktion zur Verfügung. Dann ist da ein Haus: Dies ist der so genannte „Home-Key“, der von überall sofort auf den „Home-Screen“ führt. Die gerade genutzte Anwendung wird dabei nicht beendet, sondern wartet im Hintergrund. Und damit muss auch die zweite Belegung dieser Taste sofort erwähnt werden: Ein langes Drücken öffnet eine Liste der zuletzt gestarteten Apps, sodass man wieder zur wartenden App zurückgelangen kann.

Weiterhin wäre da noch der „gebogene Pfeil“, der fast schon „Bitte wenden!“ zu rufen scheint. In Menüstrukturen hat er die Funktion „Zurück“, was auch bei vielen Apps gilt: So letztere nicht explizit einen Knopf zum Beenden bieten, soll diese Taste das erledigen. Gelegentlich hilft ein langer Druck hier, eine App auch wirklich zu beenden – doch in der Regel ist so etwas speziellen Custom-ROMs vorbehalten.

Softkeys vor Android 4.0
Softkeys vor Android 4.0

Einen haben wir noch – einen Knopf, meine ich. Mal eine Liste, mal mit vier Quadraten, von denen eines ausgemalt ist. Nein, das ist nicht der Knopf, um schnell Yatzee (oder ein anderes Würfel-Spiel) zu starten – sondern der Menü-Knopf (so vorhanden – denn ab Android 4.0, und mit Einführung des Holo-Designs, verliert er langsam seine Bedeutung). Bei vielen Apps (und auch auf dem HomeScreen) lassen sich damit Zusatz-Funktionen aufrufen.

Softkeys ab Android 4.0
Softkeys ab Android 4.0

Ab Android 4.0 haben sich die Softkeys ein wenig verändert. In aktuellen Geräten sind sie nun nicht mehr fest integriert, sondern werden dynamisch vom System behandelt: Steht beispielsweise keine Menü-Funktion zur Verfügung, wird die „Menü-Taste“ auch gar nicht angezeigt. Auch die Funktionalität hat sich im Vergleich zu früheren Versionen leicht geändert:

Der TouchScreen

Android-Geräte werden i. d. R. Über einen Touchscreen bedient – nur wenige bieten zusätzlich eine Hardware-Tastatur. Während es noch offensichtlich ist, dass sich eine App durch einfaches Antippen des zugehörigen Icons starten lässt, sind viele Interaktionen für den Anfänger ein wenig „versteckt“. Da wären zum einen die Menüs, die sich – sofern vorhanden – über die Menütaste aktivieren lassen. Und oftmals fördert ein „langes Drücken“ ein Kontext-Menü zutage.

In vielen Apps finden zusätzlich Wischgesten Verwendung: So gelangt man etwa durch waagerechtes Wischen zu weiteren Bildschirmen (bei einer eBook-Lese-App etwa zur vorigen bzw. nächsten Seite), oder kann durch senkrechtes Wischen entlang der linken Bildschirmkante die Helligkeit des Displays regeln. Beliebt sind auch Zwei-Finger-Gesten, wie etwa das sogenannte „Pinch-to-Zoom“: Hierbei berührt man das Display mit zwei Fingern, und zieht diese auseinander – um etwa in ein Bild hinein zu zoomen. Umgekehrt verkleinert man das ganze wieder, indem man die Finger aufeinander zu bewegt. Das klappt nicht nur beim Betrachten von Bildern in der Galerie, sondern beispielsweise auch in den meisten Webbrowsern.

Der Sperrbildschirm

Sperrbildschirm
Sperrbildschirm

Wie bereits erwähnt, schaltet man mit dem Power-Knopf den Bildschirm an. Um ein versehentliches Bedienen in der Hosentasche zu vermeiden, wird an dieser Stelle ein Sperrbildschirm (auch als „Lock-Screen“ bezeichnet) aktiv. Je nach Android-Version sieht dieser unterschiedlich aus; gemein ist jedoch allen Versionen, dass er sich mit einer Wisch-Bewegung entriegeln lässt. Oftmals verbergen sich hier auch Zusatzfunktionen – so lassen sich gleichzeitig mit dem Entriegeln etwa auch noch Aktionen ausführen. Die rechte Abbildung zeigt einen Lock-Screen unter Android 2.3 (Gingerbread): Mit dem Schloss als Ausgangspunkt (den man nach rechts zieht) wird das Gerät entsperrt; zieht man hingegen das Lautsprecher-Symbol nach links, wird das Gerät lediglich stumm geschaltet. Der Dritte Kreis (in der Mitte) ist hier mit einer Zusatz-Funktion hinterlegt: Mit ihm lässt sich gleich eine konfigurierbare Anwendung starten bzw. in den Vordergrund holen – etwa die Telefon-App, damit man sofort schnell einen Anruf tätigen kann.

Sperrmuster
Sperrmuster

Sicherheit gegen unbefugte Bedienung bietet das jedoch noch nicht: Lässt man das Gerät etwa auf dem Kneipentisch liegen, während man auf die Toilette geht, haben die Freunde (oder auch andere Kneipen-Besucher) mit dieser Art von Sperrbildschirm leichtes Spiel – und könnten nicht nur problemlos auf die Inhalte zugreifen, sondern auch teure Anrufe tätigen oder gar Schadsoftware installieren. Doch auch dagegen lässt sich etwas unternehmen, indem man einen Sperr-Code einrichtet. Dies erledigt man in den System-Einstellungen unter „Standort & Sicherheit“ im Menüpunkt „Displaysperre ändern“. Standardmäßig ist keine Passcode-geschützte Sperre aktiviert – das wäre ja auch fatal, denn woher sollte der neue Anwender den Sperr-Code kennen?

Seit der ersten Android-Version mit dabei, freut sich das so genannte „Sperr-Muster“ (auch als „Pattern-Lock“ bekannt) großer Beliebtheit. Es ist vom Prinzip her auch wesentlich sicherer als der altbekannte PIN-Code (bei dem viele Anwender entweder nur „1234“ oder das Geburtsdatum verwendeten – was sich mit ein wenig „Social Engineering“ schnell erraten lässt). Hier muss ein Muster gezeichnet werden, welches mindestens vier Punkte verbindet (siehe linke Abbildung). Da hilft das beste Social-Engineering nicht weiter, da ein Bezug zur Person höchst unwahrscheinlich ist. Dennoch ließe sich das Muster u. U. auf dem Bildschirm erkennen.

Passwort-Schutz
Passwort-Schutz

Eine andere (und noch sicherere) Möglichkeit ist die Vergabe eines Passwortes – sofern hier nicht wieder obiges „1234“ verwendet wird. Ein sicheres Passwort besteht aus einer Kombination von Buchstaben und Ziffern (sowie ggf. Sonderzeichen), die sich nicht in einem Wörterbuch finden lässt. Wie man sich so etwas merken soll? Ganz einfach, beispielsweise mit einem Merksatz. Nehmen wir als Beispiel den Satz „Ich habe ein sicheres Passwort“. Und nun von jedem Wort den ersten Buchstaben: „IhesP“ - schaut doch schon recht kryptisch aus! Noch eine Ziffer eingebaut: „ein = 1“ ergibt sodann: „Ih1sP“. Steht in keinem Wörterbuch – und lässt sich (Dank des Satzes) dennoch einfach merken. Das rechte Bild zeigt, wie das dann aussehen könnte.

Eine kleine Unbequemlichkeit ergibt sich damit natürlich: Es dauert ein paar Sekunden mehr, bis man die nunmehr zwei Sperrbildschirme überwunden hat, und wieder mit dem Gerät arbeiten kann...


Google Konto

Bei der ersten Inbetriebnahme weist ein Android-Gerät seinen Nutzer i. d. R. darauf hin, dass er doch bitte ein Google-Konto einrichten möge (siehe auch Google Account im Anhang). Für die „echte Google-Experience“ sei so etwas schließlich unabdingbar. Zwar funktioniert ein Android-Gerät auch ohne einen solchen Account – allerdings lässt er dann einige Bequemlichkeiten vermissen, welche Google in Android integriert hat:

Während dies für den Einen genau das ist, was Android ausmacht, läuten bei Anderen an selbiger Stelle die Alarmglocken: Wie ist es dabei um meine Privatsphäre bestellt? (Anmerkung: Auch oder gerade wer meint, ja „nichts zu verbergen“ zu haben, sollte vor einer endgültigen Entscheidung das entsprechende Kapitel zumindest kurz „überfliegen“) Bedenken sind u. a. auch deshalb nicht ganz unberechtigt, da sich hier eine hohe Konzentration privater Daten an einer Stelle bildet. Gelingt es einem „Bösewicht“, sich Zugang zu verschaffen, besteht auch die Gefahr eines Identitäts-Diebstahls. Einige zentrale Punkte sollen daher im Folgenden kurz angeschnitten werden.

Einstellungen mit Auswirkung auf die Privatsphäre

Ganz auf einen Google-Account verzichten möchten sicher die Wenigsten, schränkt dies doch insbesondere die Auswahl verfügbarer Apps enorm ein – der Google Playstore ist nun einmal die umfangreichste App-Quelle. Doch auch mit eingerichtetem Account lassen sich Einstellungen zum Schutz der Privatspäre treffen:

Apps und Privatsphäre

Immer mehr Dienste werden in Google-Apps integriert. Google ist nun einmal in erster Linie eine Firma, die ihr Geld mit Werbung verdient – und daher daran interessiert, möglichst viel über uns in Erfahrung zu bringen. Denn so lässt sich Werbung am Besten verkaufen. Werfen wir also einmal einen Blick auf diverse „Integrationen“ sowie deren Alternativen:

Schaltzentrale: Home-Screen, Widgets & „Home Replacements“

Wenn es bei Android so etwas wie eine „Schaltzentrale“ gibt, ist dies sicher am ehesten der Homescreen: Hier starten alle Aktivitäten. Das ist es, was der Anwender nach dem Start seines Androiden zu sehen bekommt – von hier startet er seine Apps – hier platziert er (so er dies tut) seine Übersichten wie aktuelle Kalender-Ereignisse, News-Feeds, und so weiter. Daher macht es durchaus Sinn, dass sich das erste Kapitel dieses Abschnittes zunächst diesem widmet.

Holo Launcher Apex Launcher
Holo Launcher und Apex Launcher als Alternativen zum vorinstallierten Homescreen

Eigentlich sollte ich besser sagen: „diesen“. Klar gibt es einen „Standard-Launcher“ bzw. „Stock-Launcher“ („Launcher“ ist ein anderes Wort für den Homescreen, welches obigen Sachverhalt betont: Dass man von hier alle Aktivitäten „launcht“, also startet). Auf fast allen Geräten ist jedoch bereits eine Alternative installiert: Da wäre HTC mit ihrem Sense Launcher, Motorola mit der MotoBlur Oberfläche, etc. pp.. Und zahlreiche Alternativen sind im Play Store verfügbar – wie etwa der Holo Launcher (linkes Bild), oder Apex Launcher (rechtes Bild). Jeder hat so seine Besonderheiten und Vorteile gegenüber den anderen. Da wären auf's Ressourcen-Schonen getrimmte Launcher, minimalistische Launcher (sowie deren Gegenstücke) – und, und, und. Ein genauerer Überblick findet sich natürlich wieder in der passenden Übersicht.

Docking Bar

Das ist i. d. R. der Bereich „unten“, in dem besonders häufig genutzte Funktionen verankert sind (auf obigen Screenshots auch gut zu erkennen). Bei einigen Launchern sind diese Aktionen „fest verdrahtet“, und lassen sich nicht ändern/anpassen. Die Auswahl der Aktionen ist dabei für die Masse durchaus tauglich: Telefon ist immer dabei (das Gerät heißt ja auch „SmartPhone“, und nicht „MiniComputer“ – auch wenn die Grenzen da schwer zu definieren sind), dazu kommen meist Anrufliste und Kurznachrichten, sowie der App-Drawer.

Die meisten (mir bekannten) Launcher erlauben es jedoch zumindest, die Aktionen selbst auszuwählen. So lassen sich entsprechende „Icons“ z. B. bei o. g. Apex Launcher per Drag-and-Drop platzieren (und entfernen), auch die Reihenfolge lässt sich nachträglich ändern. Einige gehen sogar noch weiter, und lassen den Benutzer an die grafische Ausgestaltung direkt heran. Wer also alles individuell gestalten möchte, kann dies durchaus tun!

App-Icons

Diese lassen sich in der Regel auf dem Launcher (s. o.), und generell auf den HomeScreens platzieren. Letzteres gilt auch für die Shortcuts und Widgets (siehe unten). Für alle drei ist das Standard-Vorgehen zur Platzierung, eine freie Stelle auf dem „Desktop“ „lange zu drücken“. Daraufhin öffnet sich ein Kontext-Menü und fragt nach, was es denn sein darf – wobei unsere drei Kandidaten, und ggf. (je nach Launcher) auch noch weitere Dinge zur Auswahl stehen können. Spätestens ab Ice Cream Sandwich gibt es auch die Möglichkeit, App-Icons und Widgets direkt aus dem App-Drawer heraus auf den gewünschten Homescreen zu ziehen. Wieder entfernen lassen sie sich ebenfalls durch „langes Drücken“ (diesmal auf das Icon selbst) und anschließendes „ziehen“ auf die sich öffnende (meist rote) Mülltonne.

Unsere App-Icons haben nun keine weitere Funktion, als die zugehörige App zu öffnen. Nicht viel, aber mehr braucht es ja oft auch nicht: Von zentraler Stelle die wichtigsten Dinge schnell starten, ohne sich erst durch den „Drawer“ (die komplette Applikationsliste) wühlen zu müssen. Benötigt man doch einmal etwas spezielleres, kommen unsere anderen beiden Kandidaten zum Einsatz:

Shortcuts

Nomen est Omen, wie der Latiner sagt: Hier geht es um „Abkürzungen“, die einige Apps anbieten. Was auf dem HomeScreen wie ein gewöhnliches (gerade eben beschriebenes) App-Icon aussieht, ist es auch – nur mit ein wenig Zusatz-Funktionalität. Es springt bei der zugehörigen App gleich zu einem bestimmten Bildschirm, oder löst eine bestimmte Aktion aus. Ein „klassisches Beispiel“ wäre bei Note Everything zu finden: Die Startseite (mit den Übersichten) überspringen, und direkt eine neue Notiz öffnen. Oder bei den weiter unten unter Apps Organisieren genannten „Organizern“ das Öffnen eines bestimmten Ordners (was die beiden o. g. Launcher auch selbst anbieten). Bei diesen Dingen handelt es sich um Shortcuts.

Dazu muss gesagt werden, dass Shortcuts von den Apps selbst bereitgestellt werden müssen: Was die App nicht anbietet, steht da auch nicht zur Verfügung.

Widgets

Gleiches gilt auch für die Widgets: Grafische Elemente, die erweiterte Informationen zur Verfügung stellen – und optional auch noch als Shortcuts dienen können. Einige Beispiele dafür finden sich im obigen Screenshot des Apex Launcher:

DroidStats Widget
DroidStats Widget

Widgets von DroidStats, die Informationen zu aktuellen Statistiken (hier: Telefonminuten und SMS) geben – und bei „Antippen“ die App gleich auf der zugehörigen Detail-Seite öffnen.


MiniInfo Widget
MiniInfo Widget

Widgets von Mini-Info, die über diverse System-Informationen auf dem Laufenden halten. Tippt man sie an, wird die App (ganz normal) gestartet.


TaskManager Widget
TaskManager Widget

Ein TaskManager-Widget, welches über freien Speicher sowie die Anzahl gerade laufender Prozesse informiert. Die bei Antippen ausgeführte Aktion ist konfigurierbar – etwa das Starten der App, oder Killen aller „black-listed“ Apps. Übrigens: Auch die Uhr im Screenshot am Anfang dieses Kapitels ist ein Widget...

App-Drawer

Auch zu diesem zu guter Letzt noch ein paar Worte. Manch einem mag er wie eine „unübersichtliche Lagerhalle von Icons installierter Apps“ vorkommen. Dem Hören-Sagen nach muss das nicht generell so sein. Es soll Launcher geben, die hier alternativen Implementierungen folgen, und Dinge wie „Reiter“, „Unter-Ordner“, „Kategorien“, und ähnliches anbieten. Wer hier also gern ein wenig aufräumen würde, und einem „alternativen Launcher“ nicht abgeneigt ist, sollte bei der Auswahl auch darauf achten. Womit er sich ggf. auch den unter Apps Organisieren genannten separaten „Organizer“ erspart.

Wo wir gerade vom App-Drawer sprechen: Ab Android 4.0 („Ice Cream Sandwich“) findet sich in diesem ein zusätzlicher Reiter, der verfügbare Widgets auflistet. Somit hat man endlich eine Übersicht darüber, welche Widgets verfügbar sind. Auf den Home-Screen kann man selbige dann befördern, indem man sie ganz dolle drückt: Der App-Drawer blendet sich dann aus, und man lässt das Widget schließlich an der gewünschten Stelle einfach „fallen“. Ab Android 4.4 fällt dieser Reiter jedoch wieder weg; das Hinzufügen von Widgets zum Homescreen erfolgt dann erneut, wie unter App-Icons beschrieben.

Mit Android arbeiten

Steuerzentrale: Einstellungen und „Switches“

Haben wir den Home-Screen als „Schaltzentrale“ bezeichnet – so ist der Ort, an dem die ganzen Systemeinstellungen getätigt werden, ja wohl die „Steuerzentrale“. Und es gibt so einiges einzustellen bei Android, die Liste ist also nicht unbedingt kurz. Hinzu kommt, dass vieles „historisch gewachsen“ ist – und somit manche Dinge an den verschiedensten Orten zu suchen sind, obwohl sie aus subjektiver Sicht eigentlich zusammen gehören...

Klar, es handelt sich bei aktuellen Android-Versionen schon um recht komplexe Systeme, wo man an vielen Schräubchen drehen können muss. Doch insbesondere für Neueinsteiger sind das meist zu viele (wobei genau die, die man gerne hätte, natürlich fehlen). Doch gibt es hier auch einige Apps, die für Erleichterung sorgen: Entweder, weil sie die Auswahl auf wesentliche (häufig benutzte) Punkte zusammenstauchen – oder, weil sie in spezifischen Bereichen zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten schaffen. Zu beiden Themen lässt sich meine Übersicht zu Einstellungen etwas ausführlicher aus.

Konfiguration

Bei Android lässt sich so einiges konfigurieren. Und mit jeder neuen Version kommen neue Dinge hinzu. Ich möchte jetzt nicht auf alles eingehen – doch einige zentrale Einstellungen finden sich hier erläutert.

Die folgenden Dinge sind alle in den „Einstellungen“ von Android untergebracht. Wie man dorthin gelangt? Vom „Home-Screen“ ausgegangen, geht es zunächst über die „Menü“-Taste ins Menü, und von dort in den Punkt „Einstellungen“. Dann geht es entsprechend weiter, wie in den folgenden Abschnitten beschrieben...

WLAN
WLAN Konfiguration
WLAN Konfiguration

Klar, mit so einem Smartphone möchte man gern ins Netz. Und wenn man noch keinen vernünftigen Daten-Tarif gebucht hat: Was liegt da näher, als das heimische WLAN zu nutzen? Oder das bei Freunden und Verwandten? Zumal es in der Regel ja auch schneller ist als die mobile Datenverbindung. Was also ist zu tun?

In den Einstellungen wählen wir den Punkt „Drahtlos & Netzwerke“. Hier lässt sich WLAN schon erst einmal generell aktivieren (indem man das passende Häkchen setzt, bzw. den entsprechenden Schalter „umlegt“). Sodann tauchen wir in den Punkt „WLAN-Einstellungen“ ab – und gelangen zu einem Bildschirm, der dem rechts dargestellten ähnelt.

Der erste Punkt entspricht dem generellen Aktivieren der WLAN-Funktionalität (wie auf der vorigen Seite). Ist WLAN aktiv, und mit einem Netzwerk verbunden, wird das an dieser Stelle auch angezeigt. Mit dem zweiten Punkt kann man sich „unterwegs“ über verfügbare offene WLAN-Netzwerke informieren lassen. Wer jedoch vertrauliche Daten auf seinem Androiden hat, sollte mit solchen Netzen vorsichtig sein: Man weiß ja nie...

Darunter nun werden alle aktuell verfügbaren WLAN-Netze aufgelistet. Es wird ebenfalls dargestellt, ob (und wenn ja wie) diese verschlüsselt sind. Hier müsste also auch das „eigene“ WLAN (bzw. das, in welches sich eingebucht werden soll) nun stehen. Einfach antippen, ggf. den Schlüssel (das „Verbindungs-Passwort“) eingeben, und auf „Verbinden“ tippen – und wenige Sekunden später sollte die Verbindung stehen. Bei Bedarf lässt sich ab Android 4.0 nach Aktivieren der Checkbox Erweiterte Optionen einblenden auch ein für das jeweilige Netzwerk zuständiger Proxy-Server angeben.

Einmal eingegeben, merkt sich übrigens Android die Verbindungsdaten: Kommt man das nächste Mal bei aktiviertem WLAN in die Nähe dieses Netzes, erfolgt die Verbindung automatisch.


Mobiles Datennetz
Mobilfunknetz-Einstellungen
Mobilfunknetz-Einstellungen

Der „moderne Mensch“ ist ja heutzutage permanent online. Unser WLAN können wir aber nicht überall hin mitnehmen. Was tun?

Die Antwort heißt: Einen passenden Daten-Tarif (Volumentarif oder Flatrate) buchen, und das „mobile Datennetz“ konfigurieren! Ersteres gibt es beim Provider – und letzteres findet sich wieder unter „Drahtlos & Netzwerke“ (ab Android 4.0 versteckt es sich hinter Mehr). Der Punkt Mobilfunknetze (bzw. Mobile Netzwerke) führt dann zu einem Bildschirm, der dem links dargestellten stark ähneln dürfte.

Ein kurzer Blick auf das Bild dürfte auch bereits helfen, eine der größten Sorgen auszuräumen: Was ist mit meinen Daten-Kosten, wenn ich im Ausland bin? Ja was? Das hängt ganz davon ab, was auf dieser Seite konfiguriert wurde. Standardmäßig sind die Häkchen bei „Roaming“ nicht gesetzt (also wie auf dem Bild zu sehen). Im Ausland bzw. generell im Netz eines „Fremdanbieters“ wird daher die Datenverbindung gar nicht erst aufgebaut. Daher sollten hier auch keine diesbezüglichen Kosten entstehen.

Weiter unten lässt sich noch ein Häkchen setzen, welches die Datenverbindung auf „2G“ beschränkt (Nur GSM-Netzwerke). Das ist zwar nicht so schnell wie 3G oder gar 4G – spart aber u. U. einiges an Energie (siehe 2G versus 3G: Spart 2G wirklich so viel Akku?), sodass man mit einer Akku-Ladung länger auskommt. Für ein wenig E-Mail und Web ist das auch völlig ausreichend. Sollte man tatsächlich einmal mehr Durchsatz benötigen, kann man das jederzeit umschalten.

Woher weiß Android denn nun, wie es ins Internet kommt? Diese Einstellungen verbergen sich hinter den „Zugangspunkten“. So manch Custom-ROM (wie z. B. CyanogenMod) ermittelt diese Konfiguration automatisch: Anhand der SIM-Karte erkennt es den Anbieter, und ordnet die entsprechenden Zugangsdaten aus seiner Datenbank zu. Wer dieses Glück nicht auf seiner Seite hat, findet die passenden Zugangsdaten jedoch hoffentlich im Anhang – andernfalls lassen sie sich beim Provider erfragen.


Tethering
Tethering unter ICS
Tethering unter ICS

An dieser Stelle folgt oft die Frage: „Ich habe da noch ein Tablet/Notebook/… Kann ich jetzt irgendwie die mobile Datenverbindung mit nutzen?“ Vor Android 2.2 (aka „Froyo“ oder „Frozen Yoghurt“) hieß die Antwort eindeutig: Jein. Mit root und einer App wie Wireless Tether ließ sich dies erreichen. Ansonsten galt der übliche Spruch: „Ohne root sich nix tut“.

Zum Glück hat sich das eindeutig geändert: Seit Froyo gehört Tethering zur „Standard-Ausrüstung“, und ist natürlich auch noch bei den aktuellen Versionen mit an Bord (siehe Screenshot). Wer sicher gehen möchte, dass kein Dritter „mitsurft“, kann das Netzwerk über USB weiterreichen. Einfacher geht es jedoch, wandelt man seinen Androiden in einen „mobilen Hotspot“ um. Hierzu wird der zweite Punkt aktiviert, und die Details werden unter „WLAN-Hotspot-Einstellungen“ eingetragen: Eine SSID (Name für den Zugangspunkt) kann nach Gusto vergeben, eine Verschlüsselung gewählt, und natürlich auch der zugehörige Schlüssel/Passwort hinterlegt werden. Schon steht dem Surf-Vergnügen nichts mehr im Wege...

Wer immer noch ein wenig unsicher ist, hat vielleicht bemerkt: Da gibt es noch einen Punkt namens „Hilfe“. Stimmt. Und da wird das Ganze auch nochmal erklärt – falls dieses Buch gerade mal nicht zur Hand ist...

Je nach Hersteller, Gerät, Android-Version und ROM sieht dieses Menü allerdings unterschiedlich aus: Einmal fehlt USB-Tethering (zum Beispiel bei meinem LG Optimus 4X mit Android 4.0.3), oder es sind zusätzlich Dinge verfügbar wie WiFi Direct oder NFC. Also bitte nicht wundern.


Internet-Telefonie
Anruf-Einstellungen
Anruf-Einstellungen

Oh nein, den Netzanbietern hat das sicher nicht sonderlich gefallen. Aber dennoch: Seit Gingerbread gehören die SIP-Einstellungen zu den Bordmitteln. Wer noch kein Gingerbread (oder eine aktuellere Version) auf seinem Androiden hat, muss dafür zu Drittanbieter-Software wie SIPGate greifen, kommt aber auch zum Ziel.

Versteckt sind diese Konfigurationsdaten unter den „Anrufeinstellungen“ der Telefon-App (also nicht unter „Drahtlos & Netzwerke“ in den Systemeinstellungen), und zwar ganz am Ende des Bildschirms (siehe Abbildung). Von hier aus geht es über „Konten“ in die Übersicht eingerichteter SIP-Konten – beim ersten Aufruf dürfte diese leer sein. Ein Button, beschriftet mit „Konto hinzufügen“, wartet jedoch schon auf Betätigung. Die passenden Zugangsdaten gibt es beim VoIP-Anbieter. Essentiell sind Nutzername, Passwort und Server – etliche optionale weitere Einstellungen wie Proxy u. a. stehen ebenfalls zur Verfügung.

Mittels einer Checkbox lässt sich ein SIP-Konto als „primär“ festlegen – was aber nur bei mehreren Konten interessant ist. Über dieses Konto werden dann ausgehende Anrufe geführt.

Auf einigen Geräten (mein Optimus 4X ist wieder einmal ein solches) sind die SIP-Funktionen allerdings einfach nicht auffindbar – obwohl Android 4.0 oder höher zum Einsatz kommt. Da wollen sich einige Hersteller scheinbar bei den Netzanbietern „lieb Kind machen“. Mit ein paar Tricks lassen sich die Konfigurations-Bildschirme oftmals dennoch aufspüren: So bietet beispielsweise der Apex-Launcher die Möglichkeit, dem Homescreen außer Widgets und Shortcuts auch „Aktionen“ hinzuzufügen. Was sich dahinter verbirgt, ist eine Liste von allen Shortcuts, über welche diverse Apps zwar verfügen – sie aber nicht unbedingt offiziell anbieten. Hier sucht man nun nach der „Settings“ App (aka „Einstellungen“), und schaut, was sie interessantes anzubieten hat (sehr viel!). Einen Shortcut generiert, und schon kann man auch auf einem LG Optimus 4X auf die SIP-Einstellungen zugreifen.


Mehr Übersicht, bitte!

Notification Shortcuts
Notification Shortcuts

Sich für jede kleine Änderung durch den Dschungel der System-Einstellungen kämpfen zu müssen, ist besonders für Android-Einsteiger alles andere als komfortabel. Musste man früher für Alternativen auf Drittanbieter-Apps wie etwa Quick Settings zurückgreifen, hat sich in dieser Hinsicht in der Zwischenzeit zum Glück etwas getan. Nachdem zunächst einige Hersteller (z. B. Samsung) und Custom-ROMs (wie CyanogenMod im rechten Screenshot) entsprechende Schalterchen in den Benachrichtigungs-Bereich integrierten, zog Android mit Version 4.2 schließlich selbst nach: Die „Quick Settings“ sind nun fester Bestandteil des Android-Systems. Je nach Android-Version kann man über diese die wichtigsten Einstellungen durch einfaches Antippen des zugehörigen Icons umschalten, und gelangt durch langes Drücken zum enstpechenden Konfigurations-Bildschirm – oder umgekehrt. Auch lassen sich Reihenfolge sowie Auswahl meist konfigurieren.

Antek Quick Settings
Antek Quick Settings

Wer jedoch noch eine ältere Android-Version einsetzt, oder mit dem Vorhandenen nicht zufrieden ist, findet in den App-Märkten nach wie vor zahlreiche Alternativen. Wie etwa die Antek Quick Settings (Bild). Hier lassen sich nicht nur Auswahl und Position der einzelnen Schalterchen wählen, sondern auch die größe der Buttons kann festgelegt werden. Wie der Screenshot überdies zeigt, ist die Auswahl dabei nicht auf die reine Konfiguration beschränkt – Shortcuts lassen sich für so ziemlich alles einrichten: Zur Steuerung des Medien-Players (Play, Pause, nächster Titel, etc.), starten einer App, oder um seiner/seinem Liebsten schnell eine Kurznachricht zukommen zu lassen. Auf Geräten mit root-Zugriff stehen auch Optionen wie Reboot, Ausschalten, in den Recovery-Modus wechseln, oder die Aktivierung des Netzwerk-Zugriffs für ADB zur Verfügung.

Aus dieser umfangreichen Sammlung von Aktionen können in der kostenlosen Test-Version der App bis zu 11 Schnellzugriffe ausgewählt werden. Stellt man fest, dass einem das nicht genügt, kann man für ca. anderthalb Euro die Vollversion erwerben – mit der diese Beschränkung sodann entfällt.


Zusätzliche Einstellungen

Während die einen es lieber kompakter hätten, gibt es da auch noch die Gruppe derer, denen die vorhandenen Konfigurationsmöglichkeiten nicht ausreichen. Auch dieser kann (in einem gewissen Rahmen) geholfen werden:

Spare Parts Extra Phone Settings
Spare Parts und Extra Phone Settings machen zusätzliche Einstellungen zugänglich
Wifi Config Editor
Wifi Config Editor

So schaltet etwa die App Spare Parts (oben links) eine ganze Reihe zusätzlicher Schalterchen frei. Sie ist die umfangreichste App in diesem Bereich, und auch die, die bereits am längsten im Play Store verfügbar ist. Neben diversen zusätzlichen Einstellungen findet sich hier auch eine erweiterte Verbrauchsstatistik für Systemressourcen: Welche App wurde am häufigsten benutzt? Welche hat die meiste CPU verbraucht? Ein Menü, das sich auf vielen Geräten auch durch einen »Anruf« bei der magischen Nummer *#*#4636#*#* erreichen lässt, ist aus dieser App bequem erreichbar. (Leider sind ab Android 2.3 einige Akku-Statistiken entfernt worden.)

Einige wenige zusätzliche Einstellungen bietet auch Extra Phone Settings (Bild oben rechts). Mit ihrer Hilfe lässt sich der Androide u. a. bei einem ausgehenden Anruf kurz zum Vibrieren bringen, sobald die Gegenseite „abgenommen“ hat – eine Funktionalität, die bei einigen Geräten bereits von Haus aus dabei ist.

Zu guter Letzt sei noch eine besondere Spezialität kurz erwähnt: Der Wifi Config Editor ermöglicht es, die Wifi-Einstellungen noch detaillierter vorzunehmen. Weit mehr Einstellungen, als der Standard-Dialog normalerweise anzeigt. Otto-Normal-Benutzer braucht das sicher kaum einmal – doch für manchen „Spezialisten“ ist es sicher ein wertvolles Werkzeug.

Leider wurde dessen Entwicklung (sowie auch die der anderen Apps) jedoch nicht weitergeführt (die „aktuelle“ Version stammt vom Dezember 2010); Kommentare im Playstore weisen darauf hin, dass die App mit Android 4.0 oder neuer nicht mehr funktioniert. Ein Clone davon scheint der WiFi Advanced Config Editor zu sein: Zwar stammt dessen letzte Version auch nur vom Januar 2012, doch scheint sie (Geräte-abhängig?) auch noch auf neueren Android-Versionen ihren Dienst zu verrichten.


Anwendungen verwalten

Um folgende Themen geht es in diesem Kapitel:

Also im Prinzip der ganz normale „Lebens-Zyklus“ einer App auf dem Androiden: Erst wird sie installiert (und benutzt), hin und wieder gibt es neuere Versionen, und schließlich – ist man ihrer überdrüssig geworden, oder hat etwas besseres gefunden – soll sie wieder vom Gerät verschwinden. Zwischendurch gilt es u. U. den Cache zu bereinigen: Entweder, um Platz freizuschaufeln, oder um diverse kleine Probleme zu lösen. Für all diese Aufgaben gibt es verschiedene Ansätze.

Apps? APK-Datei?

Zu allererst gilt es noch ein paar Begriffe zu klären...

App nennt man die Anwendungen unter Android (und übrigens auch bei Apples iOS). Dieses Kürzel leitet sich nicht etwa von Apple ab, wie einige meinen, sondern vom Wort Application – jaja, der „Aküfi“ (Abkürzungs-Fimmel) ist nicht ausschließlich © Germany.

Eine APK-Datei enthält in der Regel eine solche App, und ist so etwas wie ein „Installations-Archiv“. Erhältlich im Play Store, und oftmals auch auf den Webseiten der jeweiligen Entwickler – diese beiden Quellen können als relativ sicher gelten (sowohl was „Systemsicherheit“ als auch was „Legalität“ anbetrifft; was in letzterem Fall natürlich beides insbesondere von der Vertrauenswürdigkeit des Entwicklers abhängt). Sie sind auch in der „freien Wildbahn“ anzutreffen (etwa als Suchergebnis einer Google-Suche nach „<AppName>.apk“). Im letzteren Falle ist allerdings Vorsicht geboten: Zum einen sind derartige Angebote nicht selten illegal, zum anderen die hier auffindbaren APK-Dateien oftmals auch manipuliert (Stichwort: DroidDream).

Ergo: Das Futter für den Androiden sollte besser ausschließlich aus verlässlichen Quellen besorgt werden. Und die schauen wir uns jetzt an.

Bordmittel

Natürlich bringt Android passende Hausmittel für die genannten Aufgaben mit – irgendwie müssen ja die ersten „Früchtchen“ in den Korb gelangen können. Zu diesem Zweck ist auf den meisten Androiden (einige Hersteller kochen hier wieder ihr eigenes Süppchen, so dass dies nicht pauschal für alle Android-Geräte gilt) eine App namens Play Store (ehemals Google Market) vorinstalliert. Dieser möchte ich zunächst ein wenig Grundwissen vorausschicken, bevor ich auf die App selbst eingehe:

Zunächst einmal ist der Playstore die wohl umfangreichste (und darüber hinaus auch die „offizielle“) Quelle für Android-Apps. Daher sind Entwickler natürlich bestrebt, ihre Produkte auf jeden Fall an dieser Stelle unterzubringen. Von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, kann man daher fast sagen: Eine App, die es hier nicht gibt, gibt es einfach nicht (oder sie ist von Google unerwünscht). Darüber hinaus ist der überwiegende Teil der Apps (etwa 75%) gratis verfügbar – was allerdings häufig mit Werbe-Einblendungen in den jeweiligen Apps verbunden ist, denn irgendwie möchte der Entwickler ja auch für seine Mühe entlohnt werden. Eine Tatsache, die übrigens auch für andere App-Märkte gilt.

Die Nutzung des Google Playstore setzt einen gültigen Google-Account voraus. Diesen kann man sich direkt auf der Webseite gratis anlegen. Bei der Ersteinrichtung eines mit der genannten App ausgestatteten Androiden wird dieser auch abgefragt und kann, sollte man noch nicht über einen Account verfügen, direkt vom Einrichtungs-Assistenten aus erstellt werden (wer dies zunächst übersprungen hat, findet den entsprechenden Punkt in den „Einstellungen“ unter „Konten & Synchronisation“). Will man auch kostenpflichtige Apps nutzen, musste bislang zudem eine Kreditkarte mit dem Google-Account verknüpft werden – andere Bezahlmöglichkeiten waren leider, trotz zahlreicher Nutzerproteste, lange nicht verfügbar. Doch mittlerweile hat sich hier etwas getan: Mobilfunk-Anbieter können auch die Bezahlung über die Telefonrechnung ermöglichen. In Deutschland macht davon T-Mobile bei von ihnen selbst verkauften (also entsprechend „gebrandeten“, siehe Branding) Geräten Gebrauch, auch O2 hat mittlerweile nachgezogen (Vodafone ist wieder abgesprungen). Außerdem gibt es seit Juli 2013 endlich auch Gutschein-Karten im Handel zu erwerben, mit denen man sein Google-Konto aufladen kann. Nachdem Anwender diesen Wunsch lange Zeit ins Leere sprachen, hat überdies im Sommer 2014 auch Paypal als Zahlungsmittel hier Eingang gefunden.

Ist nun also ein Zahlungsmittel mit dem Google-Account verknüpft (oder das Konto mittels Guthaben-Karte aufgeladen), lassen sich kostenpflichtige Apps über die Playstore-App erwerben. Also darauf aufpassen, dass der Sprößling nicht auf Einkaufstour geht – oder Unbefugte am Gerät spielen und Schabernack treiben! (Um dies zu verhindern, lässt sich der Bezahlvorgang mit einem Passwort schützen, was in aktuellen Playstore-Versionen auch automatisch unter Verwendung des Google-Passwortes geschieht). Außerdem ist die Rückgabefrist bei Fehlkäufen mit derzeit zwei Stunden etwas kurz geraten – hier gilt es also gegebenenfalls, schnell zu handeln, und den Fehlkauf sogleich wieder rückgängig zu machen.

Übrigens: Da jede im Playstore erworbene App mit dem zugehörigen Google-Account verknüpft ist, lassen sich einmal gekaufte Apps auf allen mit diesem Account versehenen Androiden nutzen. Also keine Sorge, dass man bei Gerätewechsel alles neu erwerben muss!

Play Store
Play Store
Play Store

Über den Play Store (ehemals Google Market, siehe Screenshot) soll der Android-Jünger sich also seine Apps besorgen. Die Fülle an Apps kann hier grob nach Rubriken durchblättert oder, so der Name der gesuchten App bekannt ist, auch gezielt durchsucht werden. Letzteres ist natürlich auch nach Stichworten möglich, die in Namen oder der Beschreibung der Apps vorkommen. Aufgrund der großen Anzahl an im Play Store verfügbaren Apps ist das Ergebnis aber nicht unbedingt immer befriedigend – zumal die Ergebnisliste mittlerweile auf 48 Einträge begrenzt wurde. Filtermöglichkeiten (etwa das Ausblenden unerwünschter Entwickler oder das Ausschließen bestimmter Begriffe) gibt es in der App leider nicht.

Etwas komfortabler wird das Ganze, wenn man die Website des Play Store mit dem Browser am PC benutzt: Hier lassen sich viele der aus der „erweiterten Google-Suche“ bekannten Tricks verwenden – etwa um mit dem Begriff vorangestellten „-“ Zeichen Begriffe auszuschließen (sogar einige erweiterte Attribute des „großen Bruders“, wie etwa „intitle:Begriff“ wenn der App-Name „Begriff“ enthalten soll, sind möglich). So findet man Apps z. B. zum Thema Scuba-Diving (Sporttauchen) durch eine Suche nach „+scuba -log“ (oder „+dive -log“ – jeweils ohne die Anführungszeichen) Apps zum Thema Scuba-Diving, schließt jedoch Logbücher aus. Die Informationen lassen sich am größeren Bildschirm auch weit bequemer sichten. Ist die gesuchte App gefunden, kann sie überdies, sofern man mit seinem Google-Account angemeldet ist, mit einem einfachen Klick auf den Button „Installieren“ auf den Androiden befördert werden: Schon wenige Sekunden später sieht man dort in der Regel den Download und schließlich auch den Installationsprozess starten. Sind mehrere Geräte mit dem selben Google-Account verknüpft, lässt sich das gewünschte Zielgerät natürlich auswählen. Auch filtert der Play Store automatisch die Apps aus, die mit dem Zielgerät nicht kompatibel sind (siehe Anhang: „Warum finde ich die App im Play Store nicht?“).

Google Play Einstellungen
Google Play Einstellungen

Um sich eine Übersicht über bereits installierte Apps zu verschaffen, klickt man zunächst auf das „Rädchen“, welches sich am rechten oberen Rand der Webseite direkt unter dem Account-Namen befindet (siehe Screenshot) – und wählt sodann den Punkt „Meine Bestellungen“ aus. Damit gelangt man zu einer Übersicht aller Apps, die man jemals installiert hat. Leider kann man hier derzeit nicht erkennen, welche der Apps tatsächlich noch auf einem Gerät installiert sind (und wenn ja, auf welchem), auch lässt sich die angezeigte Liste nicht sortieren. Lediglich Preis und Zeitpunkt der Installation sind aufgeführt, zusammen mit einem Link zur jeweiligen App. Offensichtlich befindet sich diese Seite nach dem letzten Relaunch noch in Bearbeitung: Man kann also hoffen, dass hier noch nachgebessert wird.

Am linken Rand der Seite findet sich übrigens auch ein Navigationsmenü, dessen erste vier Punkte jedoch lediglich wieder in die jeweiligen Sektionen des Playstore zurückführen. Auch der fünfte, mit „Geräte“ beschriftete Button listet nicht etwa die eigenen Geräte auf, sondern führt wiederum in den entsprechenden Shop-Bereich. Ähnliches gilt auch für die Drop-Down-Box direkt rechts daneben: Die hier aufgeführten Punkte beziehen sich lediglich auf die eigenen Einkäufe, und filtert entsprechend die Liste. Interessant sind somit nur noch die letzten beiden Punkte, über die sich die eigene Wunschliste verwalten, bzw. Google-Play-Gutscheine einlösen lassen.

Die eigenen Geräte findet man im zweiten Punkt des „Rädchens“, der mit „Einstellungen“ beschriftet ist. Hier kann man seinen Geräten Namen geben und festlegen, ob sie in den Menüs auf App-Seiten als Installationsziel auftauchen sollen (Altgeräte entfernen kann man leider nicht). Auch Wünsche zu Email-Benachrichtigungen (Angebote vom Play Store u. a. m.) lassen sich hier festlegen. Sortieren lässt sich allerdings auch diese Liste nicht, was jedoch hier nicht so stark ins Gewicht fällt: Die Anzahl mit einem Account verwendeter Geräte hält sich normalerweise in Grenzen.

Um nun aber die Nutzung des Play Store auf dem Androiden zu verbessern bieten sich, abgesehen von „alternativen Market-Apps“, auch diverse „Market-Ergänzer“ an.


Anwendungen verwalten
Anwendungen verwalten
Anwendungen verwalten

Der Punkt „Anwendungen verwalten“ (Screenshot links) findet sich unter Einstellungen › Anwendungen im Android-Menü, und ist in Tabs eingeteilt: Heruntergeladene (also selbst installierte; dieser Tab wird bei Aufruf von „Anwendungen verwalten“ geladen), Alle, Auf SD-Karte, Ausgeführte. Die ersten drei Tabs sind ruck-zuck geladen, der vierte braucht ein paar Sekunden und ist ein vollwertiger Task-Manager...

Ist die Liste aufgebaut, lassen sich Details zu den Anwendungen einsehen. Dies geschieht, indem die gewünschte App in der Liste kurz angetippt wird. Sodann offenbart sich: Wieviel Platz belegt die App selbst, wie viel ihre Daten. Wie viel Cache benutzt sie. Und so weiter. Von hier aus lassen sich dann z. B. auch der Cache leeren, die Daten löschen – oder die Anwendung deinstallieren (löschen).

Alternativen zur Cache-Bereinigung finden sich im Kapitel Tuning.


Playstore-Ergänzungen

Im Google Playstore findet sich eigentlich alles – die Frage ist nur, wie lange man für die Suche benötigt. Besonders Besitzer eines Tablets ärgern sich oft darüber, dass die Apps das größere Display nicht vernünftig ausnutzen. Oder dass es so schwierig ist, Apps zu finden, die dies tun. Zum Glück gibt es da Abhilfe: Die App Tablified Market HD hat sich nämlich darauf spezialisiert, nur Tablet-geeignete Apps aufzuspüren.

Tablified Market HD
Der Tablified Market hat sich auf Apps spezialisiert, die für Tablets optimiert wurden.
StripSearch
StripSearch

Wie vom Playstore gewohnt, wird man auch in dieser App von einer Liste mit empfohlenen Apps begrüßt, und eine Suchfunktion findet sich ebenfalls – die Ergebnisliste lässt sich sogar filtern, um etwa „nur gratis Apps mit mindestens 4 Sternen“ übrig zu lassen. Zusätzlich kann man gezielt einzelne Rubriken durchstöbern. Alle Apps, die sich hier finden, sind für die Benutzung auf Android-Tablets optimiert. Es handelt sich bei Tablified Market HD allerdings nicht um eine eigene Plattform: Quelle der Apps ist der Playstore, auf den man auch zur Installation von Apps weitergeleitet wird.

Ist jemand – nicht zu Unrecht – besonders besorgt bezüglich der Berechtigungen, die einige Apps verlangen, greift er für die App-Suche im Playstore am Besten auf StripSearch zurück. Diese App stellt ein alternatives Front-End für die Suche im Google Playstore dar – welches wesentlich aufgeräumter wirkt: Man wird nicht überall mit zahlreichen Grafiken bombardiert, sondern die gewünschten Informationen stehen im Vordergrund. Direkt von der Startseite aus lässt sich eine Suche starten, nachdem man optional einen passenden Filter gesetzt hat. Einige sinnvolle und nützliche Filter sind bereits vorkonfiguriert – lassen sich aber sowohl den eigenen Bedürfnissen anpassen, als auch um weitere persönliche Filter ergänzen. eine Obergrenze für den Preis kann man ebenso vorgeben, wie die Sortierreihenfolge der Ergebnisliste. Für Details zur und Installation der App geht es dann wieder in die Playstore-App. Ein würdiger Ersatz für APEFS, was leider vor einem Jahr aus dem Playstore verschwand, und nie zurückkehrte. Ein Artikel bei IzzyOnDroid stellt StripSearch detaillierter vor. Und wer die „App-Suche nach Permissions“ lieber mit dem Web-Browser vornimmt, findet dort auch eine Möglichkeit dazu – auch wenn selbige lediglich einen Bruchteil der in den Märkten verfügbaren Apps abdeckt.

AppSales
AppSales

Für Schnäppchen-Jäger besonders interessant sein dürfte AppSales (linkes Bild): Nicht nur zeigt diese App aktuelle Rabatt-Aktionen auf. Sie erlaubt auch, eigene Filter zu setzen – um so die Inhalte auf die eigenen Interessen einzugrenzen. Und ist die Traum-App gerade zu teuer, setzt man sie auf eine „Watch-List“ (Beobachtungs-Liste), um bei etwaigen Rabatt-Aktionen benachrichtigt zu werden.

Interessant dürfte für den Einen oder Anderen auch der Market Comments Reader sein. Er zeigt die „versteckten“ Kommentare an (Schon mal gewundert, wie eine App x bei >0 Kommentaren kriegen kann, obwohl da kein Kommentar steht?).


Genervt von der aktuellen PlayStore-App? Verärgert, dass die Liste aller jemals gekauften (und u. U. nicht mehr installierten) Apps verschwunden ist? Ist das Android-Gerät gerootet (siehe Super-User „root“), kann Paul O'Brians Legacy Play Store Abhilfe schaffen. Paul hat eine ältere Version (als der Play Store noch Market hieß) gepatcht, sodass sie sich parallel zur ständig zwangsweise aktualisierten PlayStore-App installieren lässt (natürlich greift sie dabei auf die gleiche Quelle zu, wie auch Googles eigene Playstore-App). In diesem Fall lassen auch sich mit MarketEnabler die regionalen Beschränkungen aushebeln: Diese App gaukelt dem Play Store vor, man wäre mit einem ganz anderen Provider in einem ganz anderen Land unterwegs. Und mit AT&T in den Staaten dürfen „US only“ Apps natürlich installiert werden :grin:


Playstore-Alternativen

Derer gibt es viele: AndroitPIT, AppBrain, PDassi... Da fällt es schon bald schwer, über alle auf dem Laufenden zu bleiben, denn es kommen ja auch ständig neue hinzu. Daher kann diese Übersicht keinesfalls vollständig sein – vielmehr beschränke ich mich auf ein paar Beispiele, die mir besonders sinnvoll erscheinen.

Eines ganz zu Anfang: Auch wenn es durchaus Sinn machen kann, mit mehreren/verschiedenen dieser Alternativen parallel zu arbeiten empfiehlt es sich, Einkäufe immer an der gleichen Stelle zu machen. Sonst verliert man recht leicht den Überblick – und weiß etwa nach einer Neuinstallation oder dem Wechsel auf ein neues Gerät nicht mehr, aus welchem Market man nun die gekaufte App wieder bekommt, ohne sie nochmals bezahlen zu müssen.

AndroidPIT AppCenter
AndroidPIT AppCenter
AndroidPIT AppCenter

Wer auf der AndroidPIT-Website auf Apps klickt, findet zu vielen Apps auch Testberichte, die die ganze App durchleuchten, und so schon vor der Installation einen genaueren Einblick erlauben. Früher fanden sich hier auch die Bewertungen aus dem Play Store mit der Möglichkeit, gezielt die Wunschsprache auszuwählen – oder gleich alle Sprachen anzuzeigen. Mit dem Relaunch im August 2014 verschwanden diese leider, ebenso die Bewertungen der AndroidPITiden. Angeblich soll das jetzt in den Forumsbereich umgezogen sein; aber trotz intensiver Suche, konnte ich nichts finden. Und was sich nicht intuitiv finden lässt, wird auch nicht wahrgenommen. Wirklich schade.

Möchte man den AndroidPIT-Store gern direkt auf seinem Androiden durchstöbern, greift man zum AndroidPIT AppCenter. Auch hier besteht die Möglichkeit, nach Kategorien zu browsen, Filter einzusetzen, und mehr.

Als Bezahl-Möglichkeiten für den Erwerb kostenpflichtiger Apps unterstützt AndroidPIT neben der Kreditkarte auch Paypal. Weitere Zahlungsmöglichkeiten sind schon länger geplant. Besonders hervorzuheben wäre das Zeitfenster für die Rückgabe von „Fehlkäufen“ – welches mit 24 Stunden deutlich größer ist als das bei Google Play. Einziger Haken: Nicht jede Kauf-App lässt sich hier erwerben (dazu müssen die Entwickler sich mit AndroidPIT entsprechend einigen). Aber auch das werden täglich mehr. Ebenso sind die Vorschläge von alternativen Apps nirgends so treffsicher wie bei AndroidPIT – weil handverlesen und kontrolliert. Ganz zu schweigen von den Testberichten, die auch in der App einsehbar sind, und dem Zugang zum Forum...

AppBrain
AppBrain App
AppBrain App

Auch bei AppBrain kann sich die Kombination aus Website und App durchaus sehen lassen.

Über einen Filter lässt sich die Auswahl optional einschränken: gratis- oder Kauf-Apps, neue Apps, aktualisierte, im Preis gesenkte, sowie App2SD fähige Apps sind hier die Kriterien. Man kann den Katalog nach Kategorien durchstöbern, und die Ergebnisliste sortieren. Ergänzt wird dies von einer Liste mit Empfehlungen, die anhand der bereits installierten Apps ermittelt werden. Hier kann man „ungewünschte Artikel“ auch entfernen, und bekommt dann wieder neue Vorschläge.

Gut gelöst ist auch das Update: Egal, aus welcher Quelle eine App installiert wurde – sofern sie im Play Store enhalten ist, wird sie auch von AppBrain gefunden. Nach der Synchronisation der Liste von auf dem Androiden installierten Apps mit der im eigenen AppBrain-Konto (der Login dort erfolgt mit dem eigenen Google-Konto) einmal auf den Button „Perform Installs“ gedrückt, und ab die Luzie! wird alles in einem Rutsch gemacht. Naja, fast – eine kleine Mogelpackung ist es naturgemäß, schließlich muss der Telefon-Besitzer ja noch die „Permissions“ abnicken. Und das erfolgt dann lustigerweise wieder in der originalen Play Store-App...

Ein weiteres Plus dieser App: Einzelne Apps lassen sich vom Update ausschließen. Bei diesen erfolgt dann auch keine Benachrichtigung über verfügbare Updates mehr, ebenso werden sie beim gerade beschriebenen Sammel-Update nicht mehr angefasst. Auch können einzelne Updates einer App übersprungen werden – dann erfolgt eine neue Benachrichtigung für diese erst wieder beim nächsten Update. Beides Dinge, die man in Googles Play Store vergeblich sucht.

Wer sich nach dem letzten Fliesenleger-Update auf der Google Play Website nicht mehr zurecht findet, oder sich von der Beschränkung auf gerade einmal 48 Einträge in den Suchergebnissen eingeschränkt fühlt, sollte übrigens unbedingt einmal auf der AppBrain Website vorbeischauen. Nicht nur bekommt man hier fast wieder das „gewohnte Look-and-Feel“ zurück, sondern darüber hinaus auch noch einige Extras geboten. Insbesondere in Sachen Sicherheit: So werden „bedenkliche Kombinationen“ von App-Permissions (etwa der Zugriff auf Kontakte kombiniert mit Internet) durch ein rotes Warndreieck auf dem „Permissions & concerns“ Reiter kenntlich gemacht. Für die Installation gibt es extra einen „Google Play“ Button, sodass man seinen „Fund“ nicht erst wieder neu dort suchen muss. Dass „Spam-Apps“ in der Ergebnisliste „ausgefiltert“ werden, ist ein weiteres großes Plus.


PDassi

Der Vollständigkeit halber sei auch die App von PDassi an dieser Stelle kurz erwähnt. Diese bietet u. a. zusätzliche Bezahlmethoden wie z. B. Paypal, Bankeinzug oder Überweisung – für all jene, die entweder keine Kreditkarte haben oder diese nicht mit ihrem Google-Account verknüpfen möchten.

Öffentliche Märkte

Linux-Anwender kennen „Software Repositories“: Diese halten Software-Pakete bereit (und pflegen Updates für selbige), welche die Entwickler selbst einstellen. Je nach Betreiber des jeweiligen Repositories sind Restriktionen für das Einstellen hier wenig bis gar nicht vorhanden. Der lesende Zugriff seitens der Anwender (für die Suche nach Software und deren Installation auf dem eigenen Rechner) ist entweder allen möglich („public“ bzw. „öffentliches“ Repository), oder nur einem ausgewählten Personenkreis (z. B. firmenintern, oder für Produkt-bezogene Entwicklung).

Einer der bekanntesten Repository-Typen ist APT, das Advanced Packaging Tool – hauptsächlich bei Debian und dessen Derivaten im Einsatz. Gibt es aber auch für Androiden-Soft:

F-Droid Aptoide
F-Droid und Aptoide greifen auf APT-Repositories zu

Mit Tools wie F-Droid (linkes Bild) oder Aptoide (rechtes Bild – der Name Aptoide ist ganz offensichtlich eine Kreuzung aus „APT“ und „Androide“) lässt sich auf derartige Repositories zugreifen. Da Tools zur Pflege solcher Repositories ebenfalls existieren (und zwar als OpenSource Anwendungen), steht auch dem eigenen Repository (etwa für Entwickler, oder auch Firmen) nichts im Wege. An diese Zielgruppe richtet sich Aptoide (Entwickler/OEMs können hier ihren eigenen Store realisieren), während sich F-Droid auf OpenSource Apps konzentriert. Details zu diesen beiden Marktplätzen finden sich u. a. in meinem Artikel Android Markets: Wie sicher sind alternative Quellen?

Weitere

Ständig tauchen weitere Alternativen auf, die mehr oder weniger kurzlebig sind. Ein sicher langlebigerer Marktplatz dürfte der Amazon Appstore sein, in dem es auch ständig Sonderangebote gibt. Benötigt man einmal eine ältere Version einer App, hilft ein Blick in den Android Drawer: Hier finden sich .apk Dateien freier Apps sowohl in der aktuellen, als auch in historischen Versionen. Auch SlideMe ist kein Unbekannter in diesem Bereich.

Eine Übersicht alternativer Marktplätze findet sich bei AppDated.

Alternative Verwaltung

So – jetzt haben wir alles mögliche installiert und in Gang gebracht. An dieser Stelle fragte schon Goethes Zauberlehrling:

Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.

Wie bzw. wo also nun de-installieren? Die „Hausadresse“ findet sich, wie bereits unter „Bordmittel“ festgestellt, unter Einstellungen › Anwendungen › Anwendungen verwalten – ist aber keinesfalls die einzige Möglichkeit. So gut sie auch mittlerweile gelöst ist: Da gibt es einiges, was fehlt, oder sich besser machen ließe.

Höchste Zeit also für die Ghost Busters, Krümel- oder besser: AppMonster:

AppMonster
AppMonster

Wie am linken Screenshots unschwer zu erkennen, handelt es sich hier um einen vollwertigen Software-Manager. Für ca. drei Euro gibt es die Vollversion – nachdem man zunächst natürlich die gratis-Version ausgiebig testen kann. Einmal installiert, läuft die MonsterApp im Hintergrund (äh, nicht wirklich – genau genommen wird sie bei Bedarf vom Event-Manager aufgerufen; nämlich immer dann, wenn etwas neues installiert wurde). Wurde etwas neues installiert, schlägt das Monster zu – und macht sogleich ein Backup auf die SD-Karte. Kommt ein Update – schwupps, das gleiche. Wie, die neue Version tut nicht? AppMonster, hol mal die vorige raus! Kein Thema.

Wipe, Flash, neues ROM – na und? AppMonster installiert, „Batch Install“ des aktuellen Backups – und schon sind alle Apps wieder da. Nagut, für die Daten braucht's dann schon ein richtiges Backup-Programm...

Was wollten wir eigentlich? Achso, loswerden wollten wir eine App – wie zu erwarten, findet sich dieser Punkt im jeweiligen Kontext-Menü (also lange auf den entsprechenden Eintrag „drücken“). Dazu muss die App natürlich erstmal aufgerufen werden – das dauert aber selbst unter Android 2.1 nicht einmal halb so lange wie beim „Bordmittel“ (ab 2.2 ist die Ladezeit vergleichbar), da sich AppMonster ausschließlich für die vom Benutzer installierten Apps interessiert – und die anderen brav in Ruhe sanften lässt (oder so).

Fazit: AppMonster ist eine App, die auf keinem Androiden fehlen sollte. Eigentlich sollten die „Distributoren“ diese App bereits vorinstalliert mit ihren Geräten ausliefern!


Alternative UnInstaller

Neben den „vollwertigen Software-Verwaltern“ gibt es dann auch noch die für das schnelle „Iiiih – weg damit!“ bei denjenigen, die täglich mehrere Apps „durchspielen“. Als Beispiele seien da Fast Uninstaller und Shake - Uninstall genannt:

AppMaster (Uninstall Master)
AppMaster (Uninstall Master)

Beim Fast Uninstaller geht es um die schnelle De-Installation: Antippen – und weg ist die App. Klingt mir für meine Begriffe ein wenig riskant (hab es selbst nicht ausprobiert), tippt man mit seinen „Wurst-Fingern“ doch schnell mal daneben. Sympatischer klingt mir da schon Shake - Uninstall: Das ist doch mal ein interessantes Konzept: Man aktiviert diesen Service – und dann schaut man sich all die Apps an, wo's einen ohnehin schüttelt. Fazit: Das Gerät ist anschließend gut aufgeräumt :grin: Interessant wird es nur, wenn man seinen Homescreen verbockt hat – was wohl passiert, wenn es einen da schüttelt?

Während beides lustig klingt, ist der Nutzen des Einsatzes in der Praxis wohl eher fraglich. Außerdem wurden die beiden Apps schon seit Jahren nicht mehr aktualisiert. Zu den Uninstallern mit Zusatz-Nutzen dürfte hingegen App Master gehören, der ein „Recycle-Bin“ mitbringt: Zeigt sich nach dem Löschen, dass man die falsche App erwischt hat, lässt sich selbige problemlos wieder hervorholen. Nutzer eines gerooteten Gerätes können die App überdies verwenden, um sich von nicht benötigten vorinstallierten Apps zu trennen – sei es, um selbige zu deaktivieren, oder auch um sie gleich ganz zu löschen.

Als weiterer interessanter Kandidat wäre auch der Uninstaller von AVG zu nennen. Seine Besonderheit: Er schaut im Hintergrund, wie oft auf installierte Apps zugegriffen wird – und schlägt schließlich selbstständig „überflüssige Apps“ (z. B. ewig nicht benutzte) zum „Ausmisten“ vor.

Apps aus „alternativen Quellen“

Die Voreinstellung eines Android-Smartphones besagt: „Du sollst keine anderen Quellen haben neben mir“. Und „mir“ meint natürlich den Play Store. Dahinter steht der Sicherheits-Gedanke: Apps sollten nur aus vertrauenswürdigen Quellen installiert werden. Und die einzige derartige, die Google kennt, ist nun einmal Google.

Hin und wieder will/muss man aber mal eine App aus „alternativen Quellen“ installieren: Sei es, dass einem der Entwickler was zum „testen“ zugeschickt hat („Schau mal, ob das Dein Problem löst!“), oder eine App mit dem Browser heruntergeladen wurde, da das Android-Gerät es im Play Store nicht findet – oder, oder, oder... OK, die *.apk-Datei haben wir nun – aber wie die App installieren?

Klar kann man das *.apk einfach in den passenden Ordner von AppMonster (siehe oben unter „Alternative Verwaltung“) packen, und es dann damit installieren. Einfacher machen es zahlreiche Datei-Manager, die dann beim Antippen einer solchen Datei den Installer aufrufen. Zu den beliebtesten Kandidaten hier zählen Astro Dateimanager und ES Dateimanager – beide gut erweiterbar, und z. B. auch für den Zugriff auf lokale Netzwerke via FTP oder Windows-Freigaben (AKA „SMB“) geeignet.

Welche dieser Möglichkeiten man aber auch verwenden will: Immer kommt der Hinweis „Du darfst hier nicht rein!“ – denn zuerst muss die Installation aus „Fremdquellen“ generell einmal erlaubt werden. Mit einem kleinen Häkchen an der richtigen Stelle. Dieses findet sich je nach Android-Version unter Einstellungen › Anwendungen oder Einstellungen › Sicherheit, und ist dort mit „Unbekannte Quellen“ beschriftet.

Apps organisieren

Jetzt sind jede Menge Apps installiert und die Frage drängt sich auf: Wie soll man da den Durchblick behalten? Öffnet man den „Drawer“ (also die Liste der auf dem Gerät verfügbaren Apps), ist die Liste recht lang. Und nicht unbedingt übersichtlich. Alle 87 Apps (oder wieviel auch immer) teilweise ohne jede erkennbare Ordnung (oder im besten Falle alphabetisch sortiert) in einem Ordner.

Zwanzig mal hin-und-her scrollen auf der Suche nach der zu startenden App ist nicht jedermanns Sache. Wie leicht passiert es, dass man ein wenig „zu kräftig schubbst“ – und schon scrollt die Liste in einem Wahnsinns-Speed vorbei. Oder man schubbst „zu langsam“ – und das dumme Teil meint, die gerade unter dem Daumen befindliche App starten zu müssen... Und das „vollklatschen“ aller Desktops mit Icons für jedes App ist auch nicht unbedingt die wahre Lösung. Was also tun?

Bordmittel

Homescreen-Ordner
Homescreen-Ordner

Bei aktuellen Android-Versionen (spätestens ab Version 4.0 aka Ice Cream Sandwich) bietet bereits der Standard-Launcher die Möglichkeit, auf dem Homescreen Ordner anzulegen – und auf diese Weise häufig genutzte Apps für den schnellen Zugriff zu gruppieren. Wie das aussieht, erkennt man in den bereits zum Thema Schaltzentrale eingebundenen Screenshots – zur Rechten noch einmal der relevante Teil: Es sind quasi „Widgets“ oder „Shortcuts”, die ihren Inhalt bei Antippen als „Overlay“ preisgeben. Wem dies nicht genügt, der greift zu einem alternativen Launcher: Einige dieser Kandidaten verfügen über erweiterte Möglichkeiten, und lassen etwa Ordner auf der Schnellstart-Leiste ablegen, oder erlauben sie auch im App-Drawer.

Apps Organizer und Folder Organizer

Zwei hilfreiche Kandidaten sind Apps Organizer und Folder Organizer.

Apps Organizer Apps Organizer
Mit Apps Organizer lassen sich Apps in Kategorien organisieren

Beim Start von Apps Organizer scannt dieser zunächst alle installierten Apps, was ein paar Sekunden dauert. Anschließend kann man jeder App ein oder mehrere Label zuweisen. Nun ist es möglich, die Apps nach diesen Labels zu browsen (linkes Bild). Schon Mal ein Fortschritt – die zu durchsuchende Liste wird kürzer.

Aber das ist natürlich noch nicht alles – denn die App bietet auch passende Widgets (den Umgang mit diesen zeige ich noch ausführlich im Abschnitt Home-Screen & Widgets). Für jedes der erstellten Labels sowie für „Favoriten“ (Apps können hier als solche definiert werden) lässt sich auf diese Art ein Icon auf den Home-Screens platzieren. Tippt man dieses an, öffnet sich ein Fenster, welches die zugehörigen Apps auflistet (siehe rechtes Bild). Je nach Bildschirmgröße (und -auflösung) sowie Anzahl der Apps mit dem zugehörigen Label ist nun oftmals gar kein Scrollen mehr nötig: Der Start einer App klappt jetzt also mit nur zwei Tapps! Außerdem lassen sich mit dieser App erstellte „Labels“ auch prima in Titanium Backup zur Auswahl von Apps verwenden – was der Grund ist, aus dem ich diese doch schon länger nicht mehr aktualisierte App hier dennoch benenne.

 

Ganz ähnlich sieht es übrigens bei Folder Organizer aus (diese beiden Apps sind sich halt sehr ähnlich), der zusätzlich auch noch Transparenz und einiges anderes unterstützt:

Folder Organizer Folder Organizer
Folder Organizer kümmert sich nicht nur um Apps, sondern auch gleich mit um Kontakte, Lesezeichen, und mehr

Folder Organizer bezeichnet sich selbst als „the evolution of Apps Organizer“. Es kann alles das, was Apps Organizer auch kann – und mehr: Nicht nur Apps können hier mit Labeln versehen werden, sondern auch Lesezeichen, Kontakte und „Shortcuts“ (z. B. zu Systemeinstellungen). Wie bei Apps Organizer werden ebenso Iconsets unterstützt, um die Folder mit den passenden Bildchen zu versehen.

Diese zusätzlichen Funktionen wollen dann aber auch entsprechende „Permissions“ bekommen: So fordert die App u. a. Kontaktdaten lesen, Kontaktdaten schreiben, und Telefonnummern direkt anrufen. Dafür wird Folder Organizer jedoch, im Gegensatz zu Apps Organizer, auch nach wie vor noch gepflegt – wie die aktuelleren Screenshots belegen.

Weitere Kandidaten

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Kandidaten – die sich jedoch im Groben und Ganzen letztendlich weitgehend mit einer der beiden gerade vorgestellten Apps vergleichen lassen. Zu finden sind diese in der zugehörigen Übersicht (Apps Organisieren) auf meiner Android-Website. Außerdem bieten einige „alternative Launcher“ (siehe Home Replacements) von Haus aus die Möglichkeit, Ordner direkt im „App-Drawer“ oder auf dem Homescreen anzulegen, wie bereits erwähnt.

Bekannte Probleme

Einige der genannten Apps zeigen vielleicht das Problem, dass hin und wieder Icons vom Home-Screen verschwinden – oder unbrauchbar werden. In der Regel hat der Anwender dann ein HTC-Gerät, und verwendet die „Sense“ Oberfläche – die sich leider nicht so ganz an die Android-Standards bei Widgets hält. Ob sich das umgehen lässt, bereits Lösungen existieren, oder HTC eventuell nachgebessert hat, weiß ich nicht zu sagen; hier hilft nur, im Forum zu fragen bzw. bei den Entwicklern und/oder HTC nachzuhaken.

Eine weitere mögliche Fehlerursache wäre, dass der Anwender die zum Widget gehörige App auf der (externen) SD-Karte installiert hat. Das sollte das System eigentlich unterbinden – doch schlau, wie der Anwender ist, hat er ja vielleicht einen Weg gefunden, das System auszutricksen. Auf der SD-Karte installierte Apps werden jedoch nicht informiert, wenn der Boot-Vorgang abgeschlossen ist (da die SD-Karte erst danach ins System eingebunden wird); somit können sie auch die von den Widgets benötigten Dienste nicht rechtzeitig bereitstellen. In diesem Fall hilft es, die betroffene App einfach wieder zurück in den internen Speicher zu verschieben (siehe Apps auslagern).

Datensicherung

Jetzt ist klar, wie die Apps auf den Androiden (und auch wieder von selbigem herunter) kommen, wie man sie verwaltet und organisiert. Natürlich würde es völlig den Rahmen sprengen, die Funktionsweise aller möglichen Apps hier zu erklären – aber einen wichtigen Punkt gibt es noch: Backups. Vielleicht muss das Android-Gerät ja irgendwann auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden, ein neues Android-Gerät kommt ins Haus, oder ein Update „zerschießt“ etwas! Die Apps lassen sich zur Not von Hand wieder zusammensuchen. Aber warum umständlich, wenn es auch einfacher geht? Darüber hinaus ist es gut zu wissen, dass die Daten dann wieder zur Hand sind – denn die lassen sich nicht so leicht wieder „irgendwo auftreiben“.

AppMonster habe ich ja bereits unter Anwendungen verwalten kurz vorgestellt: Es sichert bei jeder Installation (und jedem Update) die jeweilige App. So lässt sich nicht nur zu einer beliebigen, bereits zuvor einmal installierten, Version einer App zurückkehren – sondern auch auf einen Rutsch die jeweils aktuelle Version jeder zuvor installierten App aufspielen. Dies macht zum Beispiel bei einem Gerätewechsel, aber ebenso nach einem Werksreset viel Sinn – vor allem, wenn nicht alle Apps direkt über den Google Play Store installiert wurden. In diesem Falle ginge das nämlich auch über die Play Store-App – allerdings nur, solange die App auch noch im Play Store verfügbar ist.

Was aber ist mit Anwendungs-Daten? Was ist mit den Kurznachrichten, Telefonbüchern, und so weiter? Die Kontakte lassen sich noch aus der gleichnamigen App (Menü › Importieren/Exportieren) sichern bzw. wieder herstellen. Oder sie werden mit dem Google-Konto bzw. einem anderen Dienst synchronisiert, was auch mit den Kalender-Einträgen geht. Für alles andere steht gar kein Bordmittel bereit (warum eigentlich nicht?). Aber auch hier gibt es Abhilfe. Doch bevor wir uns die Backup-Helferlein ansehen, gilt es noch eine wichtige Frage zu klären:

Wie Android die Daten verwaltet

Was wollen wir eigentlich sichern? Wie speichert Android was, und wer kann worauf zugreifen? Mit diesen Grundlagen ist es einfacher, die verschiedenen Backup-Helfer zu verstehen.

DatentypBeschreibung
AppsDiese werden im Allgemeinen in Form von .apk Dateien in einem Bereich abgelegt, auf den jede App lesend zugreifen kann.
„private“ App-DatenJede App erhält automatisch einen nur für sie reservierten Bereich zum Speichern von Daten zugewiesen. Außer der App selbst hat normalerweise nur das System (bzw. root) darauf Zugriff. Eine andere „normale App“ kann diese Daten daher nicht sichern.
„zentrale Daten“Einige Daten werden als „zentral“ betrachtet, und vom System selbst verwaltet. Diese stehen allen Apps über so genannte „Provider“ zur Verfügung, sofern sie über die entsprechende Berechtigung (siehe Google Permissions) verfügen. Hierzu gehören beispielsweise SMS, Kontakte, und Anruflisten.
„shared data“Wörtlich etwa „geteilte Daten“. Dies bezieht sich auf einen Speicherbereich, auf den alle Apps gleichermaßen Zugriff haben. In der Regel ist dies die SD-Karte.
SystemdatenAuf einige Daten hat nur das System selbst (und natürlich root) Zugriff. Teilweise überschneidet sich dieser Bereich mit den „zentralen Daten“, wenn entsprechende Schnittstellen existieren.

Betrachtet man sich obige Tabelle, so wird schnell klar: Da gibt es zumindest zwei Bereiche, die eine „normale Backup-App“ nicht sichern kann, da sie keine Zugriffsmöglichkeit hat. Dies betrifft zum Einen die „privaten App-Daten“, und zum anderen die Systemdaten. Verspricht eine App also ein „vollständiges Backup“, ohne dass sie root benötigt, kann (und sollte) man mit Recht skeptisch sein. Erst ab Android 4.0 weicht diese Grenze ein wenig auf. Mit dieser Version hat Android eine Möglichkeit geschaffen, das System um die Erstellung eines Backups zu bitten (siehe vollständiges Backup ohne root).

Google Cloud Backup

Sobald man sein Android-Gerät zum ersten Mal in Betrieb nimmt, und das Google-Konto initialisiert, erfolgt auch bereits die Frage: „Möchten Sie Ihre Daten bei Google sichern?“ Gemeint ist damit das Google Cloud Backup. Klingt zunächst wirklich praktisch: Das Backup läuft immer im Hintergrund – und nach einem Werksreset wird alles automatisch wieder hergestellt. Soweit die Theorie.

Und wie sieht es in der Praxis aus? Da häufen sich nicht nur Beschwerden, dass das Restore oftmals nur teilweise oder gleich überhaupt nicht funktioniert (siehe Google Ticket #17354, eröffnet im Juni 2011 und noch immer nicht bearbeitet; im Januar 2014 jedoch schließlich von einem Projekt-Mitglied auf „falsches Forum“ gesetzt: Man fühlt sich also nicht zuständig). Es wird bei weitem auch nicht alles gesichert. Denn damit die Daten einer App gesichert werden können, muss die App selbst das aktiv unterstützen – eine Sache, um die sich nicht unbedingt jeder Entwickler kümmert.

Was genau gesichert wird, damit befasst sich u. a. ein Artikel bei Stack Exchange. Dabei wird aus der offiziellen Dokumentation zu Android Honeycomb (3.x) zitiert:

Nicht unbedingt präzise Angaben: „etc“, „beispielsweise“. Was genau in der Google Cloud gespeichert ist, soll man im Google Dashboard sehen können. Ein kurzer Check mit meinem Kollegen Dan von Stack Exchange (der das Google Cloud Backup aktiviert hat) ergab jedoch, dass die Angaben dort alles andere als vollständig sind:

Backups im Google Dashboard
Im Google Dashboard soll man alles sehen können, was man in der Google Cloud gespeichert hat

Es darf sicher mit Recht bezweifelt werden, dass Dan auf seinem Nexus 10 keine einzige App installiert hat (die drei aufgeführten Apps gehören zum Android-System selbst).

Ein weiterer Punkt ist die Datensicherheit. Wie Heise berichtet, werden die gespeicherten Daten auch dann nicht gelöscht, wenn der Nutzer dies explizit anweist: Tage nach der Löschung richtete man ein neues Gerät mit dem „alten“ Google-Account ein, worauf sich dieses sofort mit dem hausinternen WLAN verbinden konnte – ohne, dass die Zugangsdaten vom Anwender konfiguriert wurden. Sie kamen schlicht aus dem „gelöschten“ Backup. Und a propos WLAN Zugangspunkte: Schon gewusst, dass diese inklusive der zugehörigen Passwörter unverschlüsselt gespeichert werden? Nicht etwa nur auf dem Android-Gerät selbst, sondern auch im Google Cloud Backup. Darauf angesprochen, reagiert Google mit flauen Antworten. Heise fasst dies etwa so zusammen:

Das entspricht also gerade mal dem Schutz herkömmlicher Mails. Google geht in keiner Weise darauf ein, dass und warum es keine Option gibt, diese äußerst sensiblen Geheimnisse mit einem speziellen Passwort zu sichern, das die Firma nicht kennt. […]

Google erachtet eine besondere Sicherung der Passwörter anscheinend nicht als notwendig. Somit muss man davon ausgehen, dass im Rahmen der Zugriffe auf Google-Daten durch die NSA auch die Passwörter direkt in die Hände des US-Geheimdienstes gelangen.

Doch es gibt nicht nur Negatives darüber zu berichten. Wenn es denn funktioniert (und mit neueren Android-Version scheinen auch die Chancen dafür zu steigen), werden verschiedene Daten (wie etwa die WLAN-Zugangspunkte) auch über verschiedene Geräte hinweg synchronisiert, sofern auf ihnen der gleiche Google-Account zum Einsatz kommt, was manchmal ganz praktisch sein kann (wenn es auch nicht unbedingt immer erwünscht ist; konfigurieren lässt es sich leider nicht). Wie die mit dem gleichen Account erstellten Backups über mehrere Geräte hinweg organisiert sind, damit befasst sich wiederum ein Artikel bei Stack Exchange.

Fazit ist und bleibt jedoch: Auf dieses Backup allein sollte man sich nicht verlassen. Und sei es nur aus dem Grund, dass es nicht alle Daten erfasst.

Allgemeine Backups

Wirklich alles vollständig sichern – das klappt mal wieder nur mit „root“. Die Killer-App hierfür heißt Titanium Backup, und ich werde im Abschnitt Fortgeschrittenes (Kapitel Vorinstallierte Apps entfernen) näher auf sie eingehen – denn diese App setzt „root“ voraus. Doch auch für nicht gerootete Androiden gibt es durchaus brauchbare Lösungen.

My Backup My Backup
My Backup sichert das Meiste auch ohne root – mit root stehen zusätzliche Features zur Verfügung

Wie zum Beispiel My Backup (beide Bilder, Kosten der Vollversion: Knapp 4 Euro). Während eine wirklich vollständige Sicherung (sowie einige andere Features) wieder einmal Geräten mit root-Zugriff vorbehalten sind (aber dort auch unterstützt werden), sind auch ohne root mit dieser App umfassende Backups möglich – wie die Screenshots bereits andeuten. Die erstellten Sicherungen lassen sich wahlweise lokal auf dem Gerät selbst, oder auf den Servern des Anbieters speichern, wobei letzteres natürlich optional ist, und eine Registrierung voraussetzt. Der gratis Cloud-Speicher ist dabei auf ca. 100 MB begrenzt, lässt sich jedoch für monatlich zwei bis sechs Euro auf ein bis zehn Gigabyte erweitern. Die Verwendung anderer Cloud-Dienste ist hier nicht vorgesehen, was ich aber auch nicht weiter schlimm finde: Zum Einen würde ich meine Backups nicht auf den „Rechnern fremder Leute“ (nichts anderes ist die Cloud letztendlich) speichern – und zum Anderen lässt sich das lokale Backup ja auch mit anderen Mitteln synchronisieren.

Diese App ist somit eine grundlegende Lösung, die die meisten Sachen abdecken sollten. Ein wirklich vollständiges Backup bietet jedoch auch sie nur auf gerooteten Geräten. Mögliche alternative Kandidaten finden sich in der passenden Übersicht bei IzzyOnDroid.

Daten-Backups auf die SD-Karte

Wer dedizierte Lösungen für spezielle Daten sucht, und letztere nicht irgendwo im Netz ablegen möchte, findet hier zahlreiche Möglichkeiten. So lassen sich etwa Kurznachrichten (SMS) mit SMS Backup & Restore, TxtArchive SMS Backup, sowie TxtractLite MMS & SMS Backup (letztere unterstützt auch MMS, allerdings leider kein Restore – und wurde zudem seit mehreren Jahren nicht mehr aktualisiert) auf die SD-Karte sichern. Für Anruflisten tut dies z. B. Call Logs Backup & Restore.

Um die Kontakte kümmert sich zum einen die Kontakte-App selbst (über Menü › Importieren/Exportieren), und zum anderen z. B. UiA – Backup Contacts, Lesezeichen können mit Bookmark Sort & Backup & Co. gesichert werden. Und dann gibt es noch diverse Kombi-Lösungen, die sich wie z. B. Mobile Backup II um Kalender, Kontakte, SMS, und Anruflisten kümmern.

Online-Backups

Backup message & call to Email
Backup message & call to Email

„Das Wetter. Heute ist es bewölkt.“ So in etwa begrüßte mich mein Androiden-Wecker (Alarm Droid) heute morgen. Und ja: Jetzt geht es um „Backups in die Cloud“. Das heißt zum Einen: Die Daten sind fast immer von überall erreichbar. Zum Anderen heißt es aber auch: Sie landen auf fremden Servern. Abwägen muss das jeder für sich selbst.

SMS Backup + sichert SMS, MMS und Anruflisten via IMAP in den eigenen Gmail Account bzw. den Google Kalender. Während sich SMS und Anruflisten auch wieder auf dem Androiden herstellen lassen, wird dies für MMS (derzeit noch) nicht unterstützt. Alle drei Dinge in beide Richtungen unterstützt jedoch beispielsweise Backup message & call to Email (siehe Screenshot), welches ebenfalls auf IMAP setzt. Für beide Apps ist es daher Voraussetzung, die IMAP-Unterstützung im Gmail Account aktiviert zu haben – was sich jedoch recht einfach vom PC aus erledigen lässt.


Vollständiges Backup ohne root

ADB Backup auf dem Androiden
ADB Backup auf dem Androiden

Ein vollständiges Backup ohne root-Rechte ist erst ab Android 4.0 möglich – wo es still und heimlich über ADB-Daemon aktiviert wurde, ohne dass man groß darüber sprach: Aktiviert man in den Entwickler-Einstellungen das USB-Debugging, wird auf dem Android-Gerät der ADB Daemon gestartet, sodass er u. a. auch von einem auf dem PC installierten ADB Client angesprochen werden kann. Das war schon in früheren Android-Versionen der Fall – ab Android 4.0 jedoch erhielt der Daemon erweiterte Rechte. So lässt sich nun über den Befehl adb backup die Erstellung eines Backups anfordern, und zwar sowohl für einzelne Apps einschließlich ihrer Daten, oder auch für das gesamte System. Das Backup-Archiv wird dann an den Client übergeben, und kann so auf dem PC gespeichert werden.

Details dazu finden sich etwa in einem Artikel bei Stack Exchange. Da der dort beschriebene Weg für Einsteiger etwas umständlich sein dürfte (es muss das Android-SDK installiert sein, und es wird die Bedienung der Kommandozeile vorausgesetzt), haben sich glücklicherweise ein paar Entwickler gefunden, und für einfachere Möglichkeiten gesorgt. Um auf diese Funktionalitäten ohne viel Umstand zugreifen zu können, stellen sie grafische FrontEnds bereit – die teilweise auch im genannten Artikel erwähnt werden. Eine davon möchte ich an dieser Stelle herausgreifen:

XDA-Developer omegavesko hat ein einfaches Programm erstellt, das den Backup-Vorgang (und natürlich auch die Wiederherstellung) gerade für Unerfahrene ermöglichen sollte. Holo Backup gibt es für Linux und Windows gratis im Forum der XDA-Developer zum Download.

Holo Backup
Holo Backup

Die Bedienung sollte eigentlich selbsterklärend sein – es ist ja alles beschriftet. Was beim Backup allerdings zu beachten ist: Man kann sich aus dem erstellten Backup nicht ohne Weiteres einzelne Dinge zur Wiederherstellung heraussuchen, es ist (mit Bordmitteln) immer ein Alles-oder-Nichts. Also ggf. besser zusätzlich zum „vollständigen Backup“ auch noch das eine oder andere kleinere Päckchen schnüren, etwa die wichtigsten Apps inklusive ihrer Daten jeweils separat.

Nachdem man in Holo Backup (oder auch von der Kommandozeile) ein Backup oder eine Wiederherstellung angestoßen hat, muss man diesen Vorgang noch auf dem Gerät selbst bestätigen. Dies dient als Sicherheits-Maßnahme, damit nicht etwa ein Unbefugter eben schnell ein Kabel anschließt, um sich die Daten herunter zu laden. Vor dem Bestätigen des Vorgangs lässt sich auch ein Passwort für die Verschlüsselung festlegen. Dieses Passwort sollte man sich gut merken: Ein verschlüsseltes Backup lässt sich nur mit dem vergebenen Passwort wiederherstellen.

Helium Backup
Helium Backup

Obwohl die Möglichkeit zur vollständigen Sicherung über ADB bereits ein großer Fortschritt gegenüber, ähm, gar keinem Backup ist, hat sie immer noch einen Haken: Sie benötigt einen PC. Unterwegs im Urlaub, oder auf einer Geschäftsreise, könnte sich das schwierig gestalten. Da dürfte es einige Herzen höher schlagen lassen zu lesen, dass Koushik Dutta aka Koush aka Mr. ClockworkMod wieder zugeschlagen hat: Seine App soll ein vollständiges Backup ohne root direkt auf dem Androiden ermöglichen (siehe Bild)!

Vergleichbar mit dem beliebten Titanium Backup (welches root voraussetzt), sichert seine Helium Backup (ehemals Carbon Backup) genannte App sowohl Apps als auch deren Daten – unabhängig von einem etwa angeschlossenen PC. Die Backups werden dabei auf der SD-Karte abgelegt.

Erwirbt man für knapp vier Euro die Lizenz zur Pro-Version, erhält man noch einige Extras: Keine Werbung mehr in der App, sowie eine Synchronisation von Apps zwischen mehreren Geräten sind damit jetzt bereits möglich. Ein Scheduler für zeitgesteuerte Backups ist ebenfalls mit dabei, und Backups lassen sich auch bei diversen Cloud-Diensten (Dropbox, Box, Google Drive) ablegen.

Wer zum Start gern eine Kurzanleitung hätte, findet diese übrigens in einem Blog-Beitrag bei AndroidPIT. Und natürlich gibt es auch wieder eine passende App-Übersicht zum Thema.


Zurücksetzen

Zurück auf LOS! Was ist los? Wo ist LOS? Und was, bitte, wohin zurücksetzen?

Den „älteren Semestern“ unter uns ist sicher die „Reset“-Taste am PC noch ein Begriff. So als Reißleine, Notbremse, letzte Ausflucht, wenn nichts mehr geht. Auch das ist eine Form von „Zurücksetzen“. Unter Android gibt es da mehrere Rücksetz-Möglichkeiten, mit zum Teil recht unterschiedlichen Auswirkungen. Und daher auch recht unterschiedlichen Verwendungszwecken...

Softreset

Dieses „weiche zurücksetzen“ lässt sich am ehesten mit dem „Affengriff“ unter Windows (Strg-Alt-Delete) vergleichen. Nur dass die Tastenkombination, je nach Gerät, noch wesentlich abenteuerlicher ist. Bei HTC-Geräten z. B. üblicherweise das gleichzeitige Drücken der Leiser-Taste, der Action-Taste (Trackball), und des Einschaltknopfes. Möglichst ohne das Gerät dabei fallenzulassen …

Bewirken soll das Ganze dann ein „sanftes“ Herunterfahren des Systems – üblicherweise wenn gar nichts anderes mehr funktioniert (sonst könnte man ja auch normal über das Menü abschalten).

Hardreset

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass das Android-Gerät komplett einfriert, und sich überhaupt nicht mehr bedienen lässt: Nichts reagiert mehr. Auch zu einem Softreset lässt es sich nicht mehr bewegen. Da hilft dann nur noch die harte Methode: Akku entfernen, bzw. bei Geräten mit fest verbautem Akku mit einem spitzen Gegenstand das Reset-Löchlein anpieksen. Gibt es weder einen herausnehmbaren Akku, noch ein Reset-Löchlein (was beispielsweise auf das Huawei P6 zutrifft), hilft oftmals etwas Ausdauer beim Gedrückthalten des Power-Knopfes: Hält man dies für 15 bis 30 Sekunden durch, wird auch hier die Energiezufuhr unterbrochen. Was meist auch bei anderen Geräten (etwa meinem LG Optimus 4X) funktioniert, selbst wenn sie über einen herausnehmbaren Akku verfügen.

Factory-Reset

Hierbei handelt es sich um das „Zurücksetzen auf Werkseinstellungen“, was sich zum Beispiel über den genauso benannten Punkt unter Einstellungen › Datenschutzeinstellungen erreichen lässt. Dabei werden alle vom Anwender installierten Apps sowie sämtliche Einstellungen gelöscht – das Gerät ist somit wieder in einem „jungfräulichen“ Zustand (abgesehen von der internen/externen SD-Karte, die hier i. d. R. nicht angefasst wird).

Wird es anschließend wieder angeschaltet, muss mit der Einrichtung ganz am Anfang begonnen werden – als hätte man das Gerät gerade zum ersten Mal aus der Originalverpackung geholt. Das ist auch einer der Gründe, für den diese Funktionalität benötigt wird: Wenn das Gerät verkauft/verschenkt/weitergegeben werden soll. Natürlich möglichst ohne private Datenspuren darauf zu hinterlassen.

A propos Datenspuren: Die verbleiben oftmals trotz eines „Factory-Reset“. Zumindest etwas versiertere Anwender könnten gelöschte Daten wieder herstellen. Wer also ganz auf „Nummer Sicher“ gehen möchte, nutzt eine App, die gründlich putzt. Die passenden Kandidaten finden sich natürlich wieder einmal in einer Übersicht bei IzzyOnDroid – ein sicherer Kandidat wäre jedoch Secure Wipe, welches gratis im Playstore und bei Aptoide erhältlich ist – und sich sowohl um den „internen Speicher”, als auch um die SD-Karte(n) kümmert. Welches dieser Medien man bereinigen möchte, lässt sich dabei separat auswählen. Wie das Ganze funktioniert? Statt die Daten einfach nur zu löschen, wird alles mit Zufalls-Daten überschrieben. Ein etwaiger Schnüffler findet dann nur noch Kauderwelsch.

Außerdem ist der „Factory-Reset“ auch noch ein „Last Resort“, wenn der Androide komplett verrückt spielt. Der Hersteller verlangt dies meist, um Probleme mit der Hardware ausschließen zu können: Löst ein Werksreset das Problem, ist die Hardware nämlich ganz offensichtlich unschuldig – es hat sich nur die Konfiguration verdreht.

Ein Factory-Reset besteht prinzipiell aus drei Schritten: Löschen der Cache-Partition, des Dalvik-Caches, sowie der (User-) Datenpartition. Ist der Anlass also ein „verrückt-spielender Androide”, kann man, bevor man zu diesem Schritt greift, auch eine ”datenerhaltene Lösung“ versuchen.

Die Cache-Partition lässt sich aus dem Recovery-Menü heraus löschen – unabhängig davon, ob das Gerät gerootet, oder ein Custom-Recovery installiert wurde. Für den Dalvik-Cache sieht das etwas anders aus:

Wipe des Dalvik-Cache

Dieser erzwingt die Neu-Übersetzung des Programmcodes aller installierten Apps (siehe Dalvik bei den Begriffs-Erklärungen). Das wäre ein Schritt, den man bei nicht behebbarem „ungewöhnlichen Verhalten“ des Systems noch durchführen kann, ohne das ganze Gerät komplett auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Gerät gerootet ist – die Hersteller haben diese Möglichkeit von Haus aus leider nicht vorgesehen.

Android-Apps sind in Java geschrieben, und Java ist bekanntlich Plattform-unabhängig. Vereinfacht ausgedrückt, ist das ein Zwischending zwischen einem Skript wie einer Batch-Datei oder einem PHP-Skript, und einem kompilierten Programm. Vor der eigentlichen Ausführung muss da also noch eine Übersetzung in Maschinensprache stattfinden, die möglichst nah am verwendeten System ist. Bei Java nennt man dies „Byte-Code“. Um die schmalen Ressourcen von mobilen Android-Geräten noch schonender zu nutzen, geht man bei Dalvik-VMs (so nennt sich die spezielle „Java-Variante“ unter Android) noch einen Schritt weiter, und nutzt zusätzliche Optimierungs-Möglichkeiten.

Damit dies nun nicht bei jedem Aufruf einer App geschehen muss (das wäre unerträglich langsam), macht Android das unmittelbar nach der Installation einer App – und legt den optimierten „Byte-Code“ im sogenannten Dalvik-Cache ab. Wird dieser gelöscht, erzwingt dies lediglich eine Neu-Übersetzung (wie bereits beschrieben) – die Anwendungsdaten und Einstellungen bleiben jedoch vollständig erhalten.

Durchführen lässt sich der Wipe aus einer Custom-Recovery (das Standard-Recovery-Menü sieht einen separaten Punkt hierfür seltsamerweise nicht vor) – oder alternativ mit einer passenden „root-App“ wie beispielsweise ROM Toolbox.

Dieser Schritt ist definitiv zu empfehlen, wenn ein (neues/anderes) Custom-ROM eingespielt werden soll. Bei „offiziellen Updates“ sollte sich der Hersteller darum kümmern, sofern dies nötig ist.

Von Taskkillern und anderen bösen Buben

Oh ja, ich höre schon die Schreie: „Taskkiller gehören verboten! Android kann das selbst!“. Und gleich aus der Gegenrichtung: „Taskkiller muss man haben, mein System läuft jetzt viel flüssiger!“.

Wer hat nun Recht? Beide. Keiner. Denn hier gibt es kein einfaches Schwarz und Weiß. Sicher ist jedoch: Wer nicht weiß, wie man eine Spritze setzt, sollte sich nicht als Arzt ausgeben – das kann sonst gehörig in die Hose gehen. Ein guter Arzt weiß jedoch die genannte Spritze so einzusetzen, dass sie dem Patienten hilft.

Man sollte also schon genau wissen, was man tut – und Taskkiller, Autostart-Helfer, & Co. können sehr nützlich sein. Wer dies nicht weiß, lässt besser die Finger weg!

Kurz zusammengefasst (ausführliche Erläuterungen finden sich in einem Forums-Thread): Hier handelt es sich um ein sehr kontrovers diskutiertes Thema. Worin mir allerdings (fast) jeder zustimmen dürfte: Eingriffe ins System setzen eine gute Kenntnis desselben voraus.

Es ist korrekt, dass Android sich um die Speicherverwaltung selber kümmert. Dennoch haben Task-Manager / Task-Killer durchaus ihre Berechtigung – solange man weiß, was man da tut:

Datenaustausch mit dem PC

FTP Server
FTP Server

Alles klar: USB-Kabel anschließen, und die Karte wird am PC freigegeben. Weiß doch jeder. – Ja, schon. Aber zum einen ist das umständlich, zum zweiten ist laut Murphy genau dann kein Kabel zur Hand, wenn man es bräuchte, und zum dritten ist das ja sowas von uncool und unzeitgemäß... Kurzum: Es gibt weit bequemeres, ohne Kabel. Wobei man dem Kabel natürlich zugute halten muss: Sichere Übertragung, und braucht keine Zusatz-Software...

Warum nicht auf dem Androiden Freigaben erstellen, und diese via WLAN nutzen? Sowas geht doch sogar unter Windows! Und was ist mit Android? Ja, auch bei Android. Auch da geht das. Einfach und ressourcenschonend als FTP-Server z. B. mit FTP Server: Das Installationspaket unter Android bringt gerade einmal 100 kB auf die Waage, und der Zugriff funktioniert unter Windows, MacOS und Linux gleichermaßen einfach: Browser öffnen, und die auf dem Android-Screen angezeigte URL eintippen. Schon lässt sich durch das Dateisystem navigieren. Tipp: Unter Windows in die Maske bei Start › Ausführen, bzw. unter Linux bei „Alt-F2“ eingeben, das öffnet den Service dann im Explorer bzw. in Konqueror (KDE3) oder Dolphin (KDE4). Und wem das alles nicht zusagt, der greift auf dem PC halt zu Drittanbieter-Anwendungen wie z. B. Filezilla. Sofern es der Provider unterstützt, lässt sich mit FTP Server sogar über das mobile Datennetz der Dienst bereitstellen.

Zu spartanisch? Wer es lieber grafisch mag, und auch Fotos und Videos, sowie die Musiksammlung anhand von Covern verwalten möchte, der kann auch zu WebSharing greifen. Bezahlt wird dieser zusätzliche Komfort nicht zuletzt in Kilo- oder besser Megabyte, und derer gleich zwei – so groß ist nämlich diese App. Da liegen Welten dazwischen.

Auch „echte“ Windows-Freigaben sind, z. B. mit Samba Filesharing oder Samba Server möglich. Nicht zu vergessen WebDAV mittels DavDrive vom Macher des im nächsten Kapitel beschriebenen PAW Server. Weitere potentielle Kandidaten finden sich in der zugehörigen Übersicht.

Weitere Möglichkeiten zum Datenaustausch finden sich jedoch auch gleich im folgenden Kapitel, und ebenfalls bei den Datei-Managern.


Das Android-Gerät vom PC aus verwalten

PAW Server WebIF
Der PAW Server erlaubt das Verwalten des Androiden vom Web-Browser aus
PAW Server auf dem Androiden
PAW Server auf dem Androiden

Auch die zierlichsten Frauenhände stoßen auf dem Androiden schnell an ihre Grenzen – und so richtig Spaß macht das auf den kleinen Bildschirmen dann nicht wirklich. Abgesehen davon, dass man immer erst suchen muss: Wo war diese Option doch jetzt gleich noch? Und oftmals schmerzlich eine „richtige Tastatur“ vermisst. War da noch was? Genau, Inhalte sollen ja ebenfalls noch von A nach B und umgekehrt, also zwischen PC und „dem Kleinen“ ausgetauscht werden...

Die beliebteste Lösung für dieses Problem heißt MyPhoneExplorer – benötigt aber auf PC-Seite ein Windows-Programm, und ist somit nur für Windows verfügbar. Hier Vorgestelltes sollte aber möglichst für alle Anwender eine Option sein. Also greife ich nicht zum Nächstbesten, sondern zum Nächsten und Besten:

PAW Server ist unabhängig von jedweder Plattform, was den PC betrifft. Auf selbigem wird nur ein Web-Browser benötigt – alles andere erledigt die App unter Android, wobei der Androide über WLAN bereitgestellt wird. PAW lässt sich dabei sehr sicher konfigurieren: Nicht nur, dass sich ein gutes Passwort wählen lässt – auch das sicherere HTTPS-Protokoll steht hier zur Verfügung. So kann man durchaus erwägen, im Bedarfsfall eine Portfreigabe am Internet-Router zu erstellen, um sich z. B. von einem Fachmann helfen zu lassen. Auf der anderen Seite ist es auch kein Problem, bei Freunden/Verwandten auf diese Weise auf seinen Liebling zuzugreifen: Es wird ja keine Zusatz-Software benötigt.

Wie auch beim eingangs genannten MyPhoneExplorer, lassen sich mit PAW Server Anruflisten, SMS, Kontakte etc. einsehen, Anrufe initialisieren, SMS schreiben... Und wenn der Hund sich „den Knochen“ geschnappt und verschleppt hat, selbigen per Knopfdruck zum Klingeln bringen (den „Knochen“, nicht den Hund!) um festzustellen, wo beide denn nun abgeblieben sind. Vorausgesetzt natürlich, die beiden haben beim Spielen nicht das WLAN-Signal verloren...

Natürlich ist auch ein Dateimanager enthalten. Fotos lassen sich ebenfalls durchstöbern (auf Wunsch sogar eines davon als neues Hintergrundbild festlegen), der Androide als Diktier- oder Vorlesegerät, Musik-Player oder auch WebCam nutzen, und vieles mehr.

Programmierern stehen darüber hinaus auch zahlreiche Schnittstellen zur Verfügung, mit denen sich die Funktionalität erweitern lässt – und umgekehrt können sie auch ihre Apps um Funktionalitäten des PAW Servers anreichern.

AirDroid
Mit Airdroid seinen Androiden vom Browser aus verwalten: Da kommt Desktop-Feeling auf!
Airdroid auf dem Androiden
Airdroid auf dem Androiden

Der PAW Server ist also eine gute Wahl. Die beliebteste App zur Fernverwaltung des Androiden dürfte derzeit jedoch AirDroid sein. Der Funktionsumfang kann sich absolut sehen lassen: Man erhält volles Desktop-Feeling im Browser. Einschließlich der Möglichkeit, seine Kontakte zu verwalten, Nachrichten zu verschicken, Fotos und Videos zu betrachten, Klingeltöne zu konfigurieren, und mehr. Ein Dateibrowser ist auch hier mit dabei, die auf dem Androiden installierten Apps lassen sich ebenfalls verwalten. Sogar die Zwischenablage kann man mit dem PC teilen.

Natürlich ist die Verbindung bei AirDroid mit einem Passwort geschützt. Will man dieses nicht manuell abtippen, kann wahlweise auch der generierte QR-Code eingescannt werden. Auf Wunsch lässt sich sogar die Verbindung selbst mit https verschlüsseln.

Wer sich vor einer Entscheidung noch mögliche Alternativen anschauen möchte, findet dazu – wie immer – auch eine passenden Übersicht bei IzzyOnDroid.


Datenaustausch zwischen Android-Geräten

Sicher greifen hier einige der bereits vorgestellten Möglichkeiten. Und natürlich kann man Daten auch per Anhang an Mails/MMS oder über entsprechende Speicherplätze in der Cloud (wie z. B. Dropbox) austauschen. Aber das kann ja wohl nicht alles sein! Irgendwie muss sich doch auch ein direkter Datenaustausch zwischen zwei Android-Geräten erreichen lassen?

Aber sicher doch. Und einige der dafür vorhandenen Varianten wollen wir im Folgenden betrachten:

Bluetooth

Den Bluetooth-Standard gibt es bereits seit den 1990er Jahren. Verwendet wird er u. a. für schnurlose Tastaturen, Kopfhörer, Headsets, GPS-Mäuse, und mehr – aber auch zur Übertragung von Daten über kurze Distanzen. Und so konnten schon recht früh Visitenkarten und Dateien von einem Gerät zu einem anderen gesendet werden. Besonders schnell geht das Ganze nicht vonstatten: Anfangs waren es rund 100 „theoretische“ Kilobit (also in der Praxis etwa 10 Kilobyte pro Sekunde), mit Bluetooth 2.0 ging es dann bereits mit 2.1 Megabit (also rund 250 Kilobyte pro Sekunde) vonstatten. Für eine 100 Megabyte Video-Datei darf man damit noch immer eine Übertragungsdauer von ca. 400 Sekunden (also knapp 7 Minuten), für ein 5 Megabyte großes Foto noch 20 Sekunden veranschlagen. Alles andere also als ein Full-Speed-Highway. Dennoch für kleinere Datenmengen (Visitenkarten, URLs) völlig ausreichend – und für ein „Schnell Mal eben“ durchaus in Kauf zu nehmen.

Share Icon
Share Icon
Share-Menü
Share-Menü

Und wie geht das „Schnell Mal eben“? Über das so genannte „Share-Menü“. Das findet sich an verschiedensten Stellen, und ist meist über ein Icon zu erreichen, das wie ein durch Verbinden dreier Punkte entstandenes, auf der Seite liegendes V aussieht. Tippt man dieses an, gelangt man zu einem Bildschirm, wie er rechts dargestellt ist (eventuell, nachdem man zuvor noch die zu Verteilenden Objekte ausgewählt hat). Schwer zu übersehen, gleich an aller oberster Position: Bluetooth.

Bluetooth Settings
Bluetooth Settings

Das muss nun natürlich auch auf beiden beteiligten Geräten aktiviert sein, sonst kann kein Kontakt zustande kommen. Per Default „versteckt“ sich ein Gerät mit aktiviertem Bluetooth dennoch, um sich gegen Angreifer zu schützen. Also gilt es zumindest für den Empfänger, sein Gerät sichtbar zu machen, und ihm einen Namen zu geben. Dies geschieht unter Einstellungen › Bluetooth, wie im linken Bild ersichtlich. In den meisten Fällen bleibt das Gerät so für eine begrenzte Zeit „sichtbar“, um anschließend automatisch zu verschwinden – nur von der Anzeige anderer Geräte, versteht sich, nicht vom Tisch.

Das muss aber auch einfacher gehen, dachte man sich bei Google. Und spendierte Android 4.0 ein neues Feature. Selbiges hört auf den Namen:


Android Beam

„Beam me up, Scotty!“ ist sicher das Erste, was Startrek-Fans dabei in den Sinn kommt. Allerdings werden bei Android Beam nicht etwa materielle Dinge, sondern nur Inhalte transportiert. Falsch eingestellt ist der „Transporter“ dabei sicherheitshalber ebenfalls, damit das Original erhalten bleibt. So lassen sich Kontakte, Websites, Apps, Maps, Routenplanungen und Youtube-Videos auf ganz einfache Weise von einem Smartphone zum anderen schicken. Dazu holt man sich den zu verschickenden Inhalt auf den Bildschirm, und hält Sender- und Empfängergerät mit dem Rücken aneinander. Ein Signalton sowie kurzes Vibrieren kündigen sodann von der Bereitschaft: „Ready to beam up!“ Kurzes Antippen des nun verkleinert dargestellten Inhalts auf dem Sender-Gerät vollzieht schließlich den Transfer.

Welche Magie steckt dahinter? Auch wenn ich diesen Text an einem 1. April schreibe, handelt es sich definitiv nicht um einen Scherz. Trotzdem dürften sich Einige beim Lesen dieser Zeilen zu früh gefreut haben. Denn Android Beam setzt auf die so genannte Near Field Communication (NFC) auf, die leider nicht von jedem Gerät unterstützt wird. Vorausgesetzt wird nämlich ein kleines Stück Hardware, der NFC-Chip. Dieser ist zumeist im Akku bzw. der Gehäuse-Rückwand des Android-Gerätes verbaut – was auch erklärt, warum die Geräte mit dem Rücken aneinander gehalten werden müssen: Die Reichweite dieser Chips beträgt gerade einmal 4 Zentimeter.

Ein großes Rätsel dürfte hingegen bleiben, warum Google für die Datenübertragung dabei ausschließlich auf NFC setzt – ist doch damit die Übertragungsrate auf 424 Kilobit beschränkt (und somit langsamer als selbst die Bluetooth-Implementierung, siehe voriges Kapitel). So werden „größere Inhalte“ wie Youtube-Videos oder vollständige Webseiten dann auch nicht direkt übertragen, sondern lediglich deren Link (wer sich für weitere Details interessiert, kann einen Blick auf einen passenden Artikel bei Golem werfen). Samsung hat hier einen Schritt weiter gedacht: Bei deren „S-Beam“ erfolgt der Verbindungsaufbau zwar ebenfalls über NFC. Für die eigentliche Daten-Übertragung verwendet man jedoch...

Wi-Fi Direct

Hierbei handelt es sich um einen WLAN-Standard, der ganz ohne Router auskommt. Da Wi-Fi Direct fähige Geräte von der Wi-Fi Alliance zertifiziert werden, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass das Ganze herstellerübergreifend funktioniert. Leider ist das in der Praxis nicht immer so, wie auch ein Artikel bei Go2Android bescheinigt. Neben einem Sich-nicht-Finden oder Daten nicht übertragen können (was zwar ärgerlich, aber immer noch recht harmlos ist), weiß man dort von folgendem zu berichten:

Doch den Vogel schießt wohl der Test zwischen dem LG Optimus G und meinem Galaxy Note ab. Auch hier ein erfolgreiches finden und verbinden, doch sobald wir ein Bild an das Samsung Gerät schicken wollten, machte das Galaxy Note einen reproduzierbaren Softreset. Welchen rein koreanischen Disput man hier auf Softwareebene aus trägt, bleibt wohl ein gut gehütetes Geheimnis der Asiaten.

SuperBeam
SuperBeam

Der gleiche Artikel weist aber auch auf mögliche Abhilfe hin: Wenn die Hardware etwas unterstützt, und die Hersteller lediglich bei der Implementierung ihrer Software aneinander vorbei gearbeitet haben, sollte eine passende App das Problem doch umgehen können?

Eine solche App wird auch gleich benannt: SuperBeam. Der Name lässt richtig vermuten, dass damit Android Beam imitiert wird: Zur Initiierung der Übertragung wird auch hier auf den NFC-Chip gesetzt. Doch auch, wer keinen solchen in seinem Gerät hat, muss auf diese App nicht verzichten. Alternativ erzeugt sie auf dem Sender-Gerät einen Barcode, der von der gleichen App auf dem Empfänger-Gerät einfach abgescannt wird. Eine Ausweich-Möglichkeit wäre etwa die App WiFiShare, die sich, wie bereits bei Bluetooth gezeigt, in das so genannte „Share Menü“ einklinkt.


Sicherheit

Was brauche ich wirklich?

Anti-Virus, Anti-Malware, Diebstahlschutz... Was braucht es eigentlich wirklich auf dem Androiden? Klar gibt es auch hier wieder für alles eine App – und natürlich auch eine passende Übersicht bei IzzyOnDroid. Das Wichtigste sollte man jedoch (hoffentlich) nicht all zu lange suchen müssen:

GMV

GMV sollte bereits im biologischen Speicher vorinstalliert sein. Leider wird es oft mit Worten wie „No risk, no fun!“ deaktiviert – was dann meist unschöne Folgen hat. In der Regel taucht der/die Betroffene kurz darauf im Forum auf, und öffnet einen Thread mit dem aussagekräftigen Titel „HILFEEEE!“ (aha, GMV noch immer deaktiviert).

GMV? Was ist das denn nun wieder? Oh-oh... Das sollte eigentlich jeder haben, zumindest ein wenig davon: Gesunder Menschenverstand. Hilft enorm. Auch gegen „Viren“ und „Malware“.

Seien wir doch mal ehrlich: Wie viele Viren gibt es wirklich für Android? Und wie kommen die aufs Gerät? Wie kommt Malware aufs Gerät? Indem man ohne nachzudenken auf alles klickt, was sich bewegt? Indem man eine „böse App“ installiert? Die wichtigsten Regeln beachtet, kann so etwas eigentlich kaum passieren. Vor der Installation einer App sollte man sich z. B. folgende Fragen stellen:

Natürlich können andere Apps aus der „Sicherheits-Abteilung“ eine gute Ergänzung zu GMV sein. Insbesondere bei Verlust des Gerätes – denn dagegen macht auch GMV nicht immun...

Firewall und Anti-Virus: Worum handelt es sich da eigentlich?

Bevor man versucht, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, sollten vielleicht ein paar oftmals fehlinterpretierte Begriffe geklärt werden. In den Foren taucht häufig die Frage auf: „Welche Firewall/Antivirus-App sollte ich verwenden?“ In sehr vielen Fällen ist dem Fragesteller nicht einmal bekannt, was diese Apps eigentlich bezwecken. Daher eine kurze Erläuterung:

Eine Firewall hat nicht etwa zum Ziel, den Datentraffic einzuschränken, damit die Flatrate des Nutzers weniger strapaziert wird – auch wenn dies eine nicht unbedingt unerwünschte Nebenwirkung darstellt. Wikipedia beschreibt eine Firewall kurz und bündig als ein Sicherungssystem, das ein Rechnernetz oder einen einzelnen Computer vor unerwünschten Netzwerkzugriffen schützt. Hier geht es in erster Linie darum, unautorisierte Zugriffe von außen zu unterbinden. Die sind im Mobilfunknetz aber eher zu vernachlässigen, da i. d. R. bereits vom Provider unterbunden. Außerdem würde ein Zugriff von Außen voraussetzen, dass auf dem Androiden auch „eine Tür offen“ ist (das ist jedoch normalerweise nicht der Fall – es sei denn, der User hat sie explizit aufgemacht; also etwa eine FTP-Server-App o. ä. installiert, gestartet, und entsprechend konfiguriert). Erst in zweiter Linie geht es um die Gegenrichtung, wobei wiederum der Sicherheits-Aspekt (Datenschutz) im Vordergrund steht. Dieser Part ist es auch, auf den sich Android-Firewall-Lösungen beschränken.

Kurz gesagt: Eine Firewall hat unter Android den Zweck, Apps den Netzwerkzugriff generell zu unterbinden.

Die Notwendigkeit einer Antivirus App setzt voraus, dass es auch Viren gibt. Hier möchte ich wieder auf Wikipedia verweisen, wo man sich zumindest die ersten paar Absätze durchlesen sollte. Dort heißt es u. a.:

Ein Computervirus [...] ist ein sich selbst verbreitendes Computerprogramm, welches sich in andere Computerprogramme einschleust und sich damit reproduziert. Die Klassifizierung als Virus bezieht sich hierbei auf die Verbreitungs- und Infektionsfunktion.

(Die Hervorhebung im Zitat stammt von mir). So etwas scheitert am Aufbau von Android. Dass sich Apps im Playstore als „Anti-Virus“ bezeichnen, ist daher ein Widerspruch in sich selbst: „Anti-Malware“ wäre korrekter. Doch „Anti-Virus“ klingt einfach bedrohlicher – und mit der Angst von Menschen lassen sich nun einmal gut Geschäfte machen. Anders als bei Anti-Virus Lösungen auf dem PC, findet bei den Android-Pendants nicht etwa ein Signatur- oder gar heuristischer Scan statt; es werden i. d. R. lediglich die Paketnamen installierter Apps mit (in einer Datenbank gespeicherten) Paketnamen bekannter Malware abgeglichen (siehe auch entsprechende Artikel bei N-Droid sowie Slashdot).

Aus meiner Sicht ist der Einsatz solcher Apps eher von fragwürdigem Nutzen. Der Anwender wiegt sich in falscher Sicherheit („Mir kann ja nichts passieren, ich habe schließlich ein Anti-Virus!“), und schaltet somit schneller einmal den GMV ab. Da die vermeintliche „Schutz-App“ jedoch in vielen Fällen nicht greift, erfolgt genau aus diesem Grunde oftmals eine „Infektion“. Wer Anti-Malware-Lösungen jedoch bewusst als zusätzlichen Schutz verwendet, kann durchaus seinen Nutzen daraus ziehen.

Rundum-Sorglos-Pakete

avast! Mobile Security
avast! Mobile Security

Das sind die Apps, die gleich alle Bereiche abdecken. Also Anti-Virus, Anti-Malware, und „Diebstahlschutz“ in einem. Ein Beispiel dafür ist avast! Mobile Security. Die App will vor Viren und Malware schützen (On-Demand sowie Echtzeit-Scans), bietet einen „Privacy Advisor“ zum Aufspüren von Apps mit verdächtigen Berechtigungen, einen Filter gegen unerwünschte Anrufe und SMS, eine Firewall, und mehr. Sogar ein Datenmonitor und eine App-Verwaltung sind mit an Bord.

Geht das Gerät einmal verloren (d. h. es wurde entweder verlegt, oder ein Langfinger hat es „abgegriffen“), kann man z. B. einen lauten Alarm auslösen („DIEBE! ICH BIN EIN GEKLAUTES HANDY!“ – äh, ich weiß nicht, wie es mit der Auswahl des Sounds aussieht …). Oder aber in wilder Panik gleich alle Daten löschen und das Gerät sperren lassen. Sowas geht einfach per SMS mit dem entsprechenden „Codewort“. Natürlich kann man auch erstmal seinen GMV aktivieren, und sich auf der Karte (Google Maps) zeigen lassen, wo sich der Androide gerade herumtreibt. Damit das alles in vollem Umfang funktioniert (insbesondere der Diebstahlschutz), bedarf es allerdings eines Accounts beim Anbieter.

Bei so vielen Features ist jedoch auch die Anzahl der geforderten Permissions entsprechend umfangreich...


Anti-Virus und Anti-Malware

Dr. Web Anti-virus
Dr. Web Anti-virus

Viren und Malware (nein, hier sind jetzt keine Apps zum Malen gemeint – sondern bösartige, hinterhältige Apps wie Spartaner, äh, Trojaner) lassen sich schwer trennen. Und da es von ersteren für Android nicht viele gibt, kümmert sich auch eine „reine Antivirus-App“ wie selbstverständlich gleich mit um letztere...

Zunächst sollte man sich an dieser Stelle vor Augen führen, dass ein Scan nach diesen bösartigen Komponenten anders als am PC i. d. R. nicht etwa direkt auf dem Gerät mittels Signaturen und Heuristiken erfolgt: Für viele Geräte wären dafür die benötigten Datenbanken ein wenig groß. Auch bringt so manches kleinere (Einsteiger-) Gerät nicht die dafür benötigte Leistung mit. Vielmehr wird häufig lediglich der Paketname der Apps mit einer Datenbank bekannter schädlicher Apps verglichen.

Als reine Anti-Virus-App wäre hier sicher Dr. Web Anti-virus Light (Bild links) eine gute Empfehlung: Sparsam in Sachen Permissions, gratis im Markt verfügbar, beste Bewertungen.

Die gratis-Version scannt einfach auf „böse Dateien“, und sperrt diese in die „Quarantäne“. Hierbei scheint sowohl ein Echtzeit-Scan zu erfolgen – als auch die Möglichkeit zu einem „On-Demand-Scan“ zu bestehen. Außerdem lässt sich noch einstellen, dass auch die SD-Karte bei jedem Einbinden geprüft werden soll. Die Vollversion bietet dazu auch eine Filterung eingehender Anrufe und SMS, inklusive Blacklist (z. B. für nervige Werbe-Anrufer und Spam-SMS).

Antivirus-Free
Antivirus-Free

Auch Antivirus-Free ist durchaus eine gute Alternative: Fast genau so gut bewertet, klinkt sich diese App offensichtlich in den System-Event für „App installiert“ ein – und prüft sodann die neu installierte App auf „Schädlingsbefall“. Eine entsprechende Notiz findet sich sodann in der „Notification Area“ (Bild-Montage): „Application install detected: package com.entwickler.appname is xxx“. Wobei „xxx“ dann entweder „clean“ (sauber) oder „malicious“ (schädlich) heißt.


Malware-Scanner aktivieren?
Malware-Scanner aktivieren?

Ab Android 4.2 aka Jelly Bean ist übrigens ein Malware-Scanner bereits im System integriert: Installiert man erstmals eine App aus „fremder Quelle“ wird man gefragt, ob man dieses Feature aktivieren möchte. Auch bereits installierte Apps lassen sich damit überprüfen. Dabei wird anhand der App-Signaturen (jede APK-Datei ist mit einer solchen Signatur versehen) mit einer Liste auf den Google-Servern abgeglichen, ob die betroffene App potentiell gefährlich ist. Stellt Googles Cloud-Virenscanner dabei fest, dass es sich bei der zu installierenden App um Malware handelt, wird die Installation abgebrochen. Erscheint die App lediglich verdächtig, erfolgt ein Warn-Hinweis – und der Anwender kann selbst entscheiden, ob mit der Installation fortgefahren werden soll.


Bei Diebstahl und Verlust

WatchDroid Pro
WatchDroid Pro

Eine App, die wirklich gegen Diebstahl und Verlust schützt, muss sicher erst noch erfunden werden. Apps in dieser Kategorie werden also i. d. R. erst dann aktiv, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Nur ist es dann natürlich für eine Installation meist zu spät – darum sollte man sich also bereits im Vorfeld kümmern!

Zu empfehlen wäre hier u. a. WatchDroid Pro für nur anderthalb Euronen, sofern eine „Stand-Alone Lösung“ gewünscht ist.

Krach schlagen und SMS mit GPS-Daten verschicken geht auch bereits mit der gratis-Version, sodass man erst einmal in Ruhe testen kann. Auch diese begibt sich bereits in eine Art „Stealth Modus“, sodass sie für einen „unberechtigten Abgreifer“ (sprich: Dieb) nicht sofort offensichtlich erkennbar (und damit Ziel einer Löschung) ist. So richtig interessant wird es aber erst mit der Pro-Version: Lock und Wipe stehen dann mit auf der Feature-Liste, die App erkennt auch einen eventuellen SIM-Karten Wechsel – und verschickt in einem solchen Fall automatisch eine SMS an den hinterlegten Empfänger. Jaja, der Trend geht zum Zweit-Handy...

Wer hierfür keine Apps von Drittanbietern einsetzen möchte, kann oftmals auch auf Services des jeweiligen Geräteherstellers zurückgreifen. Nach einer Registrierung auf der entsprechenden Webseite, soll sich auch hier das Gerät bei Verlust wieder aufspüren lassen: Bei aktuellen HTC-Geräten etwa über HTC Sense, bei Motorola via MotoBlur, und auch Samsung bietet entsprechendes an.

Ganz unabhängig vom Hersteller, gibt es seit August 2013 endlich auch eine Möglichkeit, dies direkt über den eigenen Google-Account zu realisieren – nämlich über den Android Geräte-Manager. Die passenden Einstellungen vorausgesetzt, lassen sich die eigenen Geräte über diesen orten. Für den Fall, dass ein Gerät lediglich in der eigenen Wohnung verlegt wurde, kann man es auch zum Klingeln bringen. Eine Löschung sämtlicher Daten auf dem Gerät (etwa bei Diebstahl) ist ebenfalls möglich – sofern man dies zuvor auf selbigem aktiviert hat.

Android Geräte-Manager
Android Geräte-Manager (Quelle: AreaMobile)
Geräte-Manager Einstellungen
Geräte-Manager Einstellungen

Zu finden sind die zugehörigen Einstellungen auf Android-Geräten ab Version 2.2 (Froyo) in der App Google Einstellungen unter Android-Gerätemanager.

Meine Geräte werden nicht gefunden
Meine Geräte werden nicht gefunden

Welche Variante auch genutzt wird: Man sollte im Vorfeld prüfen, wie sie funktioniert (und ob sie dies überhaupt tut), damit man im Ernstfall gewappnet ist. Sonst passiert u. U. das Gleiche, wie in meinem Fall: Mit drei Geräten habe ich den Android Geräte-Manager getestet: Ein Milestone 2 mit Android 2.3.6, ein LG Optimus 4X mit Android 4.0.3, und mein Sieben-Zöller-Tablet Cat Stargate 2 mit Android 4.1.1 traten dazu an. Auf allen drei Geräten waren die Standortdaten aktiviert, alle drei waren im WLAN eingebucht, das Optimus hatte sogar GPS aktiviert. Alles, was mir der Geräte-Manager am PC mitteilen konnte, war: „Standort nicht verfügbar“ (auch die Google-Hilfe konnte dieses Problem nicht lösen: Scheinbar klappt es einfach nicht mit @googlemail.com Adressen). Was nebenbei erklärt, warum ich mir den obigen Screenshot bei AreaMobile „borgen“ musste. Unnötig zu sagen, dass auch das „Klingeln lassen“ bei keinem der Geräte funktionierte (was zumindest beim Tablet noch verständlich ist). Wie eine kurze Google-Suche bestätigt, bin ich damit in guter Gesellschaft: Auch so manches Nexus-Gerät kämpft mit diesem Phänomen …

Was aber, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen, und das Gerät verschwunden ist, bevor man eine der genannten „sichernden Maßnahmen“ treffen konnte? In diesem Fall helfen Apps wie Android Lost – vorausgesetzt, der Akku ist noch ausreichend gefüllt, und das Gerät mit dem dem Daten-Netz des Anbieters verbunden. Dank Remote-Installations-Feature lässt sich die App dann nämlich auch noch aus der Ferne installieren, indem man die App-Seite im Playstore besucht, und dort den „Install“ Button drückt. Das löst einen so genannten „Push Install“ aus – der Playstore „schiebt“ die App auf das Gerät.

Nach erfolgreicher Installation sollte sich der Androide nun von der Android-Lost Website aus per SMS steuern lassen, wofür eine ganze Reihe von Befehlen verfügbar sind. Darunter befinden sich solche, die still und unbemerkt im Hintergrund ablaufen (z. B. einen Status-Bericht anfordern, GPS anschalten und die aktuelle Position mitteilen, eine Tonaufnahme der Umgebung starten – oder die SD-Karte löschen bzw. gleich einen Wipe durchführen) – aber auch andere, die gar nicht unbemerkt bleiben sollen (Alarmsound abspielen, das Gerät einen Text sprechen („Komm nach Hause, Kleiner!“) oder auf dem Display anzeigen lassen. Über die Website kann man ebenfalls auf die Inhalte seines Gerätes zugreifen, und so noch wichtige Daten in Sicherheit bringen bzw. löschen. Das Gerät lässt sich von hier aus sogar steuern – was besonders für Tablets ohne SMS-Funktionalität interessant sein dürfte.

Das alles setzt natürlich voraus, dass der Langfinger den auf dem Gerät eingerichteten Google-Account dort noch nicht gelöscht hat.

Worauf Apps Zugriff haben

RL Permissions
RL Permissions

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, was eigentlich bei der Installation einer neuen App aus dem Play Store der seltsame Hinweis sagen möchte: „Diese App darf auf folgendes zugreifen:“ – gefolgt von einer teilweise recht langen Liste komischer Dinge? Nun: Der so Fragende ist hier genau richtig. Zu viele Benutzer ignorieren das nämlich einfach, ohne darüber nachzudenken. Und am Monatsende ist die Überraschung dann gelungen, wenn beim Blick auf die Mobilfunkrechnung die Frage aufkommt: „Moment – ist das jetzt der Betrag, oder die Kontonummer für die Überweisung? Wer hat denn da so viele Premium-SMS … und all die Anrufe bei 0900-*???“

Was also darf eine App? Oder, anders herum gefragt: Welche App darf denn ...? Auf beide Fragen gibt z. B. RL Permissions (Bild rechts) gute und aussagekräftige Antworten. Eine Ampel zeigt nämlich jeweils an, wie schwerwiegend der potentielle Schaden ist, der mit der jeweiligen Berechtigung angerichtet werden könnte. Was natürlich nicht heißt, dass die jeweilige App das auch tut – denn natürlich muss eine SMS-App SMS verschicken können, sonst macht sie ja nun wirklich wenig Sinn. Eine Wallpaper-App hingegen muss das nicht unbedingt.

Permission Friendly Apps
Permission Friendly Apps

Außerdem erklärt die App, wofür die entsprechende Permission eigentlich gedacht ist. So hat man diese Information gleich im passenden Kontext. Schade nur, dass RL Permissions bereits seit Jahren nicht weiter gepflegt wird – und somit die ab 2011 neu hinzugekommenen Permissions hier unberücksichtigt bleiben. Gerade die Kombination aus übersichtlicher Auflistung, Ampel, und Erklärungen sucht man nämlich in ähnlichen Apps leider vergeblich. Am Nächsten kommt dem noch Permission Friendly Apps, welches die Ampel durch einen „Score“ ersetzt.

Eine kurze Übersicht mit ausgewählten Permissions sowie einer kurzen Beschreibung derselbigen findet sich übrigens auch im Anhang; umfangreicher und ständig aktualisiert steht diese bei IzzyOnDroid zur Verfügung. Und eine Liste alternativer Apps zum Thema, wie gewohnt, ebenfalls bei IzzyOnDroid.

Wer sich bereits vor der Installation absichern möchte, keine Apps mit unerwünschten Berechtigungen auf sein System zu lassen, wirft am Besten einen Blick auf die unter Playstore Ergänzungen bereits beschriebene App APEFS, mit der sich schon im Playstore das Suchergebnis entsprechend filtern lässt. Wie man Apps im Nachhinein ausgewählte Berechtigungen wieder entzieht, wird unter Zugriffe Sperren: Firewalls & Permission-Blocker beschrieben.


Apps vor unbefugtem Zugriff schützen

Der Mensch ist von Natur aus neugierig. Was per se nicht schlecht ist – denn dieser Neugier haben wir so manche Entdeckung zu verdanken. Unschön wird es erst, wenn dabei die Privatsphäre verletzt wird. Wie kann man sich also vor „Schnüfflern“ schützen?

Zunächst einmal bringt Android von Haus aus entsprechende Schutzmechanismen mit. So lässt sich konfigurieren, dass bei jedem Einschalten des Displays zunächst ein Pin-Code bzw. Passwort eingegeben, oder ein Entsperrmuster gezeichnet werden muss. Ab Android 4.0 ist auch eine Gesichtserkennung zur Entsperrung möglich. Die entsprechenden Einstellungen finden sich im Menü Standort & Sicherheit › Display-Sperre einrichten.

Smart App Protector
Smart App Protector

Nicht immer möchte man jedoch das komplette Gerät sperren. Gibt man das Gerät zeitweilig aus der Hand, sollen bestimmte Apps aber unangetastet bleiben: Der Gast soll beispielsweise keine neuen Apps aus dem Playstore installieren, und auch die Finger von der einen oder anderen App lassen. Während sich ab Android 4.2 für solche Fälle ein Gast-Zugang einrichten lässt, können auch in früheren Versionen App-Locker gute Dienste leisten.

So kann beispielsweise Smart App Protector jede App mit einem „Zugangscode“ versehen – ohne den sich selbige nicht mehr starten lässt. Das kann ein Pin-Code, ein Muster, ein Passwort, oder auch eine „Geste“ (einfache Fingerzeichnung auf dem Display) sein – ohne den sich selbige nicht mehr starten lässt. Geht der Bildschirm aus, während eine entsperrte App geöffnet ist, muss der Zugangscode erneut eingegeben werden. Natürlich startet sich diese App automatisch nach dem Booten, damit der Schutz auch nicht einfach umgangen werden kann.

Im Playstore ist Smart App Protector überdurchschnittlich gut bewertet. Bedenklich stimmen lediglich die verlangten Berechtigungen zum Tätigen von Anrufen, Abfangen ausgehender Anrufe sowie dem Empfangen von SMS, die laut App-Beschreibung für das Sperren ein- und ausgehender Anrufe, bzw. zum Sperren aus der Ferne (“Remote Lock by SMS keyword”) gedacht zu sein scheinen. Wem dies Bauchschmerzen bereitet, der findet in der oben verlinkten Übersicht eine ganze Reihe von Alternativen, die ähnliches leisten.


Kinderschutz

Parental Control
Parental Control

Kinderschutz ist ein ganz eigenes Thema, das ich mit diesem Kapitel allenfalls anreißen kann. Den „politischen Teil“ (ab wann sollte ein Kind überhaupt ein Smartphone bekommen, etc.) möchte ich dabei bewusst außen vor lassen – diese Entscheidung lässt sich weder pauschal, noch gar „von oben herab“ treffen, sondern ist eine „private Angelegenheit“ zwischen den jeweiligen Eltern und Kindern. Je früher man den Nachwuchs an diese Technik heranführen möchte, desto größer sind jedoch auch die Ansprüche an das Thema Sicherheit.

Zum Glück lassen uns die Entwickler mit diesem Thema nicht im Dunkeln sitzen – und die zugehörige Übersicht bei IzzyOnDroid gibt uns eine ganze Reihe Apps an die Hand. Herausgreifen möchte ich hier Parental Control. Diese App erlaubt neben dem Sperren von Apps auch das Einschränken der Nutzungsdauer nicht gesperrter Apps (um beispielsweise nächtliches Spielen unter der Bettdecke zu unterbinden).

Je nach Altersgruppe können jedoch auch andere Kriterien entscheidend sein. So gibt es etwa auch Kinderschutz-Apps die festlegen lassen, zu welchen Zeiten telefoniert/gesimst werden darf, welche Kontakte überhaupt dafür in Frage kommen, und anderes.

Kommt auf dem Gerät bereits Android 4.3 oder neuer zum Einsatz, bedarf es i. d. R. keiner Drittanbieter-Apps mehr. Eine mit dieser Version eingeführte Neuigkeit nennt sich „eingeschränkte Profile“. Gab es ab Android 4.2 bereits die Möglichkeit, mehrere Benutzer auf einem Tablet zu nutzen (für Telefone ist dies nicht gedacht; warum das so ist, erklärt u. a. ein Artikel bei Go2Android), lassen sich deren Rechte nun auch vom „Besitzer“ anpassen. So kann man einzelne Apps sperren oder auch In-App-Käufe unterbinden. Um diese Funktionalität zu nutzen, muss lediglich unter Einstellungen › Benutzer › Hinzufügen statt eines neuen Benutzers ein neues eingeschränktes Profil erstellt werden.

Einen kleinen Haken hat die Sache noch: Die feiner granulierten Berechtigungen (etwa welche Inhalte in Apps nicht angezeigt werden sollen) funktionieren nur, wenn die jeweiligen App-Entwickler auch die entsprechende Unterstützung in den Apps implementiert haben. Hier sollte man sich daher nicht blind auf das Funktionieren verlassen, sondern ggf. detailliert prüfen.


In fremden Netzen

Neben den Apps gibt es auch andere Dinge, die sich von Außen ihren Weg auf unsere Androiden bahnen wollen. Um beispielsweise Daten auszuschnüffeln, oder andere böse Dinge anzustellen. Die Rede ist von „Angriffen aus dem Netz“. Während man im „mobilen Datennetz“, dem heimischen WLAN, oder dem WLAN der Firma noch relativ sicher vor selbigen ist, lässt sich das für sogenannte „offene WLANs“, wie sie häufig in Hotspots anzutreffen sind, nicht unbedingt behaupten: Hier kann sich schließlich jeder anmelden, eine Prüfung findet kaum statt.

Sind zwei Geräte im gleichen Netz (hier: WLAN) unterwegs, können mit passender Software alle Pakete des einen Gerätes mit dem anderen inspiziert werden. Im Klartext übertragene Daten (etwa bei Benutzung des unverschlüsselten HTTP-Protokolls) lassen sich, im Gegensatz zu verschlüsselt übertragenen (etwa HTTPS) auch im Klartext auslesen. Das können lapidare Dinge wie besuchte URLs sein – aber auch auf Webseiten eingegebene Passwörter, und andere Sachen. Auf diese Weise kann sich der Schnüffler also Zugang zu fremden Benutzerkonten verschaffen! Und da so mancher aus Bequemlichkeit die gleiche Benutzername/Passwort Kombination für verschiedene Konten nutzt, kann das recht böse enden...

DroidSheep Guard
DroidSheep Guard

Worauf sollte man also besonders achten, und wie kann man sich schützen?

Eine weitere Schutzmöglichkeit bietet z. B. die App DroidSheep Guard (Abbildung rechts). Diese überwacht die eigene Netzwerk-Schnittstelle auf Angriffsmuster bekannter Übeltäter wie DroidSheep, FaceNiff und Co. Wird ein solcher entdeckt, erfolgt sofort eine Benachrichtigung, und der Vorgang wird protokolliert. Wer auf „Nummer Sicher“ gehen will, kann in einem derartigen Fall auch gleich die Verbindung kappen lassen, und so dem Angreifer den Spaß verderben.

Einige der weiter oben genannten „Rundum-sorglos-Pakete“ versprechen auch, generell beim Surfen zusätzliche Sicherheit zu bieten – indem sie etwa vor potentiell gefährlichen Seiten (die in einer Datenbank gespeichert sind) warnen.

Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema bietet u. a. Spiegel Online. Auch wenn sich dieser hauptsächlich auf Windows-Laptops bezieht, lassen sich die meisten Tipps direkt auf Android übertragen. Wer des Englischen mächtig ist, mag darüber hinaus bei Lifehacker vorbeischauen, wo sich gleich eine ganze Reihe relevanter Artikel findet.

Dass Gefahr nicht nur in fremden Netzen droht, zeigt ein Artikel bei Heise: Immer weiter geht unsere Vernetzung. Haben wir unsere eigenen Komponenten nicht genügend gesichert, können „Außenstehende“ ohne großen Aufwand unseren Whirlpool an und das Licht ausschalten. Unter anderem.


Privatsphäre

Da sitzt man nach einem arbeitsreichen Tag beim Abendbrot (oder, als Schichtler, nach arbeitsreicher Nacht beim Frühstück), im Hintergrund läuft die Lieblingsmusik. Man beginnt, sich langsam zu entspannen. Und plötzlich klingelt das Telefon. Wer mag das sein? Sicher Sascha (oder Mascha), ein angenehmer Plausch war ohnehin längst fällig. Also freudig zum Hörer gegriffen, und... Nix Sascha, nix Mascha. Am anderen Ende meldet sich eine Firma, von der man zuvor nie gehört hat, und möchte einem etwas verkaufen. Woher haben die schon wieder meine Nummer? Oder die Absender all der an mich persönlich adressierten Werbepost, mit denen ich zuvor ebenfalls nie das „Vergnügen“ hatte...

Auch in den „News“ hört und liest man immer wieder von Skandalen mit Adresshandel. Oder von Hackern, die wieder einmal die Datenbank eines größeren Unternehmens kopiert haben, und somit nun in Besitz sämtlicher Kundenstammdaten sind. Wofür sie die erbeuteten Daten nun verwenden werden, darüber wollen wir besser nicht nachdenken: Verkaufen? In unserem Namen auf „große Einkaufstour“ gehen? Mit den gestohlenen Identitäten gar Straftaten begehen?

Sollten die Firmen unsere ihnen anvertrauten Daten nicht besser schützen? Diese und ähnliche Fragen werden immer dann laut, wenn ein solcher Skandal an die Öffentlichkeit gelangt. Doch spätestens, wenn es zu Smartphones (und Tablets) kommt, sei eine weitere Frage erlaubt: Was tun wir eigentlich selbst für den Schutz unserer Privatsphäre? Wie viele Daten geben wir freiwillig (und oftmals ohne nachzudenken) Preis?

Privacy First?

Schon bei der Ersteinrichtung eines Google-Accounts auf einem Android-Gerät wird uns eine passende Frage serviert: „Möchten Sie Ihre Daten auf Google Servern sichern?“ Ja, welche Daten sind das denn? Sehr viel wird dazu nicht mitgeteilt. Die Rede ist hier vom „Google Cloud Backup“ – und gesichert werden neben den Anwendungs-Daten von Apps (die dies explizit unterstützen müssen, was bei Weitem nicht alle tun) und der Liste installierter Apps auch diverse System-Einstellungen, Anruflisten, Browser-History, WLAN-Passworte, und einiges mehr. Es sind also durchaus einige Daten darunter, die als „sensibel“ betrachtet werden können. Und mit Fug und Recht darf man davon ausgehen, dass Google uns diese gratis Dienstleistung nicht aus rein altruistischen Gründen zur Verfügung stellt:

„Wenn man ein Produkt gratis bekommt, ist man nicht der Kunde. Man ist das Produkt. Der Bauer betreibt seine Farm nicht für das Vieh.“ (Eric Ries)

Daten auf Google Servern sichern?
Daten auf Google Servern sichern?

Natürlich lassen sich diese Daten für gezielte Werbung verwenden: Welche Web-Seiten hat man besucht? Mit wem steht man in Kontakt? Auch die bevorzugten Einstellungen des Systems verraten einiges über unsere Vorlieben. Das alles ist mit unserem Google-Account verknüpft – über den übrigens auch unser E-Mail Verkehr läuft, sofern dafür GMail zum Einsatz kommt.

Damit stehen wir zwischen zwei Fronten. Die Einen sagen: „Meine privaten Daten gehen niemanden etwas an! Ich möchte davon nichts in der Cloud sehen!“ Während den Anderen das völlig egal ist: „Ich habe schließlich nichts zu verbergen.“ Wie pflegt mein Vater immer zu sagen: „Ein weites Feld, Luise.“ Und so ist es auch: Es gilt immer abzuwägen, wie viel Privatsphäre wir für mehr Bequemlichkeit zu opfern bereit sind.

Zum Glück werden wir ja explizit gefragt: „Möchten Sie Ihre Daten auf Google Servern sichern?“ Da respektiert also offensichtlich jemand unsere Privatsphäre. Wir können also hier einfach „Nein“ sagen, und kümmern uns um unsere Datensicherung selbst (siehe Datensicherung; wer diese Einstellungen im Nachhinein anpassen möchte, findet sie unter Einstellungen › Sicherung & Zurücksetzen).

Denken wir zumindest. Doch was Google in diesem Zusammenhang von Privatsphäre hält, stellt u. a. ein Artikel bei Phandroid klar (übrigens mit einem erstklassigen Microsoft-Werbe-Video garniert):

In a class action complaint filed against Google to the United States District Court for Northern District of California, Google said that their users should assume that anything electronically sent through Google’s servers is fair game to used for ads, or other purposes.

Grob übersetzt:

In einer gegen Google vor dem United States District Court für Nord-Kalifornien verhandelten Sammelklage gab Google zu Protokoll: Seine Nutzer sollten davon ausgehen, dass alles, was elektronisch über Google-Server ausgetauscht wird, Freiwild zur Nutzung für Werbung oder auch andere Zwecke ist.


Kontakte und Kalender

Und so erfassen wir freudig unsere Kontakte und Termine mit dem neuen Android-Gerät. Macht sich richtig gut, so haben wir überall Zugriff darauf – schließlich ist das Smartphone ja immer dabei. Und das Tablet zumindest einfacher mitgenommen als der heimische Computer oder Laptop. Doch spätestens, wenn ein zweites Android-Gerät mit dem gleichen Google-Account eingerichtet (oder die Web-Variante von GMail besucht) wird, staunt man nicht schlecht: Hoppla – wie kommen denn die ganzen Daten hierher? Adressen und Termine erscheinen wie von Geisterhand auf dem neuen Gerät – obwohl man doch die Frage „Möchten Sie Ihre Daten auf Google Servern sichern?“ mit einem definitiven „Nein!“ beantwortet hat?

Konten & Synchronisation
Konten & Synchronisation

Das sind also entweder keine „Daten“ – oder die „Synchronisation“ von Kalendern und Adressbüchern ist etwas grundlegend anderes als „sichern“. Denn hier wird man nicht ausdrücklich um Genehmigung gebeten. Der „Wunsch“ wird einfach vorausgesetzt. Natürlich nur zu unserem Besten, damit uns die Daten nicht verloren gehen. Doch nicht nur Paranoiker wissen, dass sich Kontakte und Kalenderdaten natürlich u. a. vorzüglich zur Personifizierung von Werbung eignen können. Wenn etwa jemand zwei Mal wöchentlich einen Termin im Sportverein hat, interessiert er sich für Sport – oder benötigt Sportkleidung, Fitness-Artikel, u. s. w..

Was soll synchronisiert werden?
Was soll synchronisiert werden?

Die zugehörige Einstellung findet sich auf dem Android-Gerät unter Einstellungen › Konten & Synchronisation. Und zwar für jeden eingerichteten Account separat. Ein grünes Symbol (das verdächtig an Recycling erinnert – uns also die Wiederverwendbarkeit unserer Daten vor Augen halten sollte) zeigt an, dass zumindest Teile dieses Kontos synchronisiert werden. Tippt man den Eintrag (nicht das Symbol) an, offenbaren sich die synchronisierten Details: Kalender, Kontakte, GMail, und mehr. Jeder Eintrag wieder mit dem bereits erwähnten „grünen Punkt“ oder, wie im rechten Screenshot, einem einfachen Häkchen. Wer also seine Termine oder Kontaktdaten nicht auf fremden Servern sehen möchte, muss das hier explizit deaktivieren. Also nichts mit „Privacy First“.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Natürlich hat es seine Vorteile, wenn die betroffenen Daten zum Einen gesichert, und zum Anderen von verschiedenen Geräten aus gleichermaßen zur Verfügung stehen. Die Entscheidung, ob man dies möchte (und wenn, ob dies über den Google-Service, oder aber über Lösungen von Drittanbietern umgesetzt wird), sollte jedoch dem Anwender überlassen werden. Und zwar nicht über ein „Opt-Out“, sondern per „Opt-In“: Wer es gern hätte, aktiviert es. Wie im vorigen Kapitel: „Möchten Sie, dass Ihre Kontakte, Termine, … über Google-Server synchronisiert werden?“


Ortsdaten

Standortdienste
Standortdienste

Google weiß immer, wo wir sind. Oder wo wir wann waren. Denn diese Daten werden über die so genannten „Location Services“ (zu Deutsch: Ortsdienste oder Standortdienste) von uns bereitgestellt. Unter Einstellungen › Standortdienste kann man konfigurieren, was genutzt werden soll. Klar, GPS kommt ganz ohne die Google Cloud aus, wenn es separat genutzt wird. Doch bereits bei AGPS (Assisted GPS) kommen externe Datenbanken ins Spiel: Anhand der IDs gerade genutzter Mobilfunkzellen wird dabei der ungefähre aktuelle Standort ermittelt, um so den Aufbau der Verbindung zum Satellitennetzwerk zu beschleunigen.

Ähnlich sieht es beim „Google Standort Dienst“ aus. Hinter diesem steht eine Google-Datenbank, in der die Positionen von Mobilfunk-Masten und WLAN Access Points gespeichert sind. Auf selbige muss das Gerät also zugreifen – wobei durchaus die Geräte-ID oder das verwendete Google-Konto preisgegeben werden können. Und schließlich fragt man sich sicher nicht zu Unrecht, was es wohl mit den „anderen Services“ auf sich haben mag, für welche der Standort Verwendung finden soll.

Achtung bei Geräten mit Android 4.4 und neuer: Diese haben noch einen weiteren, versteckten Schalter für die Ortsdienste. Zu finden ist er unter Einstellungen › WLAN › Erweitert, und möchte „Auch bei deaktiviertem WLAN nach Netzwerken scannen“.

Ebenfalls interessant ist in diesem Zusammenhang der Ortsdaten-Cache, der zur Beschleunigung der Standort-Ermittlung Verwendung findet. Wer gerade noch an der Weltzeit-Uhr auf dem Berliner Alexanderplatz stand, kann sich schließlich fünf Minuten später kaum bereits am Londonder Trafalger Square befinden. Bis zur genauen Ortsbestimmung darf also getrost zunächst davon ausgegangen werden, dass der Anwender „in der Nähe“ des Alex ist. Doch Dank dieses Caches kann sich ebenso jemand, der unbefugt Zugriff auf selbigen „erhalten“ hat, ein gutes Bild von unserem Tagesablauf machen. Mit Bordmitteln scheint es jedenfalls nach wie vor unmöglich, diesen Cache bei Bedarf manuell zu leeren. Zumindest nicht auf eine Art, die für den normalen Anwender ersichtlich wäre.


Welche Daten sammelt Google eigentlich?

Dieser Frage geht auch ein Artikel bei Stack Exchange nach. Eine umfassende Antwort sollte sich in Google´s Datenschutzerklärung finden.

Was Google sammelt

Da sind natürlich die Angaben, die ein Nutzer von sich aus und bewusst macht. Etwa bei der Erstellung eines Google-Accounts. Welche Angaben das umfasst, steht natürlich jedem selbst anheim (ebenso, ob diese den Tatsachen entsprechen – denn dies wird zumindest derzeit nicht geprüft).

Weitere Daten werden bei der Nutzung von Google Diensten erfasst. Welche dies sind, ist nicht unbedingt jedem sofort klar – schließlich findet diese Erfassung im Hintergrund statt. In diese Kategorie fallen u. a.:

Dies ist nur ein kurzer Auszug aus o. g. Datenschutzerklärung. Hinzu kommen noch weitere, dort nicht explizit genannte Dinge, die so manchem selbstverständlich erscheinen mögen. Bereits genannt wurden Kontakte und Kalender. Darüber hinaus nutzen viele jedoch weitere Dienste von Google, wie etwa Google Drive mit seinem „Online Office“. Natürlich landen auch hier alle Daten auf Google´s Servern.

Was Google mit den gesammelten Daten macht

Auch davon spricht die Datenschutzerklärung. Die Einleitung des entsprechenden Abschnittes möchte ich an dieser Stelle einfach einmal zitieren:

Wir nutzen die im Rahmen unserer Dienste erhobenen Informationen zur Bereitstellung, zur Instandhaltung, zum Schutz sowie zur Verbesserung dieser Dienste, zur Entwicklung neuer Dienste und zum Schutz von Google und unseren Nutzern. Wir nutzen diese Informationen außerdem, um Ihnen maßgeschneiderte Inhalte anzubieten – beispielsweise um Ihnen relevantere Suchergebnisse und Werbung zur Verfügung zu stellen.

Ferner ist die Rede davon, dass die gesammelten Informationen allen Google-Diensten zur Verfügung stehen. Datenschützer nennen so etwas ein „Super-Profil“ (bei Spiegel gibt es dazu eine ganze Artikel-Serie, die beispielsweise in einer Box links auf dieser Webseite zusammengefasst ist): Die angebotenen Dienste sind derart umfangreich, dass sich mit ihrer Hilfe ein eben so umfangreiches Profil des Nutzers erstellen lässt.

Während über weitere Nutzungsarten bislang nur spekuliert wurde, kündigen sich erste Dinge mittlerweile handfest an. So berichtete Engadget Anfang Oktober 2013 von einer Änderung in Google's Nutzungsbedingungen, welche es dem Service erlaubt, sämtliche Reviews, Kommentare, +1, etc. zu Werbezwecken für das entsprechende Produkt nutzen zu können. Mit anderen Worten: Kein Google+ Nutzer sollte sich wundern, bald sein Foto neben einem Produkt im Web zu finden – zusammen mit dem Hinweis, „Martin Mustermann empfiehlt …“ (wobei man natürlich „Martin Mustermann“ mit dem eigenen Namen ersetzen muss). Derartige Werbung dürfte sich wahrscheinlich am Häufigsten bei denjenigen zeigen, mit denen man „verzirkelt“ bzw. anderweitig verknüpft ist. Denn wenn der Martin das toll findet...

Und weiter geht's: Die bereits genannten Standort-Daten in Verbindung mit ortsbezogener Werbung gelangen wohl bald in eine neue Dimension. So berichtet Digiday in einem Artikel von einem neuen Beta-Programm Googles, welches sich kurz wie folgt beschreiben lässt: Der Anwender sucht nach einem Begriff (Beispiel: Schraubenzieher). Ein in der Nähe befindlicher Laden hat bei Google den entsprechenden Service gebucht (und das Stichwort hinterlegt), et voila, taucht auch dessen Werbe-Anzeige sogleich prominent auf. Es wird nicht darauf eingegangen, ob die Anzeige nur in der Suche eingeblendet wird; denkbar wäre auch, dass hierzu die Browser-Chronik zum Tragen kommt. Hat man also am Montag nach einem Schraubenzieher gesucht, und kommt am Mittwoch zufällig in der Nähe eines passenden Geschäftes vorbei... Minority-Report lässt grüßen.

Damit ist jedoch noch lange nicht das Ende der berüchtigten Fahnenstange erreicht. So berichtet Slashdot von einem neuen Google-Patent, das den „Faktor Mensch“ ziemlich in den Hintergrund rutschen lässt, und auch ein wenig an den Chat-Bot ELIZA erinnert. Anhand eines Beispiels wird das Patent beschrieben: In Reaktion auf eine eingehende Nachricht mit einem „Hallo, wie geht's?“ sucht das System im Hintergrund automatisch nach einer passenden Antwort, die dem Anwender dann als solche vorgeschlagen wird. Hierbei wird u.a. auf Informationen aus sozialen Netzen, aber auch auf vorige Konversationen zwischen Empfänger und Sender, sowie zwischen Sender und „gemeinsamen Freunden“ (Google+ Kreise) zurückgegriffen. Eine mögliche Antwort könnte dann so aussehen: „Hi David, mir geht's gut. Du bist ja nun nach 3 Jahren von Firma ABC zu XYZ gewechselt. Wie gefällt Dir Dein neues Umfeld?“

Wo man die erfassten Daten kontrollieren kann

Einen vollständigen Einblick in alle gesammelten Daten bekommt der Anwender nicht (was sicher dem Schutz seiner Gesundheit dient, da dies die Gefahr eines Herzinfarktes drastisch erhöhen könnte). Doch zumindest grob thematisch lässt sich schauen, was denn da so gesammelt wurde. Dafür bietet Google das mit dem Account verknüpfte Dashboard. In diesem findet man:

Welche Daten wohin weitergegeben werden

Auch dazu äußert sich die Datenschutzerklärung. Es würden keine Daten weitergegeben, außer...

Darüber hinaus werden möglicherweise „zusammengefasste, nicht-personenbezogene Daten“ an Partner wie etwa Verlage, Werbeunternehmen, etc. weitergegeben.

Digitales Testament

„Was passiert mit Deinen Online-Daten, wenn der Sensenmann überraschend vorbeikommt?“, fragt Google in einem Werbe-Video. Seit einer Weile hat man nämlich in Mountain View eine Antwort darauf: Den Inactive Account Manager. Dieser lässt sich über die Account-Einstellungen erreichen. Ist man längere Zeit nicht online, kann selbiger eine automatische Löschung vornehmen – oder einem Kontakt des Vertrauens den Zugang gewähren. Zur Sicherheit erfolgt jedoch zuvor noch eine Rückfrage von Google via SMS sowie Mail and das hinterlegte Zweitkonto: Das Fernbleiben könnte ja auch andere Gründe haben, wie z. B. Krankheit.

Laut Tagesschau unterstützt diese „Testamentsfunktion“ u. a. Youtube, GMail, Picasa, und Google+. N-Droid benennt zusätzlich die Dienste Blogger, Drive, und Google Voice. Inwiefern sich die digitale Erbschaft auch auf gekaufte Inhalte wie etwa Apps, Musik, oder Videos bei Google Play erstreckt, gibt auch das offizielle Statement von Google nicht her; es darf aber sicher bezweifelt werden.

Während andere Dienste teilweise ihre eigenen Lösungen anbieten, gibt es auch weitere Ansätze. So erwähnt genannter Tagesschau-Artikel u. a. „World without me“ und „Planned Departure“, wo man zu Lebzeiten Passwörter bzw. Videos hinterlegen kann, in denen der gewünschte Umgang mit dem Online-Erbe erklärt wird.

Welche Apps und Unternehmen sind sonst noch fleißig am Sammeln?

19 Datenschutzbehörden aus aller Welt haben in ihren Ländern erstmals Mobilanwendungen und Webauftritte von Unternehmen und öffentlicher Einrichtungen untersucht. Insgesamt nahmen die Kontrolleure im Rahmen des Global Privacy Enforcement Networks (GPEN) mehr als 2200 Webseiten und Apps unter die Lupe, berichtete der damalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Vor allem Apps fielen in dem Test reihenweise durch: 90 Prozent der mobilen Anwendungen seien als mangelhaft beim Schutz der Privatsphäre der Nutzer eingestuft worden.
(aus: Heise: Viele Apps fallen im Datenschutztest durch)

Zu diesem Thema hat Johannes Wallat einen interessanten und umfangreichen Blog-Artikel bei AndroidPIT verfasst. Zwar haben sich einzelne Details mittlerweile bereits wieder geändert – doch die Tendenz scheint sich gehalten zu haben. Beispiele gefällig?

Da wäre etwa die offizielle Twitter-App. Sie verlangt als Berechtigungen u. a. den Vollzugriff auf die Kontakte sowie Lesezugriff auf die Anrufliste. Für die Funktionalität der App wird dies definitiv nicht benötigt (ich habe auch noch keine Twitter-App von Drittanbietern gefunden, welche diese Permissions verlangt). Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Der Bericht, dass sich Twitter ganze Adressbücher heruntergeladen hätte, klingt vor diesem Hintergrund durchaus plausibel.

Doch nicht nur Twitter fällt in dieser Form auf. Auch „kleinere“ Dienste wie Foursquare werden in diesem Zusammenhang genannt. Nicht fehlen dürfen natürlich Größen wie Facebook (Kontakte Lesen/Ändern, Anrufliste Lesen/Bearbeiten – welche natürlich prompt gleich beim ersten Start der App auf den Firmenserver hochgeladen werden) oder WhatsApp (Zitat: „Überträgt ohne Nachfrage alle gespeicherten Telefonnummern nicht anonymisiert an den eigenen Server. Überträgt Mobilfunkanbieter.“). Über die Google-Dienste habe ich ja bereits weiter oben berichtet.

Ein weiterer Kandidat in dieser Reihe ist der beliebte Messenger Skype, der ja seit einer Weile einer gewissen Firma in Redmond gehört. Hier berichtete Heise Security im Mai 2013, dass ein Leser sie auf ungewöhnlichen Netzwerkverkehr nach einem Skype-Chat informierte – wobei der eigene Server auf eine mögliche Replay-Attacke hinwies. Und tatsächlich bestätigte ein Test: Eine IP-Adresse aus Redmond, die sich eindeutig Microsoft zuordnen ließ, griff nach der Chat-Session auf sämtliche in selbiger verschickten https Links zu. Eine der Test-URLs enthielt dabei Anmeldeinformationen, eine andere verwies auf private Dateifreigaben eines Cloud-Dienstes. Von Heise zur Rede gestellt, beteuerte Skype, die Nachrichten würden lediglich gescannt, „um Links zu Spam- und Phishing-Seiten zu filtern“ – was alles andere als logisch ist: Spam- und Fishingseiten verwenden normalerweise unverschlüsselte http Verbindungen. Auch solche URLs hatte Heise in seinem Test „geskyped“ – jedoch griff Microsoft auf keine einzige davon zu.

Wenn einer, angesichts des Grau'n,
Will nur Vorinstalliertem trau'n,
Schon meint, dass er nun sicher wär,
So irrt sich der.

(frei nach Wilhelm Busch, Der fliegende Frosch)

Man muss sich nicht unbedingt Apps von Drittanbietern installieren, will man ausspioniert werden. Das Erschreckende ist: So etwas kann einem bereits mit vorinstallierten Apps passieren, wie ein aktuelles Beispiel zeigt. So berichtet Ben Lincoln in seinem Artikel Motorola is Listening von einer Entdeckung, die er im Juni 2013 auf seinem Motorola Droid X2 machte: Er benutzte dieses Gerät, um einige Dinge im Zusammenhang mit Microsoft Exchange AutoSync zu testen. Zu diesem Zweck wollte er den Traffic überwachen, und nutzte dafür einen so genannten „intercepting proxy“ (auf Deutsch als „transparenter Proxy“ bekannt), der sämtliche Netzwerkpakete mitschneidet. Bei der Durchsicht des Mitschnitts fielen ihm erstaunlich viele Pakete auf, die an einen Server namens ws-cloud112-blur.svcmot.com addressiert waren – was ihn natürlich stutzig machte. Kurz zusammengefasst: Als er sich die Sache näher anschaute, musste er feststellen, dass sämtliche Accountdaten wie verwendete Mailserver und Email-Addressen, Facebook und Twitter Konten, Photobucket und Picasa, Youtube Account, Exchange Kontodaten – und zwar jeweils mit den zugehörigen Passwörtern, und zumeist im unverschlüsselten Klartext – zu eben diesem Server geschickt wurden! Und das war nur ein Ausschnitt, es sind noch weit mehr Dienste betroffen. Interessanterweise passierte dies nur, wenn die vorinstallierten Apps für diese Dienste genutzt wurden; Motorola scheint die Änderungen also nicht am Android-System selbst vorgenommen zu haben.

Um diesem „noch einen obendrauf zu setzen“, spürte Ben auch noch einen „Command and Control“ Server auf: Motorola verwendet hier das Jabber-Protokoll, um den jeweiligen Androiden bei Bedearf „fernzusteuern“! Zumindest drei Remote-Befehle konnte Ben identifizieren, die jeweils das Gerät veranlassen, bestimmte Daten an den genannten Server zu versenden.

Wer sich in der englischen Sprache nicht fit genug fühlt, Ben's Artikel zu lesen, findet eine gute Zusammenfassung in einem Blogbeitrag bei AndroidPIT. Mittlerweile gesellte sich zu seinem Droid X2 übrigens auch noch ein Photon 4G, wie er berichtet. Da hinter der ganzen Sache ohnehin das Motorola-spezifische Blur steckt (was ja auf fast jedem Androiden aus dem Hause Motorola läuft), dürfte das nicht die letzte diesbezügliche Meldung sein.

Sicher macht Motorola das nur, um seinen Anwendern im Servicefall besser helfen zu können. So liegt ja jederzeit ein Backup der wichtigsten Daten bereit. Wobei man leider vergessen hat, dem Anwender auch mitzuteilen, wo er selbiges bei Bedarf anfordern kann.</Sarkasmus> Die Ausrede, es hätte sich nur um ein einzelnes Testgerät gehandelt, kann Motorola übrigens nicht mehr bringen: Mittlerweile wurde ähnliches Verhalten auch von einem Photon 4G (Android 2.3.5) berichtet. Ein Defy (Android 2.*), ein Milestone 2 (Android 2.3.5), und ein Xoom Tablet (Android 3.* und 4.*) haben sich ebenfalls bereits dazugesellt, auch ein Droid Razr Maxx I verhielt sich derartig. Was man da wohl vom neuen Moto X erwarten darf, bei welchem selbst das Mikrofon ständig aktiviert ist? Dass die Geheimdienste dies bereits zur Aufnahme von Gesprächen nutzen, ist mittlerweile bekannt. Die FAZ betitelt es subtil: Das Smartphone, die freiwillige Fußfessel

Falls sich da gerade jemand schadenfroh die Hände reiben will: So etwas passiert nicht nur bei Motorola-Geräten, sondern beispielsweise auch bei den ach so sicheren Business-Schwarzbeeren. Denn selbst der Blackberry 10 schickt fleißig Zugangsdaten nach Hause.

Was denn: Kein Motorola- oder Blackberry-Gerät, und jetzt enttäuscht, dass sich niemand für die eigenen Daten zu interessieren scheint? Keine Angst, es gibt ja noch immer die Telekommunikationsunternehmen, die sämtliche Verbindungsdaten für ein halbes Jahr (sicher? Nicht länger?) aufheben. Und was sich damit so alles anstellen lässt, kann man in einem Artikel in der Zeit nachlesen. Klingt zunächst banal, was da gespeichert wird: Es sind ja keine Inhalte, versucht man uns zu beruhigen, sondern „nur die technischen Eckdaten“. Also wer wann in welcher Zelle eingebucht war, mit wem zu welcher Zeit telefonierte, wann, wohin und woher SMS/MMS verschickte, wieviele Daten von welchem Standort aus übertrug... Der Grünenpolitiker Malte Spitz wollte es wissen. Er verklagte erfolgreich die Telekom auf Herausgabe dieser Daten, und stellte sie der Zeit zur Verfügung.

Die genannten Daten stehen schließlich nicht isoliert. Hinzu kommen zahlreiche Dinge, die sich mit ihnen verknüpfen lassen. Etwa Statusmeldungen auf Facebook und Twitter: Über ihren Zeitstempel lassen sie sich wunderbar zuordnen. Was dabei herauskommen kann, findet sich im verlinkten Artikel in Form eines interaktiven Videos. Wer mag, kann Herrn Spitz also für ein halbes Jahr durch sein Leben begleiten – virtuell, versteht sich.

Schließlich darf man auch nicht die ganzen staatlichen Überwachungsprogramme vergessen. Allen voran PRISM, welches gerade im Juni 2013 in aller Munde war. Oder habe ich das u. U. bereits implizit erwähnt? Laut verlinktem Wikipedia-Artikel ganz vorn mit dabei: Microsoft (u. a. mit Skype), Google (u. a. mit YouTube), Facebook, Yahoo, Apple, AOL und Paltalk. Mit Ausnahme der letzten beiden Teilnehmer, wurden tatsächlich alle Firmen bereits erwähnt. PRISM steht für Planning Tool for Resource Integration, Synchronization, and Management, und existiert als streng geheimes Programm in den USA bereits seit 2005. Dabei greifen NSA und FBI live auf alle möglichen Kommunikationsdaten zu – sowohl in Sachen Telekommunikation, als auch Internet Datenübertragungen. Und bevor jetzt jemand meint, so etwas könne ja nur bei den Amis passieren: Weit gefehlt. Nur wenig später flog (noch im gleichen Monat) das britische Tempora Projekt auf, welches ähnlich gelagert ist. Und einem Artikel in Zeit Online spioniert auch Frankreich seine Bürger bereits seit Jahren gründlich aus. Passiert bei uns nicht? Sicher? Oder wurde es nur noch nicht aufgedeckt?

Übrigens bringt es nicht viel, nun auf Mail-Dienste zu verzichten, und ausschließlich per Briefpost zu kommunizieren. Auch schon abgedeckt, zumindest in den USA – wie wiederum Zeit Online berichtet. So wird dort der gesamte Briefverkehr abgelichtet: Wer hat wem wann geschrieben. Das geschieht ebenfalls bei der Deutschen Post. Allerdings werden die Umschläge (in beiden Fällen) dabei nicht geöffnet. Normalerweise nicht. Auch geht die Deutsche Post wesentlich sparsamer mit der Datenerfassung und -speicherung um: So wird laut einem Bericht von Spiegel Online lediglich die Anschrift, nicht aber der Name einer Adresse erfasst, sowie dieser Datensatz lediglich für 3 Tage gespeichert.

Völlig Paranoiden bleibt somit nur die Rückkehr zur Buschtrommel: Da hört zwar jeder mit – aber keiner weiß, wer da wem etwas mitteilen will...

Die Cloud

Noch eine? Im Prinzip ging es doch bereits weiter oben um die „Google Cloud“! Das ist prinzipiell richtig – nur betraf es dort die bereits vorinstallierten und teilweise automatisch aktivierten Dinge. Aber es gibt noch weit mehr. Apps und Dienste, die wir oft ohne großes Nachdenken nutzen. So landen weitere Daten auf fremden Servern, und vervollständigen etwa über uns angelegte persönliche Profile. Ja, schimpft mich einen Paranoiker! Spätestens im nächsten Kapitel jedoch werde ich zeigen, dass solche „Profile“ wirklich existieren. Und zwar nicht nur bei den jeweiligen Diensten, sondern weit darüber hinaus, wie ein Artikel bei Heise zeigt. Denn auch die Schlapphüte der NSA (siehe auch weiteres) bedienen sich hier mit teilweise dubiosen Methoden.

Streut man seine Daten über möglichst viele verschiedene Dienste (natürlich von möglichst verschiedenen Anbietern), erschwert dies selbstverständlich die Bildung eines „Komplett-Profils“. Nutzt man dazu noch unterschiedliche „Identitäten“, hilft dies weiterhin der Verschleierung. Dummerweise widerspricht das jedoch der Bequemlichkeit: Wie fein ist doch ein „Single Sign-In“. Man muss sich nur ein einziges Passwort merken, und kommt an alles heran. Das Google-Passwort wird bereits an so vielen Stellen akzeptiert, das es fast danach schreit: „Melden Sie sich mit Ihrem Google-Konto an!“

Neben den zahlreichen Google-Diensten (oh, Google Drive als bequeme Daten- und Dokumentablage habe ich noch gar nicht erwähnt? Oder Google's Picasa für die Bilder, die natürlich mit GeoTags versehen hochgeladen werden? Oder Google+ für den „sozialen Austausch“? Den Google Reader, der allerdings zum Leidwesen Vieler im Juli 2013 seine Pforten geschlossen hat?) gibt es ja durchaus noch weitere. Wer mich kennt, wartet sicher schon darauf, dass ich die Gruppe benenne: Ja, ich bezeichne sie als „asoziale Netzwerke“, und habe dafür schon so manche Kopfnuss bekommen. So etwas ist halt Geschmackssache.

Da wären also noch Facebook und Twitter als namhafteste Vertreter, von denen ersteres desöfteren für Schlagzeilen aufgrund seiner sich ständig wandelnden „Datenschutz-Bestimmungen“ sorgt (und man sich so manches mal fragt, vor wem die Daten da eigentlich geschützt werden sollen). Natürlich steht es jedem selbst zu, wie viel er wo von sich Preis gibt. Und zugegeben: Sogar ich habe ein Profil bei Xing, bin also ebenfalls ein wenig „asozial“ …

Nicht zu vergessen auch Dinge wie Evernote, die beliebte Notiz-App, die längst ebenso auf Desktop-Systemen Einzug gehalten hat. Und so erfolgreich ist, dass Google mit seinem Keep die ganze Sache nachmacht. Was war da noch gleich... Oh, Dropbox & Co. als Datenspeicher. Oder aber, Last but not Least:

Google Now

Der neue Super-Service aus dem Hause Google, der mit Jelly Bean (Android 4.1) auf Android-Geräten Einzug gehalten hat, und Apple's Siri alt aussehen lässt wie eine Bahnsteigansage. Oder besser wie einen Info-Stand im Kaufhaus. Denn Google Now beantwortet unsere Fragen bereits, bevor wir sie stellen. Was meine Korrektur-Leserin Sabine mit Erschrecken erkannte:

Dass meine Standorte „überwacht“ werden, war mir ja in der Theorie bekannt. Das in der Praxis ums Ohr geschlagen zu bekommen, war doch noch unheimlich. Sagt mir doch morgens Google, dass ich 15 Minuten zur Arbeit brauche (und kein besonderer Verkehr wäre)! Google hat quasi registriert, dass ich mich Tags zuvor mehrere Stunden an ein und der selben Stelle aufgehalten habe – und hat daraus geschlossen, dass ich dort arbeite.

Zudem hat er gleich meine Kontakte im Hinterkopf und mir heute gesagt, dass ich fünf Minuten zu meinen Eltern brauche, nachdem ich Tags zuvor ein paar Minuten dort war. So deutlich ist es einfach gruselig.

Gewusst hab ich's ja. Aber es so zu spüren ist doch nochmal eine andre Nummer!

Google Now
Google Now

Wie bereits zuvor erwähnt, hat Sabine ja Google alle dafür notwendigen Daten bereitgestellt: Kontakte und Termine wurden mit Google synchronisiert, die Ortsdaten abgefragt, und so weiter. Wer bisher davon ausging, dass dies alles separate Dienste seien, ist damit nicht mehr auf dem aktuellen Stand: Im März 2012 hat Google seine Privacy Policy entsprechend angepasst – und versteht sich nunmehr als „ein großer Dienst mit mehreren Abteilungen“, die sich den gemeinsamen Datenbestand teilen. Wogegen Europas Datenschützer aktuell wieder vorgehen, wie in einem Spiegel-Artikel vom 3.04.2013 zu lesen ist.

Die Nutzung dieses Dienstes erfordert jedoch (neben einer Android-Version von 4.1 oder höher) auch die aktive Einwilligung des Anwenders. Für den Zugriff auf die Daten, die er ohnehin schon hochgeladen hat? Der bereits zitierte Artikel von SeekingAlpha beschreibt es etwa folgendermaßen:

Wenn jemand sich aktiv für den Dienst anmeldet, wird er Google beim Versuch, den Dienst an seine Bedürfnisse anzupassen, unweigerlich mehr Daten bereitstellen, als er ursprünglich beabsicht hat.

Ein Artikel bei ReadWrite beschreibt das Funktionieren von Google Now folgendermaßen:

Google Now aggregiert die Informationen, die Google ohnehin bereits auf täglicher Basis über den Benutzer sammelt: Zugriffe auf Mails, Kalender, Kontakte, Textnachrichten, den aktuellen Standort, Einkaufs-Gewohnheiten, Zahlungs-Gewohnheiten, ebenso wie die Vorlieben bei Musik, Filmen und Büchern. Es kann sogar die Fotos des Anwenders scannen und anhand ihres Themas (nicht nur des Dateinamens) identifizieren. Der einzige Aspekt unseres Online-Lebens, der hier noch nicht erfasst ist, sind auf Google+ zum Ausdruck gebrachte Meinungen. Aber das wird zweifellos noch folgen.

Das klingt erschreckend – kann aber auch so erschreckend bequem sein, wie ein Artikel bei WebProNews feststellt:

Es teilt uns das Wetter mit, bevor wir in den Tag starten. Sagt uns, mit welchem Verkehr wir auf dem Weg zur Arbeit rechnen müssen. Steht man auf dem Bahnsteig, tut es kund, wann der nächste Zug kommt. Oder es verkündet den aktuellen Spielstand des gerade laufenden Fussballspiels. Das Beste daran: Das alles geschieht automatisch. Die Karten tauchen den ganzen Tag über immer genau dann auf, wenn man sie braucht.

Nicht nur Privatpersonen sehen den Dienst allerdings kritisch. Besonders Sicherheits-Abteilungen in Firmen haben starke Bedenken, wie u. a. CSOOnline berichtet:

Während Vertreter der Konsumenten sich über die Privatsphäre sorgen, denken Firmen über die Implikationen nach, Google Now auf dem gleichen Gerät installiert zu wissen, mit dem der Angestellte auch auf das firmeneigene Intranet oder den Mailserver zugreift. Zumindest sind Firmen daran interessiert, hier die Kontrolle zu bekommen, das Feature zu deaktivieren.

Fragt sich da jemand, ob das noch steigerungsfähig ist? Ohja, aber sicher doch. Nach Google Now folgt Google Glass. Und dann wird auch noch aufgezeichnet, was man sieht. Wie lange man worauf schaut. Spätestens dann wird es wichtig, in den richtigen Augenblicken auch einmal abzuschalten...

Bei zukünftigen Android-Versionen dürften die Cloud-Dienste sogar noch tiefer ins System eingebunden werden. So berichtet etwa AreaMobile zu den Neuerungen in Android 4.4: Keine SMS-App mehr, das macht jetzt Google Hangouts nebenbei mit. Gleiches gilt für die Galerie-App, die nun in Google+ integriert wurde. Das Drucken via Cloud-Services wurde ebenfalls direkt ins System eingebunden. Desweiteren sucht die Telefon-App bei Eingabe von Telefonnummern automatisch nach passenden Einträgen naheliegender Geschäfte (wo sie das wohl tut?) sowie Profilbildern etc. bei Google+ für eingehende Anrufe, und das Mikrofon ist ständig für das Code-Wort „OK Google“ bzw. „OK Jarvis“ aktiv (zum Glück nur beim Nexus 5). Bleibt zu hoffen, dass sich so etwas auch abschalten lässt!

Wer sich für weitere kritische Lektüre zu Google Now interessiert, kann sich u. a. an folgende (größtenteils bereits zitierte) Artikel halten:

Wer stattdessen daran interessiert ist, was sich so alles mit Sprachbefehlen in Google Now anstellen lässt, der findet in einem Artikel bei Go2Android weitere Informationen.


Zwischenbilanz

Wer bis hier hin mitgelesen hat, hält mich nun mit Sicherheit für einen Paranoiker, der alles schwarz malt. Und hinter jedem Baum einen Spion sieht. Ich will das gar nicht von vornherein bestreiten – aber ein wenig korrigieren: Ich sehe, dass hinter jedem Baum ein Spion stehen könnte.

Keinesfalls möchte ich hier die Nutzung „der Cloud“ im Allgemeinen, oder gewisser „sozialer Netze“ im Speziellen verteufeln oder „madig machen“. Das Eine oder Andere nutze ich ja zugegebenermaßen selbst. Aber mit einem kritischen Blick die Dinge hinterfragen, das sollte man auf jeden Fall. Sich die Hintergründe bewusst machen. Wissen, wie es läuft – und was dahinter steht. Und dann wissend entscheiden, welche Dienste man nutzen möchte – oder, anders ausgedrückt: Wie viel Privatsphäre man bereit ist, für wie viel Bequemlichkeit aufzugeben.

Übrigens rät auch die Stiftung Warentest von der Nutzung von Cloud-Speichern ab. Mehrere Dienste wurden unter die Lupe genommen (darunter auch Dropbox und Google Drive). Keiner schaffte eine bessere Note als „3,2“. Anwendern, die nicht auf diese Speichermöglichkeit verzichten können (oder wollen) wird dringend angeraten, die eigenen Daten vor dem Hochladen zu verschlüsseln.

Weitere Aspekte

Soziale Netzwerke sind nicht die einzigen, denen wir unsere Daten überlassen. So manche App sammelt im Hintergrund ebenfalls fleißig – ohne dass wir genau wissen was, wann, und wozu. Und niemand kann sagen, er hätte ihnen das nicht erlaubt: Wir haben ja, von den vorinstallierten Apps einmal abgesehen, schließlich unsere Zustimmung gegeben, als wir bei ihrer Installation die Berechtigungen abgenickt haben – da dürfen wir uns jetzt nicht beschweren, dass sie unsere Kontakte und Kalenderdaten lesen, auf den Telefon- (IMEI/IMSI, Netzanbieter) und Netzwerkstatus (WLAN-Netze in der Nähe? Wo ist das Gerät eingebucht?), die Liste konfigurierter Konten, die Log-Dateien, Kurznachrichten, Besitzer-Informationen, und anderes zugreifen, und jederzeit mit den gesammelten Daten „ins Internet“ verschwinden können. Und wir nicht einmal wissen, auf welchen Servern wir die Daten letztendlich wiederfinden...

Auf das Thema „Zugriffsrechte“ wurde ja bereits im Kapitel Worauf Apps Zugriff haben besprochen. Eine Übersicht über die gebräuchlichsten „Permissions“ und ihre Bedeutung findet sich überdies in Anhang Google Permissions und was sie bedeuten (sowie eine vollständigere und ständig aktualisierte Liste von Permissions mit Erklärungen bei IzzyOnDroid). Daher möchte ich an dieser Stelle auch nicht weiter in die Tiefe gehen. Nur erwähnt werden sollte es, denn auch das betrifft die Privatsphäre.

Ob und warum wir auf unsere Privatsphäre achten sollten, damit befasst sich übrigens auch ein lesenswerter Artikel bei Lifehacker (leider auf Englisch) – und geht dabei auf interessante Hintergründe und Zusammenhänge ein.

Werbefinanzierte Apps

„No money, no honey“, heißt es für den Entwickler. Auch er muss von etwas leben – und nicht jeder Entwickler betrachtet die Erstellung von Apps als reines Hobby. Manch einer möchte daher seine erbrachte Leistung gern honoriert sehen. Da leider nicht jeder Anwender bereit ist, für selbige ein paar Cent zu investieren, muss eine Alternative her.

„Jeder Depp hat 'ne App“ – das ist auch den Betreibern von Werbe-Netzwerken kein Geheimnis mehr. Und so kommen die Beiden zusammen: Werbenetzwerke stellen fertige „Werbe-Module“ bereit, die von Entwicklern lediglich in ihre Apps eingebunden werden müssen. Auf den ersten Blick eine typische Win-Win-Situation, wären da nicht gewisse Nebeneffekte...

Schauen wir uns beispielsweise einmal an, welche Voraussetzungen derartige Werbe-Module verlangen. Für MobFox und AdMob, zwei der größten Kandidaten, beschreibt dies ein Artikel bei TechRepublik. Diese beiden Werbe-Module fordern folgende Berechtigungen:

Die geforderten Zugriffs-Berechtigungen lassen sich vom „guten Cop“ durchaus alle positiv erklären. Sollte er also Recht haben, wäre dagegen gar nichts einzuwenden. Wie der „böse Cop“ allerdings aufzeigt, ist das Missbrauchs-Potential nicht gerade gering: Mit den so verfügbaren Daten lässt sich ein umfangreiches Anwender-Profil erstellen (und sicher auch gut verkaufen). Da mag der Entwickler der App noch so vertrauenswürdig sein: Er hat kaum Einfluss darauf, was die Werbemodule treiben. Oftmals ist ihm diese Problematik nicht einmal bewusst. Und nicht nur diese Problematik, denn es kommt noch schlimmer:

Da App und Werbe-Modul aus Android-Sicht eine Einheit bilden, erhält das Werbemodul auch alle Berechtigungen, die der Entwickler für die App vorgesehen hat. Darf die App also z. B. auf Kalender und Adressbuch zugreifen, stehen Termine und Kontakte auch dem Werbemodul offen.

Ist das nun lediglich ein theoretisches Risiko – oder müssen wir uns wirklich Sorgen machen? Wo solches Potential lauert, bleibt es sicher nicht lange ungenutzt. Und so schreibt FirstPost von einer Studie: 100.000 Apps wurden hinsichtlich der von ihnen verwendeten Werbemodule untersucht. 48% sammelten die Standort-Informationen, 18,5% die IMEI, 4% sogar die Telefonnummern. Einzelne Werbemodule wurden dabei ertappt, Anruf-Protokolle auszulesen, auf Kalender und Kamera zuzugreifen, oder dynamisch weiteren Programm-Code nachzuladen. Die Schlussfolgerung ist daher naheliegend:

The new findings point to a flaw in the business model behind apps, Jiang says. Developers rely on revenue from ad libraries to support free apps, but they have no control over what those libraries do. „The current model of embedding ad libraries in mobile apps for monetization purposes poses security and privacy risks. These ad libraries will essentially have the same set of permissions granted to the apps that enclose them. And certain ad libraries may abuse them for other unwanted purposes.“

Zu gut Deutsch:

Diese neuen Ergebnisse zeigen eine Schwachstelle im Geschäftsmodell hinter Apps auf, so Jiang (Xuxian Jiang leitete die Untersuchung, Anm. d. Ü.). Entwickler sind auf die Einnahmen über die Werbemodule angewiesen, um ihre Apps gratis zur Verfügung stellen zu können – aber sie haben keinerlei Kontrolle darüber, was diese Module tun. „Das aktuelle Modell des Einbettens von Werbemodulen in mobilen Apps zu deren Finanzierung stellt eine Gefahr der Sicherheit und der Privatsphäre dar. Diese Werbemodule können prinzipiell auf dieselben Berechtigungen zugreifen wie die App, in der sie eingebettet sind. Und gewisse Werbemodule könnten sie zu unerwünschten Zwecken missbrauchen.“

Für den eingangs genannten Artikel bei TechRepublik wurde übrigens auch eine Befragung durchgeführt. Den Teilnehmern wurden einige Beispiele eingeblendeter Werbung gezeigt. Anschließend wurde ihnen erklärt, wie man die von einer App geforderten Berechtigungen liest. Zuletzt kam die Frage: Kann das Werbemodul (wörtlich: die Werber, also die Firmen dahinter) auf sämtliche Informationen zugreifen, die der App selbst zur Verfügung stehen? 16% der Befragten antworteten mit „Nein“, 42% wussten keine Antwort. Nur 42% der Teilnehmer sagten „Ja“. Wie wir gesehen haben, lag die letzte Gruppe – leider – richtig.

Nur beschränkt sich dieses Problem nicht auf „wenige Einzelfälle“. Häufig sind selbst die Programmierer ahnungslos, welchen Risiken sie ihre User aussetzen – wie Spiegel unter Berufung auf eine FireEye-Untersuchung beschreibt. Heise sagt es angesichts der gleichen Quelle mit einfachen Worten: Android-Adware soll mehr als 200 Millionen Nutzer gefährden. Wer an weiteren Details und Quellen zu diesem Thema interessiert ist: In einem Artikel bei Stack Exchange habe ich einiges zusammengetragen.

Wie kann man sich schützen?

Zuerst einmal gilt es, mögliche Kandidaten aufzuspüren – wofür sich mehrere Helferlein gern zur Verfügung stellen. In Sachen Werbemodule dürfte AppBrain Ad Detector besonders interessant sein: Wie der Name es richtig vermuten lässt, hat sich diese App auf das Aufspüren von Werbemodulen spezialisiert. Dabei wird auch aufgezeigt, was diese im Einzelnen tun. Lookout Ad Network Detector informiert zusätzlich über das Verhalten der jeweiligen Netzwerke. Die „Treffermenge“ war in meinem Kurzvergleich identisch. Während AppBrain die schönere Oberfläche bietet, finden sich bei Lookout jedoch die detaillierteren Informationen – einschließlich der Möglichkeit eines „Opt-Out“, so denn das betroffene Werbenetzwerk diese bietet. Ein Vorteil des AppBrain Ad Detectors: Hier werden auch neu eintreffende (also neu installierte oder aktualisierte) Apps automatisch geprüft; bei Bedenken erfolgt ein entsprechender Hinweis im Benachrichtigungs-Bereich (aka „Notification Area“).

AppBrain Ad Detector Lookout Ad Network Detector
Mit AppBrain Ad Detector und Lookout Ad Network Detector fühlt man den Werbe-Modulen auf den Zahn
Addons Detector
Addons Detector

Wer sich nicht allein auf Werbe-Module konzentrieren will, greift vielleicht eher zu Addons Detector – welcher sich auch mit Lizenz-Modulen, Analytics, und weiteren auskennt.

Hat man „furchterregende Übeltäter“ entdeckt, stellt sich die Frage, wie man mit ihnen umgeht. Natürlich kann man die betroffenen Apps einfach deinstallieren – das wäre zwar die einfachste, aber nicht unbedingt die wünschenswerteste Lösung. Ein vernünftiger erster Schritt, so man die App weiter nutzen möchte, ist ein Blick in den Google Playstore: Gibt es evtl. eine Kaufversion, die ohne das gefährliche Addon auskommt? Die paar Cent tun niemandem weh. Bei fehlender Kreditkarte hilft die Google-Play Guthabenkarte oder eine Anfrage beim Entwickler, der eventuell auch eine alternative Bezahlmöglichkeit sieht. Bei der Gelegenheit sollte man ihn auch gleich auf den Grund aufmerksam machen – er könnte durchaus zu jenen 58% gehören, denen dieser Umstand noch gar nicht bewusst ist. In diesem Fall schaut er sich ggf. nach einem weniger gefährlichen Werbemodul um.

Greift all dies nicht: Auch andere Mütter haben schöne Töchter. Im Playstore finden sich mit Sicherheit weitere Alternativen. Und auch wenn diese etwas kosten: Ein paar Cent sollte einem die Privatsphäre schon Wert sein. Findet sich auch dort nichts, gibt es noch die alternativen Märkte...

Bei Kombinationen aus besonders aggressiver Werbung (Statusleiste, Icons auf dem Homescreen, Lesezeichen) sollte man darüber hinaus nicht vergessen, dies Google zu melden. Die aktuellen Richtlinien des Google Play Store verbieten solcherlei Aktivitäten nämlich ausdrücklich:

Eine Sache hätte ich fast vergessen: Die Abo-Fallen, in die so mancher durch (versehentliches) Antippen eines Werbebanners bereits geraten ist. Davor schützt die sogenannte Drittanbietersperre, wie die Sperrung des „mobile payment“ für solche Fälle genannt wird. Nach § 45d Abs. 3 TKG sind die Mobilfunkanbieter seit dem 10.5.2012 gesetzlich verpflichtet, einer entsprechenden Forderung seitens ihrer Kunden unentgeltlich nachzukommen. Außerdem ist es u. U. auch hier wieder angebracht, die entsprechende App bei Google zu melden. Die genannten Richtlinien besagen nämlich auch: Interstitial-Anzeigen müssen einfach und gut sichtbar geschlossen werden können, ohne dass dies Nachteile für den Nutzer oder einen ungewollten Klick zur Folge hat.


Was bringen sichere Apps, wenn die Schnüffler ohnehin schon im System sitzen?

Eine gute und berechtigte Frage. Nur leider wird bei der Suche nach einer Antwort die Flinte zu oft am Lauf angefasst, womit die Schnüffler am Abzug bleiben. Die am meisten verbreitete Antwort auf diese Frage ist nämlich die, auf welche der Erfolg der ganzen Schnüffelei beruht: „Da kann ich es ja gleich ganz bleiben lassen.“ Das ist, als würde man nachts auf eine Zudecke verzichten, weil das Bett ja ohnehin gleich zusammenbricht. Was man tun kann? Das Bett reparieren, sich ein stabileres zulegen, oder gleich auf dem Fußboden schlafen. Für unsere Sicherheits-Betrachtung heißt das: Anstatt auch noch auf die „letzte Stufe“ (sichere Apps) zu verzichten, die Sicherheit in den darunterliegenden Schichten zu erhöhen. Soweit uns das möglich ist. Aber welche Möglichkeiten haben wir überhaupt?

Nach den aktuellsten Skandalen werde ich mir zumindest in absehbarer Zeit kein Motorola-Gerät mehr kaufen (siehe weiter vorn). Ich bin mir sicher, das sehe nicht nur ich so. Ein weitreichender Boykott sollte Hersteller dreimal überlegen lassen, ob sie einen solchen für ihre Geräte riskieren wollen. Das ist ein Schritt, den wirklich jeder gehen kann.

Weitere Schritte hängen davon ab, wie technisch versiert man ist. Man kann auf die Benutzung verschiedener vorinstallierter Apps verzichten, und stattdessen auf als sicher geltende Alternativen umsteigen; ein Beispiel wäre, die vorinstallierte Mail-App durch K-9 Mail zu ersetzen. Open Source Apps bieten sich hier in erster Linie an, da der Quellcode von jedem einsehbar ist. Handelt es sich darüber hinaus auch noch um eine viel genutzte und weit verbreitete App, steigert das die Chancen, dass andere Entwickler von dieser Chance regen Gebrauch machen. Etwaige Sicherheitslücken werden dann i. d. R. auch recht schnell gestopft.

Wer etwas versierter ist, kann seinen Androiden auch rooten. Das von Herstellern gern dagegen vorgebrachte Argument des Garantieverlusts ist Mumpitz, der Gewährleistungsanspruch bleibt bestehen. Sollte daher die Hardware Defekte aufweisen, haftet dafür nach wie vor der Hersteller (es sei denn, der Anwender hat nachweislich z. B. die CPU durch Übertakten in eine Kochplatte verwandelt). Auf einem gerooteten Gerät lassen sich dann auch, je nach Firmware, entsprechende Sicherheits-Apps zum Einsatz bringen – wie beispielsweise LBE (closed source, und daher vielleicht ein wenig suspekt), OpenPDroid (nur mit bestimmten Firmwares), und XPrivacy – mit denen sich die Rechte der installierten Apps kontrollieren lassen. Oder man friert „fragwürdige System-Apps“ beispielsweise mit Titanium Backup einfach ein, bzw. löscht sie gleich vollständig (nachdem man sich durch Einfrieren davon versichert hat, dass das keine Nebenwirkungen hat, und zur Sicherheit dennoch ein Backup davon erstellt). Alles kein Hexenwerk.

Traut man sich zu, noch einen Schritt weiter zu gehen, bietet sich die Installation eines rennomierten Custom-ROM (wie etwa CyanogenMod) an. Mit einem solchen kann man relativ sicher sein, dass keine herstellerspezifischen Schnüffel-Funktionen irgendwo eingebaut sind. Auch die Nutzung anderer spezieller Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa VPN sind denkbar. Verschlüsselung verwenden, wo es geht: HTTPS beim Surfen, analog SSL Verschlüsselung bei der Mail-Übertragung, vielleicht auch PGP Verschlüsselung von Mailinhalten (wo es sich anbietet). Je schwieriger wir es den Schnüfflern machen, desto weniger können sie schnüffeln – der Aufwand wird irgendwann einmal auch für sie zu hoch. Und wer dem noch die Krone aufsetzen will, der befreit seinen Androiden gleich ganz von den proprietären Google-Apps sowie weiteren „Zwangs-Beglückern“ – und setzt ganz auf Open Source, wie in meiner Artikelreihe Android ohne Google beschrieben.

Weitere Ideen zivilen Ungehorsams lassen sich sicher aus anderen Bereichen übertragen: So kenne ich genügend Leute, die eine Payback- oder ähnliche Rabatt-Karte nutzen. Einige davon haben Zweit- und Drittkarten, die sie mit Bekannten und Verwandten teilen. Das gibt ein locker-flockiges Kundenprofil, bei dem die Auswertung sicher Spaß macht! Analogien dazu sollten sich bestimmt auch im Umgang mit Androiden finden lassen – etwa den „mobilen Hotspot“ dazu zu nutzen, „über Kreuz“ zu surfen. Oder auch ohne mobilen Hotspot, indem man mit Personen des Vertrauens hin und wieder das Gerät tauscht. Ich weiß, das klingt jetzt wirklich ein wenig zu kompliziert, als dass man es im Alltag regelmäßig umsetzen könnte – doch hier kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen, und entsprechende Ideen dann auch mit anderen Teilen.

Abschließend noch ein paar Worte an diejenigen, die „nichts zu verbergen“ haben. Auch wenn die „originalen Datenabgreifer“ ja vielleicht „gute Absichten“ hatten: Wie sicher sind die Daten auf deren Servern? „Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“ (Joachim Ringelnatz) Schnell gelangen „die Falschen“ an die Daten. Wenn schließlich das eigene Bankkonto plötzlich leergeräumt, das Mailkonto wegen Spamversand gesperrt, und über die Konten bei Facebook & Co die „interessantesten Informationen“ verbreitet wurden – dann hat man wirklich nichts mehr zu verbergen...

Gibt es noch mehr zu beachten?

Das Thema lässt sich im Rahmen dieses Buches definitiv nicht erschöpfend behandeln. Obiges hat allenfalls einige Kernpunkte angerissen – und zu viele weitere Details würden den Umfang definitiv sprengen. Wer an weiteren Details interessiert ist, den möchte ich stattdessen auf die Webseite mit dem Zusatz-Material zum Buch hinweisen. An dieser Stelle daher nur noch ein paar Andeutungen:

So mancher meint, er (oder sie) hätte ja schließlich „nichts zu verbergen”. Doch sogar Muster-Menschen kann es erwischen. So berichtet Michael Blume in seinem Artikel Sollten sich „anständige Bürger“ wegen der Überwachung sorgen? aus eigener Erfahrung, wie sich Daten gegen den „Besammelten“ verwenden lassen. Und man trotz späterer Aufklärung einschließlich Dementis von höchster Stelle den „Schandfleck“ nicht mehr los wird.

Judith Horchert fragt sich in ihrem Artikel Das Gefühl der Überwachung unter anderem: „Interessiert ein digitales Lieschen Müller die Geheimdienste?“ Dabei denkt sie darüber nach, was nicht unbedingt zusammengehörige Tweets, Mails, und Facebook-Nachrichten für einen Eindruck erwecken – wie sie ein ganz anderes Bild ergeben könnten, als es die Realität war. Schließlich kommt sie zu der Einsicht: „Ich habe etwas zu verbergen”. Denn: Selbst wenn wir alles erklären können – wollen wir das?

Zu guter Letzt kann man bereits in die „Komplett-Überwachung“ geraten, nur weil man in der falschen Straße wohnt. Wem das nicht reicht, der findet beim Spiegel noch weitere fünf schlechte Argumente.

Von einer weiteren Folge der gesammelten Skandale in den letzten Wochen berichtet das Kojote-Magazin. So sollen die Krankenakten aller Paranoia-Patienten überprüft werden. Beruht die Diagnose auf der starken Überzeugung des Patienten [...], von dunklen Mächten permanent überwacht, abgehört und/oder elektromagnetisch kontrolliert zu werden, heißt das ab sofort nicht mehr „paranoid“, sondern „informiert“.

Es sind doch nur Verbindungsdaten!

Zu guter Letzt noch etwas zu den „harmlosen Verbindungsdaten“, mit denen sich ja so wenig über unser Privatleben aussagen lässt. Es geht ja schließlich nicht um Gesprächsinhalte, sondern nur um Verbindungsdaten. Dann schauen wir uns doch einmal „nur Verbindungsdaten“ an, die auch noch verallgemeinert wurden: Was mag wohl hier passiert sein?

Verbindungsdaten
Harmlose und vereinfachte Verbindungsdaten – oder?

Verbindungdaten sind oftmals nicht nur aussagekräftiger als Kommunikations-Inhalte, sondern lassen sich auch wesentlich einfacher automatisiert aufarbeiten. Im Gegensatz zu letzteren liegen sie nämlich in strukturierten Formaten vor: Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Zeit und Ort, und mehr lassen sich so auf einfachste Weise maschinell verknüpfen. So braucht es bei obiger Beispiel-Grafik kaum irgendwelcher Kommunikations-Inhalte um zu erraten, was dort vorgefallen sein könnte – und in welche Richtung es sich wohl weiterentwickeln wird. Dabei habe ich sogar große Teile der verfügbaren Meta-Daten außen vor gelassen: Wo waren Maria und Bernd bei welchem Telefonat, welches Restaurant und Hotel hat Bernd kontaktiert, wer ist die Frauenärztin von Maria (und wie oft ruft sie dort sonst an)? Alles inklusive. Und mehr. Ich zitiere einmal aus zuvor verlinktem Artikel:

In short, aggregated telephony metadata allows the government to construct social graphs and to study their evolution and communications patterns over days, weeks, months, or even years. Metadata analysis can reveal the rise and fall of intimate relationships, the diagnosis of a life-threatening disease, the telltale signs of a corporate merger or acquisition, the identity of a prospective government whistleblower, the social dynamics of a group of associates, or even the name of an anonymous litigant.

Vereinfacht übersetzt:

Kurz gesagt: Aggregierte Telefon-Metadaten erlauben es der Regierung, soziale Graphen zu erstellen, sowie deren Entwicklung und Kommunikations-Muster über Tage, Wochen Monate, oder sogar Jahre zu studieren. Die Analyse von Metadaten kann das Wachsen und Fallen intimer Beziehungen, die Diagnose einer lebensgefährlichen Erkrankung, eine sich anbahnende Fusion oder Übernahme von Unternehmen, die Identität eines voraussichtlichen Whistleblowers, die soziale Dynamik einer Gruppe, oder sogar den Namen einer anonymen Person offenbaren.

Daran sollte man übrigens auch denken, wenn der Begriff „Vorratsdatenspeicherung“ fällt. Denn auch bei diesen handelt es sich schließlich „nur um Verbindungsdaten“, und wir haben ja bekanntlich „nichts zu verbergen“.

Apps machen das Phone smart

Wie viele gibt es da gerade? Ich schreibe hier besser gar keine Zahl – die würde ohnehin bereits nicht mehr stimmen, kaum dass ich auf „Speichern“ drücke. Einigen wir uns auf „echt viele“. So viele, dass man den Durchblick schnell verliert.

Wer nun meint, ich würde jetzt hier jede Menge Apps vorstellen: Weit gefehlt. Dann müsste ich wahrscheinlich im Wochen- oder doch zumindest Monatsrhythmus eine neue Version dieses eBooks veröffentlichen. Und das ist mir zu umständlich. Dem Leser wahrscheinlich auch, weil der dann immer schauen müsste, ob er auch die aktuellste Version hat – und wenn nicht, an welcher Stelle sich denn nun was geändert hat. Daher habe ich eine bessere Lösung:

Ja, genau – es ist wieder einmal IzzyOnDroid. Denn hier pflege ich u. a. eine meine thematisch sortierten App-Übersichten. Jede dieser Übersichten widmet sich einem bestimmten Thema, und listet eine Auswahl dazu verfügbarer Apps auf – ergänzt mit Links zu den Markets, bei denen sie verfügbar sind (Google Play, F-Droid, und Aptoide werden dabei berücksichtigt), sowie zu Reviews, Testberichten, Video-Demos, und was sonst noch an relevanten Informationen zur jeweiligen App verfügbar ist. Hinzu kommen häufig auch weitere Links zu themen-relevanten Artikeln in Foren und News. Damit sollte ein Vergleich ohne größere eigene Recherchen möglich sein.

Beispiele gefällig? Da wäre etwa der Bereich „Büro, Office, Verwaltung“ mit Threads jeweils zu den Themen Barcode Scanner & Generatoren, Kalender, Statistiken für Anrufe, SMS, MMS und Datenvolumen u. a. m.; die „Lese-Ecke“ mit den Themen eBook-Reader, Nachschlagen und Übersetzen sowie RSS-Reader. Weitere Rubriken umfassen Reise, Tools, Multimedia, Fernbedienungen... Einfach mal reinschauen!

Auszüge davon finden sich in den folgenden Kapiteln.

Telefonieren

Genau: Es ist kein Zufall, dass die Sektions-Überschrift hier heißt „machen das Phone smart“ – und nicht „für das Smartphone“. Eigentlich sollte der kleine Knochen ja ein Telefon mit Zusatzfunktionen sein. Auch wenn das bei einigen eher umgekehrt ist – oder sich zumindest die Waage hält. Doch definitiv sollte der Schwerpunkt sein: In Verbindung bleiben. Also das Wichtigste zuerst...

Telefon-Apps

Dialer One
Dialer One

Wie jetzt - braucht man dafür eine extra App? Nun: Genau genommen ist es ja eine App, mit der man das auf seinem Androiden von Anfang an gemacht hat. Auch wenn sie bereits vorinstalliert war, und zum Kernsystem gehört. Aber bei Android ist eigentlich alles, was man auf dem Bildschirm zu sehen bekommt (und alles, was irgendwelche Aktionen bearbeitet) eine App. Und da gibt es (fast) immer Alternativen; die Geschmäcker sind halt verschieden.

Auf meinem ersten Androiden hat mich die vorinstallierte Telefon-App von Anfang an genervt. Zum einen zu unübersichtlich: Die SIM-Kontakte ließen sich nicht ausblenden, jede Nummer wurde gefühlte zehn Mal wiederholt – für jede Aktion wie Anrufen, SMS schicken, separat. Auch wenn es recht wenig Sinn macht, eine SMS an eine Festnetz-Nummer zu schicken (vor allem, wenn zu dem Kontakt auch eine Mobilfunk-Nummer existiert). Und dann die „Fehlschüsse“: Das Antippen eines Elements öffnet bei jeder anderen App die zugehörige Detailansicht. Die Telefon-App startete hingegen sofort einen Anruf. Wie oft das schon versehentlich losging – am besten mitten in der Nacht... Also musste dafür dringend eine Alternative her.

Die war zum Glück mit Dialer One schnell aufgetrieben. Diese App beseitigte alle vorgenannten „Pannen“: Es wurde übersichtlich, und sofern man nicht direkt auf das Telefon-Symbol am rechten Rand tippte, ging auch kein Telefonat los. Für die Aktionen gab es ein Kontext-Menü. Schön auch die „automatische Suche“: Begann man mit der Eingabe auf dem Ziffern-Feld, fing die App im Hintergrund gleich zu suchen an: Ist das Eingegebene Bestandteil einer bereits gespeicherten Nummer? Oder entspricht es, in Buchstaben umgesetzt, dem Namen eines Kontaktes? Die gefundenen Treffer wurden dann bereits während der Eingabe aufgelistet. Einzig zum Bearbeiten der Einträge wurde auf die vorinstallierte Kontakte-App zurückgegriffen.

Die meisten der gerade beschriebenen Probleme gehören auf aktuellen Geräten sicher längst der Vergangenheit an – und auch der beschriebene Dialer One ist mittlerweile aus den Android-Märkten verschwunden. Doch dieses erste Beispiel zeigt, dass sich nahezu alles auf einem Android-Gerät den eigenen Bedürfnissen anpassen lässt. Natürlich sollte man insbesondere bei Apps, die auf persönliche Daten (hier beispielsweise die Kontakte) zugreifen müssen, den verlangten Berechtigungen besondere Beachtung schenken: Für mich wäre bei einem Dialer der Netzwerk-Zugriff ein No-Go, da damit meine Kontaktlisten „sonstwo hochgeladen“ werden könnten (siehe werbefinanzierte Apps) – aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Skype
Skype

Neben der „herkömmlichen Telefonie“ gibt es heutzutage natürlich auch VoIP (Voice-over-IP, also Internet-Telefonie). Die bekannteste Lösung in diesem Feld ist sicherlich Skype, das für nahezu jedes System verfügbar ist. So auch für Android. Wer über eine Front-Kamera verfügt, kann auch Video-Telefonate führen (siehe Bild). Vorausgesetzt, das Gegenüber hat auch diese Möglichkeit, sehen sich beide Gesprächsteilnehmer: Das große Bild zeigt das Gegenüber, man selbst wird als kleines Bild eingeblendet.

Anrufe von Skype-Teilnehmern untereinander (ebenso wie ihre Chats) sind kostenlos, auch Dateien können zwischen Clients gratis übertragen werden (im Mobilfunknetz können jedoch Kosten für die übertragenen Daten anfallen). Für Anrufe in „andere Netze“ benötigt man allerdings ein Guthaben. Die Preise bewegen sich hierbei in üblichen VoIP-Regionen.

Setzt der VoIP-Dienstleister hingegen auf das offene SIP-Protokoll, können dessen Android-Kunden auf den seit Gingerbread im System integrierten SIP-Client zurückgreifen, dessen Konfiguration im Abschnitt Internet-Telefonie beschrieben wurde. Dies bietet den Vorteil, dass es komplett ins System integriert ist. Vor jedem Anruf kann man sich also fragen lassen, ob dieser über VoIP geführt – und auch festlegen, dass bei verfügbarer WLAN-Verbindung auf eingehende SIP-Anrufe geachten werden soll.

Alternativen finden sich natürlich im Play Store, oder in der passenden Übersicht – ähnliche, aber auch ganz andere...


Telefon-Widgets

Über Shortcuts und Widgets haben wir ja bereits im Zusammenhang mit dem Home-Screen gesprochen. Was aber sollen jetzt bitte „Telefon-Widgets“ sein?

Klar, da hat Izzy wieder mal einen Begriff konstruiert. Da gibt es also Icons auf dem Home-Screen, die telefonieren können? Ja, so ungefähr. Unter Apps organisieren hatte ich ja bereits den Folder Organizer genannt, der die Permission zum Anrufen verlangt – genau hierfür: Es lassen sich damit nämlich auch Shortcuts zu Kontakten anlegen. Gibt es also Leute, die man öfter anruft, muss man deren „Kontakte“ nicht erst lange im Adressbuch suchen – sondern legt gleich eine passende Verknüpfung auf dem Home-Screen ab. Manche Launcher bieten ebenfalls derartige Widgets an – was dann auch bei diesen die geforderte Anruf-Berechtigung erklären dürfte.

Werden die anderen Features von Folder Organizer nicht benötigt, und ist stattdessen eine Alternative gefragt? Der Markt hält davon etliche bereit. Viele davon heißen Speed Dial (nicht nur die verlinkte).

Die Kosten im Blick und unter Kontrolle

Eine umfassendere App-Liste diesem Thema findet sich in der Übersicht Statistiken für Anrufe, SMS/MMS und Datenvolumen.

Alleskönner

DroidStats
DroidStats

Was – schon wieder das gesamte Kontingent an Freiminuten aufgebraucht, und der Monat ist gerade mal zur Hälfte vorbei? Oder einen Schock beim Blick auf die Rechnung bekommen, weil das Datenvolumen hoffnungslos überschritten wurde? „Das muss nicht sein!“ Nein, weder Geschirrspülmittel noch Palmolive helfen hier, und Du badest auch nicht gerade Deine Hände darin. Zwar bietet Android selbst hier wenig Hilfe – aber mit DroidStats wäre das nicht so schnell passiert.

DroidStat Widget
DroidStat Widget

Wie am Screenshot gut zu erkennen, bietet dessen Übersichts-Seite nicht nur die nackten Daten feil – sondern auch eine Schätzung, wie das Ganze wohl am Ende des „Abrechnungszeitraumes“ (also i. d. R. des laufenden Monats) aussieht, wenn so weitergemacht wird wie bisher. Damit man dafür nicht immer erst die App aufmachen muss (das könnte man ja mal vergessen), lassen sich auch entsprechende Widgets auf den Home-Screens platzieren (siehe links).

Und das ist noch längst nicht alles: Will man wissen, mit wem man am meisten/längsten telefoniert bzw. SMS ausgetauscht hat, teilt DroidStats das ebenfalls mit. Und mehr. Kurz: Solange man keinen zu komplizierten Tarif hat, ist DroidStats die erste Wahl!

Alternativen? Doch einen recht komplexen Tarif, so mit Sonderkonditionen von..bis, wenn..dann, und was einem noch so kompliziertes einfallen könnte – und DroidStats in Sachen Konfiguration überfordert? Dann hilft vielleicht ein Blick auf Call Meter 3G (bzw. dessen Vorgänger Call Meter NG). Die Konfiguration ist bei diesen naturgemäß weit komplexer (so mancher Einsteiger dürfte da leicht überfordert sein) – aber Forum und Support funktionieren hier eben so gut wie bei DroidStats.


Telefonie-Spezialisten

Zielnetz
Zielnetz

Spezialtarife für verschiedene Netze? Etwa Base mit 30min E+, Festnetz-Flat und 50min in alle Netze – oder ähnliches? Dann möchte man natürlich gern vorher wissen, in welchem Netz sich die anzurufende Nummer befindet – und stets, wie viele Minuten in welches Netz bereits „verbraten“ sind. Und sollte einen Blick auf Zielnetz werfen. Die App bietet recht ausführliche Statistiken – mittlerweile auch für SMS und Daten, sodass diese App jetzt eigentlich in das vorige Kapitel gehört. Mit dabei sind übrigens auch Widget und Warnungen – letztere etwa bei teuren Rufnummern.

Die wichtigsten Features kurz im Überblick:

Natürlich lassen sich die Informationen zu Flatrates und Minutenpaketen für die Statistiken konfigurieren.

Nicht verschweigen darf ich aber die für Zielnetz selbst anfallenden Kosten. Hier besteht die Wahl aus verschiedenen Tarifmodellen:

Obwohl ein (oder besser: der) Telefonie-Spezialist, kümmert sich Zielnetz auch um den Datenverbrauch, und bietet beispielsweise einen Datenzähler mit Alarm, Traffic-Counter, sowie Verbrauchsstatistiken.

Daten-Spezialisten

Daten-Statistiken in Android 4.0
Daten-Statistiken in Android 4.0

Für diesen Bereich bedarf es keiner App eines Drittanbieters – seit Version 4.0 bringt Android die notwendigen Werkzeuge selbst mit. Abgesehen vielleicht von einem Widget oder der Prognose des Datenverbrauchs bis zum Ende des Abrechnungszeitraumes, decken diese auch alles ab, was zuvor Tools wie 3G Watchdog erledigen mussten: Den Anwender warnen, bevor sein Datenvolumen aufgebraucht ist, bei Erreichen des Limits optional die mobilen Daten deaktivieren, und die Datennutzung nach Verbrauchern aufschlüsseln. Mehr noch, lässt sich sogar einzelnen Apps die Nutzung von Hintergrunddaten unterbinden.

Zu finden ist all dies unter Einstellungen › Datennutzung, wo man auch die „mobilen Daten“ selbst (de-)aktivieren kann. Sind diese eingeschaltet, und die Checkbox „Limit für mobile Daten“ wurde aktiviert, lässt sich in der Klappbox darunter der Abrechnungszeitraum des Mobilfunkanbieters einstellen. Der rote und der orange Balken in der Grafik darunter steht jeweils für das Limit sowie die Warnschwelle, und kann entsprechend der eigenen Bedürfnisse verschoben werden.

Welche App nun wieviel Daten verbraucht hat, findet sich unterhalb der Grafik aufgeführt – die größten Verbraucher zuvorderst. Wer genau hinschaut, erkennt einen durch zwei senkrechte Balken eingegrenzten Bereich im Graphen: Auf diesen bezieht sich die genannte Auflistung. Auch diese Balken lassen sich manuell verschieben (der ausgewählte Zeitraum wird unmittelbar darunter angezeigt) – sodass sich der Datenverbrauch gut analysieren, und ein „Amok laufender Datenfresser“ auch leicht isolieren lässt.


Nachrichten verschicken und empfangen

Zum „Stay-in-Touch“ gehören heutzutage natürlich auch die diversen Nachrichten. Nein, nicht Twitter, Facebook & Co – ich rede von Kurznachrichten (SMS), Multi-Media Nachrichten (MMS) und „richtigen“ Mails. Die Erstgenannten gibt es schon seit den frühen Generationen der Mobiltelefone – aber da es mittlerweile auch die Letztgenannten auf unser mobiles Allzweck-Gerät geschafft haben, sollen diese hier ebenfalls mit behandelt werden.

SMS & MMS

Handcent SMS
Handcent SMS

Wenn es ums „Texten“ geht, scheint Handcent SMS definitiv einen Spitzenplatz einzunehmen. Allein die Auflistung der „wichtigsten“ Features füllt auf der Play Store-Page eine ganze Bildschirmseite: SMS und MMS werden gleichermaßen bedient, Nachrichten können an Empfängergruppen verschickt werden. Backup und Restore von SMS und MMS. Mehrsprachig (20 Sprachen unterstützt). Mit zahlreichen Plugins erweiterbar. Emoticons sind ebenso mit dabei wie Emojis, Kurznachrichten können auch direkt vom PC aus verfasst und auf Wunsch sogar zeitversetzt gesendet werden.

Damit sollte hierzu das Wichtigste gesagt sein – aber vielleicht sollte ich ja auch noch kurz die gut 4,4 bei über 500.000 (!) Bewertungen erwähnen?

Wie – trotzdem ein Alternativ-Vorschlag gewünscht? Naja, da wäre noch chompSMS zu nennen. Bei ca. 4,4 und über 250.000 Bewertungen kann es mit Handcent fast mithalten – auch die Feature-Liste ist durchaus vergleichbar. Die Anwender meinen: Schaut gut aus, und ist umfangreich konfigurierbar. Besser? Schlechter? Das sind wieder sehr subjektive Entscheidungen, die jeder selbst treffen muss.

Eine bedenkliche Sache, die fast durchweg bei allen Apps für Kurznachrichten auffällt, ist der Umfang der verlangten Berechtigungen. Okay, mit weniger als zehn Permissions sind die Aufgaben kaum zu bewältigen: SMS empfangen, lesen, schreiben, senden, MMS empfangen, Empfang „bekanntgeben“ (aka „Broadcast”), Kontakte lesen, Netzwerkstatus für MMS-Versand prüfen, sowie Internet-Zugriff für MMS-Versand sind da unabdingbar. Doch so manche dieser Apps will weit mehr: Andere Apps schließen, Anruflisten lesen/schreiben, die Bildschirmsperre deaktivieren, Sprachaufzeichnungen machen, und so weiter. Unsere beiden Kandidaten sind mit 34 bzw. 26 Permissions recht weit vorn dabei. Aufgrund der großen Verbreitung sowie der Tatsache, dass über sie bislang „nichts Negatives“ bekannt wurde, mögen sich die Bedenken ein wenig in Grenzen halten – ganz ignorieren sollte man sie jedoch nicht.


Mail

K-9 Mail
K-9 Mail

Auch die EMail ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das hat man bei Android ebenfalls erkannt, und liefert eine passende App gleich mit. Allerdings stößt man bei dieser hinsichtlich Komfort, Funktionsumfang, und leider auch hin und wieder der Sicherheit oft schnell an Grenzen. Und außerdem lässt sich die Frage, um welche App es sich hier handelt, allenfalls Hersteller-spezifisch beantworten. Damit keiner meiner Leser „außen vor bleibt”, halten wir also besser nach einer guten Alternative Ausschau.

Eine der bekanntesten und beliebtesten Apps hierfür ist K-9 Mail. Unterstützt mehrere Accounts, auf Wunsch auch mit „gemeinsamer Inbox“ (quasi als „Zusammenfassung“ der einzelnen Eingangs-Ordner; das einer Mail zugehörige Postfach erkennt man dort an einer farblichen Markierung – wobei sich die Farben dafür natürlich wählen lassen). Als Protokolle werden POP3, IMAP4, und Exchange unterstützt; auch das Google Mail Konto lässt sich auf diese Weise einbinden. „IMAP-Push“ steht ebenfalls zur Verfügung (d. h. der Mail-Server gibt der App Bescheid, wenn neue Mail da ist).

Natürlich ist dies nur ein Auszug aus dem Funktionsumfang – da könnte man noch weit mehr aufzählen. Zum Beispiel die Unterstützung für PGP (signieren/verschlüsseln von Mails), konfigurierbare Benachrichtigungen in der „Notification Area“ (dem „Balken“ ganz oben auf Deinem Screen, den man nach unten „aufziehen“ kann) sowie per Audio, Shortcuts für den Home-Screen, Signatur-Unterstützung...

Da jetzt sicher wieder auf eine Alternative gewartet wird, habe ich natürlich auch hier etwas herausgesucht: AquaMail wäre da eine Option. Zumindest von der Beschreibung her klingen die Features vergleichbar – und auch die Play Store-Bewertungen scheinen das zu unterstützen. Bei Interesse also einfach mal einen Blick darauf werfen! Und ansonsten, alternativ, einen Blick in die passende Übersicht...


Lektüre

eBook Reader

Moon+ Reader mit ColorDict
Moon+ Reader mit ColorDict

Bei den eBook-Readern ist Moon+ Reader (in der Pro-Version für ca. 4 Euro – es gibt auch eine werbe-finanzierte Gratis-Version) mein klarer Favorit. Sofern man auf DRM-behaftetes Material verzichten kann, kann ihm keiner das Wasser reichen:

Und damit sind nur die wichtigsten Funktionen kurz angerissen. Auch der großartige Support muss besonders hervorgehoben werden: Der Entwickler steht hier definitiv hinter seinem Produkt! Mehr Details gibt es in den Reviews und Testberichten – in der Übersicht bei IzzyOnDroid verlinkt, die auch weitere Kandidaten benennt.

Alternativen? Gibt es nicht wirklich. Der FBReader ist noch recht verbreitet – unterstützt aber weniger Formate, und möchte außerdem noch auf Konto-Informationen zugreifen (sicher für's Einkaufen von Büchern, welches er wohl unterstützt). txtr unterstützt neben ePub auch PDF – benötigt aber fünf mal soviel Platz für die Installation. Wiederum recht verbreitet und gut bedienbar ist Aldiko, der auf manchen Geräten bereits vorinstalliert ist (und zusätzlich DRM-geschütztes Lesematerial unterstützt). Wie bereits geschrieben: Ein Blick in die Übersicht im Forum gibt mehr Informationen: Dort ist u. a. eine Matrix enthalten, die einen allgemeinen Vergleich verfügbarer Lese-Apps ermöglicht.

Der Eine oder die Andere wird sich an dieser Stelle nicht ganz zu Unrecht fragen: „Und was ist mit bekannten und verbreiteten eBook-Reader-Apps wie Kindle oder Google Play Books? Sind die etwa nicht erwähnenswert?“ Sicher sind sie das. Doch ich mache mich ungern von bestimmten Diensten abhängig, was bei diesen beiden Apps definitiv der Fall ist: Die Oberhoheit über das Lesematerial hat hier nämlich der jeweilige Anbieter. Und so kann es durchaus passieren, dass man, im Urlaubsland angekommen, plötzlich feststellt: Alle Bücher sind weg! Kann nicht sein? Jim O'Donnell kann ein Lied davon singen. Oder dass der Zugang zu allen über den Service erworbenen Büchern plötzlich nicht mehr funktioniert, weil man die 30-Tage-Rückgabemöglichkeit bei ganz anderen Produkten einmal zu oft in Anspruch genommen hat. Nicht möglich? Wer es nicht glaubt, kann es bei Heise nachlesen. Ich setze lieber auf Apps, wo ich selbst die Kontrolle habe. Insbesondere über meine Inhalte.


RSS Newsreader

FeedR NewsReader
FeedR NewsReader

Auch hier habe ich mit FeedR meinen Favoriten. Alle Feeds lassen sich wunderbar kategorisieren, wobei Kategorien als Ordner fungieren (wie auch im Screenshot zu sehen), und mit Feedly synchronisieren (so man es braucht). Die App lässt sich sehr umfangreich konfigurieren: So kann man z. B. festlegen, dass FeedR automatisch jede Stunde aktualisieren soll, sofern man in einem WLAN Netz eingebucht ist. Natürlich lassen sich auch einzelne (oder alle) Feeds jederzeit manuell aktualisieren.

Die Feed-Sammlung kann man ebenfalls exportieren – oder die aus einem anderen Reader exportierte Einlesen, was einen Umstieg vereinfacht. Außerdem gibt es Sortierfunktionen für Feeds, Artikel und Ordner, sowie ein einfaches Widget.

Einziges Manko ist vielleicht, dass FeedR nur bis auf die Trailer-Ebene (den Vorspann vor dem Haupttext) die Inhalte selbst darstellt – für den eigentlichen Artikel wird der Browser aufgerufen. Das jedoch wahlweise über einen „Mobilizer“, damit es schneller geht, Datenvolumen spart, und besser an kleine Bildschirme angepasst ist. Podcasts werden übrigens ebenfalls unterstützt...

Alternativen? Ja, gibt es auch. Da wäre sicher zuerst Feedly zu nennen – der nicht nur auf RSS Feeds setzt, sondern auch andere (Lieblings-) Webseiten Smartphone-tauglich aggregiert. Und daneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Kandidaten, von denen einige wieder in einer Übersicht aufgeführt sind.


Nachschlagewerke

ColorDict
ColorDict

Diese wurden ja bei den eBook-Readern schon einmal kurz erwähnt: Hier machen sie natürlich definitiv Sinn. Insbesonders bei der Lektüre fremdsprachlicher Texte. Was steht in diesem Bereich zur Verfügung?

Da wäre zunächst einmal mein ehemaliger Favorit: Fora. Diese App eignet sich vorzüglich für nahezu alle Einsatzgebiete. Sie unterstützt zahlreiche Online-Wörterbücher, und kann auch Google Translate zum Übersetzen heranziehen. Darüber hinaus wird zur Offline-Nutzung (also ganz ohne Datenverbindung) das StarDict Format unterstützt, für das es zahlreiche Wörterbücher frei zum Downloaden gibt. Ein Blick in den Testbericht gibt weitere Details preis.

Als Alternative mit ähnlichem Funktionsumfang wäre an dieser Stelle ColorDict zu nennen, das bei mir Fora abgelöst hat. Ein großer Vorteil bei ColorDict ist, dass sich diverse Wörterbücher direkt aus der App heraus herunterladen und lokal installieren lassen. Und dass sich beim Aufruf aus dem E-Book Reader der nachzuschlagende Begriff direkt in selbigem als Overlay einblendet (siehe obigen Screenshot).

Linguee
Linguee

Wer desöfteren fachliche Texte übersetzen muss, weiß sicher den Dienst von Linguee zu schätzen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus redaktionellem Wörterbuch und Suchmaschine. Zusätzlich zu gesuchtem Wort und dessen möglichen Übersetzungen, werden hier auch relevante Ausschnitte aus zweisprachigen Texten angezeigt, sodass man das gesuchte Wort auch im Kontext sehen kann.

Warum ich diese Website erwähne? Dazu gibt es mit Linguee seit einer Weile auch eine passende Android-App, die sich sowohl online als offline verwenden lässt. Somit ist man auch ohne Datenverbindung bestens ausgerüstet.

Es gibt natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Kandidaten, die einen Blick wert sind – zu finden wieder einmal in einer meiner Übersichten.


Schule & Studium

Auch Schülern und Studenten steht „Andy“ hilfreich zur Seite: So passt z. B. der mit Formel- und Nachschlagewerken gefüllte Schulranzen früherer Tage heute bequem in die Jacken- oder Hosentasche.

Formelsammlungen und Übersichten

Merck PSE
Merck PSE macht die Erkundung des Periodensystems zum Erlebnis

Da wäre als das Highlight zuerst die App Merck PSE zu nennen: Mit 4,8 von maximal möglichen 5 Punkten im Play Store absolut topp bewertet, kann sie mit Fug und Recht hier als Vorzeige-App herhalten.

Merck's Periodensystem gibt Schülern, Chemiestudenten und Lehrenden die Möglichkeit, sich umfassend und interaktiv über die Elemente des Periodensystems zu informieren. Damit steht Interessierten ein mehrsprachiges Nachschlagewerk zur Verfügung, das komplexe Inhalte intuitiv erfahrbar macht. So wird die App im Play Store beschrieben.

Math Ref
Math Ref

Jede Menge Informationen stehen zu den einzelnen Elementen zur Verfügung. In verschiedensten Ansichten. So lässt sich über einen „Zeitregler“ recht einfach feststellen, welche Elemente zum Zeitpunkt X bereits bekannt waren. Oder anzeigen, wer sie entdeckt hat. Oder, oder, oder – der Möglichkeiten sind hier viele. Für weitere Details empfiehlt sich ein Blick in den Testbericht sowie auf die Projektseite – wobei man sich bei letzterer nicht davon irritieren lassen sollte, dass laufend von irgend einem iPhone die Rede ist...

Und natürlich gibt es auch entsprechende Referenzen und Nachschlagewerke für andere Fächer, etwa Physik oder Mathematik, wie z. B. das sowohl für Smartphones als auch Tablets optimierte Math Ref, die für wenig Geld (etwa 0,75 Euro) eine große Menge Wissen in kompakter Form anbietet. Eine umfangreichere und detailliertere Übersicht findet sich wieder einmal bei IzzyOnDroid.


Nachschlagen und Übersetzen

Nachschlagewerke haben wir ja bereits weiter oben behandelt. In der Regel werden Nachschlagewerke zur Begriffserklärung und Wörterbücher zur Übersetzung innerhalb ein und derselben App behandelt – schließlich ist das Prinzip ja auch in beiden Fällen das gleiche: Einen Begriff nachschlagen, und die zugehörige Information anzeigen.

Vokabeln & FlashCards

AnyMemo
AnyMemo

Wer nun nicht ständig zu Nachschlagewerken und Wörterbüchern greifen möchte, muss sich die Begriffe einprägen. Und da hören wir schon die Stimme unserer „Vorfahren“: Wir haben das früher mit kleinen Zetteln in einer Streichholzschachtel gemacht!

Oh ja, das kenne ich aber auch noch – nur waren meine Streichholzschachteln aus Stabilitätsgründen schnell durch TicTac-Schachteln ersetzt. Das System ist geblieben: Damals stand auf der einen Seite des Zettels der Begriff, und die Bedeutung/Übersetzung auf der Rückseite. Heute nennt sich das „FlashCards“, und statt umdrehen muss man antippen...

Bestens bewertet, umfangreich, und noch dazu kostenlos ist die App AnyMemo. Sie bezeichnet sich selbst als Vokabeltrainer mit dem adaptiven Lernalgorithmus – was heißt, dass entweder die App sich dem Lernenden anpasst (was wohl gemeint ist), oder auch umgekehrt. Über 560 Datenbanken für Arabisch, Englisch, Chinesisch, Japanisch, Spanisch, Französisch uvm. stehen zur Verfügung – es lassen sich aber ebenso eigene erstellen: Import aus verschiedenen Formaten (u. a. auch CSV) wird unterstützt, Export ebenso (z. B. zur Datensicherung oder zur Weitergabe der eigenen Sammlung). Sogar Online-Quellen können angezapft werden. Keine Werbung, verspricht der Entwickler auch bei der Gratis-Version. Dennoch: Der Preis der Pro-Version ist mit knapp zwei Euro mehr als gerechtfertigt – eigentlich sogar ein Schnäppchen, wenn alles so funktioniert wie beschrieben!

Als Alternative sei AnkiDroid genannt, welches AnyMemo gerade zu überholen scheint. Der Funktionsumfang ist ähnlich, optisch macht die App sogar etwas mehr her. Der Entwickler ist sehr aktiv (auch bei Stack Exchange), was – zusammengenommen – eine Empfehlung durchaus rechtfertigt. Weitere Kandidaten finden sich, wie gewöhnlich, in einer speziellen Übersicht bei IzzyOnDroid.


Studentenfutter: Mensa-Pläne

OpenMensa
OpenMensa

Lernen macht hungrig. Also muss etwas zu essen her. Der Student lebt nicht vom Aldi allein, und auch – entgegen allen Vorurteilen – nicht vom Pizza-Bringdienst. Es gibt da so gewisse Einrichtungen, die sich „Mensa“ nennen. Und einige davon sollen tatsächlich gesunde Nahrung servieren...

Wie aber diese ausfindig machen? Zum Glück gibt es Android, und jede Menge Apps. Viele davon ortsbezogen (dafür bitte in der entsprechenden Übersicht nachschauen). Aber es sind auch einige dabei, die eine ganz respektable Abdeckung bieten. Und so lässt sich der Speiseplan der Stamm-Mensa u. U. sogar als Widget direkt auf dem Homescreen platzieren.

OpenMensa unterstützt beispielsweise etwa 200 Mensen aus dem deutschsprachigen Raum. Fehlt die eigene, so lässt sie sich mit ein wenig technischem Know-How sogar selbst nachrüsten. Neben dem aktuellen Tag bietet die App auch eine Vorschau auf Kommendes, eigene „Favoriten“ (also „bevorzugte Kantinen“, die man im „Dropdown“ angezeigt bekommen möchte – siehe Screenshot) lassen sich konfigurieren. Ist eine Kantine mit leckerem Menü gefunden, navigiert einen OpenMensa sogar zu selbiger. Für Studenten mit knappem Online-Kontingent hingegen gibt es auch Zugriff auf die Daten im Offline-Modus.

OpenMensa ist nicht nur gratis im Playstore sowie bei F-Droid erhältlich, sondern – der Name lässt es erahnen – sogar Open Source. Das alles zusammengenommen, sollte die App definitiv in die engere Auswahl bringen.


Unterwegs

Da es hier um Mobiltelefone geht, sind wir natürlich auch mobil. Die Warte- und Reisezeit in Bahn, Bus und Flieger haben wir uns bereits mit Lektüre verkürzt – aber wohin soll es eigentlich gehen? Und wie kommen wir dahin? Das hätten wir doch fast vergessen...

Fahrpläne

Oeffi
Oeffi

Für den ÖPNV (Öffentlichen PersonenNahVerkehr) ist sicher das sowohl für Smartphones als auch für Tablets optimierte Öffi der absolute und ungeschlagene Spitzenreiter unter den verfügbaren Apps. Nicht nur aufgrund seines Umfangs, sondern auch seiner Aktualität (ja, mehr als zwei Updates die Woche können manchmal schon ein wenig nerven). Aber wer irgendwo von A nach B möchte, liegt mit dieser App goldrichtig. Und zwar egal, ob in Berlin, München, Dresden, oder in Wien, Salzburg, Innsbruck, oder Graz, Basel... oder gar London, San Francisco, Melbourne oder Dubai (aha, daher die ständigen und vielen Updates). Öffi versorgt zielsicher mit Informationen wie nahegelegene Haltestellen (das Smartphone weiß ja, wo es ist - und dafür benötigt die App die Berechtigung für den Standort-Zugriff) inkl. Karte, den nächsten Abfahrtzeiten (inkl. etwaiger Verspätungen – hierfür und für die nächsten beiden Punkte wird der Internet-Zugriff benötigt), Verbindungen, und Netzplänen.

Warum Öffi auf die Kontakte zugreifen möchte? Damit es auch gezielt zu ihnen führen kann. Oder zu einem im Kalender eingetragenen Treffpunkt. Kalender schreiben? Klar doch, die Verbindung zum Termin. Laut Beschreibung kann es eine Verbindung auch per Mail an ausgewählte Kontakte verschicken – macht ja alles irgendwo Sinn, oder?

DB-Navigator
DB-Navigator

Alternativen? Nicht in dem Umfang von Öffi, aber klar gibt es sie. Unter anderem viele lokale Spezialitäten – wie etwa den ZVV-Fahrplan für Zürich und Umgebung. Wie gewohnt, finden sich in einer Übersicht wieder einmal zahlreiche weitere Kandidaten.

Und was, wenn die Reise ein wenig weiter gehen soll? So von Stadt zu Stadt, wo die S-Bahn nicht mehr fährt? Dann wird z. B. zum DB-Navigator gegriffen. Klar gibt es gewisse Überschneidungen: Diese App bietet Fahrpläne für DB Bahn, S-Bahn, U-Bahn und Bus von VRR, VRS, RMV, VRN, VBB, VGN, VGM, MVV und NVV, Frankreich (SNCF), Österreich (ÖBB), Schweiz (SBB) und viele weitere. Sie berücksichtigt nicht den privatisierten Nahverkehr – zeigt aber bei allen anderen Verbindungen etwaige Verspätungen auch mit an. Sogar buchen soll man mit dieser App können. Desweiteren ist nicht nur ein Verspätungs-Alarm (Dauer-Alarm?) integriert, sondern ebenso der gesamte Bahncard-Service. Auch die Bahn-eigenen Car- und Bike-Sharing Dienste Flinkster und Call a Bike sind mit dabei.

TripAdvisor
TripAdvisor

Was denn, noch nicht weit genug weg? Möchte da wer „die Fliege machen”, und sucht nach Flugverbindung mit Hotel und allem, was so dazu gehört? Dem soll auch hier geholfen werden – z. B. mit dem TripAdvisor. Wie der Screenshot schon zeigt, findet man mit dieser App nicht nur Flüge und Hotels, sondern auch gleich noch das passende Restaurant. Und vorhandene Sehenswürdigkeiten. Das Ganze auch gleich mit Bewertungen von Leuten, die schon da waren – und der Möglichkeit, selbst eine Bewertung zu hinterlassen. Ein Zugriff aufs Forum ist ebenfalls direkt aus der App heraus möglich – die übrigens nicht nur für Smartphones, sondern auch für Tablets optimiert wurde, wie der Screenshot unten zeigt. Für den Urlaubsort kann man die Daten komplett herunterladen, so dass ein Reiseführer im Offline-Betrieb zur Verfügung steht. Mittels GPS lassen sich dann auch Sehenswürdigkeiten, Restaurants, etc. in der näheren Umgebung aufspüren. Inklusive Beschreibungen, Bewertungen, Fotosammlungen,und mehr.

Ein Kommentar weist bei dieser App noch auf einen Kniff hin: Man muss die App nicht unbedingt installieren – es gibt auch die zugehörige mobile Webseite, mit gleichem Funktionsumfang...

Und bevor ich es vergesse: Zu fliegenden Apps gibt es weitere Informationen in dieser Übersicht.


TripAdvisor auf dem Tablet
TripAdvisor auf dem Tablet

Ehe es jedoch mit dem Thema „Navigation“ weitergeht, muss unbedingt noch ein Allrounder vorgestellt werden, der die Brücke schlägt:

Mobility Map: Planung Mobility Map: Route
Öffentliche, Car-Sharing, Taxi: Mobility Map vereint sie alle unter einem Dach
Mobility Map: Karte
Mobility Map: Karte

Für mich der Inbegriff von Flexibilität und Mobilität ist die App Mobility Map. Wenn es eben einmal schnell von A nach B gehen soll, ist diese das ultimative Werkzeug: Ob mit den Öffentlichen, per Car-Sharing, mit dem Leihrad, oder auch per Taxi – keine dieser Möglichkeiten bleibt verschlossen. Start, Ziel, und gewünschten Zeitpunkt eingeben – und schon erscheint auch eine Ergebnis-Liste, die man nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen sortieren kann: Muss es schnell gehen, ist eher das Geld knapp, oder steht die Umwelt im Vordergrund? Alles kein Thema.

Doch auch für die spontane Spritztour eignet sich Mobility Map vorzüglich: Welche Fahrzeuge meiner Car-Sharer sind gerade in Reichweite? Schön übersichtlich werden diese auf einer Karte angezeigt.

Selbstverständlich ist die App auch gut konfigurierbar. So lassen sich Dienste (und deren Fahrzeuge) ausblenden: Die Fahrzeuge eines Dienstleisters, bei dem man gar nicht Mitglied ist, sind schließlich i. d. R. für die tägliche Planung uninteressant. Wichtig auch: Wo kann das Fahrzeug wieder zurückgegeben werden? Die entsprechenden Geschäftsgebiete bzw. Parkzonen lassen sich auf Wunsch einblenden (siehe rot markierter Bereich im Screenshot). Desweiteren dient die App nicht nur der Suche, sondern auch der Buchung: Eine einheitliche Oberfläche für zahlreiche Car-Sharer, sodass man nicht nur das passende Fahrzeug schneller findet, sondern auch auf einheitliche Art reservieren kann. Schluss mit „für jeden Dienst eine eigene App”, und unterschiedlichen Bedienungen. Sogar das Taxi lässt sich direkt aus der App heraus buchen. Fantastisch – auch was die Arbeitsgeschwindigkeit der App betrifft!

Das hätte ich jetzt fast vergessen: Mobility Map funktioniert nicht nur in deutschen Großstädten. Auch in der „Provinz“ zeigte es mir zuverlässig die nächsten verfügbaren Busse. Im Ausland soll es ebenso funktionieren, doch das konnte ich bislang noch nicht testen.


Google Maps
Google Maps

Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln kommen wir nun also klar. Wie aber sieht es mit Auto, Rad und zu Fuß aus? Damit beschäftigt sich diese Übersicht – und das aktuelle Kapitel.

Google Maps ist in diesem Umfeld sicher die bekannteste App, und auf den meisten Androiden bereits vorinstalliert. Das kleine Monster bietet eigentlich grundlegend alles, was zur Navigation benötigt wird: Kostenlose GPS-Navigation mit Sprachführung, Orte finden, Bewertungen, Empfehlungen – und bindet auch soziale Komponenten ein (Freunde auf der Karte sehen und bei Orten einchecken). Die Routenplanung eignet sich sowohl für die motorisierte als auch die unmotorisierte Fortbewegung.

Eine kleine Einschränkung könnte sein, dass man normalerweise dafür eine ständige Netzverbindung benötigt (es ist also eine sogenannte „offboard“ Lösung, da nicht alles Material „onboard“ ist). Aber selbst das lässt sich umgehen, indem man den Karten-Cache vorher entsprechend befüllt. Wem der Radius der von Google angebotenen Pre-Caching-Variante zu gering ist, der kann dies bequemer auch mit MapsOn erledigen.

Natürlich gibt es auch hier wieder Alternativen, für die ich jedoch auf die genannte Übersicht verweise. Abgesehen von der Routenberechnung selbst, lässt sich Google Maps zwar als OnBoard (bzw. Offline) Lösung nutzen; doch das Laden von Kartenmaterial zur Offline-Nutzung ist nicht sonderlich nutzerfreundlich gelöst – weshalb viele Anwender auf Alternativen wie beispielsweise OsmAnd (Open StreetMap für Android) setzen.

Daneben gibt es aber außerdem noch Spezial-Lösungen, die zumindest kurz erwähnt werden sollten. Wie etwa GPS Mate und OruxMaps (Outdoor Navigation für Radler, Wanderer, Skifahrer, Segler und Piloten - sowie Geo-Caching), Locus Map (Navigation, Erstellen eigener Tracks – also Routen-Erfassung mit anschließendem Nachschauen, wie man gelaufen/gefahren ist, und so vieles mehr, dass es hier keinen Platz hat), diverse Location-Sharing Apps, GPS Toolboxen, Speedometer, GPS Reminder (Wecker, die bei gewissen Koordinaten „klingeln“: „Da ist die Post – jetzt gib endlich den Brief auf!“ oder „Weindepot – da ist doch so ein Loch im Keller…“), und, und, und. Bei Interesse also wirklich mal einen Blick in die genannte Übersicht werfen.


Lokalkolorit

meinestadt.de
meinestadt.de

Was soll das denn jetzt sein? Wenn man reist, findet man viele lokale Gegebenheiten vor. Viele unterschiedliche. Touristen erkennt man häufig am (immer weniger um den Hals hängenden) Fotoapparat, am ständigen Knippsen, und oftmals auch am unkoordinierten Rascheln und Drehen des Stadtplans. Die Einheimischen ziehen höchstens einmal das Handy heraus – um zu schauen, wie spät es ist...

So wie der Typ da drüben. Hm, komisch: Der Kleidung nach ist der aber von ganz woanders. Scheint jedoch genau zu wissen, wo er hier was findet. Eben vertraut mit den lokalen Gegebenheiten. Und was hat er auf dem Handy geschaut? 10 Sekunden, und er wusste, wo die nächste Szene-Kneipe ist! Holla!

Man ahnt es schon: Da war eine App im Spiel. In diesem Fall heißt sie meinestadt.de – und hält lokale Informationen in verschiedensten Kategorien bereit, wie der Screenshot zeigt: Cafés, Restaurants, Sehenswürdigkeiten. Aber auch Geldautomaten, Veranstaltungen, und bei Bedarf sogar das Kino-Programm stehen zur Auswahl. Ein Hotel ist ebenfalls schnell gefunden, oder der aktuelle Wetterbericht abgerufen. Und einiges mehr. Alles natürlich „lokal“, also für die unmittelbare Umgebung.

Da die Informationen somit immer recht aktuell sind, sind es in der Tat nur wenige Klicks bis zur nächsten Szene-Bar. Oder zum McDonalds. Oder zum Schuhladen... Deutschlandweit. Wem das nicht weit genug geht, für den gibt es Alternativen wie beispielsweise Qype, das übrigens auch in Deutschland funktioniert.

Shopping

Barcoo
Barcoo

Jetzt hat uns das Navi also in die Shopping-Meile geführt – und da stehen wir nun, und haben dieses tolle XYZ in den Händen. Taugt das was? Stimmt der Preis? Gibt es das vielleicht nebenan günstiger? „Ja, ja, nein“, wird der Verkäufer sagen, und einen vom Pferd erzählen. Denken wir jedenfalls. Und die Chance besteht ja, immerhin will er was verkaufen. Aber müssen wir ihm deshalb blind vertrauen? Gibt es Alternativen? Auch für Android? – „Nein, ja, ja...“

Der Klassiker schlechthin in diesem Bereich nennt sich Barcoo, ist gratis im Play Store sowie bei Aptoideerhältlich, und „scannt Dich glücklich“. Äh – scannt? Na klar: Drehen wir doch mal das XYZ in der Hand, da ist bestimmt irgendwo ein Barcode drauf. Den scannen wir mit Barcoo ein – und Barcoo zeigt uns sogleich Details zum Produkt. Aha: Online also für diesen Preis. Und was es taugt, das könnten die Nutzer-Bewertungen aussagen. Gibt es Shops in der Nähe, die XYZ zu einem günstigen Preis anbieten, werden auch die angezeigt – sogar auf der Karte.

Sein volles Potential spielt Barcoo aber bei Lebensmitteln aus: Inhaltsstoffe werden hier ebenso aufgeführt wie die „Lebensmittel-Ampel“, die unsere Politiker nach gründlichem Überdenken ja vielleicht 2057 einführen werden (oder auch nicht). Kurzum: Das wäre meine Empfehlung in diesem Bereich.

Dann gäbe es da natürlich noch weitere Schnäppchen-Jäger-Apps, wie das beliebte myTopDeals. Oder Gutschein-Apps. Dinger, die auf Sonder-Aktionen („Heute Friss-die-Hälfte zum doppelten Preis“, oder umgekehrt?) hinweisen. Achtung – jetzt kommt der übliche Spruch: Einfach einen Blick in die passende Übersicht werfen...


Gesundheit

Ernährung

Auf die „Ernährung“ möchte ich hier in drei Schritten eingehen: Da wäre zuerst der Einkauf mit der Frage „Wo?“, gefolgt von der Frage „Was ist drin in den Lebensmitteln?“ Und schließlich die Frage: Was tun mit dem Einkauf?

Gesunder Einkauf
Bio123
Bio123

Was fällt einem zum Thema „gesunder Lebensmittel-Einkauf“ als erstes ein? Klar: Bio. Und für Android? Bio123. Wie viele derartige Apps, ist die Einsatz-Eignung regional verschieden – und hängt nicht zuletzt von der vorhandenen Datenbasis ab. Einen Versuch wert ist es jedoch allemal, und zumindest der Bereich München ist, den auf der App-Seite im Play Store verfügbaren Screenshots zufolge, hier recht gut abgedeckt.

Postleitzahl und Umkreis in km eingegeben, und schon kurz darauf zeigt sich eine Liste mit Fundstücken und ihrer Anzahl: Bioläden, Bistros, Bäckereien, Cafés... Die gewünschte Kategorie angetippt, und die Details werden offenbar: Wie heißt der Laden, und wie weit ist er entfernt? Jetzt den gewünschten Eintrag noch ausgewählt, und es gibt die Öffnungszeiten, Telefon, ggf. auch Website (mit der Möglichkeit, selbige im Browser zu öffnen) und EMail (kann mit der Mail-App geöffnet werden). Und natürlich die Anschrift – mit der Möglichkeit, diese auch gleich auf der Karte anzuzeigen.

Als kleines Schmankerl wird auch gleich zu Schritt 3 gesprungen: Bei Bio brauchen wir ja nicht zu schauen, was drin ist – Bio natürlich. Also geht es gleich direkt zu den Rezepten. Und wem das noch nicht schnell genug ist: Es stehen ja auch Bistros, Cafés und Restaurants in der Liste...


Was ist drin?
das ist drin Scanner
das ist drin Scanner

Nicht immer kann alles Bio sein. Für den Einen ist das preislich nicht drin, beim Nächsten gibt es einfach keinen Bioladen in akzeptabler Entfernung, und der Dritte findet nicht alle benötigten Zutaten. Was also tun im „normalen Supermarkt“? Wie lässt sich da herausfinden, was drin ist?

Zunächst lässt sich da auf eine im Kapitel Shopping bereits genannte App zurückgreifen: Barcoo. Wie dort bereits erwähnt, soll sie ja im Bereich Lebensmittel ihr volles Potential ausspielen. Tut sie auch: Sie sagt nicht nur, wo es vielleicht günstigere Angebote gäbe – sondern zeigt die Lebensmittel-Ampel (rot-gelb-grün für viel/akzeptabel/wenig Zucker, Fett und Co), Bewertungen anderer Kunden, und oftmals auch Hintergründe und soziale Kompetenz des Herstellers.

Etwas weiter geht da der das ist drin Scanner (siehe Bild rechts), der besonders für Allergiker interessant sein dürfte: Diese App zeigt an, welche Allergieauslöser in der Packung mit drin stecken (zusätzlich zum gewünschten Lebensmittel). Und da nicht immer alle Zutaten bekannt sind, steht auch noch dabei, welche Allergieauslöser bekanntermaßen nicht drin stecken.

Damit verbleiben noch die kryptischen E-Zutaten, die einem immer die Haare zu Berge stehen lassen: Manche Lebensmittel scheinen ja fast ausschließlich aus solchen zu bestehen! Dank sei der chemischen Industrie: Im Zeitalter von Rinderwahn, Schweinepest, Vogelgrippe, Atomfisch und EHEC-Gemüse wüssten wir ja ohne sie gar nicht mehr, was wir überhaupt noch essen könnten... Achso, für die E-Nummern hat der das ist drin Scanner auch ein Register integriert, das „Inhaltsstoffe-Lexikon“.

Rezepte

Bio-Rezepte hatten wir ja bereits beim gesunden Einkauf als Dreingabe. Für „normale Rezepte“ gibt es sicher auch viele Apps, die noch mehr Megabyte im Speicher belegen, und zum Teil auch seltsame Berechtigungen verlangen. Daher erlaube ich mir an dieser Stelle einmal einen kleinen Kunstgriff:

Wir greifen zum mobilen Browser, und legen ein Lesezeichen für http://m.essen-und-trinken.de/ an. Und schon haben wir eine recht umfangreiche Rezeptsammlung zur Hand!

Wer sich doch lieber eine App installieren möchte, wird wieder einmal in der passenden Übersicht fündig...

Abnehmen: Weg mit den Pfunden!

Die Hose geht nicht mehr zu? Der Gürtel ist zu kurz? Oder muss gar schon eine Schubkarre her, um den Bierbauch zu transportieren? Höchste Zeit, den Pfunden den Kampf anzusagen! Und welche Apps unterstützen uns dabei? Die „große Übersicht“ findet sich wieder einmal bei IzzyOnDroid – die „Kompakt-Ausgabe mit Erläuterungen“ gibt es hier:

Diät
DietPoint
DietPoint

Keine Lust auf Sport? Vielleicht tut es ja auch eine reine Diät. Dabei kann DietPoint helfen:

Die App ist zwar (noch) nicht komplett „eingedeutscht“ – doch die deutschen Bewertungen im Play Store lassen darauf schließen, dass sie auch hierzulande gut verwendbar ist. Es lassen sich Diät-Pläne verwalten, und auch gleich in einer Tag-für-Tag Diät aufreihen, eine passende Einkaufliste lässt sich ebenfalls erstellen. Der zu erwartende Gewichtsverlust wird anhand der hinterlegten (und stets gepflegten) Daten berechnet. Mit dabei sind auch BMI sowie BMR Rechner, Tipps und Ratschläge – und die direkte Einbindung eines Forums zum Austausch mit anderen interessierten.

Alarme weisen auf bevorstehende Mahlzeiten hin und fördern so eine dem Abnehm-Prozess und der Gesundheit förderliche Regelmäßigkeit. Da neben dem imperialen Maßsystem auch das metrische unterstützt wird, sollten Komplikationen in dieser Hinsicht minimiert sein. Kostenlos ist das Ganze obendrein – was gibt es also zu verlieren, außer den Pfunden?


Sport
Noom – die Abnehm-App
Noom – die Abnehm-App

Diät ist furchtbar? Sicher, aber vielleicht ja notwendig. Alternativen? Okay, die gibt es natürlich auch: (Mehr) Sport treiben!

Klar gibt es eine Menge Fitness-Apps für Android. Und natürlich auch, wie bereits erwähnt, solche für die Diät. Doch die eine kümmert sich nur um den Verbrauch – und die andere um die Zufuhr von Energie. Praktischer wäre es doch, beides zu verbinden. Das geht beispielsweise mit der Noom Abnehm-App.

Zuerst wird das Ziel der Aktion festgelegt (wieviel man in welchem Zeitraum abnehmen möchte – realistische Werte, bitte :grin:), und die geplanten Aktionen (welchen Sport, wie oft, ggf. weniger Kalorien aufnehmen?). Dann überwacht Noom die Ausführung – und zeigt schließlich die Resultate an.

Die App versteht sich dabei als „persönlicher Coach“ (daher heißt sie im Original auch Noom Coach), der bei jedem Schritt mit Rat und Tat zur Seite stehen will. So soll das Erfassen von Mahlzeiten Dank einer integrierten Datenbank mit Nahrungsmitteln und fertigen Rezepten sekundenschnell erledigt sein – und die App auch sonst nicht nur stumpf alle Tätigkeiten erfassen, sondern den Nutzer ermunternd unterstützen. Wem das nicht genügt, der findet auch ein Forum integriert (hierfür werden offensichtlich die Berechtigungen zum Umgang mit Accounts benötigt), wo er sich mit Gleichgesinnten austauschen kann.


BMI & Protokoll
Droid Weight
Droid Weight

Und dann waren da noch diejenigen, die das Thema auch so im Griff haben. Ohne Diät-App, ohne Sport-App. Aber es tut dennoch gut, den Erfolg „schwarz auf weiß“ verfolgen zu können, oder? Und auch für diesen Fall ist mit Android gesorgt:

So wäre da zum Beispiel die App Droid Weight. Nicht vom englischen Namen irritieren lassen: Es ist eine deutschsprachige App aus deutschen Landen. Sie speichert Gewicht und BMI, und stellt ersteres als Graph über bis zu 6 Monaten dar. Darüber hinaus lässt sich das Zielgewicht hinterlegen. Man kann sich sogar daran erinnern lassen, regelmäßig die Werte einzugeben. Dabei versteht die App sowohl metrische als auch imperiale Maße. Die Datenbank lässt sich auf die SD-Karte ex- und auch von dort wieder importieren. Ebenso kann sie komplett zurückgesetzt (geleert) werden. Kurzum: Alles, was für Protokoll und Statistik nötig ist, hat Droid Weight mit an Bord.


Rauchentwöhnung

QuitNow!
QuitNow!

Die große Übersicht findet sich, wie gewohnt, wieder bei IzzyOnDroid – was besagt, dass Android auch hier wieder eine ganze Reihe von Alternativen anbietet.

Aus dieser Reihe möchte ich QuitNow! herausgreifen – die in diesem Bereich mit Abstand am Besten bewertete App.

Laut Kommentaren im Play Store ist die App gut lokalisiert – auch wenn Name und Screenshot in Englisch sind, sie ist ebenso des Deutschen mächtig. QuitNow! bietet einige Statistiken – so zum Beispiel rauchfreie Tage und gesparte Zigaretten (letztere auch in Bares umgerechnet). Während des gesamten Prozesses können die Auswirkungen auf insgesamt neun gesundheitliche Aspekte beobachtet werden – es wird ja nicht einfach ein Schalter umgelegt; der Körper muss die ganzen Gifte erst nach und nach abbauen, und sich entsprechend regenerieren. Es lässt sich also verfolgen, wie er sich langsam erholt: Etwa, dass nach 48 rauchfreien Stunden so einige Geschmacks-Sensoren wieder erwachen...

Auch ein Widget ist mit dabei. So hat man den Erfolgsstand auch dann vor Augen, wenn die App gerade nicht im Vordergrund läuft.

Mitrauchzentrale
Mitrauchzentrale

Wie: Das war jetzt nicht so ganz ernst gemeint mit dem Aufhören? Geselligkeit und so? Macht nix, dann tauschen wir die App einfach aus, und die Beschreibung ebenso:

Mit der Mitrauchzentrale lassen sich raucherfreundliche Lokalitäten aufspüren. Nicht etwa nur Kneipen! Die Liste umfasst Clubs, Bars, Cafés, Restaurants, öffentliche Plätze, Privat, Parks, Raucherecken und Sisha-Lounges.

Mit einem Login gibt es darüber hinaus auch diverse Community-Features: Wie viele Raucher sind gerade an der Location angemeldet? Wie ist selbige bewertet? Selbst eine Bewertung abgeben ist natürlich ebenfalls möglich. Wo es „Raucherecken“ gibt, zeigt die App auf der Karte an.

Für weitere Details lohnt sich auch ein Besuch des Headquarters...


Arzt und Apotheke

Arztsuche
Jameda Arztsuche
Jameda Arztsuche

Früher oder später trifft es jeden: Ein Arzt wird gebraucht. Entweder die Suche eines neuen Hausarztes nach dem Umzug, oder die Suche nach einem Spezialisten, den man sonst noch nie benötigt hatte. Klar: Die „Gelben Seiten“ und auch andere Telefonbücher kennen Ärzte zuhauf. Doch man will ja schließlich nicht den erstbesten, sondern den ersten und besten: Gut soll er (oder sie) sein, natürlich vom Fach „etwas“ verstehen – aber auch die „soziale Kompetenz“ darf nicht zu kurz kommen. Alles Dinge, die uns das Telefonbuch nicht verrät.

Aber die jameda Arztsuche weiß an dieser Stelle weiter. Denn diese besteht nicht nur aus einem Telefonbuch mit Nummern – sondern auch aus einer Community, die ihre Bewertungen hinterlassen hat. Die folgen dem Schulnoten-Prinzip, wobei verschiedene Kriterien (u. a. Zufriedenheit, Vertrauensverhältnis, wurde sich Zeit genommen – oder war es eher eine „Massenabfertigung“) separat ausgewiesen werden. Ein persönlicher Kommentar sagt schließlich etwas über die Dinge, die sich nicht in Zahlen fassen lassen.

Arzt, Tierarzt, Hebamme, Apotheke, Klinik, Augenoptiker oder auch Krankenkasse: Über 460.000 Adressen bundesweit sind in der Datenbank enthalten. Und Dank Umkreissuche findet man im Ernstfall auch den nächstgelegenen Arzt. Alternativ bietet sich die BundesArztsuche an, die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herausgegeben wird – und zumindest in der Bewertung Jameda bereits den Rang abgelaufen hat.


Apotheken
Apotheken
Apotheken

Apotheken ist die einzige offizielle Anwendung im Auftrag der deutschen Apothekerschaft für ganz Deutschland. Und als solche darf man sich ja wohl auf die von ihr gelieferten Informationen getrost verlassen.

Wenn man eine Apotheke sucht, dann in der Regel keine, die gerade geschlossen hat. Macht ja keinen Sinn. Also eine offene – Sonntag früh um ein Uhr dreißig. Ja und? Kein Problem: Notfall-Apotheken haben auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Und sind auch nachts bereit. Und Apotheken kennt sie natürlich, als offizielle App der Apothekerschaft. Und weiß auch, welche gerade Notdienst hat.

Also alles kein Thema: Schon nach wenigen Klicks ist die richtige Apotheke gefunden, und kann bei Bedarf auch telefonisch kontaktiert werden (na, hat sie wirklich geöffnet? Ist das gewünschte Medikament da – oder sucht man besser die übernächste Apotheke?). Auch eine Anzeige auf der Karte ist natürlich möglich. Inklusive Routenfunktion – wer jetzt immer noch nicht hingefunden hat, ruft besser ein Taxi...

Stopp einmal kurz: Und im Ausland? Gibt es da auch die „Deutsche Apothekerschaft“ mit ihrer offiziellen App? Das vielleicht nicht, aber es gibt ja noch mehr Apps. Für diesen Fall wäre zum Beispiel Apotheken-Sucher einen Blick wert...


Medikamente

MediPreis
MediPreis

Fast jeder hat seine „Stamm-Medikamente“, und sei es für die Reise-Apotheke: Aspirin für den Brummschädel, Iberogast für den Rumpel-Bauch, Voltaren für Verzerrungen & Co... Alles Sachen „für den Fall der Fälle“, also nichts zeitkritisches. Oder Sachen, die man regelmäßig einnehmen muss: Im Moment noch genügend vorhanden, aber irgendwann braucht man wieder Nachschub.

Wenn es nicht akut ist, hat man Zeit zum Suchen nach dem besten Angebot. Und bei Dingen, die man immer wieder kauft, macht auch Kleinvieh mit der Zeit gehörig Mist. Und wann hat man die Zeit, so eine Suche durchzuführen? Genau: Wenn man ohnehin gerade zum Nichts-Tun verdonnert ist. Eine Stunde in der S-Bahn bietet sich da an – und die passende App auf dem Androiden:

MediPreis zum Beispiel. Wer das gesuchte Medikament gerade zur Hand hat, hält jetzt die Kamera seines Androiden auf den Barcode, bis es „Piep!“ macht. Alle anderen geben brav den Namen in die Suchmaske ein. Und wenig später erscheint, eine Datenverbindung natürlich vorausgesetzt, eine Ergebnisliste – wie im Screenshot zu sehen.

Keine Lust auf eine extra App? Oh... Dann tut es vielleicht auch ein Lesezeichen im mobilen Browser, welches auf handy.medipreis.de zeigt.


Notfall

110 & Co
mobile Notruf-App
mobile Notruf-App

Klar: Wem im Fall des Falles die Nummer 110 nicht mehr einfällt, der denkt auch nicht an eine auf dem Androiden installierte App. Doch kaum hat man die Nummer in der Hektik des Gefechts gewählt, geht das Stottern los: Wie sag ich's am Besten? Und was überhaupt? Welche Details sind wichtig?

Hier souffliert die Mobile Notruf-App für Notfälle (so der volle Name) mit den richtigen Stichworten – wie etwa den vier berüchtigten „W-Fragen“: Wo ist Was geschehen, Wie viele Verletzte/brennende Häuser, Welche Verletzungen/Gefahren, sowie dem fünften „W“ (nicht gleich wieder auflegen, sondern Warten auf eventuelle Rückfragen). Frage 1 auch beantworten, selbst wenn es obsolet scheint: Natürlich hat das Smartphone im Hintergrund bereits die aktuelle Position per GPS ermittelt – der Screenshot zeigt ihn ja sogar an. Doch woher soll der CallCenter-Mitarbeiter am andern Ende der Leitung wissen, ob man selbst direkt am Ort des Geschehens ist – oder den Anruf aus „sicherer Entfernung“ tätigt? „Ich sitze hier auf einer Bombe“ ist wohl eher unwahrscheinlich...

Achja: Und dann wären da noch die Notruf-Nummern, die nicht jeder im Hinterkopf hat: Gift-Notruf? Frauenhaus? Oder, bei seelischen Notfällen: Telefon-Seelsorge? Die App kennt auch diese.


Mammi, ich muss mal!
GoToilet
GoToilet

Auch das ist ein „medizinischer Notfall“ – gewissermaßen. Denn wenn jetzt nicht schnellstens reagiert wird, platzt am Ende die Blase. Oder das Kind wird von Mitte bis Unten ziemlich nass, und holt sich dadurch eine Erkältung. Beides nicht wirklich wünschenswert, oder?

Aber was tun – mitten in unbekanntem Terrain?

Zum Glück gibt es auch hier wieder eine tolle Android-App: GoToilet findet die passenden Örtchen. Und zwar weltweit! Sowohl die öffentlichen, als auch die von Cafés, Restaurants, oder Tankstellen (bei letzteren muss zur Rechtfertigung der hier getätigten Notdurfts-Verrichtung gegebenenfalls auch noch eine andere, kostenpflichtige Dienstleistung in Anspruch genommen werden).

Der Funktionsumfang beinhaltet nicht nur eine stumpfe Auflistung verfügbarer Notdurfts-Stätten (obwohl auch das, inklusive der Entfernung dorthin, Bestandteil ist). Auf der Karte können sie ebenfalls eingeblendet werden (siehe Abbildung). Sofern Bildmaterial dazu bei Streetview vorhanden ist, lässt sich die Umgebung des Wunsch-Ortes auch auf diese Weise vorab inspizieren. Mit etwas Glück gibt es sogar eine Bewertung – so dass unappetitliche Plätze gemieden werden können...


Büro, Office & Verwaltung

„Früher“ sprach man von Büro-Gebäuden. Heute ist das Büro da, wo man gerade selbst ist. Dummerweise auch nach Feierabend. Schauen wir uns also mal die Ausstattungs-Möglichkeiten an:

Barcodes

Zxing Barcode Reader
Zxing Barcode Reader

Barcodes sind aus unserem täglichen Leben ja nicht mehr wegzudenken – überall kleben die verschiedensten Fassungen drauf. Beim Thema Shopping sind wir ihnen ja bereits begegnet, und können jenen Teil (Produkt-Informationen) daher hier überspringen.

Am bekanntesten ist sicher der ZXing Barcode-Scanner, den ja eigentlich jeder zweite auf seinem Androiden hat – und den so manch andere App für Barcode-Scan-Funktionen voraussetzt. Der erkennt z. B. die sogenannten QR-Codes, wie sie auf verschiedenen Websites, Plakaten, und auch Verpackungen benutzt werden: Draufhalten – „Piep“ – und ab in den Play Store, auf die Seite der App, die man gerade „angepiept“ hat. QR-Codes können verschiedenste Informationen enthalten: URLs (wie eben beschrieben), Adressen, kurze Texte, Termine (wäre nett, wenn die auf diversen Theater- und Kino-Plakaten mal Standard würden). Ein guter Reader öffnet dann jeweils die richtige App: Adressen lassen sich so gleich der Kontaktliste zufügen, Termine in den Kalender eintragen, und so weiter. Praktische Sache das. Und die genannte App beherrscht das auch weitgehend.

QR Droid
QR Droid

Natürlich gibt es gerade in diesem Bereich eine ganze Reihe von weiteren Apps, wie z. B. ixMAT, der besonders viele Formate kennen soll, i-nigma, oder lynkee. Besonders hervorheben möchte ich in diesem Zusammenhang jedoch QR Droid, das so ziemlich alles beherrscht, was sich mit Barcodes anstellen lässt. Dabei beschränkt sie sich nicht nur auf das Lesen – es lassen sich auch Barcodes erstellen: Von Kontakten, Terminen, dem Zugangscode zum WLAN-Router, URLs, PayPal Payments, Kurztexten, und mehr. Sogar kleine Bildchen lassen sich in die erstellten Barcodes einbetten.

Für Details verweise ich daher wieder auf die zugehörige Übersicht. Dort finden sich allerdings nicht nur die gerade beschriebenen Reader – sondern z. B. auch die Generatoren, mit denen man eigene Barcodes erstellen kann. Oder Apps wie Shelves, mit denen sich ein eigenes Inventory aufbauen lässt (also quasi eine Artikelverwaltung gleich mit dabei). Aber auch Buch-Manager gibt es (zur Verwaltung der eigenen Bibliothek), oder Buch-Infos (zur Nutzung im Buchladen: Taugt das was? Referenzen?)...


Finanzen

Auch einen Überblick über sein Budget kann man mit Hilfe seines Androiden behalten. Gerade in diesem Bereich stehen zahlreiche Apps zur Verfügung (für eine Übersicht siehe hier). Die Möglichkeiten reichen von der einfachen Erfassung von Ausgaben, über eine komplexe Budget-Verwaltung mit Export und Reporting, bis hin zu Online-Diensten, die alles aufbereiten, was man ihnen per Foto schickt (hochlädt).

CW Money
CW Money

In den vorangegangenen Kapiteln klang ja bereits mehrfach an, dass ich eher konservativ bin, was persönliche Daten auf dem Smartphone allgemein und speziell auf fremden Servern und in der Cloud betrifft. Das gilt natürlich insbesondere für so sensible Dinge wie Finanzdaten. Daher sei an dieser Stelle nochmals auf eines deutlich hingewiesen: Das Risiko eines Missbrauchs ist in diesem Falle größer, als wenn sich selbige Daten lediglich auf dem stationären Rechner daheim (oder gar nur in Papierform im verschlossenen Schrank) befinden. Der Anwender muss daher für sich selbst entscheiden, ob er derart sensible Daten überhaupt auf seinem mobilen Gerät haben, oder gar der Cloud (und somit fremden Rechnern – einige Apps ermöglichen oder erfordern gar den Upload der entsprechenden Dokumente) anvertrauen möchte.

Eine recht gute Wahl bei den etwas umfangreicheren Apps scheint CWMoney (Bild rechts) zu sein. Hier handelt es sich um die in diesem Bereich am besten bewertete App. Laut Beschreibung werden mehrere Accounts sowie verschiedene Währungen unterstützt. Einträge können mit GPS-Stamps, Fotos oder auch Sprachaufnahmen angereichert werden. Es gibt hierarchische Strukturen, Kataloge, Filter, Reports, Torten-Graphen, und mehr; u. a. auch einen Daten-Export als XML bzw. CSV.

StarMoney
StarMoney

Allerdings hat das Ganze auch seinen Preis: Knapp 4 Euro werden für die Vollversion fällig. Wer's lieber gratis haben möchte, greift dann z. B. zu Financisto. Ist fast genau so gut bewertet, aber vollständig Open Source.

Ist es interessanter, wie es praktisch auf dem Bank-Konto aussieht? Natürlich geht auch so „richtiges Homebanking“ unter Android (die passende Übersicht findet sich hier). In Sachen Komfort und Sicherheit sind hier ganz klar die Produkte von StarMoney zu empfehlen. Je nachdem, ob es nur um ein Konto bei einer Sparkasse, oder mehrere Konten bei verschiedenen Banken geht, steht eine passende App gratis oder für ein bis vier Euro bereit.

Auch einige andere Banken stellen ihre eigene App bereit – Details dazu unter genanntem Link. Übrigens auch zum Thema „Börse“ – sei es jetzt nur die Markt-Beobachtung, oder auch das „Broken“ selbst...


Kalender

Business Calendar
Business Calendar

Oh, hier scheiden sich die Geister. „Die beste App” gibt es in dieser Kategorie nicht. Je nach Vorlieben und Bedürfnissen, gibt es immer mindestens zwei Kandidaten. Da fällt mir die Auswahl nicht leicht...

Also greife ich zuerst einmal den Business Calendar heraus. Der Name scheint ja bereits anzudeuten, wofür sich dieser besonders gut eignet. Unterstützt werden von der App sowohl der Google Kalender, Exchange, PC-Sync, und Facebook-Kalender – es besteht also die freie Wahl, wie öffentlich man gern sein möchte.

Die App lässt sich sehr angenehm bedienen. In der Übersicht (siehe Screenshot) kann man mit einem Slider (unten im Bild) frei einstellen, welchen Zeitraum man gern sehen möchte. Oder man nutzt die „Zwei-Finger-Geste“ (auch als „Pitch-to-Zoom“ bekannt), um den Zeitraum anzupassen. Kontext-sensitive Hilfe ist auch mit dabei.

Hm, alle Details können in der Monats-Ansicht sicher nicht angezeigt werden. Aber auch hier ist der Business Calendar clever: Termin antippen, und die Details erscheinen in einem extra Layer. Schön übersichtlich.

aCalendar
aCalendar

Zu seinen Besonderheiten gehört u. a. auch ein eigenes Alarm-System – was ihn für mich zum Favoriten macht. Hier lässt sich mehr als nur der Alarmton auswählen: Wie oft und in welchen Intervallen soll der Alarmton wiederholt werden, wenn der Anwender nicht reagiert (ihn also offensichtlich überhört hat)? Neben dem „OK, hab's vernommen” gibt es zudem die Möglichkeit, den gerade tönenden Alarm zu verschieben. Dafür lässt sich aus zuvor konfigurierten Intervallen auswählen, oder auch spontan ein Zeitraum definieren.

Alternativ wäre auch aCalendar zu nennen, der sich wiederum voll auf das in Android integrierte Kalendersystem stützt – was die Auswahl oft auf den Google Calendar sowie den „lokalen” Kalender beschränkt. Dafür punktet die App allerdings an anderer Stelle: Die App ist relativ leichtgewichtig, und kommt auch in der kostenlosen Version komplett ohne Werbung daher. Geburtstage werden in der Tagesansicht gleich mit Kontaktbild eingeblendet, Kalendertermine lassen sich über QR-Codes und NFC austauschen, und vieles mehr.

Zusätzliche Features schaltet man sich mit der Kaufversion frei: Erweiterte Einstellungen, Aufgabenlisten, Business-Features wie Einladungen oder die Verwaltung von „frei/belegt“ Zeiten wären nur einige davon. Außerdem tut man dabei gleich noch etwas Gutes: Zehn Prozent seiner Einnahmen reicht TapirApps an den World Land Trust zum Schutz des bedrohten Wald-Tapirs weiter. Mit jedem Kauf von aCalendar erhält dieses Tier ca. 4 m² Lebensraum als Eigentum.

Beide Kalender kommen aus deutschen „Software-Schmieden” mit gutem Support. Für weitere Kandidaten sei wiederum auf die entsprechenden Übersicht verwiesen.

Und vielleicht gleich noch auf eine weitere, bei dem es um die Synchronisation der Kalenderdaten geht. Was? Achso, ja klar, geht auch über Google. Aber nicht jeder möchte seine privaten Daten auf fremde Server schicken. Und deshalb gibt es Apps wie CalendarSync (sofern man einen passenden eigenen Webserver hat – bei Firmen ist das oftmals der Fall), SyncEvolution (zur Synchronisierung mit Evolution unter Linux), und andere.

Passwörter

KeePassDroid
KeePassDroid

Passwörter sollen möglichst sicher gespeichert werden. Apps dazu gibt es ja scheinbar wie Sand am Meer – sicher sind diese aber nicht unbedingt. Daher sollte bei der Auswahl unbedingt ein Blick in die entsprechende Übersicht geworfen werden! Dort werden zwar nicht alle verfügbaren Apps ausführlich vorgestellt, doch die Liste hilft schon einmal, die „unsicheren Kandidaten“ zu eliminieren.

Nach guter Tradition soll aber zumindest eine App hier kurz erwähnt werden. Sie nennt sich in diesem Fall KeePassDroid. Sieht zugegeben etwas spartanisch aus (siehe Screenshot), ist aber sicher. Und es gibt eine PC-Version, mit der die App sogar kompatibel ist. Vorausgesetzt, man führt nicht zeitgleich in beiden Installationen Änderungen durch, hat man seine Passwörter somit an beiden Stellen parat. Gut verschlüsselt, versteht sich: Sollte ein „Fremder“ das Smartphone (oder auch nur die Passwort-Datei) in die Finger bekommen, beißt er sich beim „Knacken“ die Zähne aus.

Keepass2Android
Keepass2Android

Diese offizielle App unterstützt jedoch nur die Datenbank-Version 1.x – ein Manko, welches sich durch Verwendung von Keepass2Android umgehen lässt. Damit lässt sich die Passwort-Datenbank (unterstützt wird dabei das .kdbx Format, also KeePass 2.x) auch beispielsweise per WebDAV direkt auf dem eigenen Rechner, oder auch auf einem anderen Cloud-Server speichern. Ein integriertes Soft-Keyboard bietet zusätzliche Sicherheit gegen Clipboard-basierte Passwort-Sniffer. Und für all diejenigen, denen Netzwerk-Zugriff im Zusammenhang mit einer Passwort-Verwaltung zu suspekt ist, gibt es auch eine Version ohne Netzwerk-Unterstützung: Keepass2Android-Offline. Mit zusätzlichen Addons lässt sich die Funktionalität darüber hinaus auch noch erweitern, sodass man z. B. Datensätze per QR-Code mit anderen Geräten austauschen, oder via Bluetooth an den PC senden kann.

Zu den anderen Kandidaten (und es sind einige) kann ich nicht viel sagen – ich kann mir ja nicht alle angucken :grin: Generell sollte man jedoch vorsichtig mit dem Austausch von Passwörtern per Copy-Paste sein: Auf das Clipboard des Androiden haben auch andere Apps Zugriff.


Office-Pakete

Mobiles Office? Kein Ding. Eine passende Übersicht gibt es natürlich bei bei IzzyOnDroid. Ein paar Stichproben natürlich wieder hier.

TextMaker Mobile
Office 2012 (hier: TextMaker Mobile) ist die einzige Office-Suite mit vollständiger Unterstützung für das OpenDocument Format
Documents To Go
Documents To Go

Ein Kandidat, der die OpenDocument-Formate sowohl lesend als auch schreibend unterstützt, ist Office 2012 – die meisten anderen sind voll und ganz auf Microsoft konzentriert. Softmaker bietet diese Office-Suite in drei Teilen an: TextMaker Mobile kümmert sich um die Textverarbeitung, PlanMaker Mobile umfasst die Tabellenkalkulation, und Presentations übernimmt schließlich die Arbeit von PowerPoint bzw. Impress. Jede einzelne dieser Apps schlägt mit knapp 7 Euro zu Buche, wobei es jedoch in allen drei Fällen auch eine kostenlose Testversion mit 30 Tagen Laufzeit gibt.

Die prominenteste App im Office-Bereich wäre jedoch Documents To Go zu nennen. Wie auch Office Suite Pro unterstützt die App Word, Excel und Powerpoint in den gängigen Versionen: Dokumente können geöffnet oder neu erstellt, bearbeitet, und natürlich wieder gespeichert werden. Darüber hinaus ist außerdem ein PDF-Viewer mit an Bord. Jeweils ungefähr 10 Euro kostet die App – wobei es bei den kleineren Displays eher weniger Spaß machen wird. Aber dafür kann die jeweilige App nichts. Auf Tablets sieht es schon ein wenig anders aus...

Für Spartaner und Entwickler sind sicher auch noch reine Text-Editoren zur Bearbeitung einfacher ASCII-Texte interessant. Das spart nebenbei auch Ressourcen, denn sowohl App als auch Dokumente benötigen weniger Platz. Ein Mittelweg wäre ebenso denkbar, etwa bei Nutzung von Text-Editoren mit Unterstützung für Wiki-Formatierungen oder Markdown. Dabei kann durchaus auch eine komfortable Textverarbeitung herauskommen – mit Versionierung, Thesaurus, Wörterbuch und mehr, wie das Beispiel Jotterpad zeigt.

Nicht verschweigen möchte ich an dieser Stelle die ganz speziellen Notizen-Apps, von denen ich besonders Note Everything hervorheben möchte. Der Name ist wörtlich zu nehmen. Der Name ist Programm. Hiermit kann man wirklich alles notieren: Natürlich Textnotizen: Schnell ein paar Stichpunkte zum Vortrag, eh es wieder vergessen ist. Oder mal was skizzieren - kein Thema. Auch eine Foto-Notiz stellt Note Everything nicht vor ein Problem. Zu faul zum Schreiben? Dann diktier doch einfach was. Und schreib am Ende doch was dazu. Widgets sind ebenfalls mit von der Partie: Für die schnelle Notiz zwischendurch...

Wem das nicht reicht, der greift für ca. 3 Euro zur Pro-Variante – und erhält zusätzlich Abhak-Listen, Video-Notizen, Foto-Notizen (oops), und mehr.

Natürlich gibt es wieder eine Reihe von Alternativen, wie z. B. ColorNote, das auch bunte „Stickies“ auf den Home-Screens ablegen kann. Einfach mal in die Übersicht schauen.


PDF-Dateien Anzeigen und Erstellen

ezPDF
ezPDF

PDF (das „portierbare Dokumenten-Format“ oder, im O-Ton „portable document format“) wurde 1993 von Adobe auf den Markt gebracht – und stellt seitdem einen gewissen Standard dar. Die Besonderheit dieses Dokumentenformates ist, dass der Inhalt überall gleich dargestellt werden soll: Ob unter Windows, Mac, oder Linux, auf dem Bildschirm oder gedruckt... Auf dem Androiden? Die Frage ist sicher nicht unberechtigt! Also habe ich ein wenig im Play Store gestöbert, ob ich auch zu diesem Thema passende Apps nennen kann.

Und: „Yes, we can!“. Die unvermeidliche Übersicht gibt eine ganze Liste an die Hand – gegliedert nach einfachen Betrachtern, Generatoren, und Tools. Klar sind da auch wieder die „Original-Produkte“ von Adobe vertreten, auch wenn sie nicht unbedingt die Apps sind, die am besten abschneiden...

Bei den Betrachtern ist das vielmehr der ezPDF Reader. Kostet zwar gut drei Euro (eine „Lite-Version” für knapp einen Euro gibt es ebenfalls) – ist aber nicht nur topp bewertet, sondern kann auch eine ganze Menge: Er beschränkt sich nicht auf das Anzeigen einer PDF-Datei; das setze ich bei einem PDF-Reader als gegeben voraus. Mit dieser App lassen sich jedoch ebenso Markierungen anbringen, Texte unter- oder durchstreichen, Bereiche umrahmen (Rechteck oder auch Kreis/Ellipse), Notizen oder gar Freihand-Zeichnungen einfügen. Da bleibt eigentlich nichts mehr übrig, oder?

CamScanner
CamScanner

Wie jetzt – PDF-Dateien erstellen? Kommt ganz auf die Quelle an. Relativ viele Formate unterstützt Document Converter: nahezu alle MS-Office und OpenOffice/LibreOffice Formate kann diese App umwandeln. Gut 2 MB bringt die App auf die Waage – benötigt für die Umwandlung jedoch eine Netzverbindung, da diese auf dem Server des Anbieters stattfindet. Mit privaten/vertraulichen Daten sollte man daher Vorsicht walten lassen...

Ganz interessant sind in diesem Zusammenhang aber auch „Hosentaschen-Kopierer“ wie der abgebildete CamScanner Phone PDF Creator. Nein, diese Apps kopieren keine Hosentaschen – auf dem Smartphone installiert, passen sie aber bequem in selbige. Und man hat sie quasi immer zur Hand. Eben mal schnell ein paar Seiten aus einem Buch in der Bibliothek, die man zu Hause nochmal genauer anschauen möchte? Kein Thema. Schnell gemacht – und auf der SD-Karte gespeichert, zu Google Docs hochgeladen, oder per Mail verschickt. Ist mit etwa 12 MB ein wenig größer als zuvor genannte App, arbeitet dafür aber auch mehr lokal.

Achja: Dann lassen sich natürlich auch noch Webseiten zum Offline-Lesen konvertieren. Hierfür bietet sich z. B. die App UrlToPDF an. Mit gut 1 MB dient auch diese App natürlich nur als Frontend, welches die eigentliche Konvertierarbeit einem Webdienst überlässt – aber wenn die Quelle ohnehin öffentlich zugänglich ist, fällt dies weit weniger ins Gewicht, oder?


Zeiterfassung

Xpert Timer
Xpert Timer

Sicher nicht nur für Freiberufler interessant ist das Thema Zeiterfassung: Wieviel Zeit habe ich an welchem Projekt verbracht? Xpert Timer beantwortet mehr als nur diese Frage. Die Bedienung ist denkbar einfach, wie eine Stempeluhr: Bei Beginn der Tätigkeit auf Start, bei eventuellen Pausen auf Pause, und bei Feierabend auf Stop gedrückt. Natürlich müssen vorher einmal Kunde und Projekt erfasst sein – aber dann bekommt man neben zahlreichen Statistiken und Übersichten auch eine Stundenübersicht, die man sogar direkt aus der App heraus verschicken kann. Stundensatz eingetragen? Dann zeigt sich auch gleich, wie es ums Finanzielle bestellt ist.

Xpert-Timer bietet außerdem einen Barcodescanner. In der App lassen sich eigene Barcodes erstellen, diese dann auf Maschinen oder Akten anbringen und eine Tätigkeit durch einfaches scannen starten.

Wie beschrieben: Verschicken lassen sich die Reports direkt aus der App heraus. Aber auch einfach exportieren (als HTML oder CSV), und dann am PC weiter verarbeiten. A propos arbeiten: An einem Desktop-Client (leider nur für Windows) wird ebenfalls fleißig gearbeitet. Zusätzlich ist ein Plugin zum direkten Export im PDF-Format (kostenpflichtig) verfügbar.

Fairerweise seien die Mitbewerber hier aber noch kurz erwähnt: Da wäre z. B. Workaholic, dem man seine Arbeitsorte derart beibringen kann, dass er einen per Lokalisierung automatisch ein- und wieder ausstempelt. Oder Time Tracker, der die Daten auch noch per Passwort schützen kann.

Wollte ich jetzt hier alle Alternativen aufzählen, würde es ein wenig lang. Also verweise ich wieder einmal auf die passende Übersicht für die weitere Lektüre.


Sensoren

Tricorder
Tricorder

Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass unsere kleinen Androiden mit Sensoren gespickt sind. Kaum jemand denkt darüber nach. Und wer weiß eigentlich im Detail, was da so beteiligt ist?

Entdeckerfieber geweckt? Dann lohnt sich ein Blick auf die App Tricorder (siehe Screenshot). Ja, sieht auf den ersten Blick nach einem Startrek-Spielzeug aus. Aber das hat es in sich. Am linken Rand finden sich die verfügbaren Sensoren: Gravity (Beschleunigungs-Sensor), Magnetfeld (Kompass), Akkustik (Mikrofon), Geografisch (GPS), EMS (Elektro-Magnetisches Spektrum – also Funknetz), und schließlich Solaraktivitäten. Häh? Nein, für letzteres gibt es nicht wirklich einen Sensor – die Daten kommen übers Internet.

Die Anzeigen sind hier keinesfalls Fake, sondern spiegeln in der Tat die Sensoren-Daten wieder. Die Tricorder-App ist ein gutes Beispiel dafür, wie Praktisches sich mit Spielerischem verbinden lässt – weswegen ich es in meinem Buch auch unbedingt erwähnt haben wollte.

Leider hat Google den Tricorder auf Druck seitens Rechtsanwälten der CBS aus dem Markt entfernen müssen (obiger Link führt daher in den Aptoide-Store) – der Name war hier weniger der Grund, Stein des Anstoßes war wohl vielmehr das Design. Nachzulesen ist diese Misere bei Geek.Com. Als Ausweichmöglichkeit sei daher hier auf My Sensors verwiesen.

Wie lassen sich die Sensoren denn nun noch sinnvoll einsetzen? Da gibt es einige Möglichkeiten. Zum Beispiel als Compass, oder mit Bubble als Wasserwaage. Diverse Logger und Monitore sind ebenfalls im Play Store verfügbar. Und (Geschicklichkeits-) Spiele. Und mehr.

Details finden sich wieder einmal in einer Übersicht.


Augmented Reality

Compass Ball
Compass Ball

Hier wird die Realität erweitert – denn nichts anderes bedeutet die Übersetzung des Begriffs „Augmented Reality“. Dazu werden mehrere Dinge gemischt: Das Kamera-Bild wird mit weiteren Informationen versehen. Meist mit Daten eines oder mehrerer Sensoren. Oder mit Karten-Informationen. Oder weiteren Informationen zu auf dem Bild ersichtlichen Objekten. Oder einer Mischung mehrerer Komponenten...

Eine der einfacheren (aber dennoch wirkungsvollen) Varianten stellt hier Compass Ball dar: Nicht einmal 30kB Download erfordert dieses kleine Tool. Und prompt sitzt man im Kompass und schaut heraus auf die Umgebung. Nette Sache!


Google Goggles
Google Goggles

Etwas komplexer wird es da schon bei Google Goggles. Hier ist Augmented Reality eigentlich nur ein Teilaspekt der App, wie im Screenshot zu sehen: Wo bin ich eigentlich, und was schaue ich da gerade an? Auf Wunsch kann Goggles entsprechende Informationen einblenden. Auch ohne aktiviertes GPS (wie hier im Bild); mit GPS sind die Informationen natürlich etwas genauer. Und manche scheint die App auch nur preiszugeben, wenn GPS aktiviert ist.

Wenn ich schon Goggles hier erwähne, dann möchte ich auch noch kurz einige weitere Features der App nennen – im übertragenen Sinne lassen sie sich ja alle in dieser Kategorie unterbringen: Man macht Fotos von realen Dingen – und Goggles sagt einem, was man da fotografiert hat: DVDs und Bücher (Goggles nennt Titel, Preis, und Erwerbsquellen), Logos, Kunstwerke (geniale Sache zum Angeben: Kurzes Foto machen und dann wissend tun, dass van Gogh dieses Gemälde namens ... im Jahre...), Barcodes (Produkt-Infos und Kaufangebote), Visitenkarten (Übernahme der Daten in die Kontaktliste), und mehr.

Damit ist das Thema aber noch lange nicht ausgeschöpft. Zu nennen wären da noch Apps wie Wikitude und Mixare, die nicht nur mitteilen, was man unmittelbar sieht – sondern auch auf der Karte einblenden, was es in Blickrichtung (und in welcher Entfernung im eingestellten Radius) noch interessantes zu sehen gibt. Oder wenn es jemanden nicht auf der Erde hält: Mit Star Chart oder Satellite AR den Sternhimmel erkunden – was ist da gerade im Blickfeld? Sternbilder, Satelliten? Und wer ohnehin schon ein wenig Balla-Balla ist, kann auch gleich virtuelle (oder echte) Objekte jagen und abschießen (im Falle von „echten“ á là Paintball) – genug Spielmaterial gibt es auch dafür. Weitere Kandidaten natürlich wieder bei IzzyOnDroid.


Fernbedienen und Überwachen

Kommen wir uns nicht alle hin und wieder etwas fremdgesteuert vor? Und was fällt uns dazu bei unserem Androiden ein? Das logischste und naheliegendste ist, ihn als Fernsteuerung zu benutzen:

Den PC fernsteuern

TeamViewer
TeamViewer

Achso – dachte da jemand eigentlich an etwas anderes? Kommt auch noch, weiter unten. Aber zunächst schauen wir mal, wie wir unseren PC fremdsteuern können. Natürlich mit unserem Androiden. Und da gibt es Apps für alles Mögliche: Androide als Maus- oder Tastaturersatz, zur Bedienung von Powerpoint-Präsentationen, zur Steuerung verschiedener MultiMedia-Software wie Winamp, iTunes, VLC & Co. Auch Torrents im Blick behalten ist kein Problem.

Will man gar den gesamten PC fernsteuern, so ist auch das möglich. Auf den Mini-Displays so mancher Smartphones wird das aber sicher alles andere als bequem sein – und den meisten Tablets fehlt dafür die Netz-Verbindung... Aber es gibt hier zahlreiche Lösungen sowohl für Windows, Mac, Linux, als auch systemübergreifend.

Für letztgenanntes hat sich u. a. TeamViewer etabliert, und funktioniert sogar durch Firewalls hindurch. Hierfür installiert man auf den zu steuernden PCs den passenden Client. Und natürlich auf dem Androiden. Der Verbindungsaufbau erfolgt nun über einen Server von Teamviewer: Steckt der zu steuernde Rechner hinter einer Firewall, wird die Kommunikation vom Teamviewer-Server gemanagt. Andernfalls reicht dieser die Verbindung einfach durch.

Für den Privatgebrauch ist dies kostenlos – Firmen können entsprechende Lizenzen erwerben.

Wer bedenken hat, dass da der „Man-in-the-Middle“ zu sehr mithorchen könnte, der greift halt zu einer der anderen Lösungen (über VNC oder RDP). Mit Firewall dazwischen wird es allerdings schwierig...

Und wem jetzt eine Liste möglicher Apps zu diesem Thema fehlt, der werfe bitte einen Blick in diese Übersicht.


Multimedia-Geräte fernsteuern

Controloid
Controloid

Ohja, der Wust an Fernbedienungen auf dem Tisch oder Sofa. Und genau die, die man gerade benötigt, natürlich nicht dabei. All-in-Ones? Entweder zu teuer, oder nicht passend von der Belegung (welche Taste war's doch gleich nochmal?). Aber der Androide, der ist doch immer an der Frau (grabbel – oops... oder am Mann), kann man den nicht gleich... Aber klar doch, man kann!

Auch hier steht gleich wieder eine ganze Armee von Helferlein zur Verfügung. Aber eben wieder nicht für alles. Der große Haken: Die meisten gängigen Fernbedienungen funktionieren über Infrarot. Dafür haben die meisten „modernen Smartphones“ aber weder Empfänger noch Sender (warum eigentlich nicht? Hallo, Herr Steller vom Hersteller?). Bleibt natürlich das IP-Netzwerk und daran angeschlossene IP-fähige Geräte, sofern man keinen passenden Adapter hat (oha, sowas gibbet also auch – in der Tat.). Dreamboxen können das – und die guten alten DM70x0 (aber auch neuere) lassen sich z. B. mit Controloid bequem steuern. Und man sieht schon vor dem Umschalten, was einen da erwartet (siehe Bild links). Voraussetzung ist lediglich Enigma1 oder 2. Im Zusammenspiel mit einem Streaming-fähigen Videoplayer (z. B. VPlayer) kann man damit auch direkt auf seinem Androiden das aktuelle Programm verfolgen (oder die Konserven abspielen).

Eine ganze Reihe weiterer Geräte lassen sich ähnlich fernbedienen: Etwa verschiedene Blueray-Player von LG und Sony, netzwerkfähige Receiver von Denon, Marantz und Yamaha, diverse TVs, und mehr. Wo sich dazu weitere Informationen finden, ist sicher nicht schwer zu erraten: Ja, auch hierfür gibt es eine Übersicht...


Hausautomation & Überwachung

EZControl
EZControl

Bei Multimedia ist natürlich noch lange nicht Schluss – wir können mehr! Auch das Licht zum Beispiel. Oder andere Dinge. Mit der richtigen Hardware und z. B. der App EzControl lässt sich so einiges steuern. Dazu braucht es allerdings in diesem Beispiel auch eine EzControl XS1, die verschiedene Hersteller und Standards unterstützt. Andere Apps wiederum unterstützen wieder andere Standards, wie etwa KNX Controller für EIB/KNX, oder AutomationHD für ZWave. Also für (fast) jeden etwas dabei. Weitere Kandidaten finden sich hier.

Und wer jetzt noch wissen will, wann man das Licht ausmachen muss, damit der Einbrecher auf die F...lurtüre (geschlossen) rennt, der greift zur passenden Video-Überwachung. Je nach Geldbeutel ist diese mit WebCams oder „richtig guten“ IP-Cams ausgestattet. IP Cam Viewer unterstützt eine lange Liste von Kameras. HomeMonitor Viewer verspricht gar gleich, aus einer am heimischen PC angeschlossenen Webcam ein vollwertiges Surveillance-System zu machen. Und natürlich gibt es wiederum spezielle Apps für spezielle Kameras.

Nachdem der Einbrecher nun aufgelaufen ist, soll er vielleicht mit einer mobilen Kamera verfolgt werden? Mit AndRovio und der dazugehörigen Hardware ist auch das kein Problem.

Übrigens, nicht nur James Bond, sondern auch jeder Normalo kann sein Auto fernsteuern. Nein, nicht das kleine Spielzeug-Auto – das große. Zum Beispiel mit CarLink oder OnStar. Die Apps gibt es gratis – das dazu passende Auto eher nicht...

So – und die Gesamtübersicht hierzu findet sich in dieser Übersicht.


Server überwachen

uNagi
uNagi

Vom Haus zum Housing: Irgendwo steht der/stehen die Server, und keiner weiß, was auf ihnen eigentlich abgeht. Natürlich können wir auch diese überwachen. Und wenn es um Server-Überwachung geht, fällt uns wahrscheinlich als erstes Nagios ein. Genau dafür ist die App uNagi gedacht. Alles grün? Prima, dann gibt es auch keine Probleme. Oder der „problematische Service“ ist halt einfach noch nicht in Nagios eingebunden... Doch uNagi beschränkt sich nicht auf einfache Status-Meldungen – bei Bedarf können auch weitere Details (etwa Statistik-Graphen) abgerufen werden. Sogar konfigurierte Aktionen lassen sich vom Androiden aus damit auslösen. Zu viele Services konfiguriert, oder zu viele Maschinen überwacht? Die Ausgabe lässt sich auch filtern. Widgets befinden sich ebenfalls im Lieferumfang.

Nagios ist „zu fett“ für den eigenen Bedarf – es gilt ja nur zu wissen, ob der Webserver läuft bzw. wann er Probleme hat? Dann wären vielleicht Apps á là Network Host Monitor oder der DroidMon Website Monitor eine Alternative.

Weitere Kandidaten sind in dieser Übersicht aufgeführt. Natürlich ist auch hier die Liste keinesfalls vollständig...


Anders herum: Den Androiden fernsteuern

Huch? Wo isser denn? Piep doch mal! Ja, das geht nicht nur mit dem HTC-Sense Web Service. Das kann man auch haben, ohne seine Daten einem fremden Service anzuvertrauen. Auch wenn es dann wahrscheinlich nicht überall greift; aber meist hat man das „kleine Ding“ ja eher im eigenen Zuhause verlegt...

Das mächtigste Werkzeug in diesem Bereich ist sicher der bereits im Kapitel Das Android-Gerät vom PC aus verwalten vorgestellte PAW Server. Ja, die App möchte einige Berechtigungen haben – aber sie muss schließlich auf all das zugreifen können, was gesteuert werden soll. Etwa SMS. Oder ein Foto machen. Oder irgendwelche Daten vom Phone zotteln. Alles kein Thema; sogar ein Plugin für Tasker und Locale wird bereitgestellt. Bei laufendem PAW Server verwaltet man sein Phone dann bequem aus dem Web-Browser heraus.

Als Alternative dazu wäre MyPhoneExplorer zu nennen – der allerdings ein Windows-System mit dort installiertem Desktop-Client voraussetzt. Dann kümmert er sich aber u. a. auch um den Datenabgleich mit Outlook, Thunderbird, Sunbird, Lotus Notes, Tobit Davis, Windows Kontakte, Windows Kalender und anderen, um Backups, das Verwalten von SMS-Nachrichten, Anruflisten, Dateien, Anwendungen... Weitere Kandidaten finden sich natürlich wieder in einer Übersicht bei IzzyOnDroid.

Multimedia: Alles, was Krach macht

Zur Vielseitigkeit unserer kleinen Dauer-Begleiter gehört auch die Wiedergabe multimedialer Inhalte. Im allgemeinen Sprachgebrauch meint das: Audio und Video. Im übertragenen Sinne halt: Alles, was Krach macht. Also:

Musik: Jukeboxen und mehr

Cubed
Cubed

Dies ist wohl die gefragteste Gruppe: Warum noch einen MP3-Player zusätzlich mitschleppen? Allenfalls aufgrund der Akku-Laufzeit (sonst läuft am Ende nur noch der Träger und schnauft, während das restliche Equipment keinen Ton mehr von sich gibt).

Im „normalen Einsatz“ ist ³ (sprich: Cubed) sehr beliebt. Wo der Name herrühren mag, lässt sich dem Screenshot leicht entnehmen: Die Auswahl der Musikstücke erfolgt hier über einen Würfel. Senkrecht scrollt man durch die Alben, waagerecht geht es alphabetisch vor- bzw. zurück. Auch last.fm wird (laut Play Store-Kommentaren) unterstützt. Lädt Album-Art aus dem Internet, und bringt auch ein Lockscreen-Widget mit.

Dann wären sicher noch die „Hands Free“ Player für Auto und andere passende Plätze zu nennen (z. B. Car Tunes). Und Player, die mit der Zeit den Musikgeschmack des Hörers lernen, oder sich nach Farben bedienen lassen, Musik automatisch nach „Ähnlichkeit“ verknüpfen. Oder solche, die man über den Bewegungssensor steuert (Schüttelt es einen bei einem Titel – schüttelt es den Androiden gleich mit, und weiter geht's zum nächsten Titel). Player mit Timer zum Einschlafen. Radios. Streaming-Services mit den zugehörigen Abos. Und, und, und. Sollten diese Themen jemanden interessieren, schaut er einfach wieder in die zugehörige Übersicht.


Video-Player

MoboPlayer
MoboPlayer

Mucke alleine reicht nicht – es soll auch auf dem Screen zucken? Kein Thema, auch Video-Player für Android sind nicht gerade dünn gesät. Ein richtiger Alleskönner in diesem Bereich ist der MoboPlayer: Große Format-Vielfalt, Unterstützung für Untertitel und multiple Audio-Streams, Playlisten, Streaming aus dem Netz, sortieren, Thumbnails... Auf den ersten Blick scheint nichts zu fehlen. Auch eine spezielle Vorbereitung der Videos (Konvertierung) soll nicht nötig sein: Zum Einsatz kommt hier die FFMpeg-Engine; alles, was die versteht, kann also abgespielt werden. Und das ist nicht gerade wenig. Leider ist die App aus dem Playstore verschwunden; der App-Link führt daher zu Aptoide.

Ebenfalls auf eine große Formatvielfalt greift VitalPlayer Neon zurück. Also, falls der eine nicht will, einfach den anderen probieren! Oder den ganz anderen: No Video Player erlaubt, das Bild einfach wegzulassen. Damit bleibt das Display aus (spart Akku), und man kann das Musik-Video ohne Bild genießen...

Habe ich jetzt etwas vergessen? Oh, vielleicht etwa die offizielle YouTube App? Iwo, die ist in den meisten Fällen ja ohnehin bereits vorinstalliert. Wenn nicht, findet sie sich natürlich im Play Store – und man kann damit das allseits bekannte Portal durchsuchen, sowie die Funde abspielen. Und mehr.

Mehr? Ja, das gibt es natürlich. Wie immer, in der passenden Übersicht.


Wecker und Erinnerer

Sleep as Android
Sleep as Android

Das Klingeln des Aufzieh-Weckers ist „sowas von Out?“ Naja, zumindest braucht der keinen Akku. Dafür kann man natürlich das Aufziehen mal vergessen haben... Also gut: Ja, auch der Androide kann wecken. Hat sogar ab Werk eine entsprechende App dabei. Zu öde? Da ist aber jemand anspruchsvoll! Macht nix, Hilfe gibt es trotzdem. Und zwar umfangreich. Wenn jemand in dieser Übersicht nicht fündig wird, sollte mich das doch stark wundern!

Neben „schnöden“ allgemeinen Weckern gibt es hier eine ganze Reihe von Spezialitäten. So berücksichtigen Wecker wie Sleep as an Droid die Tatsache, dass wir nicht immer gleich tief schlafen, sondern in Phasen. (Die meisten haben sicher schon einmal von der „Tiefschlaf-Phase“ gehört: Wer da vom Wecker rausgerissen wird, steht meist „mit dem falschen Bein“ auf). Diese Spezialisten warten also darauf, dass man in den „Halbschlaf“ fällt – und wecken dann. Vielleicht 10 Minuten vor der Zeit, die eingestellt war; aber dennoch fühlt man sich ausgeruhter.

AlarmDroid
AlarmDroid

Das Gegenstück dazu sind die „Wellness Wecker“, die uns abends sanft einlullen (z. B. mit Natursounds, oder einem selbst zusammengebrauten Mix). Ob sie einen dann morgens per Polizeisirene aus dem Bett werfen, habe ich nicht probiert... Aber vielleicht mag man dazu ja einen anderen Wecker nehmen, der ordentlich Radau macht – und damit erst aufhört, wenn eine knifflige Mathe-Aufgabe gelöst, eine Quiz-Frage beantwortet, oder (besonders ausgefallen: Morning Routine) das passende Produkt zu einem zuvor eingescannten Barcode gefunden wurde. Wie, das war jetzt die Milch – und die ist gerade alle, der Müll auch schon runtergebracht? Nachschub gibt es im Supermarkt. Und von da zurückgekehrt, den Barcode eingescannt, ist man sicher wach. Wer das nicht schafft, sondern den Task-Killer rausholt: Ja, auch wenn diese Aufgabe erledigt ist, ist man wach...

AlarmDroid mag zwar optisch eher ein wenig schlicht wirken (siehe Screenshot), hat es aber durchaus in sich: Die App vereint das Beste aus den genannten Dingen, arbeitet zuverlässig, und nimmt noch einiges vorweg. Mich weckt sie jeden Morgen pünktlich mit einem persönlichen Gruß: „Guten Morgen, Izzy!“ Es folgen Uhrzeit, aktuelles und erwartetes Wetter. Umdrehen des Androiden löst die „Snooze“ Funktion aus – und 5 Minuten später geht das Ganze von vorn los. Bis ich den Androiden kräftig durchschüttel. Oder den Mini-Androiden auf dem Display mit meinen Wurstfingern erwische...

Alternativ ließe sich natürlich auch ein Internet-Radio-Stream abspielen. Oder das „Sanfte Wecken“ (beginnt leise und wird immer lauter) zuschalten. Und die Mathe-Aufgabe integrieren. Wird alles von AlarmDroid unterstützt.

Nicht verrückt genug? Es gibt auch Wecker, bei denen man seine Freunde das Weck-Video bei Youtube raussuchen lässt. Kann eine schöne Überraschung sein. Oder möchte jemand mal zurück-brüllen, damit der Wecker Ruhe gibt? Haben wir auch. Für Leute im „Winterschlaf“ gibt es sogar einen Wecker, der bei passendem Schnee auf der Piste losgeht.

A propos losgeht: Reisewecker sind was Feines, gelle? Und was, wenn Bus oder Zug wieder einmal Verspätung haben? Achso, das war bereits einkalkuliert, weil es die Regel ist... Nagut: Also was, wenn sie versehentlich mal pünktlich sind? Ohja, wir haben auch ortsbasierte Wecker. Die gehen nicht „wann“ los, sondern „wo“. Und man definiert statt der Uhrzeit Weckort und Radius. Sobald der Zug also 10km vorm Ziel ist, ist es soweit...


Tools

Einige Tools habe ich ja bereits vorgestellt – z. B. für die Verwaltung bzw. Organisation der Apps auf dem Androiden, oder für Backups. Einige weitere sollen in diesem Kapitel folgen:

Dateimanager

ES Datei Explorer
ES Datei Explorer

Wo ist jetzt diese dumme Datei gelandet? Und wie bekomme ich mal eben die Datei von A nach B? Oder einfach weg? Datei-Manager gehören eigentlich zur Grundausstattung. Nur leider kommt bei Android nicht wirklich etwas brauchbares mit. Aber zum Glück gibt es da genügend im Play Store – wie z. B. den ES Datei Explorer, der mit Abstand zu den beliebtesten Apps in dieser Kategorie gehört.

Und das nicht ohne Grund: Der ES Datei Explorer ist nicht nur intuitiv bedienbar, sondern kann auch gleich von Haus aus auf entfernte Dateisysteme (wie etwa den heimischen PC, oder auch einen FTP-Server) via SMB (alias Samba alias Windows-Freigabe) oder FTP zugreifen. Somit steht einem Datenaustausch nichts im Wege – auch wenn einmal kein USB-Kabel zur Hand ist. Dank eines integrierten FTP-Servers geht das auch in umgekehrter Richtung. Im lokalen Netzwerk werden SMB-Freigaben automatisch gefunden – auch hier also wieder einfache Bedienung und Laientauglichkeit.

Mit ZIP-Archiven kann diese App ebenfalls von Haus aus etwas anfangen. Sogar ein kleiner Bildbetrachter sowie Video-Abspieler sind integriert. Und wem das noch nicht ausreicht, der findet auch Plugins für einen „Bookmark Manager“ (Lesezeichen für Dateien, Verzeichnisse, etc. verwalten), einen „Sicherheits-Manager“ (Apps mit Passwort schützen, Thread Detector, Gerät aus der Ferne sperren, Standort des Gerätes ermitteln) sowie einen „Task-Manager“ (Task-Killer, Apps löschen – mit Widget). Ein App-Manager (einschließlich Backup & Restore) sowie root-Explorer (mit Bloatware-Remover, Startup-Manager, und mehr) sind ebenfalls mit dabei.

Total Commander
Total Commander

Die Szene wurde in letzter Zeit ein wenig aufgemischt – denn einer der bekanntesten Dateimanager aus der Windows-Welt hat den Play Store betreten. Die Rede ist vom Total Commander – und der kann sich offensichtlich in Sachen Funktionsumfang mit den beiden anderen vorgestellten Kandidaten durchaus messen. Wie der Screenshot erkennen lässt, kann man durch das lokale Dateisystem ebenso navigieren wie durch SMB-Freigaben. Ein Lesezeichen- sowie ein App-Manager sind zu erkennen, ebenso die Möglichkeit zum Download weiterer Plugins. Die Archiv-Unterstützung (ZIP, RAR) entspricht der des ES Datei Explorers; an Netzwerk-Protokollen stehen neben SMB offensichtlich noch FTP und FTPS zur Verfügung (SFTP ist unter Windows eben nicht so verbreitet). Ebenso soll ein Text-Editor direkt integriert sein. 4,6 Sterne bei ca. 90.000 Bewertungen legen nahe, dass der Total Commander sicher keine schlechte Wahl darstellt.

Weitere und ähnliche Apps sind wieder in der zugehörigen Übersicht aufgeführt.


Tastaturen

ThickButtons Tastatur
ThickButtons Tastatur

Zumindest in diesem Bereich ist bei Android bereits ein brauchbares Bordwerkzeug dabei. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht vielleicht besser ginge. Wobei: Was da besser ist, ist doch meist recht subjektiv – und so gibt es da auch die verschiedensten Ansätze für die Verbesserungen...

Ultra Keyboard
Ultra Keyboard

So gibt es mit ThickButtons (Bild rechts) eine Tastatur für Wurstfinger, die automatisch die wahrscheinlich passendsten Tasten (gemäß der vorigen Eingabe, also quasi Worte-raten) vergrößert, damit man sie besser trifft. Finger noch dicker? Viele Tastaturen bieten auch „T9“ an – tippen wie SiMSen in den „guten alten Zeiten“.

Eine andere Möglichkeit der Texteingabe ist das „Swypen“: Hier tippt man nicht jeden Buchstaben einzeln an, sondern „wischt“ über die Tastatur, ohne abzusetzen. Und wäre es nicht schön, wenn man auch die lustigen Smileys immer gleich zur Hand hätte? Oder Funktionen zum Kopieren und Einfügen? Oder statt selbst die finger anzulegen, den Text einfach zu diktieren? Ultra Keyboard vereint alle diese Möglichkeiten in einer App, für den Preis von ca. 2 Euro.

Nostalgiker aus Palm-Zeiten greifen vielleicht lieber zu Graffiti (ja, das gibt es auch für Android!). Und wer es futuristischer mag, holt sich einen Assistent, und gibt seine Anweisungen verbal: „SMS an Peter: Komme heute später.“ Geht natürlich auch ohne Reim: „Suche nächste Sushi-Bar!“ Der Assistent führt dann (hoffentlich) die richtige Aktion durch: Schickt dem Peter die SMS, und navigiert schließlich zur Sushi-Bar. Das sind nur einige Beispiele – da geht bestimmt noch mehr.

Mehr? Ja, wieder bei IzzyOnDroid.


System-Info

OS Monitor
OS Monitor
System Panel
System Panel

Wer belegt da eigentlich schon wieder den ganzen Speicher? Und wer frisst die ganze CPU? Und wo ist die Bandbreite der Netzwerk-Verbindung abgeblieben? Diese Frage beantworten Apps wie OS Monitor (links) oder SystemPanel (rechts).

Die Details sind da recht unterschiedlich (und weitere in diesem Bereich verfügbare Apps mögen wieder eine andere Zusammenstellung bieten). OS Monitor bietet u. a. einen Task-Manager, in dem man laufende Prozesse nach Kriterien wie CPU- oder Speicherverbrauch sortieren (und bei Bedarf auch beenden) kann, versorgt mit Informationen über vorhandene Netzwerk-Interfaces sowie offene Verbindungen (welche App und wohin – mit „whois“ und Karten-Ansicht), und bietet auch Zugriff auf die System-Logs. SystemPanel hingegen eignet sich gut zum „Monitoring“ – also zur Langzeit-Beobachtung der Verbraucher.

Natürlich sind das noch nicht alle Kandidaten dieser Kategorie: Da wären noch Android System Info, welches allgemeine System-Informationen, TaskManager, AppManager, und ein farbiges SystemLog zur Verfügung stellt. Auch eine ganze Reihe von Widgets mit SystemInfos gibt es. Mehr Informationen dazu natürlich wieder in der entsprechenden Übersicht.


Verschlüsselung

DroidCrypt
DroidCrypt

Vertrauliche Daten auf dem Smartphone sind heute sicher keine Seltenheit mehr. Was aber, wenn das Gerät in falsche Hände gerät? Wie sicher sind die Daten?

Wer also unbedingt sensible Dinge auf seinem Androiden haben muss, sollte sich vielleicht auch über Verschlüsselung derselben Gedanken machen. Apps wie Encryption Manager sind in der Lage, sowohl einzelne Dateien als auch ganze Verzeichnisse zu Verschlüsseln. Ein gut gewähltes Passwort, kombiniert mit einer sicheren Verschlüsselungsmethode – das macht das „knacken“ nahezu unmöglich.

Die App Droid Crypt bietet noch etliche zusätzliche Möglichkeiten: Etwa die Prüfung, ob irgendwo verschlüsselte Dateien auch noch unverschlüsselt vorliegen (das wäre gar nicht gut!). Oder die Möglichkeit, Dateien zusätzlich zum Verschlüsseln auch gleich zu komprimieren (um Platz zu sparen). Alternativ zu Passwörtern lassen sich übrigens mit dieser App auch die Bewegungs-Sensoren nutzen: Schwenken und Schütteln als Passwort, das ist doch mal was anderes!

Wer hingegen gleich das ganze Gerät verschlüsseln möchte: Diese Möglichkeit bietet Android ab Version 4.0 von Haus aus...


Automatisieren von Aufgaben

Wozu hat man eigentlich einen Hosentaschen-Computer, wenn man dann doch jede Kleinigkeit selber machen muss? Und Mensch ist ja so vergesslich: Wieder einmal das Telefon auf dem Schreibtisch liegen lassen, zum Mittagessen gegangen, und die Kollegen hat das dauernde Klingeln „erfreut?“ Oder vergessen, vor dem Starten des Navis GPS anzuschalten? Oder...

Tasker
Tasker

Was kann man also tun? Meine Übersicht zum Thema zeigt da etliche Möglichkeiten auf. Da gibt es einfache Apps für einfache Möglichkeiten (und einfache Leute) – und auch richtig komplexe Dinge, die schon ein wenig Einarbeitungszeit benötigen. Egal, was die Wünsche hier sind – dort sollte sich eine passende App finden.

Hat man einen sehr geregelten Tagesablauf, und möchte lediglich zeitgesteuert ein paar „kleine Dinge“ erledigt haben – wie nachts in den Flugzeugmodus, morgens wieder an, und von 9-17 Uhr leise? Dann reicht eine zeitgesteuerte App wie Timeriffic völlig aus. Geht jemand oft ins Kino, aber zu unterschiedlichen Zeiten – und da soll der „kleine Quälgeist“ gefälligst still sein? Dann greift dieser eher zu einer „ortsgesteuerten“ App wie Llama. Beides wird gebraucht, und vielleicht noch ein paar Aktionen mehr – doch zu kompliziert soll es auch nicht werden? Dann sind Apps wie EasyProfiles oder PhoneWeaver vielleicht das Richtige.

Wer das Ganze aber richtig ausreizen will, greift zu Apps wie Locale oder besser noch Tasker (Bild links). Gerade bei letzterem kann man sich so richtig austoben – den Möglichkeiten sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt: Bei Ankunft zu Hause das WLAN aktivieren. Um Mitternacht in den Flugmodus schalten, morgens um 7 wieder zurück, und dann auch gleich den Audio-Stream der Lieblings-Internet-Radio-Station (oder ein Random-MP3 von der Karte) auf die Ohren. Wenn der Kopfhörer angeschlossen wird, gleich den Musikplayer starten – und wenn die Navi-App gestartet wird, GPS anmachen.

Das waren noch die harmlosen Sachen. Wie wäre es damit: Während der Autofahrt eingehende Anrufe und/oder SMS automatisch beantworten lassen? Auch noch zu einfach. Anruf stummschalten, wenn das Handy auf das Display gelegt wird? Jaaa... Wifi Abschalten wenn Signal zu schwach? Geht auch. Automatische Freisprech-Einrichtung (Ton auf Lautsprecher legen, wenn Telefon nicht am Ohr)? Auch das.

Ich könnte noch eine ganze Weile so weiter machen. Alternativ kann aber auch in der „Rezepte-Sammlung bei Android-Hilfe.DE (Deutsch), oder in der Profil-Liste des Tasker Wikis (Englisch) nachgeschaut werden. Natürlich gibt es auch bei AndroidPIT zahlreiche Tasker-Threads, etwa mit Vorschlägen für neue Profile.“ Mit Tasker wird uns da kaum jemals der Stoff ausgehen...


Tiefergehendes für Fortgeschrittene

Nachdem sich die ersten beiden Teile dieses eBooks hauptsächlich an Einsteiger gerichtet haben, sollen auch die Fortgeschrittenen unter den Lesern nicht zu kurz kommen. Die hier behandelten Themen sind mit Sicherheit nichts für Neueinsteiger: Bevor man sich jedoch an die Umsetzung der „schweren Kost“ macht, sollte man mit seinem Android-Gerät schon recht gut vertraut sein.

Dennoch heißt das nicht, dass diese jetzt das „Buch aus der Hand“ legen müssen. Ich werde versuchen, möglichst allgemeinverständlich zu schreiben (auch auf die Gefahr hin, dass sich der eine oder andere mitlesende Profi ein wenig „verscheißert“ vorkommen könnte). Dies verschafft zumindest einen Überblick über sich bietende Möglichkeiten. Und als Seiten-Effekt findet sich (insbesondere im Tuning-Bereich) sicher auch der eine oder andere hilfreiche Tipp für Neulinge.

Aber genug der Vorrede – kommen wir zum Thema. Oder besser zu den Themen:

Der Super-User „root“

Kauft man einen Windows-PC, gibt es auf diesem einen Account für den Benutzer „Administrator“ – dem man bei der Ersteinrichtung ein Passwort verpasst. Installiert man Linux, heißt das Pendant „root“ (bei einem Mac sicher ähnlich). Android basiert auf Linux – aber trotzdem gönnen uns die Hersteller den root-Zugang in der Regel nicht, sondern drohen: „Wer sich root-Zugang zu seinem Gerät verschafft, verwirkt damit den Garantieanspruch.“

Damit ist nun klar, um was es bei dem Wort „root“ geht: Um den administrativen Zugang zum System, mit dem man alles (kaputt) machen kann. Naja, fast alles – die Hardware wohl eher nicht. Weshalb die Warnung mit der Garantie wohl letztendlich vor Gericht kaum haltbar sein dürfte, wenn man z. B. das Display wechseln lassen muss, oder der interne Speicher den Geist aufgibt (anders sieht es aus, wenn die CPU verglüht, weil man sie hoffnungslos übertaktet hat). Eine EU-Richtlinie stellt hier sicher, dass der Gewährleistungs-Anspruch trotz root nicht erlischt. Für detailliertere Beschreibungen des Unterschieds zwischen „Garantie“ und „Gewährleistung“ sei auf Wikipedia und Anwalts-Seiten.DE verwiesen.

Braucht man den root-Zugang nun wirklich? Ja und nein. Wer mit seinem Gerät, dessen Funktionen, sowie der verwendeten Software bereits rundum zufrieden ist, alles so läuft, wie gewünscht, und „eigentlich” nichts vermisst – der braucht auch keinen root-Zugang. Er hat ja bereits alles, was er braucht. Hat man hingegen ein Problem, was sich ohne den root-Zugang nicht lösen lässt, sieht das schon anders aus: Je nachdem, wie schwer es einen trifft, neigt sich das Zünglein an der Waage immer mehr der Anzeige zu, die mit „mach mich root!“ beschriftet ist.

Welche Vorteile sind es denn nun, die man mit einem root-Zugang erlangt – und welche Risiken sind damit ggf. verbunden?

Vorteile des root-Zugangs

Verschiedenste Einstellungen und Änderungen lassen sich ohne root-Zugang gar nicht vornehmen:

Diese Liste ist keinesfalls vollständig (natürlich auch nicht nach Relevanz sortiert – die wäre ohnehin wieder sehr subjektiv). Mit root hat man quasi überall Zugang – keine Ecke des Android-Systems bleibt verschlossen. Genau da liegt auch das Risiko – aber da liegt es auch beim root-Zugang auf dem Linux PC, oder dem Administrator-Zugang beim Windows-PC:

Risiken des root-Zugangs

Die Risiken sind schnell mit einem Satz beschrieben: Falsch angewendet, kann man sich mit root-Zugang das System unbrauchbar machen. Im schlimmsten Fall verwandelt man gar seinen Androiden in einen Ziegelstein – wenn man z. B. ohne Sinn und Verstand die CPU hoffnungslos übertaktet, und diese schließlich den Hitzetod stirbt. Mit Wissen und Verstand eingesetzt, ist der root-Zugang ein mächtiges und nützliches Werkzeug. Quasi wie ein Autoschlüssel: Setzt sich der 8-jährige Steppke damit hinters Steuer… Womit wieder bewiesen ist, dass man uns für absolut unmündig hält.

Oder sich schlicht vor unnötigen Rückgaben und Garantie-Einforderungen von sich selbst überschätzenden Anwendern zu schützen. Ein nachvollziehbarer Grund – denn solche Anwender gibt es leider zu viele. Da es somit i. d. R. keinen root-Zugang ab Werk gibt, liegt für Anwender mit Sinn und Verstand das größere Risko eher in der Erlangung eines solchen. Je nach Gerät und Verfahren ist dieses größer oder fast gar nicht vorhanden. Da die Höhe des Risikos jedoch vom verwendeten Verfahren abhängt, lässt sich hier keine allgemeingültige Aussage treffen. Für weitere Details bietet ein Artikel bei Stack Exchange einen guten Einstieg.

Noch ein Wort zu vermeintlichen Risiken: „Wenn ich mein Gerät gerootet habe, können dann alle Apps mit Superuser-Rechten jeden Mist machen?“ Im Prinzip ja, aber… Da gibt es eine App, die nennt sich SuperUser. Die kommt mit jedem root-Zugang mit. Und an der müssen die Apps vorbei, die System-Rechte haben wollen. Die App lässt sie aber nicht so einfach durch: Es erscheint ein Pop-Up, welches man bestätigen muss: Darf/darf nicht, nur diesmal/immer. Also z. B. „Darf“ „nur diesmal“, „Darf nicht“ „immer“. Oder umgekehrt. Fazit: Im Prinzip kann jetzt jede App Mist bauen – aber nur, wenn der Anwender es ihr explizit erlaubt.

Wie bekomme ich root-Zugang?

Das jetzt so zu erklären, dass es für jeden gilt, führt ein wenig zu weit. Für diese Übersicht kurz zusammengefasst, gibt es da mehrere Möglichkeiten – und je nachdem, um welches Gerät es geht, greift davon eine, keine, oder mehrere. Was ihnen jedoch fast ausnahmslos gemein ist: Sie alle nutzen vorhandene Sicherheitslücken im System, um root-Rechte zu erlangen.

Da ist zum einen „Software-root“: Man lädt sich die passende App auf den Androiden, startet sie, und bestätigt: „Ja, ich will root!“. Fertig. Toll: Mit so einem Gerät fühle ich mich absolut sicher. Wer sagt mir, dass eine andere App das nicht im Hintergrund tut, ohne mich zu fragen?

OK, auch die zweite Variante ist im Prinzip eine Art „Software-root“ (schließlich geht es ja um Software-seitigen Zugang). Nur geht es hier nicht um eine „einfache App“, sondern es ist schwieriger: Zunächst muss das USB-Debugging im Gerät aktiviert werden (explizierter Schritt, schwer von einer App auszuführen). Dann ist der Androide per USB-Kabel mit dem PC zu verbinden (unmöglich, dass das eine App im Hintergrund macht). Und schließlich muss man auf dem PC die „root-Software“ starten, die über das Kabel auf das Android-Gerät zugreift. Die Schritte sind noch immer einfach und nachvollziehbar – aber hier habe ich keine Bedenken, dass das ohne mein Zutun passieren könnte.

Variante Nummer drei ist das Einspielen eines speziellen update.zip über das Recovery-Menü, was jedoch nur in wenigen Fällen möglich ist. Denn entweder muss hierzu besagtes update.zip vom Hersteller des Gerätes signiert, oder aber die entsprechende „Prüfung“ unterbunden worden sein.

Welche Variante jetzt für ein bestimmtes Gerät verfügbar ist, und welche Software dafür benötigt wird, recherchiert man am besten im Forum. Bei AndroidPIT und anderen Communities gibt es gerätespezifische Foren, und meist gibt es dort wiederum ein Unter-Forum für root-Fragen – wo sich die Informationen finden, die für das jeweilige Gerät zutreffend sind. Auch ein Blick in den root Artikel des AndroidPIT-Wikis kann sich für weitere Informationen als nützlich erweisen. Und natürlich findet man auch Stack Exchange treffsichere Hilfe.

Für fast alle Android-Geräte bis Android 4.4.2 sollte sich Towelroot von Geohot eignen, welches sich eine Lücke im Linux-Kernel zunutze macht (die mit Android 4.4.3 geschlossen wurde). Towelroot gehört in die erstgenannte Kategorie – also .apk Datei herunterladen, installieren, und auf den „Mach-mich-root-Button” drücken.

Laufen dann alle Apps mit root-Rechten?

SuperUser Request
SuperUser Request

Eine oft aufkommende Befürchtung – zum Glück unbegründet. Also die kurze Antwort: Nein, nicht ohne ausdrücklichen Wunsch des Anwenders.

Für eine detaillierte Antwort muss ich etwas tiefer greifen. Und wir müssen uns in Erinnerung rufen: Ein Android-System läuft ja mit Linux, also gelten hier auch entsprechende Richtlinien. Und jede App läuft darüber hinaus unter einem eigenen Benutzer (das gilt auch, wenn auf einem Gerät mit Android 4.2 oder neuer mehrere Konten bzw. Profile eingerichtet sind). root ist ebenfalls ein Benutzer, wenn auch ein ganz spezieller. Und wenn eine „normale App“ etwas mit root-Rechten ausführen möchte, muss sie „root“ dazu auffordern. Der Befehl dazu heißt sudo, was wir in unserem speziellen Kontext mit „SuperUser, DO …“ wiedergeben können.

Wenn eine App selbst unter „root“ läuft, braucht sie auch kein „sudo“. Das betrifft aber unter Android nur System-Apps, auf die der Anwender in der Regel keinen (direkten) Zugriff hat.

Läuft sie jedoch nicht unter „root“ (und das ist bei Android die Regel: Jede App läuft, wie bereits gesagt, unter einem eigenen User), dann muss sie für Aktionen, die root-Rechte benötigen, root halt höflich bitten – und das tut sie, indem sie dem auszuführenden Befehl ein „su“ voranstellt. Also „su <Befehl>“. Derart geweckt, schaut der SuperUser in seiner Datenbank nach, ob die App denn sowas darf. Beim ersten Aufruf steht sie da noch nicht drin: Die Folge ist ein Popup der SuperUser-App „App xyz möchte etwas mit SuperUser-Rechten machen. Darf sie das?“. Dazu zwei Buttons für „Ja“ und „Nein“, sowie eine „Checkbox“, ob sich SuperUser diese Entscheidung für die Zukunft merken soll.

Bei jedem weiteren Aufruf findet der SuperUser die App in seiner Datenbank mit dem Vermerk „die darf das immer“ (sofern der Haken beim ersten Aufruf entsprechend gesetzt war), und führt den Befehl direkt aus. Zur Sicherheit wird dieser Fakt jetzt nochmals als Hinweis eingeblendet (siehe im unteren Teil des Screenshots). Die App wird dabei nicht gebremst, es ist auch keine Interaktion nötig. Daher sollte das in diesem Falle dann sogar vom Lockscreen aus funktionieren. Etwas störend ist das natürlich im Falle einer Screenshot-App, wie das Bild zeigt – da dieser Hinweis dann auf jedem Bild verewigt ist. Deshalb lässt er sich auch in den Einstellungen der SuperUser-App abschalten.

Weiterführende Informationen

Ein kleines Tutorial findet sich auch in einem Artikel bei NDroid: Rooten – Vorteile und Risiken.

Apps am automatischen Starten hindern

Wer kennt das nicht: Man schaltet sein Handy ein, es fährt hoch, und ist eine gefühlte Ewigkeit später auch „betriebsbereit“. Besonders üppig mit RAM ausgestattet sind unsere Androiden ja eher selten – und trotzdem tummeln sich schon zu diesem Zeitpunkt sackweise Apps in selbigem, die ich selten oder gar nie benötige: Flickr, FM-Radio, Google Maps, Peep... Wozu? Und wie kann ich das verhindern?

Hier soll es nun nicht um „aggressive Task-Killer“ gehen, die (ausgenommen vielleicht auf einer Ausschluss-Liste stehender Apps) wild alles abschießen, was „peep“ sagt (und nein, auch das Für-und-Wider derselben steht hier nicht zur Debatte). Stattdessen möchte ich Möglichkeiten nennen, gezielt die nicht (ständig) benötigten Apps an einem automatischen Start zu hindern (manchmal auch nachträglich, ooops).

Für weitere Kandidaten gleich an dieser Stelle der Verweis zur zugehörigen Übersicht.

AutoStarts Autorun Manager
Mit AutoStarts und Autorun Manager lassen sich die Startrampen der Apps erkunden

Ja, es gibt sie: Apps wie AutoStarts und Autorun Manager. Sie brauchen in der Regel Root-Rechte, um ihre Tätigkeiten auszuführen. Und sie unterscheiden sich zum Teil stark – sowohl in ihrer Bedienbarkeit, Übersichtlichkeit, Wirksamkeit, als auch in der Art ihrer Vorgehensweise.

Dazu ein wenig Hintergrund-Information: Es ist nicht so, dass es da einen „Startup-Folder“ gäbe. Vielmehr können sich Apps für „Events“ registrieren, bei denen sie gern gestartet werden möchten. Der gewöhnlichste, der jedem sofort einfällt, nennt sich „boot completed“ – unmittelbar, nachdem das System komplett hochgefahren ist. Aber das ist bei weitem nicht alles! Wer einmal mit o. g. AutoStarts sein System durchforstet, bekommt beim ersten Mal sicher Kulleraugen, wie viele solcher „Start-Rampen“ es gibt. „USB-Kabel angesteckt“ fällt einem vielleicht noch ein. Aber wer denkt sogleich an Dinge wie „eingehende SMS“, „abgehender Anruf“, „Speicher knapp“? Klar, jetzt fällt einem sicher auch „battery low“ ein...

Je nachdem, welche dieser „Start-Rampen“ unsere App nun also kennt, findet sie mehr oder weniger Kandidaten, die vom automatischen Starten abgehalten werden sollen. AutoStarts findet zum Beispiel sehr viele – Startup Auditor etwas weniger.

Und wie werden die Apps am Starten gehindert? Die meisten unserer „Verhinderer“ warten einfach auf deren Auto-Start, und schießen die App dann über den Haufen. Anders AutoStarts: Hier wird die App quasi gleich von der Rampe genommen – und AutoStarts merkt sich App und zugehörige Rampe, um die Aktion ggf. später wieder rückgängig machen zu können. Das ist natürlich weit effektiver (und auch Ressourcen-schonender), birgt aber eine Gefahr: Sollte man AutoStarts einmal deinstallieren, ohne zuvor die Änderungen rückgängig gemacht zu haben – dann kann man sie gar nicht mehr rückgängig machen (es sei denn, man hat ein gutes Backup der App-Daten von AutoStarts – oder installiert die betroffene App einfach neu). Hat also alles seine Vor- und Nachteile.

Achtung: Wer die Apps nicht direkt „von der Rampe nimmt“, sondern jeweils „nach dem Start abschießen lässt“ (im Falle von Unsicherheit gilt letzteres), sollte anschließend prüfen, was dabei passiert. Bei einigen Apps (z. B. Peep oder Aktien) passiert es gern, dass sie nach dem „Abschuss“ einfach wieder starten. Das kann dann in einen Kreislauf ausarten, der alles andere als Ressourcen-schonend ist! Es gibt allerdings eine App, die so etwas selbst erkennt: AutoRun Manager markiert eine sich so verhaltene App als „Selbst-Restarter“, sobald dieser Fall aufgetreten ist. Damit ist dann klar, dass sich diese nicht auf diese Weise am Starten hindern lässt...

Autorun Manager unterstützt übrigens beide Modi: Im „einfachen Modus“ (kein root erforderlich) schießt er die Apps nach dem Auto-Start einfach über den Haufen. Hier werden auch nur wenige Events berücksichtigt – also wahrscheinlich nicht alle Elemente erwischt. Im „Erweiterten Modus“ (erfordert root) hingegen verhält sie sich wie AutoStarts, und „unregistriert“ die jeweilige App vom jeweiligen Event. Hier muss man dann vor einer eventuellen De-Installation daran denken, vorher die ursprünglichen „Defaults“ wieder herzustellen (geht allerdings einfach: „Rescue-Mode“, und fertig).

Vorinstallierte Apps entfernen

Das kann echt nervig sein: Was hat mein Provider (bzw. der Telefon-Hersteller) da alles an Apps vorinstalliert, die „kein Mensch“ braucht? Und wie werd ich „den Schrott“ los? Jetzt kommt das böse Wort: „Ohne root? Gar nicht.“ Da wären wir also wieder. Zum Glück lassen sich ab Android 4.0 Apps zumindest auch ohne root „einfrieren“ (deaktivieren).

Titanium Backup
Titanium Backup

Und mit root? Ja, da gibt es Möglichkeiten. Die bekannteste dürfte wohl Titanium Backup sein: Mit dieser App lässt sich jede ungewünschte App komplett vom System entfernen, wenn es denn sein soll. Wem das zu heikel ist, der hat auch eine Alternative: Einfrieren (was Android ab Version 4.0 auch von Haus aus anbietet). Damit taucht die App in keiner Liste (außer hier bei Titanium Backup) mehr auf, wird nicht mehr (automatisch) gestartet – und kann dennoch jederzeit wieder „aufgetaut“ werden.

Nebeneffekt der App – der Name lässt es erahnen: Man kann damit vollständige Backups machen. Von einzelnen Apps. Von deren Daten. Vom ganzen System. Und natürlich bei Bedarf Daten, Apps und System aus einem Backup zurückholen. Klasse Sache bei einem Geräte- oder ROM-Wechsel (aufpassen: Unterschiedliche Geräte/ROMs = unterschiedliche Systemdateien; hier nur die Apps und ggf. deren Daten wieder herstellen, und die System-Dinge nicht anfassen).

Wer da noch einfrieren und auftauen kann, und noch einiges mehr, ist SuperBox, das sich selbst auch als „Schweitzer Taschenmesser“ bezeichnet. Definitiv auch einen Blick wert. Kann nämlich auch den Cache aufräumen, und solche Dinge – die im nächsten Kapitel zur Sprache kommen...

Tuning – Das Android-System auf Trab bringen

...und nicht nur das: Auch mehr Stabilität kann ein durchaus willkommener Nebeneffekt dieser Maßnahmen sein.

Ein altbekannter Effekt: mit der Zeit wird unser Androide immer träger. Oder kommt uns das nur so vor? Doch spätestens dann, wenn jemand seinen „guten alten“ Freund aus der ersten Generation neben einen Kameraden aus der aktuellen Mittel- oder gar Oberliga legt, liegt die Antwort auf der Hand: Ja klar, der neue ist definitiv schneller. Diesen großen Schritt werden wir mit unseren „alten kleinen Gurken“ kaum vollständig bewältigen – aber wir können die Lücke kleiner machen. Und darum soll es hier gehen, in mehreren Schritten. Nicht jeder wird alle Schritte durchführen können/wollen (ich sage nur, da kommt Herr Root ins Spiel) – dennoch ist sicher für die meisten etwas passendes dabei. Selbst wenn das Gerät bereits neuer und schneller ist: Ein wenig Finetuning kann ja nicht schaden, gelle?

Schnellwaschgang

Bevor ich ein wenig in die Details einsteige, hier ein paar Schnelltipps für Ungeduldige – sozusagen das Wichtigste auf einen Blick (eine Übersicht über Verbrauchsdaten gibt es im Anhang):

Akku-Laufzeit verlängern
Mehr Speed
Mehr Platz im internen Speicher schaffen

Apps auslagern

Normalerweise werden Apps im Telefonspeicher installiert – und der ist nicht immer unbedingt üppig ausgestattet. Ein paar „größere Knaller“ installiert, und voll ist er: Vor der Installation der nächsten App muss man sich also entscheiden, auf welche bereits installierte App man hier verzichten kann...

Link2SD
Link2SD

Mit Froyo (Android 2.2) und neuer, lässt sich bereits von Haus aus App2SD nutzen – größere bzw. seltener benutzte Apps können so auf die SD-Karte ausgelagert werden. Damit hat man wieder freien internen Speicher – u. a. auch für die Apps, die kein App2SD unterstützen. Fertig – der Rest dieses Kapitels kann nun übersprungen werden!

Hm, noch hier? Also noch Android < 2.2 am Laufen? Oder Android 4.x, und der Hersteller hat die Unterstützung für App2SD entfernt? Oder einige Apps am Werkeln, die sich partout nicht verschieben lassen wollen? Kein root? Naja, dann hat das Folgende eher informativen Charakter. Um die hier beschriebenen Möglichkeiten zu nutzen, muss der Androide zuvor gerootet werden...

Die App Link2SD (Bild rechts) ermöglicht das Auslagern von Apps auf die SD-Karte auch unter „älteren“ Android-Versionen. Und zwar sogar „besser“ als Apps2SD: Es wird eine separate Partition auf der Karte angelegt (äh, falsch: der Anwender muss diese Partition im ersten Schritt anlegen). Auf diese verschiebt man dann die gewünschten Apps, und am ursprünglichen Speicherort werden sogenannte „symbolische Links“ auf die neue Location angelegt. Schließt man nun den Androiden per USB-Kabel an den PC an, wird nur die andere Partition dorthin exportiert – und die ausgelagerten Apps bleiben weiterhin lokal verfügbar. Das ist bei App2SD nicht der Fall.

Was hierfür benötigt wird, und welche Schritte nötig sind, beschreibt u. a. ein Tutorial bei DroidWiki ausführlich.


Cache bereinigen

Quick App Manager
Quick App Manager

Und weiter geht's mit der Bereinigung des internen Speichers. Dieser Schritt benötigt kein root – kann also von jedem genutzt werden.

Cache ist schon eine feine Sache, und soll so manche Dinge ja schneller machen. Zum Beispiel, indem man Daten aus dem Internet im lokalen Dateisystem ablegt, damit man sie nicht jedes Mal neu laden muss, wenn sie wieder gebraucht werden. Der letzte Teilsatz ist aber genau der Knackpunkt: Braucht man sie überhaupt noch? Und was, wenn dummerweise mal gerade eine „kaputte Variante“ im Cache landet? Oder der Platz im internen Speicher knapp wird?

Kurz: Wird der Cache gelöscht, geht dabei nix kaputt. Die Daten müssen im schlimmsten Fall neu (z. B. aus dem Internet) geladen, oder neu generiert werden. Dafür ist aber anschließend aufgeräumt – und so manches Problem nebenbei mit behoben.

Und wie erledigt man das? Mit Bordmitteln: In den Einstellungen in die Anwendungs-Verwaltung gehen, jeden Eintrag einzeln durchforsten (ob die App überhaupt Cache nutzt), und für jede betroffene App den Cache von Hand löschen. Da geht schon mal gern ein Stündchen bei drauf – und bequem ist es auch nicht gerade. Zum Glück gibt es zahlreiche Alternativen, wie z. B. Quick App Manager (rechts), Simple Cache Cleaner, und weitere. Eine andere schnelle Möglichkeit, die keiner Extra-App bedarf: In das Recovery-Menü booten, und „Wipe Cache“ auswählen. Klappt bei jedem Gerät.


RAM bereinigen

Auto Memory Manager
Auto Memory Manager

Nachdem wir uns nun um den internen Speicher gekümmert haben, geht's ans Eingemachte: Das RAM ist fällig!

Wer aber nun an Task-Killer denkt – voll daneben. Kontrovers diskutiert, verteufelt, hochgejubelt… Aus meiner Sicht ist die Aufgabe eines Task-Killers nicht, freien Speicherplatz im RAM zu schaffen (das ist eher ein Nebeneffekt) – sondern vielmehr, „hängende“ Apps zu beenden, die andernfalls z. B. Amok laufen, oder das System lahmlegen (z. B. mit hoher CPU-Last). Details finden sich weiter oben unter Von Taskkillern und anderen bösen Buben.

Nächstes Argument: „Android kümmert sich doch selbst um die Speicherbereinigung“. Jetzt kommen wir der Sache näher: Ja, das stimmt – die Frage ist nur: Wann? Wie oft? Und wie? Darum geht es in erster Linie: Die zugehörigen Einstellungen für diesen sogenannten „OOM-Killer“ (Out Of Memory Killer) anzupassen. Ihm beizubringen, wie viel freien Speicher wir benötigen – und wann er zuschlagen darf.

Auch hierfür gibt es wieder zahlreiche Helferlein. Da es sich um System-Einstellungen „unter der Haube“ handelt, wird hier i. d. R. root benötigt. Eine rühmliche Ausnahme ist da Auto Memory Manager (Bild links), der es angeblich auch ohne schafft. Selbst getestet habe ich den AutoKiller Memory Optimizer, der recht gut funktioniert.


Swapspace nutzen

Kommen wir zum nächsten Punkt dieser Reihe: Wenn das RAM nicht reicht, wie schaut es mit „virtuellem RAM“ – also dem Auslagern auf einen anderen Datenträger – aus? Hier brauchen wir definitiv wieder root.

Klar: Wenn der Speicher im RAM knapp wird, kommt Android (genauer: o. g. OOM-Killer) daher und beendet „überflüssige“ Prozesse. Geht ja auch nicht anders. Aber was in diesem Augenblick überflüssig ist, war das vielleicht vor 10 Minuten noch nicht – und wird u. U. in weiteren 10 Minuten doch wieder benötigt. Ja, es lässt sich neu starten – aber das ist naturgemäß nicht so schnell wie das „aufwecken“ bestehender Strukturen.

Mehr RAM ist (in bestehender Hardware) schwer realisierbar – es lässt sich ja nicht, wie etwa beim PC, einfach ein zusätzlicher Speicher-Riegel einstecken. Somit kommen wir zur Auslagerung, dem sogenannten Swapping. Hierbei wird ein Bereich eines Datenträgers (gewöhnlich einer Festplatte – im Falle unserer Androiden muss dafür die SD-Karte herhalten) genutzt, um Teile des RAM (natürlich die gerade am wenigsten benötigten) dort temporär unterzubringen. Werden diese wieder gebraucht, liest das System sie halt erneut ein. Das ist zwar nicht so schnell, als würde ausschließlich im RAM gearbeitet – aber i. d. R. immer noch schneller und besser, als hätte man diese Möglichkeit überhaupt nicht.

Wirklich notwendig ist das jedoch allenfalls bei Geräten, die – man verzeihe mir die Ausdrucksweise – in Sachen RAM-Austattung eher „minderbemittelt“ sind. Was sich nicht etwa daran festmachen lässt, wieviel (oder wie wenig) RAM ungenutzt ist: Ungenutztes RAM betrachten Linux-basierende Systeme nämlich als „Resourcen-Verschwendung“. Was hier nicht von Anwendungen benötigt wird, verwendet das System beispielsweise als Cache für langsamere Dateisysteme (etwa auf SD-Karten) – und gibt selbigen Cache wieder frei, sobald er „an höherer Stelle“ benötigt wird. Ein besseres Kriterium ist daher beispielsweise die Beobachtung, dass zuvor genannter OOM-Killer ein wenig zu häufig zuschlägt, und etwa der Homescreen jedes Mal bei verlassen einer App erst wieder neu geladen werden muss. Als Faustregel für „Otto Normalverbraucher“ könnte man sagen: Verfügt der Androide über 1 GB RAM oder mehr, wird i. d. R. kein Swap benötigt. Beschränkt sich die Anwendung auf eine handvoll kleinerer Apps, kommen sogar Geräte mit weniger als 512 MB RAM ohne Swap locker aus: Selbst mein altes Wildfire stößt mit seinen 312 MB RAM unter Android 4.0 derzeit nicht an eine derartige Grenze.

Wie lässt sich das nun bei Bedarf realisieren – sofern wir nicht ein Custom-ROM einsetzen, bei dem es bereits „fertig eingerichtet“ ist? Dafür sind mehrere Schritte notwendig:

Unnütze Apps raus!

Das sollte eigentlich sowas von klar sein: Apps, die man überhaupt nicht mehr braucht, belegen unnütz Speicher – und können auch bei Nicht-Benutzung das System (leicht) ausbremsen. Also runter damit! Die notwendigen Details hierzu finden sich bereits weiter oben unter Apps verwalten. Und was man nicht deinstallieren kann/möchte, kann man ja zumindest noch am automatischen Starten hindern.

SD Maid
SD Maid

Noch Leichen im Keller? Im Laufe seines Androiden-Lebens hat unser Gerät so manche App „einmal kurz gesehen“, die dann wieder entfernt wurde – etwa weil wir etwas besseres gefunden haben, oder die App aus anderen Gründen nicht mehr benötigen. Nicht jede dieser Apps wurde restlos entfernt – manch eine App ließ noch ein paar „Leichen“ zurück. Und dann wären da noch diverse „core dumps“ von „Force Closes“ („Schließen erzwingen“), System-Logs, und mehr.

Eine App verspricht, sich genau darum zu kümmern: SD Maid (Bild links). Die App braucht allerdings root. Was sie tut: Sie durchsucht die typischen Verzeichnisse (/data/data und /mnt/sdcard/Android/data bzw. bei Samsung-Geräten /dbdata/databases für erstere Location) und vergleicht die dortigen Einträge mit der Liste tatsächlich installierter Apps. Auf diese Weise wird überflüssiges identifiziert, und kann entweder einzeln (Eintrag antippen) oder gleich in einem Rutsch („Clean All“) entfernt werden. Im Reiter „Clean System“ lassen sich weitere Plätze und Dinge bereinigen – etwa System-Logs, Core-Dumps oder – huch? – auch Cache.

CPU Taktung anpassen

Wiedermal nur für gerootete Geräte.

SetCPU
SetCPU

Hier gibt es generell eigentlich zwei Richtungen:

Eigentlich klar soweit – auch wenn die meisten beim Thema „CPU Taktung“ nur/zuerst ans Übertakten denken, auch Untertakten kann seine Vorteile haben. Beim Übertakten sollte man überdies vorsichtig sein, dass man aus seinem Androiden nicht zuerst eine Warmhalteplatte, dann eine Kaffeemaschine, und schließlich einen Ziegelstein macht – nicht übertreiben!

Sinnvolle Szenarien beinhalten u. a.:

Viele der CPU-Taktveränderer decken die ersten beiden Punkte ab. Der dritte Punkt ließe sich z. B. mit Tasker sicher realisieren.

Wiederum gibt es etliche Apps, die beim Drehen an der CPU-Schraube behilflich sein wollen. Die bekannteste ist sicherlich SetCPU (rechtes Bild), der bekannteste Mitbewerber dazu heißt CPU tuner. Weitere Kandidaten sind in der passenden Übersicht benannt, oder finden sich auf den jeweiligen Seiten der Apps als Alternativen aufgeführt.

Durststrecke – mehr aus dem Akku herausholen

Wenn der Akku mit einer Ladung länger durchhalten soll, müssen wir den Energieverbrauch senken. Soweit klar. Also stellen sich die Fragen:

Schauen wir uns diese Fragen also einmal nacheinander an.

Was verbraucht Energie?

Gleich von vorn herein auf den Aspekt des „können wir dem beikommen“ betrachtet, lassen sich die Verbraucher schnell auf wenige Punkte reduzieren:

Dafür verantwortlich sind natürlich die Apps, welche die Ressourcen beanspruchen – und natürlich nicht zuletzt der Benutzer, der einen gewissen Einfluss auf diese Apps hat. So ergeben sich einige Lösungsansätze schon von selbst:

Wie können wir dem beikommen?

Zum größten Teil sind diese Punkte bereits in den vorigen Kapiteln behandelt worden. Die entsprechenden Kandidaten seien daher hier nur noch einmal kurz aufgezählt:

Die meisten Dinge haben wir bereits besprochen. Ein paar jedoch noch nicht:

Speicherzugriffe: Ja, klar: mehr Cache mit sauberem Speicher – stand doch da schon. Richtig, aber das ist noch nicht alles. Die Frage ist auch: Was für eine SD-Karte steckt in meinem Gerät? Im Allgemeinen verbrauchen „ältere Karten“ (also die langsameren Teile – erkennbar u. a. an ihrer kleineren „Klasse“) mehr Strom als neuere, da Lese- und Schreibzugriffe bei diesen länger brauchen. Eine neue Karte verschafft uns also u. U. nicht nur mehr Speicher, sondern ist auch schneller – und der Akku hält länger. Steht also ohnehin ein Neukauf an, sollte man nicht zu knauserig sein: Lieber einen Euro mehr ausgeben, und was vernünftiges holen! „Class-6“ sollte es heutzutage schon sein – unter „Class-4“ sollte man nicht mehr gehen.

Netzwerk-Zugriffe: Auch diese kosten Energie – manche mehr, manche weniger. 3G (UMTS) knabbert i. d. R. stärker am Akku als 2G (GPRS/EDGE). Wer also nicht unbedingt auf „HighSpeed“ an dieser Stelle angewiesen ist, schaltet 3G einfach komplett ab (schaut aber sicherheitshalber zuvor noch unter 2G versus 3G: Spart 2G wirklich so viel Akku? nach). Die passenden Schalterchen finden sich in Einstellungen › Drahtlos und Netzwerke › Mobile Netzwerke (Netzwerkmodus: „Nur GSM“, bzw. „Nur 2G“). Weitere Kandidaten sind Bluetooth und WLAN, die man bei Nichtgebrauch auch deaktivieren kann (siehe dazu unter Helferlein).

In die Rubrik Netzwerk-Zugriffe gehört übrigens auch der mobile Datenabgleich – hier kann man ebenfalls einschränken: Wetterinformationen müssen nicht alle fünf Minuten aktualisiert werden (hier genügen in der Regel 3-6 Stunden als Intervall). Bei RSS-Feeds kommt es auf die Ansprüche an; normalerweise ist ein stündlicher Abgleich aber ausreichend. Bei vielen RSS-Readern lässt sich das sogar noch auf die Zeiträume beschränken, in denen eine WLAN-Verbindung verfügbar ist; das spart dann nebenbei auch noch Datenvolumen. Bei Mails empfiehlt sich ein Anbieter (und eine App), die das „IMAP Idle“ Protokoll unterstützen: Dann stößt der Server nämlich den Abgleich an, wenn neue Mail eintrifft – und man muss nicht alle paar Minuten unnötig nachschauen lassen („Pollen“). Letzteres gilt jedoch nur, wenn man wirklich „ständig auf dem Laufenden“ sein muss; wem eine Aktualisierung alle 30 (oder mehr) Minuten genügt, für den ist „Polling“ sparsamer.

Kamera: Natürlich braucht auch diese „Saft“, und nicht unbedingt wenig. Das betrifft nicht nur das Fotografieren, sondern auch die Barcode-Scanner. Von letzteren sind einige dafür bekannt, dass sie auch nach dem Beenden noch fleißig weiter nuckeln (was an einem Bug in der betreffenden Google-API zu liegen scheint). Hier könnte also ausnahmsweise ein Task-Killer-Einsatz gerechtfertigt sein. Oder aber die Wahl eines alternativen Barcode-Scanners.

Zu letzterem Fall gibt es sicher noch Parallelen, wo eine alternative App sparsamer wäre als die gerade eingesetzte. Um solche Kandidaten aufzuspüren, kann man z. B. die Statistiken unter Einstellungen › Telefoninfo › Akku › Akkuverbrauch nutzen, die besonders hungrige Apps auflistet. Aber aufpassen: Die Statistik zählt seit dem letzten Boot – lief eine hungrige App also nur mal eben ein Minütchen, fällt sie hier (noch) nicht so ins Gewicht. Mehr Details liefert dann, je nach eingesetzter Android-Version, auch noch ein „Anruf“ bei der magischen Nummer *#*#4636#*#*

Helferlein

Nicht verschweigen möchte ich hier einige Helferlein, die dem Nutzer beim Energiesparen „unter die Arme greifen“ können. Grob gesehen wären dies zwei Kategorien von Apps: Schnellumschalter (finden sich in dieser Übersicht), und im Hintergrund laufende, auf „Events“ reagierende Apps.

Dazzle Configurable Switcher
Dazzle Configurable Switcher

Schnellumschalter sind meist Widgets auf dem Home-Screen, mit denen man „toggeln“ (also zwischen zwei Zuständen wechseln) kann. z. B. „WLAN an/aus“, „Bluetooth an/aus“, etc. Einige dieser Widgets stehen schon „von Haus aus“ zur Verfügung – aber damit kann man sich den Home-Screen schnell „zupflastern“, wenn mehrere benötigt werden. Daher gibt es auch Apps, die mehrere Schalterchen sinnvoll vereinigen, und so platzsparend mehr anbieten können. Als Beispiele seien hier nur Dazzle (rechtes Bild) und Extended Controls genannt. Spätestens ab Android 4.0 (und auf einigen Geräten auch bereits früher) gibt es von Haus aus auch die „Quick-Settings“ in der Benachrichtigungsleiste.

JuiceDefender
JuiceDefender

Hintergrund-Aufpasser beeinflussen den Energieverbrauch „ereignisgesteuert“, wobei der Anwender die Ereignisse meist selbst festlegt. Zum Beispiel: Wenn weniger als 20% Akkuleistung verbleibt, schalte Bluetooth und WLAN aus. Die bekannteste App in dieser Kategorie nennt sich JuiceDefender; ein vergleichbarer Kandidat wäre Green Power.

Greenify
Greenify

Ein Hintergrund-Aufpasser der besonderen Art ist Greenify, welches sich um „unartige Apps“ kümmert. Damit meine ich Apps, die nach ihrer Benutzung und vermeintlichen Beendigung im Hintergrund fleißig weiter Ressourcen verbrauchen (ein gutes Beispiel dafür wäre etwa Google Maps). Greenify kümmert sich um vom Anwender festgelegte Kandidaten, und befördert sie nach ihrer Nutzung automatisch in den Ruhezustand – also quasi ein „Einfrieren On-the-Fly“. Wer also derartige Bösewichter auf seinem Androiden hat, der kann mit Greenify noch einiges an zusätzlicher Akku-Laufzeit herausholen.

Wie ein einfacher Anwender passende Kandidaten ausfindig machen soll? Natürlich mit Greenify selbst. Die App greift ihm dabei nämlich durchaus hilfreich unter die Arme, wie der Screenshot zeigt. So werden zunächst bereits im Hintergrund laufende Apps aufgeführt, zusammen mit der von ihnen bereits verbrauchten Systemzeit. Sieht man hier auf den ersten Blick einen „Ausreißer“ mit extrem hohen Werten, wäre das sicherlich ein guter Kandidat. Diesem Segment folgen weitere: Etwa mit Apps, die das System bei bestimmten Ereignissen ausbremsen (weil sie zu diesen automatisch gestartet werden wollen). Zu guter Letzt lassen sich schließlich auch alle installierten Apps durchforsten.

Drei kleine „Handicaps“ gilt es zu beachten: Erstens Einen bedarf es zur Behandlung von System-Apps der Donation-Version. Dies betrifft z. B. mein Parade-Beispiel Google Apps, sofern es bereits auf dem Gerät vorinstalliert war. Zweitens sollte man mit Bedacht an die Sache herangehen: Greenified man etwa eine Nachrichten-App (etwa WhatsApp), kann diese im „Ruhezustand“ auch nicht mehr auf eingehende Nachrichten reagieren – es sei denn, man setzt das „Donation Package“ ein. Drittens lässt sich Greenify zwar generell auch ohne root einsetzen – ihr volles Potential spielt die App allerdings erst mit root aus.

Weiterführende Informationen finden sich beispielsweise in einem Video bei XDA Developer TV, welches allerdings in englischer Sprache gehalten ist, sowie in einem ausführlichen Artikel des AndroidUser auf Deutsch.

Nicht vergessen werden sollten an dieser Stelle auch spezielle Helferlein wie APNdroid (mit dem man sein Telefon – temporär – daran hindern kann, Netzwerk-Verbindungen aufzubauen) oder 3G Watchdog (passt nicht so ganz hier, da es eher über das Datenvolumen wacht – aber es nutzt APNdroid, wenn man möchte, um bei einem bestimmten Volumen „abzuschalten“).

Sicher gibt es noch etliche mehr – und ich gebe auch frei heraus zu, nicht alle zu kennen. Aber ich hoffe, hier zumindest einen Einblick in die Möglichkeiten gegeben zu haben – sodass man zumindest weiß, wonach man Ausschau halten kann. Und zum Glück werden ja sowohl im Google Playstore als auch bei AndroidPIT zu (fast) jeder App eine Reihe vergleichbarer Kandidaten genannt, sodass man sich da weiter „durchhangeln“ kann.


Den Akku Kalibrieren

Battery Calibration
Battery Calibration

Die Kapazität eines Akkus kann nicht einfach über ein Messgerät erfasst werden – das ist aus technischen Gründen leider nicht möglich. Daher sind angezeigte Kapazitäten und Laufzeiten lediglich Schätzwerte auf Basis zurückliegender Beobachtungen, die der im Akku befindliche Ladeprozessor aufgezeichnet hat. Damit das Gerät nicht „plötzlich und unerwartet“ bei einem angeblichen Akku-Stand von über 30% „das Zeitliche segnet“, oder aber die Anzeige schnell von 100% auf 1% fällt, um dann noch ein paar Stunden dort stehen zu bleiben, bevor der Akku wirklich leer ist, muss dieser Prozessor also lernen, wie sich der Akku verhält – und seine Berechnungen auf Grundlage dieses Verhaltens neu ausrichten.

Dies geschieht durch einen sogenannten „vollständigen Ladezyklus“. Bildlich gesprochen, wird der Akku dabei einmal von 100% auf 0% und wieder auf 100% gebracht – wobei während des gesamten Zyklus das Ladegerät exakt ein Mal mit dem Gerät verbunden wird (oder auch umgekehrt; auf jeden Fall eine volle Ladung ohne Unterbrechung).

Diesen Vorgang nennt man die „Kalibrierung“ des Akkus. Optimalerweise werden zu Beginn dieses Zyklus noch die Akku-Statistiken gelöscht, was in der Regel jedoch root-Rechte voraussetzt. Doch dieser Schritt scheint eher einem Mythos gezollt, wie Android-Entwicklerin Diane Hackborn laut XDA-Developers erklärt: In der batterystats.bin Datei werden laut ihrer Aussage keine Daten der Batterie, sondern ausschließlich die (auch unter Einstellungen › Akku-Verbrauch einsehbaren) Verbrauchsdaten gespeichert. Einige weitere verbreitete Irrtümer finden sich in einem Artikel bei Connect, sowie einem weiteren in Ausgabe 10/2013 des Android-User Magazins.

Somit erübrigt sich eigentlich der Einsatz der folgenden App, mit deren Vorstellung ich dem Mythos dennoch meine Referenz erweisen möchte:

Ein hilfreiches Tool zur Kalibrierung präsentieren die XDA Developers mit Battery Calibration (Bild links). Nach dem Start der App gibt diese genaue Anleitungen für das Vorgehen: Ladekabel anschließen und Akku vollaufen lassen wird empfohlen. Damit man nun nicht alle paar Minuten nachschauen muss, wie weit das Ganze gediehen ist, kann die App auch mit einem „Piep“ benachrichtigen – wenn man nicht ein QVGA-mini-Display hat und somit übersieht, nach dem „Tapp“ auf den „Piep“ Button auch den links daneben für das „Wait“ noch zu betätigen...

Akku voll? Dann geht's los: Per Druck auf den entsprechenden Button veranlasst man die App, die alten Akku-Statistiken zu löschen. Dem System bleibt nun keine Alternative mehr: Es muss neue erstellen. Womit die „Leichen“ aus dem Keller wären. Empfohlen wird, den Akku nun einmal bis zur Erschöpfung zu leeren (am Besten komplett, möglichst unter 20%, jedoch nicht zu weit), und dann mit einem ununterbrochenen Ladezyklus wieder auf 100% hoch.

Bleibt die Frage: Wie oft sollte man dies tun, und wie sollte man vorgehen? Eine gute Zusammenfassung verlässlicher Quellen findet sich in einem Artikel bei Stack Exchange. Das Wichtigste kurz zusammengefasst: Keinesfalls öfter als einmal im Monat (alle drei Monate ist völlig ausreichend) sollte man seinen Akku so weit als möglich entladen – die 5% Marke dabei jedoch definitiv nicht unterschreiten. Anschließend das Gerät ohne Unterbrechung vollständig aufladen. Und immer daran denken: Vollständige Entladungen sind für einen Lithium-Ionen-Akku schädlich und verkürzen seine Lebensdauer, weshalb man eine „Kalibrierung“ so selten wie möglich durchführt.

Wenn wir uns die Praxis anschauen: Oft genug kommt es vor, dass der Akku des Android-Gerätes nahezu vollständig entladen wird, ohne dass dies beabsichtigt war (Warum ist am Ende des Akkus noch so viel Tag übrig?). Hier sollte man anschließend sogleich eine „vollständige Aufladung ohne Unterbrechung“ durchführen, womit sich die Kalibrierung nebenbei erledigt hat.

Alternative Apps? Aber klar doch, wie immer in einer speziellen Übersicht.


Wer saugt da meinen Akku leer?

SystemPanel
SystemPanel

Soso, irgendwer saugt da also plötzlich den Akku leer – und der Anwender hat keinen blassen Schimmer, wer oder was das sein könnte? Da gibt es zunächst ein paar Bordmittel für die Analyse. Zum Beispiel die Übersicht der „größten Verbraucher“, die sich unter Menü › Telefoninfo › Akkuverbrauch finden. Und auch ein paar mehr Details, wenn man mal bei *#*#4636#*#* „anruft“.

Allerdings bieten beide Stellen nur einen groben Überblick über längere Zeiträume. Ein „Dauerläufer“ sollte so zwar aufspürbar sein – doch manchmal hätten wir gern ein paar mehr Details zur Hand. Aber auch kein Thema: Einen passenden Kandidaten habe ich ja bereits unter System-Info benannt (dort auch die aktuelleren Screenshots), die SystemPanel App.

Für die detaillierte Analyse muss es allerdings in der Tat die Kaufversion sein – denn nur diese bietet das Monitoring im Hintergrund. Sobald sie für eine Weile Daten gesammelt hat, können diese dann ausgewertet werden. Wie das in etwa aussieht, zeigt der Screenshot am Beispiel eines bereits beendeten Google-Maps: Der obere Graph lässt erkennen, dass diese App etwa von 18 Uhr bis 20 Uhr lief. Ein Ladekabel war offensichtlich nicht angeschlossen (kein grüner Balken bei „Charging“), dafür wurde der Akku aber permanent entladen (dritter Graph von oben). Auch die CPU war derweil gut beschäftigt (unterster Graph), obwohl das Gerät nicht selbst durchgehend aktiv genutzt wurde (blauer Graph). Während dieser zwei Stunden leerte sich der Akku von knapp 100% auf gut 50% – ohja, das hat gut geschluckt! Und der Schuldige am „plötzlich leeren Akku“ ist mit ziemlicher Sicherheit identifiziert.

Wie jetzt: Alternativen? Na gut, auch hier gibt es natürlich eine passende Übersicht. Oder einen Artikel im AndroidUser, der zeigt, wie man Akku-Fresser mit PowerTutor aufspürt.


2G versus 3G: Spart 2G wirklich so viel Akku?

Eine Empfehlung, die man häufig zu hören und zu lesen bekommt: 2G geht viel sparsamer mit dem Akku um als 3G (oder gar 4G). Schaut man sich die nackten Zahlen an (siehe Leistungsaufnahme verschiedener Komponenten), scheint das auch zu stimmen. Aber ist das in der Praxis auch wirklich der Fall?

Vor dem Hintergrund dieser Frage habe ich den Selbstversuch gemacht. Als wenig telefonierender Wenigsurfer, hatte ich bislang alle meine Geräte auf 2G/GSM fixiert. Zum Test habe ich diese Sperre für ein paar Tage deaktiviert, und mein LG Optimus 4X per 3G (UMTS) ins Netz gelassen. Eigentlich hätte ich nun einen sich schneller leerenden Akku erwartet – aber das Ergebnis war ein anderes: Die minimalen Unterschiede, welche ich über die Tage feststellen konnte, lassen sich durchaus als „Mess-Fehler“ interpretieren. Schließlich hatte ich nicht gerade Laborbedingungen. Wie aber ist das zu erklären?

Man darf nicht ausschließlich den „Verbrauch pro Zeiteinheit der Aktivität“ betrachten. Es muss auch darauf geachtet werden, wie lange diese Aktivität ausgeführt wird! Genau das will ich an einigen praktischen Beispielen im Folgenden tun. Dabei habe ich aus den im Anhang genannten Daten Mittelwerte gebildet. Gleichzeitig habe ich 2G/GSM ein wenig „schön gerechnet“ (also recht optimale Bedingungen zugrunde gelegt), während ich 3G/UMTS etwas pessimistischer betrachtete (weniger optimale Bedingungen, geringere Bandbreite). Dies sollte m. E. der Praxis recht nahe kommen, da nicht jeder Anbieter auch die neueste Technologie voll ausreizt.

Der wenig telefonierende Wenigsurfer

Hier habe ich ja bereits im Selbstversuch (siehe oben) festgestellt, dass sich nichts geändert zu haben scheint. Legen wir einmal 150–300 Minuten Telefonie und 50 MB Daten monatlich zugrunde, so kommen wir auf ca. 5–10 Minuten Telefongespräche sowie 1,5 MB Daten pro Tag. Beides Werte, die nahezu vernachlässigbar sind; es verbleibt daher der „Standby Verbrauch“. Und der beträgt bei UMTS ca. 15 mW, bei GSM ca. 10 mW. Bedenkt man, dass das Display durchschnittlich mit 700 mW zu Buche schlägt, dürfen die 5 mW Differenz getrost ignoriert werden: Für diese Anwendergruppe spielt es also keine Rolle, ob die Datenverbindung auf 2G fixiert wird oder nicht.

Der Vieltelefonierer mit minimalem Datenverbrauch

In diesem Fall schaut die Sache ganz anders aus: Für Telefonate benötigt UMTS ca. 800 mW, während GSM mit gerade einmal der Hälfte (also ca. 400 mW) auskommt. Die Länge eines Telefonats verändert sich dabei nicht (man spricht mit UMTS ja nicht schneller) – der Verbrauch ist also mit UMTS in diesem Fall tatsächlich doppelt so hoch. Diese Anwender-Gruppe fährt also in der Tat mit 2G/GSM besser bzw. Akku-sparender.

Der wenig telefonierende Dauersurfer

Für diesen darf der Telefonie-Anteil wieder vernachlässigt werden, wie der erste Fall bereits zeigte: Im Standby sind die Unterschiede schließlich marginal. Bleibt der Datendurchsatz. Die „nackten Zahlen“ zeigen auch hier nicht viel Differenz: Etwa 1.200 mW bei UMTS stehen etwa 1.000 mW bei 2G gegenüber. Schaut also gar nicht so wesentlich aus. Aber haben wir da eventuell etwas vergessen?

Werfen wir einmal einen Blick auf die Übertragungs-Geschwindigkeiten: UMTS schafft mit HSDPA/HSUPA einen Durchsatz von ca. 7 MBit für Downloads sowie 1 MBit für Uploads. 2G kommt mit EDGE lediglich auf ca. 300 kBit beim Download sowie 100 kBit beim Upload. Der Download einer Datenmenge von 1 MB benötigt somit ca. 1 Sekunde mit UMTS – jedoch ca. 30 Sekunden mit EDGE. Gemessen an der übertragenen Datenmenge, ist der Stromverbrauch also bei EDGE fast um den Faktor 30 größer!

Ergebnis der Berechnung: Diese Anwender-Gruppe sollte besser auf 3G/UMTS setzen.

Der viel telefonierende Dauersurfer

Für diesen hängt es maßgeblich davon ab, was er unter „viel Telefonieren“ und „Dauersurfen“ versteht. Je nachdem, was von beidem überwiegt, muss er sich in eine der drei obigen Gruppen einordnen; eine generelle Aussage lässt sich hier nicht treffen.

Der „Grashüpfer“

Ein spezieller Fall, besonders in ländlichen Gegenden, in denen die Netzabdeckung ein wenig „wackelig“ ist: Muss das Gerät ständig zwischen den Netzen hin und her hüpfen, geht das ziemlich auf den Akku. GSM und UMTS verwenden verschiedene Frequenzbänder. Wird das Signal daher schwach, sucht das Gerät auch im jeweils anderen Band nach „besseren Konditionen“. Ist man von diesem Missstand betroffen, sollte man sich ggf. ebenfalls für entweder 2G oder 3G entscheiden.

Fehlt da noch etwas?

Sofern jemand in obigen Ausführungen 4G/LTE vermisst hat, dies hat gute Gründe: Zum Einen habe ich kein Gerät, mit dem ich das Testen könnte – und zum Anderen fehlen mir zu 4G auch die „nackten Daten“. Zu erwarten ist jedoch ein ähnliches Ergebnis: Es müsste für obige Ausführungen also lediglich „3G“ durch „4G“, „2G“ durch „3G“, „UMTS“ durch „LTE“, und „EDGE“ durch „UMTS“ ersetzt werden, während man die Zahlen entsprechend ignoriert...

ROMs: Stock, Vendor, und Custom

ROM – was ist das denn nun wieder? Klar, eine Abkürzung. ROM steht für Read-Only Memory. Also eigentlich Speicher, auf den nur lesend zugegriffen werden kann. Im Falle einer CD oder DVD ist das klar – im Falle unserer Androiden eigentlich glatt gelogen: Hier gehörte dann noch ein „m“ davor, für „mostly“ („meistens“). Denn natürlich kann man da auch Schreiben: Irgendwie müssen die Updates ja da rein kommen.

Wie dumm von mir: Ich sollte erst einmal sagen, was da bei Android eigentlich drin ist. Nämlich das Betriebssystem, sowie die „Core Apps“ (Google Play Store, Telefon & Co.). Manchmal auch noch mehr – kommt auf das ROM an. Da gibt es nämlich verschiedene: Stock, Vendor, Custom...

Stock ROM

Als „Stock“ ROM bezeichnet man eigentlich das, was direkt aus der Google-Schmiede kommt (und für bessere Eindeutigkeit auch „Vanilla“ genannt wird). Wörtlich eigentlich aus dem „Lager“. Also das „nackte Original“, so wie es von Google eigentlich gedacht war. Naja, die meisten verstehen darunter auch (noch) das Folgende:

Vendor ROM

Das vom Hardware-Hersteller vorinstallierte ROM. Also das, was aus dem gleichen Lager kommt wie das Gerät – weshalb es meist auch als „Stock ROM“ bezeichnet wird. Obwohl das so nicht ganz korrekt ist: Es gibt kaum einen Geräte-Hersteller, der hier nicht noch seine Modifikationen einbaut. Ich denke da nur an HTCs Sense, Motorolas Moto-Blur, oder Samsungs TouchWiz Oberfläche. Oder an das ganze Gesocks an vorinstallierten Apps, die „Otto Normalbenutzer“ gar nicht und „Super User“ auch nur mit Mühe wieder los wird. Genau genommen fehlt jetzt gar noch eine Kategorie, denn auch die Provider spielen nochmals dran rum, und pappen ihren Brandy, pardon, ihr Branding noch oben drauf...

Während Updates von Google natürlich recht regelmäßig, und Updates vom Hersteller noch „relativ zügig“ kommen, bremst das Branding natürlich ein weiteres Mal: Denn auch hier muss erst das Zusammenspiel getestet werden. So kommt ein Hersteller-Update in der Regel frühestens im Quartal nach dem Google-Update. Und das Update fürs gebrandete Gerät kann sich durchaus noch zusätzlich um ein halbes Jahr verspäten (ein Artikel bei Heise beschreibt das ausführlicher). Zu diesem Zeitpunkt ist unter Garantie schon wieder mindestens ein neues Stock-ROM-Update draußen.

Custom ROM

Kostümiert? Zugegeben, auch das gewissermaßen. Aber eigentlich steht „Custom“ für „customized“, also auf den Kunden (customer) angepasst. Im Gegensatz zum Hersteller, oder Provider, zu sehen. Hier stehen meist eingespielte Teams von Entwicklern dahinter – und ein neues Custom-ROM steht häufig schon kurz nach der „Vanilla“-Stock-Version (nicht selten auch mal vorher) zur Verfügung.

Das AndroidPIT Wiki schreibt zu diesem Thema:

Eine auf Open Source basierende Software ist zur Entwicklung durch Dritte freigegeben.
Somit haben Entwickler die Möglichkeit die original Software zu modifizieren, zu optimieren, Elemente hinzu zu fügen oder auch zu entfernen mit dem Ergebnis für den Verbraucher das bestmögliche Ergebnis zu bieten in den Bereichen Performance, Energie, Effizienz etc.

Womit auch bereits die zahlreichen Vorteile geklärt wären. Haken an der Sache: Um ein Custom ROM installieren zu können, muss der Androide i. d. R. gerootet sein.

Die bekanntesten Custom-ROMs bzw. ihre Entwickler sind wahrscheinlich MoDaCo und CyanogenMod. Aber es gibt noch zahlreiche Spezial-ROMs, die speziell auf bestimmte Geräte zugeschnitten sind (wie etwa WildPuzzle und OpenFire im Falle des HTC Wildfire). Hier informiert man sich am besten bei AndroidPIT im root-Forum des betroffenen Gerätes.

Explizit erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch Replicant. Dabei handelt es sich um einen Android-Fork, der sich „pures Open Source“ zum Ziel gesetzt hat. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Schnüffel-Skandale eine gute Sache: So lässt sich das Vorhandensein etwaiger vorinstallierter „Schnüffel-Software“ genauestens prüfen (bzw. ausschließen). Leider werden derzeit nur wenige Geräte unterstützt. Dennoch hat dieses Projekt sogar das Interesse der FSF geweckt, die zur Finanzierung neuer Hardware für die Unterstützung weiterer Geräte eine Spendenkampagne ins Leben gerufen hat.

Wer sich einen Überblick über die bekanntesten Custom-ROMs verschaffen möchte, mag vielleicht einen Blick in die Major Custom ROM comparison database von Damir Franc werfen. Bei der generellen Suche nach einer passenden ROM ist dieser Artikel bei Stack Exchange ein guter Anlaufpunkt.

Selbst installieren?

ROM Manager
ROM Manager

Kann man sich nun selbst ein ROM eigener Wahl installieren? Klar doch – denn außer vielleicht einem „guten Kumpel“ nimmt einem das kaum jemand ab. Am wenigsten der Hersteller. Mit den richtigen Werkzeugen (wie z. B. dem ROM Manager) ist das auch recht problemlos bewerkstelligt – die App bietet u. a. eine Übersicht der für das jeweilige Gerät verfügbaren ROMs, lädt diese herunter, und führt durch den Installationsprozess. Einschließlich Backups, und was so dazu gehört.

Besonders vorbildlich ist das Ganze im Falle von CyanogenMod: Hier stellt das Wiki für jedes unterstützte Gerät eine Anleitung bereit. Wie dies in der Praxis aussieht, und ob es wirklich so „schwierig“ ist, wie es beim ersten Mal klingt – lässt sich übrigens für das Beispiel „HTC Wildfire bekommt Gingerbread“ in diesem Blog nachlesen.

Wie bereits im vorigen Kapitel beschrieben, ist allerdings das rooten des Androiden i. d. R. eine Grundvoraussetzung, ohne die man kein Custom ROM installieren kann...


Zugriffe Sperren: Firewalls & Permission-Blocker

DroidWall
DroidWall

So mancher App möchte man kräftig auf die Finger hauen: Was will das Teil ständig im Internet? Dieser Teil der App-Funktionalität lässt sich leider auch nicht separat abschalten. Oder man weiß nicht, wann eine App ins Internet will, und wozu schon gar nicht. Nur die entsprechende Permission hat die App halt (jaja, das haben sie fast alle – in der Regel zum Laden von Werbung). Kurz und gut: Sie soll das nicht! Ist das hinzubekommen?

AFWall+
AFWall+

Na, wenn der Izzy das hier so dumm fragt, hat er bestimmt auch … Richtig. Eine mögliche Antwort nennt sich DroidWall. Dabei handelt es sich um ein FrontEnd für iptables, welches im System integriert sein muss. Dies ist bei den vom Hersteller gelieferten Geräten von Haus aus leider nicht immer der Fall, sodass die App häufig ein Custom ROM voraussetzt. Was root natürlich gleich impliziert...

Sind diese Voraussetzungen jedoch gegeben, hat man mit DroidWall ein gutes Werkzeug zur Hand: Entweder, man verbietet einzelnen Apps den Zugriff auf's Internet (erstellt also eine sogenannte „Blacklist“ der „schwarzen Schafe“) – oder man verbietet den Internet-Zugriff generell für alle Apps außer denen, die auf eine sogenannte „Whitelist“ (die Apps mit der „weißen Weste“) gesetzt wurden. Noch besser: Dies lässt sich auch getrennt nach „Netzwerk Interface“ tun – was sich z. B. anbietet, wenn nur ein begrenztes Datenvolumen im Mobilfunk-Vertrag enthalten ist: So kann man einer App verbieten, die „mobile Datenleitung“ zu benutzen – ihr aber gleichzeitig den Internet-Zugriff per WLAN erlauben.

Darüber hinaus lassen sich Zugriffe auch protokollieren. So weiß man anschließend zumindest, was „abging“.

Seit einiger Zeit steht es mit AFWall+ sogar ein verbesserter Nachfolger zur Verfügung, der noch mehr Leistungsfähigkeit verspricht. Dessen Screenshot liefert dafür auch sogleich ein Beispiel: So lässt sich zusätzlich der Netzwerk-Zugriff während des Roaming steuern.

LBE Privacy Guard
LBE Privacy Guard

Okay, prima – aber das betrifft ja nur Internet-Zugriffe. Klar, schon eine gute Sache: Eine App, die nicht ins Internet kommt, kann auch nicht meine privaten Daten dorthin übertragen. Aber wie schaut das mit den anderen Dingen aus? Zugriff auf meinen aktuellen Standort, meine SMS, meine Adressdaten?

Das sah lange schlecht aus. Seit einer Weile gibt es jedoch dafür LBE Privacy Guard. Der passt im Hintergrund auf – und sobald eine App auf etwas „kritisches“ zugreifen will, erhält der Benutzer eine entsprechende Warnung. Nun kann dieser entscheiden: Darf, darf nicht? Nur diesmal – oder ist es eine dauerhafte Entscheidung? Im letzteren Falle setzt man das entsprechende Häkchen, und erhält in der gleichen Situation beim nächsten Mal keine Warnung mehr.


XPrivacy
XPrivacy

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn auf dem Androiden bereits Jelly Bean oder eine neuere Android-Version läuft: Keinesfalls die Version aus dem Playstore installieren, sonst hängt das Gerät anschließend in einem Boot-Loop fest! Eine Alternative wäre der LBE Security Master, der im Playstore allerdings lediglich in einer chinesischen Version verfügbar ist. Zum Glück haben sich unsere Freunde bei den XDA Developers bereits mächtig ins Zeug gelegt, und bieten lokalisierte Versionen der App zum Download an.

Wem LBE aufgrund seiner proprietären Eigenschaften spanisch, Pardon, zu chinesisch erscheint (die App kommt aus China, und ist „Closed Source“; es kann also niemand für nichts garantieren), der mag vielleicht einen Blick auf XPrivacy werfen. Diese App ist vollständig „Open Source“ (GPL v3), und baut auf dem Xposed Framework auf. Das Framework legt zahlreiche Schnittstellen offen, die tief ins System reichen (daher auch der Name: „expose interfaces“). Wie der Screenshot zeigt, ist der Leistungsumfang in Sachen Zugriffsschutz durchaus mit LBE messbar: Auch hier lassen sich Apps einzelne Rechte entziehen. Eine Information, ob die betroffene App jemals versucht hat, von diesen Rechten Gebrauch zu machen, hat man ebenfalls: Ein grüner Haken bedeutet „Nein“, ein rotes „Warndreieck“ hingegen „Ja“. (Das Xposed Framework leistet übrigens sehr viel mehr; eine Auswahl verschiedener Möglichkeiten zeigt Nico in einem Blog-Beitrag bei AndroidPIT, einige Resourcen-Sammlungen finden sich im Forum.)

Eine Auflistung weiterer Alternativen sowie ihrer Fähigkeiten gibt ein Post bei Stack Exchange, eine passende Übersicht gibt es natürlich bei IzzyOnDroid.

Ach ja: Versteht sich von selbst, dass solche Apps natürlich root voraussetzen …

Android Rechteverwaltung
Android Rechteverwaltung

Eine gute Nachricht: Mit Android 4.3 hat Google, wenn auch zunächst noch versteckt, eine Rechteverwaltung eingeführt, mit der man Apps auch nach deren Installation einzelne Berechtigungen wieder entziehen kann (siehe Screenshot). Ein Schritt, der längst überfällig war. Zwar lassen sich hier bei weitem nicht alle Berechtigungen bearbeiten (der Zugriff auf das Netzwerk bzw. Internet etwa ist hier nicht aufgeführt), doch zumindest kann man nun endlich auch ohne root für ein wenig mehr Privatsphäre sorgen. Unterbinden lässt sich etwa das Senden, Lesen und Empfangen von SMS, der Zugriff auf Kontakte, Kalender und Anruflisten, das Erzeugen von Benachrichtigungen, sowie die Nutzung von Kamera und Mikrofon. Per App natürlich. Da hierbei allerdings tatsächlich lediglich der Zugriff unterbunden wird (anders als bei den o. g. Kandidaten, die stattdessen Fake-Informationen liefern), kann eine darauf nicht vorbereitete App beim Versuch, auf eine entsprechende Ressource zuzugreifen, dann abstürzen; was sicher einer der Gründe ist, warum diese Funktionalität zunächst noch versteckt wurde.

Wie gelangt man nun an diese Konfigurationsmöglichkeit? Das Einfachste ist sicher die Installation eines passenden Shortcuts, etwa durch die App App Ops Starter. Wer allerdings einen Launcher wie beispielsweise Nova Launcher oder Apex Launcher verwendet, benötigt keine Extra-App dafür. Mit diesen Kandidaten lässt sich ein entsprechender Shortcut direkt erstellen, indem auf eine freie Stelle des Homescreens länger gedrückt, und dann im Menü Verknüpfungen › Aktivitäten ausgewählt wird. Nun scrollt man zu Einstellungen, und öffnet diesen Punkt. In der recht langen Liste ihrer Aktivitäten gilt es schließlich, den Eintrag App-Vorgänge (Untertitel: Settings$AppOpsSummaryActivity) zu finden, und durch Antippen desselbigen den Shortcut auf dem Homescreen zu erzeugen.


ADB: Die Android Debug Bridge

Sie kam ja nun im Buch einige Male zur Sprache: Die Android Debug Bridge. Wie ich zeigen konnte, ist dieses Werkzeug nicht nur für Entwickler interessant; auch für den „normalen Anwender“ kann sie sich durchaus als nützlich erweisen. Mittels der ADB kann man nämlich u. a.:

Und da ich weiß, dass die meisten Leser erst dann an die Installation gehen, wenn sie dafür einen Grund sehen, kommt dieselbige auch erst am Schluss.

Backup & Restore

Diesem Thema widmete sich ja bereits das Kapitel Vollständiges Backup ohne root, und ging auch gleich auf grafische Helferlein ein. Nicht nur ein vollständiges Backup lässt sich auf diese Weise erledigen: Man kann auch gezielt einzelne Apps oder auch nur deren Daten sichern. Das bietet den Vorteil, dass sich selbige auf die gleiche Weise einzeln wieder herstellen lassen – eine Tatsache, die auch das dort vorgestellte Helium Backup ausnutzt.

Wer das Ganze von der Kommandozeile aus erledigen möchte, ist u. U. noch ein wenig flexibler. Allerdings muss er dazu die Paketnamen der zu sichernden Apps kennen. Doch diese lassen sich einfach herausfinden, indem man mit dem Webbrowser die Seite der entsprechenden App im Google Playstore aufsucht. Am Beispiel der App Tasker möchte ich das hier kurz veranschaulichen: Ihre URL heißt https://play.google.com/store/apps/details?id=net.dinglisch.android.taskerm, und wird auch in der Adresszeile des Browsers angezeigt. Den Paketnamen findet man im Parameter „id“, er lautet in diesem Beispiel also net.dinglisch.android.taskerm. Alles ab (und einschließlich) etwa folgenden „&“ oder „#“ Zeichen ist dabei zu ignorieren.

Da wir nun den Paketnamen kennen, ein kurzer Blick auf die Syntax der Befehle adb backup und adb restore:

adb backup [-f <file>] [-apk|-noapk] [-shared|-noshared] [-all] [-system|-nosystem] [<packages...>]

Unsere Beispiel-App Tasker einschließlich ihrer Daten, aber ohne alles andere, würde also der Befehl adb backup -f tasker.ab -apk net.dinglisch.android.taskerm in die Datei tasker.ab sichern. Und wie schaut es mit dem Restore aus?

adb restore <file>

Hier gibt es keine zahlreichen Optionen: adb restore ist immer ein Alles-oder-Nichts, und stellt jeweils den gesamten Inhalt der Backup-Datei auf dem Android-Gerät wieder her. Wer „Einzelteile“ benötigt, greift entweder zu Titanium Backup, oder zu einem Tool wie Nandroid Manager. Beide setzen allerdings ein gerootetes Gerät voraus.

Apps installieren und löschen

Sicher, dies sollte eigentlich über den Google Playstore geschehen. Doch ab und an findet man sich in einer Situation, wo doch einmal eine „alternative Quelle“ herhalten muss – etwa, wenn der Entwickler auf einen eingeschickten Fehlerbericht hin darum bittet zu prüfen, ob der Fehler behoben ist – bevor er die neue Version veröffentlicht. Oder wenn man eine App auf ein Gerät übertragen will, welches selbst nicht ins Netz kommt. Das lässt sich dann beispielsweise mittels adb install erledigen:

adb install [-r] [-s] <file>

Der Befehl kennt zwar noch weitere Parameter, doch an dieser Stelle möchte ich mich auf diese zwei beschränken: -r für den „Re-Install“ einer bereits installierten App unter Beibehaltung der Daten (für das Beispiel der App vom Entwickler), und -s für die Installation auf die SD-Karte. Haben wir also eine Datei namens Fixed.apk erhalten, kann diese mittels adb install -r Fixed.apk direkt über die bereits installierte „kaputte“ App installiert werden.

Doch auch die De-Installation einer App ist auf ähnliche Weise möglich:

adb uninstall [-k] <package>

Dafür wird wieder der Paketname der App benötigt (siehe Backup & Restore). Der Parameter -k kann dabei verwendet werden, wenn man die Daten noch auf dem Gerät behalten möchte („keep“) – etwa weil man beabsicht, die App zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu installieren.

System- und Fehlerprotokolle einsehen

Wenn einmal wieder etwas „spinnt“, und man der Sache auf den Grund gehen möchte, sind Log-Dateien eine prima Sache. Nur herankommen muss man zunächst an selbige! Mittels ADB gar kein Problem. Im Gegenteil: Gleich mehrere Helferlein stehen dafür „Gewehr bei Fuß“:

Shell-Zugriff

Linux-Anwender haben von „der Shell“ zumindest schon einmal gehört. Die Chancen stehen für sie sogar gut, dass sie mehr oder weniger versiert im Umgang mit selbiger sind. Diese „Kommando-Zeile“ bietet Zugriff auf zahlreiche Systemfunktionen; auch Aktivitäten verschiedener Apps lassen sich derart starten. Eine kleine Anleitung zum Aufspüren verfügbarer Befehle gibt u. a. die Android Shell Command Reference des Android Terminal Emulators.

Im Umgang mit Apps sind hier insbesondere der Package Manager (pm) und der App Manager (am) interessant. Was man damit anstellen kann, geben beide Befehle kund, wenn man sie ohne Parameter aufruft:

adb shell pm usage: pm list packages [-f] [-d] [-e] [-s] [-e] [-u] [FILTER] pm list permission-groups pm list permissions [-g] [-f] [-d] [-u] [GROUP] pm list instrumentation [-f] [TARGET-PACKAGE] pm list features pm list libraries pm path PACKAGE pm install [-l] [-r] [-t] [-i INSTALLER_PACKAGE_NAME] [-s] [-f] PATH pm uninstall [-k] PACKAGE pm clear PACKAGE pm enable PACKAGE_OR_COMPONENT pm disable PACKAGE_OR_COMPONENT pm disable-user PACKAGE_OR_COMPONENT pm set-install-location [0/auto] [1/internal] [2/external] pm get-install-location pm createUser USER_NAME pm removeUser USER_ID […]

Mit dem Package-Manager lassen sich also alle installierten Apps anzeigen, bereits auf dem Gerät befindliche .apk Dateien installieren, und generell Apps verwalten. Besonders interessant dürfte für Einige die Tatsache sein, dass sie das bevorzugte Ziel für App-Installationen angeben können: Mit adb shell pm set-install-location 2 etwa ließe sich das System anweisen, ab sofort (sofern möglich) alle Apps auf der SD-Karte zu installieren. Was aktuell als Installationsziel eingestellt ist, kann man mit adb shell get-install-location in Erfahrung bringen.

Dieser kurzen Auflistung folgen in der Ausgabe noch weitere Details, welche die verfügbaren Optionen beschreiben.

adb shell am usage: am [subcommand] [options] usage: am start [-D] [-W] [-P <FILE>] [--start-profiler <FILE>] [--R COUNT] [-S] <INTENT> am startservice <INTENT> am force-stop <PACKAGE> am kill <PACKAGE> am kill-all am broadcast <INTENT> am instrument [-r] [-e <NAME> <VALUE>] [-p <FILE>] [-w] [--no-window-animation] <COMPONENT> am profile [looper] start <PROCESS> <FILE> am profile [looper] stop [<PROCESS>] am dumpheap [flags] <PROCESS> <FILE> am set-debug-app [-w] [--persistent] <PACKAGE> am clear-debug-app am monitor [--gdb <port>] am screen-compat [on|off] <PACKAGE> am display-size [reset|MxN] am to-uri [INTENT] am to-intent-uri [INTENT] […]

ManifestViewer
ManifestViewer

Ähnlich sieht es für den App Manager aus. Mit diesem lassen sich Aktivitäten von Apps direkt starten (was etwa dem Antippen von Shortcuts auf dem Homescreen entspräche). Ebenso kann man Prozesse „killen“, und mehr. Auch hier folgt der kurzen Auflistung wieder eine Erläuterung verfügbarer Optionen.

Das mag jetzt alles recht abstrakt erscheinen – daher ein paar kurze praktische Beispiele:

Schaut vielleicht ein wenig kryptisch aus (Wer soll sich sowas merken?) – aber es hindert uns schließlich niemand daran, es in Batch- oder Shell-Skripten zu verwenden. Ein Anruf-Skript könnte etwa folgendermaßen aussehen:

#!/bin/bash if [ -z "$1" ]; then read -p "Welche Nummer soll angerufen werden: " NUMBER else NUMBER=$1 fi echo "Initialisiere Anruf..." am start -a android.intent.action.CALL -d tel:$NUMBER

Das ganze unter dem Namen anruf gespeichert, mit chmod +x anruf ausführbar gemacht, sowie im $PATH abgelegt – und schon kann von der Kommandozeile mit anruf 012345678 ein Anruf gestartet werden. Vergisst man, die Rufnummer mitzugeben, fragt das Skript sie sogar ab.

Dateien kopieren

adbd Insecure
adbd Insecure

Auch für diesen Zweck stellt die ADB zwei passende Befehle bereit: adb push, um etwas auf den Androiden zu befördern, sowie adb pull, um etwas herunterzuziehen. Dabei kann dieses „etwas“ eine Datei, aber auch ein ganzer Verzeichnisbaum sein.

Das Tückische an diesen beiden Befehlen ist: Der Typ von Quelle und Ziel muss übereinstimmen. Der Versuch, eine Datei mit z. B. adb push MeineApp.apk /data/local in ein Verzeichnis zu kopieren, schlägt daher fehl: Die Quelle ist eine Datei (MeineApp.apk), das Ziel jedoch ein Verzeichnis (/data/local). Damit es klappt, müsste es also heißen: adb push MeineApp.apk /data/local/MeineApp.apk.

Analoges gilt auch für adb pull. Und natürlich kann man damit nur Dinge vom Androiden holen, auf die man auch Zugriff hat. Da der ADB Daemon normalerweise nicht im root-Modus läuft (was sich auf gerooteten Geräten beispielsweise mit Chainfire's adbd Insecure ändern lässt, wie im rechten Bild zu sehen), ist mit „Zugang Verboten“ Meldungen für Verzeichnisse wie /data/data zu rechnen.

Linux-User müssen sich jedoch nicht unbedingt mit Push und Pull herumschlagen. Sie können den Androiden On-the-Fly via ADB direkt in das lokale Dateisystem einbinden, und dann mit den „ganz normalen“ Kopierbefehlen (oder beliebigen grafischen Tools) darauf zugreifen:


Linux: Android Dateisystem am Rechner einbinden

Linux-Anwender sollten unbedingt einen Blick auf adbfs-rootless werfen. Zwar muss der Code selbst kompiliert werden, doch das ist (nicht zuletzt Dank der einfachen Anleitung) ein Kinderspiel. Das erzeugte Binary namens adbfs kopiert man in ein Verzeichnis, welches sich in der $PATH Variable enthalten ist. Dann erstellt man sich ein Verzeichnis, in das das Android-Dateisystem eingebunden werden soll (beispielsweise ~/droid), und schon kann man – als Anwender, ganz ohne root – jederzeit das Android-Gerät „einhängen“:

# Android Dateisystem einbinden: adbfs ~/droid # Dateisystem wieder aushängen: fusermount -u ~/droid

Ist das Android-Dateisystem auf diese Weise eingebunden, lässt sich darauf ganz normal zugreifen. Etwa mit dem Midnight Commander im Terminal-Fenster, oder auch mit grafischen Dateimanagern wie Dolphin, Thunar, Nautilus, oder PCMan – was immer man bevorzugt.

Um auf einem gerooteten Gerät auch auf Systemdateien zugreifen zu können, sei nochmals auf das bereits unter Dateien kopieren genannte adbd Insecure von Chainfire verwiesen.

Nutzer des Midnight Commanders kommen gar ganz ohne „Mount-Befehle“ aus, indem sie mc-extfs-adb verwenden. Hierbei handelt es sich um ein „virtuelles Dateisystem“, welches sich in den Midnight-Commander integrieren lässt – wozu man einfach als root drei Dateien in das entsprechende Verzeichnis (/usr/lib/mc/extfs.d unter Debian und Derivaten, /usr/libexec/mc/extfs.d unter Fedora, RedHat & Co.) kopiert.

Anschließend lässt sich mit cd adb:// direkt auf das Dateisystem zugreifen, ohne dass es zuvor explizit eingebunden wurde. Der erste Zugriff dauert allerdings ein wenig, da zunächst die gesamte Verzeichnisstruktur eingelesen wird. Dafür navigiert es sich anschließend um so schneller durch selbiges: Jetzt erfolgt der Zugriff auf die Strukturen nämlich ausschließlich über den Cache. Ein direkter Zugriff auf Dateien erfolgt erst dann wieder, wenn beispielsweise eine Datei kopiert oder angezeigt werden soll.

Da die unter zuvor genannter URL verfügbare Version bei mir unter Ubuntu 12.04 nicht sauber lief, habe ich sie ein wenig angepasst, und um eine kleine Dokumentation ergänzt. Zu finden ist diese neuere Version bei Izzy’s Android Downloads.

ADB Installieren

Hier denken wahrscheinlich die meisten Leser: Oh weh, das gesamte Android SDK mit seinen über 30 MB Download installieren! Und das alles nur für so ein paar kleine Dinge! Weit gefehlt: Wer nicht selbst entwickeln möchte, kommt mit weitaus weniger zurecht. Etwa mit den Platform Tools, deren Download lediglich ein Drittel des Umfangs hat (installiert sind es dann allerdings auch wieder über 30 MB).

Doch es geht mit noch weniger: Unter Linux und MacOS reicht eine einzige Datei, das adb Binary. Für Windows kommen noch ein paar .dll Dateien dazu. Das alles muss lediglich in ein Verzeichnis kopiert werden, welches sich im Pfad befindet (damit der Aufruf problemlos aus jedem beliebigen Verzeichnis heraus funktioniert), und fertig ist die Installation. Unter Linux (sowie wahrscheinlich auch MacOS) müssen die Binaries noch ausführbar gemacht werden (chmod 0755 adb aapt). Die nötigen Downloads finden sich unter bereits zuvor genannter URL auf meinem Server – und dokumentiert habe ich das Ganze u. a. in einem Post bei Stack Exchange.

Das war alles? Leider nein, denn unter allen drei genannten Betriebssystemen sind noch ein paar kleinere Anpassungen nötig. So benötigen unsere Freunde unter Windows wieder einmal einen speziellen Treiber für ihr Android-Gerät. Zum Glück muss man diesen i. d. R. nicht mehr so umständlich suchen, wie das noch vor nicht all zu langer Zeit nötig war: Der von ClockworkMod, ROM Manager, und auch Helium Backup bekannte Entwickler Koushik Dutta hat nämlich einen universellen USB-Treiber für Android-Geräte entwickelt, der mit den meisten Androiden funktionieren sollte. Ja, auch unter Windows 8. Alternativ lohnt sich auch wieder ein Besuch bei Stack Exchange.

Wie es bei unseren Freunden unter MacOS aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis. Wahrscheinlich aber ähnlich wie bei uns unter Linux. Wir brauchen nämlich nur eine kleine Zeile in eine Konfigurations-Datei einzufügen, damit unser Androide als solcher erkannt wird. Wie genau das funktioniert, beschreibt wiederum einer meiner Posts bei Stack Exchange:

Zunächst wird der Androide mit aktiviertem USB Debugging per USB-Kabel an den Rechner angeschlossen. Jetzt schauen wir nach, wie er sich denn dort zu erkennen gibt:

user@kiste$ sudo lsusb [...] Bus 002 Device 054: ID 18d1:4e22 Google Inc. Nexus S (debug)

Aha, ein Nexus im Debug-Modus. Für unsere Konfiguration sind jedoch die beiden durch einen Doppelpunkt getrennten Werte interessant: 18d1:4e22. Hierbei handelt es sich um „manufacturerID:deviceID“, also die ID des Herstellers, sowie die des Gerätes. Mit diesen Werten bewaffnet machen wir uns über eine spezielle Konfigurationsdatei her:

user@kiste$ sudo su - cd /etc/udev/rules.d vi 51-android.rules

Sollte die Datei noch nicht existiert haben, ist das nicht weiter schlimm. In diesem Fall wird sie automatisch erstellt. Und natürlich darf auch gern ein anderer Editor verwendet werden. Wichtig ist, was nun in diese Datei eingefügt wird:

# MyDeviceName SUBSYSTEMS=="usb", ATTRS{idVendor}=="18d1", ATTRS{idProduct}=="4e22", MODE="0666" GROUP="androiddev", SYMLINK+="android%n"

Wer genau hinschaut, erkennt auch die beiden Werte wieder: Aus dem „manufacturer“ wurde ein „Vendor“, und aus dem „device“ ein „Product“. Der Eintrag bezieht sich auf das USB Subsystem, und das Gerät soll automatisch mit Lese- und Schreibrechten für alle (MODE="0666"; vorsichtige Leute verwenden besser MODE="0660", zumindest wenn sie sich den PC noch mit anderen Nutzern teilen), und der Gruppe androiddev zugeteilt werden. Ferner wird im Gerätezweig auch noch ein passender symbolischer Link erzeugt.

Ist diese Datei gespeichert, muss noch der entsprechende Dienst neu gestartet werden. Unter Ubuntu geschieht dies beispielsweise mittels sudo service udev reload, andere Linux Derivate verwenden ggf. noch sudo /etc/init.d/udev reload. Ging dieser Neustart (eigentlich wurde UDev ja nur angewiesen, die Konfiguration neu einzulesen; einen Neustart erreicht man, indem man „reload“ mit „restart“ ersetzt) problemlos über die Bühne, sollte unser Androide nach einmaliger Abtrennung vom USB-Anschluss beim nächsten Anstecken erkannt werden:

user@kiste$ adb devices List of devices attached xxxxxxxxxxxx device


Anhang

Begriffserklärungen

An dieser Stelle möchte ich einige Begriffe kurz erklären, da ich danach desöfteren gefragt wurde. Wie gewohnt, versuche ich mich dabei kurz zu fassen – und verweise für Details auf „externe Quellen“.

2G
Gemeint ist damit die Datenübertragung der „zweiten Generation“ (die erste ist bereits nicht mehr verfügbar). Hierzu gehören sowohl GPRS als auch EDGE.
3G
Da dies ein Android-Handbuch ist, denken wir jetzt mal nicht an das iPhone 3G. Obwohl der Zusatz auch hier bedeutet: Dritte Generation. Gedacht ist in unserem Fall jedoch an die Datenübertragung mittels UMTS bzw. CDMA.
ADB
Die Android Debug Bridge ist Bestandteil des Android-SDK. Anders als der Name es nahelegt, ist ADB für mehr als nur das Debuggen gut. so lässt sich hiermit ein Android-Gerät steuern und kontrollieren, Dateien können übertragen, installiert oder auch gelöscht werden, und mehr. Details finden sich im Kapitel ADB: Die Android Debug Bridge.
Android

Hierfür zitiere ich einmal kurz das Wesentliche aus dem passenden Wikipedia-Artikel:

Android ist ein Betriebssystem wie auch eine Software-Plattform für mobile Geräte wie Smartphones, Mobiltelefone, Netbooks und Tablets, die von der Open Handset Alliance entwickelt wird. Basis ist der Linux-Kernel 2.6. Android ist freie Software und quelloffen.
[...]
Als erstes Gerät mit Android als Betriebssystem kam am 22. Oktober 2008 das HTC Dream unter dem Namen T-Mobile G1 in den Vereinigten Staaten auf den Markt. Dass bereits dieses erste Gerät auf das Global Positioning System zugreifen konnte und mit Bewegungssensoren ausgestattet war, gehörte zum Konzept von Android.

Also grob zusammengefasst: Speziell für mobile Geräte – Linux unten drunter, „eine Art Java“ obendrauf, und ganz zuoberst laufen unsere lieben Apps.

Android Versionen

Der kleine Andy (der grüne Roboter Androide) ist ein Süßer. Entsprechend hat Google auch die Namen der Android-Versionen recht süß gewählt. Kommen also entsprechende Kuchen-Varianten ins Spiel, zielt das i. d. R. auf eine Android-Version:

VersionNamewichtigste Neuerungen
1.1(Full Version notes)
1.5CupcakeAutoRotate, Bildschirmtastatur, Videos (Full Changelog)
1.6DonutVPN, Verbesserungen bei der Energieverbrauchssteuerung, TTS, Gesten (Full Changelog)
2.0EclairDigitalzoom, Blitzlicht, Exchange, Bluetooth 2.1 (Full Changelog)
2.1EclairWebkit-Erweiterungen (HTML5, GeoLocation, u. a.) (Full Changelog)
2.2Froyo (Frozen Yoghurt)sparsamerer Kernel, mehr RAM nutzbar, Tethering, App2SD, Bluetooth-Sprachwahl (Full Changelog)
2.3GingerbreadDualCore, NFC, SIP (Full Changelog)
3.0HoneycombOptimierungen für Tablets (Full Changelog)
3.1HoneycombUSB Host-Modus (Full Changelog)
3.2HoneycombOptimierungen für Tablets (Full Changelog)
4.0Ice Cream SandwichData-Tracking, Screenshots (Full Changelog)
4.1Jelly BeanOffline-Sprachsteuerung, Notification Bar Actions (Ursprung ermitteln, direkter Rückruf...) (Full Changelog)
4.2Jelly BeanDaydream (interaktiver Bildschirmschoner mit API), Unterstützung für „Secondary Screens“ (gleicher Inhalt auf zwei Bildschirmen), Lockscreen-Widgets, MultiUser, Swype (Full Changelog)
4.3Jelly BeanErweiterter Bluetooth-Support (BTLE, AVRCP), Support für OpenGL ES 3.0, eingeschränkte Profile für Benutzerkonten, (versteckte) Rechte-Verwaltung für Apps (Full Changelog)
4.4KitKatReduzierter Speicherverbrauch, SMS in Hangouts integriert, Drucker-Unterstützung, Storage Access Framework, CallerID via Google, Screencast, Miracast, NFC HCE, IR (Changelog)

Wen die Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen interessieren, der schaue doch einfach mal bei Wikipedia vorbei...

AndroidPIT

AndroidPIT ist eine Community, in der sich Android-Nutzer austauschen. Wo sie aber auch in Blogs, Wiki, Foren und Testberichten fundierte Informationen erhalten. Kurzum: Eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um Android. Aber was verbirgt sich hinter diesem seltsamen Namen?

Da steckt der Name „Android“ drin, den wir ja gerade geklärt haben. Bleiben die drei Großbuchstaben am Ende: PIT. Was heißen die denn nun? Programme, Informationen, Tests? Pizza Im Tiefkühlfach? (Unserem Apple-Stevie zufolge müsste das „P“ ja sicher für „Porno“ stehen – doch findet sich eh kein Regisseur, der einen solchen im Tiefkühlfach dreht). Ich bin sicher, daraus ließe sich eine Preisfrage machen – und der Gewinner bekommt dieses Buch...

Na? Erraten? Ich helfe mal ein wenig nach: Denken wir mal an Autos. Ganz schnelle. F1 (Hilfe? Nee, Formel-1 meine ich). Und genau: „Pit stop“, der Boxen-Stopp. Auftanken, und weiter geht's!

Weitere Informationen gibt es u. a. in der FAQ.

AOSP
Zwar heißt es immer, Android würde von Google entwickelt – doch so ganz korrekt ist das nicht: Hinter der Entwicklung steht das Android Open Source Project. Hier laufen die Fäden der Entwicklung des Android-Systems zusammen: Interessierte Entwickler können den Sourcecode herunterladen, aber auch eigene Anpassungen einreichen. Das Projekt wacht dabei darüber, dass am Ende alles auch wieder zusammenpasst.
API
Kurzform (oft gesprochen, wie man es schreibt – aber auch als Abkürzung buchstabiert) steht für Application Programmers Interface. Gemeint ist hier eine definierte Schnittstelle, über die Informationen bezogen werden können. Die Android-API bietet auf diese Weise z. B. Informationen über Akkustand u. a. m. So muss nicht jeder Programmierer das Rad neu erfinden.
APK-Datei

Die Abkürzung steht für Android Package, und da drin befindet sich in der Regel eine App zur Installation unter Android. Da diese Apps ja in Java geschrieben sind, verwundert es sicher nicht, dass das APK Format eine „Abwandlung“ des JAR (Java ARchive) ist, und sich somit mittels WinZip & Co. ein Blick in selbige werfen lässt...

Datei-Manager unter Android erkennen diese Packages natürlich, und bieten an, die enthaltene App zu installieren.

APN
Kürzel für Access Point Name (zu Deutsch: Name des Zugangspunkts). Gemeint ist in der Praxis mitnichten nur der Name, sondern vielmehr der komplette Datensatz. Siehe auch mobiles Datennetz für eine detailliertere Beschreibung, sowie APNs für eine nach Netzanbietern sortierte Liste von APN-Definitionen.
App

Kurzform für Application. Wird auch im Deutschen („Neudeutsch“: Applikation) verwendet, da „Anw“ einfach blöd klingt. Denn nichts anderes bedeutet das englische Wort Application: Anwendung.

Im Zusammenhang mit Smartphones aller „Coleur“ (also Früchte wie auch KGMs, kleine grüne Männchen) hat sich die Kurzform „App“ eingebürgert – „Application“ (oder im Deutschen „Anwendung“) wird hier eher selten verwendet.

App2SD

Das hat nix mit dem abendlichen „Jezz abba App ins Bett“ zu tun – sondern vielmehr mit der Frage: „Wie kann ich mehr Apps installieren, als in den internen Speicher passen?“. Dazu gibt es mehrere Ansätze, die unter dem Begriff „App2SD“ zusammengefasst sind:

App2SD: Mit Froyo eingeführt. App2SD verschiebt Teile der App auf die (einzige) Partition der SD-Karte, wobei die App dies unterstützen muss. Mit Widgets klappt dies in der Regel nicht – hier kommt es zu Abstürzen, da die SD-Karten-Partition bei Anschluss an den PC via USB auf dem Androiden nicht mehr zur Verfügung steht, wenn der USB-Massenspeicher Modus verwendet wird. Dies war ursprünglich der Standard; ab Android 4.0 wurde u. a. aus diesem Grund auf MTP umgestellt.

App2SD+: Gibt es mit einigen Custom-ROMs. Hier wird das Widget-Problem dadurch umgangen, dass eine eigene Partition auf der SD-Karte verwendet wird. Android gibt bei USB-Anschluss lediglich die erste Partition frei, die zweite mit den Apps bleibt somit unangetastet. Wie bereits geschrieben: Benötigt root und Custom-ROM, wobei auch nicht jedes Custom-ROM App2SD+ anbietet (CyanogenMod zum Beispiel nicht).

Link2SD: Im Prinzip wie App2SD+ – nur bedarf es keines Custom-ROMs: Die App wird dabei zunächst auf die zusätzliche Partition verschoben, und sodann ein sogenannter „symbolischer Link“ dorthin im internen Speicher angelegt. Somit wird die App gefunden, als wäre sie im internen Speicher – obwohl sie ganz woanders steckt... Benötigt root und eine zweite Partition auf der SD-Karte.

Appbrain
Ein alternatives „Front-End“ für den Google Play Store, der sowohl als App als auch als Website verfügbar ist. Nicht so bunt, dafür aber m. E. weitaus übersichtlicher. Eine ausführlichere Beschreibung findet sich im Kapitel Playstore Alternativen unter Appbrain.
Aptoide
Ein alternativer Android-Markt, über den man Apps beziehen kann. Näher beschrieben ist er unter Öffentliche Märkte.
ART

Die Android RunTime soll bald Dalvik ablösen. Experimentell lässt sich sich bereits ab Android 4.4 aktivieren, damit Entwickler ihre Apps im Vorfeld auf Kompatibilitäts-Probleme überprüfen können. Für den täglichen Einsatz sei davon jedoch (zumindest bei Android 4.4) noch abgeraten.

Doch was ist mit ART denn nun anders? Es soll wesentlich schneller sein (bis um das Doppelte). Statt wie im Falle von Dalvik „Bytecode“ zu erzeugen, wird hier gleich auf nativen Code gesetzt. Das benötigt meist etwas mehr Speicherplatz (durchschnittlich etwa 25% zusätzlich), sowie ein wenig länger bei der Installation – arbeitet dafür aber performanter und ressourcenschonender.

Wer es genauer wissen möchte, wirft am Besten einen Blick in den Artikel ART statt Dalvik bei AndroidNext.

Baseband

Auch „Radio-ROM“ bzw. „Radio-Image“ wird es gern genannt. Das ist quasi die eigentliche Geräte-Firmware. Hat weniger direkt mit Android, als vielmehr mit der Hardware zu tun – und initialisiert letztere, so dass sie von ersterem genutzt werden kann. Also sowas ähnliches wie das BIOS beim PC. Und genau wie dieses, befindet es sich i. d. R. auf einem separaten Chip.

Das Teil bootet also die Hardware, und übergibt dann an den eigentlichen Bootloader, der sich dann um Android kümmert. Daher muss das Radio-Image auch zum verwendeten SPL passen. Flasht man das falsche Image, hat man einen Ziegelstein (engl.: „Brick“) oder Briefbeschwerer, aber kein brauchbares Telefon mehr...

Bloatware
Vom Hersteller und/oder Provider zusätzlich auf dem Gerät fest vorinstallierte, und oftmals völlig unerwünschte (oder gar unnötige) Apps. Da diese Installation i. d. R. Im ROM erfolgt, kann Otto Normalnutzer diese Apps auch nicht einfach de-installieren (ab Android 4.0 aka Ice Cream Sandwich allerdings zumindest deaktivieren). Das Vorhandensein dieser Apps stellt für sich nicht das große Problem dar – nur lassen diese häufig Hintergrunddienste laufen, die natürlich Systemressourcen verbrauchen.
Bootloader

Sozusagen der „zweite Teil“ nach dem Baseband (daher auch „SPL“ oder „Secondary Program Loader“ genannt). Bleiben wir weiter bei den Hinke-Vergleichen, sind wir hier etwa im „Boot-Manager“ (Lilo, Grub) gelandet (davor wäre noch der „MBR“ oder „Master Boot Record“ auf dem PC – das wäre in diesem Fall der „IPL“, der „Initial Program Loader“ – der ist bei Androiden in Hardware gegossen, und daher nicht veränderbar).

Aber das wäre jetzt nur sehr grob und ungenau, denn hier steckt mehr drin: Der Android-Bootloader, sowie weitere Boot-Optionen wie das Recovery-Menü, Fastboot, u. a. m.

Boot-Loop
Eine Dauer-Boot-Schleife beim Starten des Androiden: Das Gerät fährt hoch, man sieht das Boot-Logo, eventuell sogar noch kurz den Homescreen oder Sperrbildschirm – dann wird es plötzlich Schwarz, und fängt wieder von vorn an. Bis man das Gerät ausschaltet. Erste Hilfe zur Behebung dieses Problems findet sich u. a. im Boot-Loop Tag-Wiki bei Stack Exchange.
Branding
Provider-spezifische Anpassungen am ROM. Das kleinste Ärgernis dabei ist evtl. noch die Boot-Animation, die ggf. das Provider-Logo anzeigt. Haarsträubender sind oftmals die zusätzlich installierten Apps (Bloatware), die der Benutzer ohne root-Rechte nicht entfernen kann. Darüber hinaus stellt das Branding gelegentlich wünschenswerte zusätzliche Funktionalitäten bereit – wie etwa das Bezahlen von Apps im Playstore über die Mobilfunkrechnung (T-Mobile).
Brick

In der Regel das Lebensende eines Androiden – der dann nur noch als Briefbeschwerer o. ä. herhalten kann. Wörtlich heißt das zwar „Ziegelstein“, aber das würde im Deutschen u. U. zu meilenweisen Verwechslungen mit gewissen Androiden aus dem Hause Motorola führen...

Was sich die Entwickler dabei dachten, als sie die gleichnamige Permission einführten, sei der Fantasie anheim gestellt …

Wie verwandelt man einen Androiden nun in einen „Brick“? Dazu werde ich keine Schritt-für-Schritt-Anweisung geben (da wenig sinnvoll). Nur soviel sei gesagt: In etwa 95% aller Fälle hängt das mit dem Flashen eines zum Gerät inkompatiblen RUU zusammen. Vermeiden lässt sich solches also durch gründliches Lesen der Anleitungen und prüfen des „Zubehörs“ vor dem „Brutzeln“.

CalDAV
Ein Standard für die Synchronisation von Kalendern („Cal“) über WebDAV. Ermöglicht es, ohne größeren technischen Aufwand Kalenderdaten mit eigenen Ressourcen abzugleichen.
CardDAV
Das Gegenstück zu CalDav für Kontaktdaten.
CDMA
CDMA (Code Division Multiple Access) ist ein Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G), der primär in Amerika und Teilen von Asien und Afrika für den Betrieb von Mobilfunknetzen Anwendung findet. Die maximal möglichen Datenraten reichen hier fast bis an die 5 MBit/s.
CupCake
Eine Tasse Kuchen, klar. Oder doch eher eine Android-Version? Genau, nämlich 1.5.*.
Daemon
Kein „Teufelchen“, sondern unter Unix-artigen Systemen ein im Hintergrund laufender Prozess, der bestimmte Dienste zur Verfügung stellt. Auf Android-Systemen läuft beispielsweise bei aktiviertem USB Debugging ein ADB Daemon, der mit einem speziellen Client den Zugriff vom Computer aus ermöglicht. Vertiefende Informationen finden sich u. a. bei Wikipedia.
Dalvik

Dafür muss ich ein klein wenig ausholen: Android besteht, vereinfacht gesagt, aus einem Linux-Kernel, auf dem eine spezielle Java-Version läuft. Letzteres ist die sogenannte Dalvik VM (wobei „VM“ für „Virtual Machine“ steht). Android Apps sind also in Java geschrieben.

Für die Ausführung der App wird der Java Code in einen sogenannten „Byte Code“ übersetzt, der optimal auf die Hardware (und Android-Version) angepasst ist. Damit dies nicht bei jeder Ausführung der App geschehen muss, passiert diese „Übersetzung“ unmittelbar nach der Installation der App – und der Byte-Code wird im sogenannten Dalvik Cache abgelegt. Da dies nach der Installation eines „neuen Systems“ für alle Apps geschehen muss, dauert auch der erste Start nach der Neuinstallation (bzw. bei Erst-Inbetriebnahme) ein wenig länger (dafür geht die Ausführung der Apps nachher entsprechend schneller).

Bei der Installation eines neuen ROMs muss aus genannten Gründen (optimale Anpassung ans System) der Dalvik Cache neu aufgebaut werden. Dafür gibt es im Recovery-Menü einen extra Menüpunkt – aber das ist im entsprechenden Kapitel auch erklärt.

Debuggen

Wörtlich „entkäfern“. Ein Computer-antiker Begriff, der noch aus einer Zeit stammt, in der „Programmierung“ durch das Ziehen von Drähten, Stecken von Röhren und Löten von Leiterbahnen stattfand. Da war der „Bug“ im „Programm“ nämlich durchaus wörtlich zu nehmen – wenn ein verbrutzelter Käfer für einen Kurzschluss sorgte...

Die Käfer sind mittlerweile zu groß geworden (oder vielmehr die Chips zu klein), trotzdem haben sich beide Begriffe gehalten: „Bug“ für einen Fehler im Programm, und „Debuggen“ für die Suche nach und das Entfernen desselben.

Derivat
Eine Abspaltung (auch Fork; englisch fork = Gabel, üblicherweise als Maskulinum verwendet) ist in der Softwareentwicklung ein Entwicklungszweig nach der Aufspaltung eines Projektes in zwei oder mehr Folgeprojekte, wobei Teile des Quelltextes und seiner Historie kopiert werden und dann unabhängig von dem ursprünglichen Projekt weiterentwickelt werden. Mit Bezug auf das Urheberrecht wird auch von einem Derivat (derivativ, lat.: derivare = ableiten) gesprochen. (Wikipedia).
DLNA
Die DLNA (Digital Living Network Alliance) ist eine internationale Vereinigung von Herstellern von Computern, Unterhaltungselektronik und Mobiltelefonen mit dem Ziel, die Interoperabilität von informationstechnischen Geräten unterschiedlicher Hersteller aus dem Bereich Heim- und Eigengebrauch sicherzustellen. (Wikipedia). Klingt nach viel („Oh, da kann ich meine Waschmaschine, das Licht, den Rollladen …“) – beschränkt sich meist jedoch auf die Steuerung von Bild- und Tonkonserven kompatibler Geräte (auf denen dann auch „DLNA“ steht).
Donut
Die Lieblingsspeise eines gewissen Homer Simpson – aber was soll das hier? Na klar, süßes Backwerk, und daher folgerichtig eine Android-Version (1.6).
Downgrade

Kurz und schmerzlos: Das Gegenteil eines Upgrades. Also ein (oder mehrere) Versionsschritt(e) rückwärts.

Warum man so etwas tun sollte/möchte? In der Regel natürlich gar nicht. Aber wenn man nach einem Upgrade wesentlich schlechter dran ist als davor, und auch kein Update zur Abhilfe in Sicht – dann bleibt einem nicht viel anderes übrig.

Ein weiterer Grund ist häufig, dass man sein Gerät rooten möchte, das aber mit der aktuellen Firmware nicht möglich ist.

DroidDream

DroidDream ist ein Trojaner, der eine Sicherheitslücke in Android-Versionen vor Froyo ausnutzt. Er sendet private Daten an einen Server im Netz und installiert eine „Hintertür“ im Android-Gerät, durch die Code aus dem Netz nachgeladen werden kann.

Bekannt wurde dies Anfang März 2011: Etwa 50 infizierte Apps wurden im Google Play Store aufgespürt und aus diesem entfernt. Dies war auch einer der seltenen Fälle, dass Google von der Möglichkeit Gebrauch machte, diese Schadsoft aus der Ferne von betroffenen Android-Geräten zu löschen.

Weitere Informationen finden sich im Netz – u. a. hier.

DroidSheep
DroidSheep ist eine Android-App zur Sicherheitsanalyse des verbundenen WLAN und zum Abfangen offener Facebook, Twitter und anderer Sitzungen. Wie häufig, lässt sich eine derartige Lösung allerdings auch missbrauchen – wogegen man sich unter Android z. B. mit DroidSheep Guard schützen kann.
Eclair
Klingt nach einem süßen Backwerk – und lässt daher korrekt auf eine Android-Version (2.0.*/2.1.*) schließen.
EDGE
EDGE steht für Enhanced Data Rates for GSM Evolution. Als Erweiterung zu GPRS dient es der Datenübertragung, wobei es die maximal mögliche Datenrate auf 384 kbit/s mehr als verdoppelt. Dennoch gehört es noch zur Kategorie 2G. In der Statusleiste von Android-Geräten macht es sich durch ein „E“ bemerkbar.
F-Droid
Ein alternativer Android-Market, der sich auf Open Source Apps spezialisiert hat. Details finden sich unter Öffentliche Märkte.
FaceNiff
FaceNiff ist ein Tool ähnlich DroidSheep. Sein Name setzt sich zusammen aus „Facebook“ und „Sniff“ (schnüffeln) – obwohl sich das „Schnüffeln“ dieser Android-App nicht auf Facebook allein beschränkt. Schutz bietet auch hier bereits benannter DroidSheep Guard.
Fastboot

Der Name ist zunächst ein wenig irreführend – handelt es sich dabei doch nicht um die Möglichkeit, das Android-Gerät schneller einsatzbereit zu haben. Fastboot hat eigentlich mit dem installierten Android-Betriebssystem nicht einmal direkt etwas zu tun.

Zu finden ist ein Fastboot-Eintrag gelegentlich im Boot-Menü. Und gedacht ist es in erster Linie zum schnellen Bearbeiten von Partitionen via USB. Dazu wählt man am Android-Gerät diesen Punkt aus, und kann dann vom PC aus mit der entsprechenden Software passende Befehle absetzen – etwa um die Daten auf einer Partition zu löschen, mit einer Image-Datei zu überschreiben, oder schlicht das Gerät neu zu starten.

Factory-Reset
Auch Rücksetzen auf Werkseinstellungen genannt: Wiederherstellung des Auslieferungs-Zustandes. Stimmt natürlich nicht so ganz, denn die ursprüngliche Firmware wird dabei nach einem Update nicht wieder hergestellt; es werden lediglich alle Nutzerdaten einschließlich vom Anwender installierter Apps etc. gelöscht.
Flaschen

A: Behälter für Bier, Cola, Wein, u. a. m.

B: Taugenichtse, Tagediebe, Apfeldiebe...

C: Gesucht war bestimmt eher der Begriff Flashen, gelle?

Flashen

Foto: Benutzung des Blitzlichts (engl.: „flash“)

MIB: Löschen von Teilen des biologischen Speichers, sodass Gedächtnis-Lücken entstehen. Der Vorgang wird auch als „Blitzdingsen“ bezeichnet.

Android: Den Androiden mit einem neuen ROM versehen, indem entweder ein reguläres Update, oder ein Custom-ROM installiert wird. Der Name rührt daher, dass hier die Daten größtenteils im „internen Speicher“, dem sogenannten „Flash Speicher“, landen. Oft geht damit auch ein teilweises „Blitzdingsen“ einher, etwa für den Dalvik-Cache.

Es muss jedoch nicht gleich ein komplettes neues System sein – auch kleinere Updates gelangen hin und wieder auf diese Weise in die Geräte.

FOTA
Ein OTA-Update der Firmware. Auf einigen Custom-ROMs läuft auch ein Prozess namens FOTA kill, der eben selbiges (insbesondere seine Verfügbarkeits-Meldungen) verhindern soll. Die machen ja da auch keinen Sinn...
Froyo
Eigentlich Frozen Yoghurt: Eine Android-Version (2.2.*)
GingerBread
Eine Android-Version (2.3.*)
GingerBreak
In Anlehnung an den Namen GingerBread ist dies zum einen der Name eines Algorithmus als auch einer App zur Erlangung von Root-Rechten unter Android > 2.2.1.
GPRS
GPRS steht für General Packet Radio Service. Es dient der Datenübertragung, und ist aktuell wohl die langsamste Fassung davon. GPRS gehört in die Kategorie 2G, zusammen mit der Erweiterung EDGE. Die maximal mögliche Datenrate beträgt bei GPRS 171,2 kbit/s. Zeigt die Statusleiste eines Androiden ein „G“, muss sich dessen Besitzer hiermit begnügen...
Hardreset

Wenn der Softreset, also das „weiche Herunterfahren“, nicht mehr funktioniert, muss dem Gerät zum Ausschalten die Stromzuführ entzogen werden. Dies geschieht i. d. R. durch Entfernen der Batterie, oder im Falle einer fest verbauten selbigen durch das „Anpieksen“ des Reset-Löchleins.

Nicht selten wird dieser Begriff als Synonym für den Factory-Reset verwendet, der jedoch etwas ganz anderes ist (siehe dort).

HBoot
So nennt HTC seinen Bootloader.
HSDPA
HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) ist eine Erweiterung des 3G Mobilfunkstandards UMTS, der Datenraten von bis zu 14 MBit/s ermöglicht. Wird manchmal auch gern als „3,5G“ oder „3G+“ bezeichnet, und macht sich in der Statusleiste eines Androiden durch ein „H“ bemerkbar.
HTTPS
Dieses Kürzel steht für HyperText Transport Protocol Secure, was sich auf Deutsch am besten mit „sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll“ wiedergeben lässt. Sämtliche Daten werden hierbei verschlüsselt über das Netzwerk übertragen. Nähere Details finden sich u. a. bei Wikipedia.
Ice Cream Sandwich
Hmmm, wieder etwas Süßes? Richtig: Eine Android-Version, nämlich 4.0
Image

Die Fotos, die mit der Kamera des Androiden gemacht wurden, sind damit nicht gemeint. Die nennt man nämlich Pictures.

Ein Image nennt man das Speicher-Abbild einer Partition (für Windows-User: Das, was sich hinter einem Laufwerks-Buchstaben verbirgt; eine Partition kann schließlich wie ein eigenständiges Laufwerk behandelt werden). Im Zusammenhang mit Android werden Images häufig in folgenden Kontexten genannt:

IMEI
Die International Mobile Station Equipment Identity (IMEI) ist eine eindeutige 15-stellige Seriennummer, anhand derer jedes GSM- oder UMTS-Endgerät eindeutig identifiziert werden kann. (Wikipedia). Diese Nummer ist also Geräte-spezifisch, und wird von diversen Werbe-Modulen gern zur Identifizierung herangezogen (was jedoch die Playstore Richtlinien seit August 2014 verbieten). Mit ihr lässt sich aber auch ein Gerät beim Netzanbieter sperren, sodass ein Dieb es nicht mehr verwenden kann (zumindest nicht im gesperrten Netz – dies weltweit durchzusetzen, dürfte ein wenig aufwendig sein). Genauere Details finden sich u. a. bei den XDA-Developers.
IMSI
Abkürzung für International Mobile Subscriber Identity. Diese aus 15 Ziffern bestehende interne Teilnehmerkennung dient in GSM- und UMTS-Mobilfunknetzen der eindeutigen Identifizierung von Netzteilnehmern, und wird auf der SIM-Karte gespeichert.
Jelly Bean
Code-Name der Android-Versionen 4.1 bis 4.3
Kernel

Da steckt das Wort „Kern“ drin, genau. Wenn wir hier vom „Kernel“ sprechen, meinen wir den „Betriebssystem-Kern“, den „Linux-Kernel“. Das ist, vereinfacht ausgedrückt, eine Abstraktions-Schicht: Unten speziell an die jeweilige Hardware angepasst, stellt der Kernel „oben“ eine einheitliche Schnittstelle (API) für die Software zur Verfügung.

Bei Android läuft auf dem Linux-Kernel die Dalvik-VM (eigentlich je eine pro App), und in der Dalvik-VM sodann die App.

KitKat
Ein Schoko-Riegel. Aber auch Code-Name der Android-Version 4.4
Launcher
Der Launcher ist sozusagen die „Grafische Benutzeroberfläche“ (GUI) von Android – das, was nach dem Entsperren des Bildschirms angezeigt wird. Anders als bei Windows (und eher ähnlich wie bei Linux) gibt es bei Android nicht den Launcher, sondern eine ganze Reihe von Alternativen: Angefangen von „besonders Ressourcen-schonend“ bis hin zu „mit allen (un)möglichen Features“. Mehr Details dazu finden sich im Kapitel zum Home-Screen.
MTP
Das Media Transfer Protokoll löst ab Android 4.0 den USB Massenspeicher ab. Damit kann bei bestehender USB-Verbindung gleichzeitig vom Androiden und vom Computer auf die SD-Karte (und ggf. weitere Speichermedien) zugegriffen werden – was allerdings auf dem Computer passende Treiber-Software voraussetzt. Auch ist vom Computer ein Direktzugriff auf die Speicherkarte (z. B. zum Formatieren) damit nicht länger möglich.
Nandroid Backup

Ein vollständiges System-Backup, welches sich z. B. aus dem Custom-Recovery-Menü heraus erstellen und auch wieder herstellen lässt. Hier werden nicht einzelne Dateien gesichert, sondern ein Abbild („Image“) des gesamten Systems wird angelegt. Es ist also ein „Alles-oder-Nichts“: Die Wiederherstellung einzelner Dateien ist hier nicht vorgesehen (jedoch mit speziellen Apps möglich).

Insbesondere bevor man ein Custom-ROM einspielt, aber auch generell vor einem System-Update sollte ein Nandroid-Backup angelegt werden. Es ist natürlich auch sonst immer eine gute Idee, ein komplettes Backup zur Hand zu haben.

NFC
Nein, nicht Nashville Fried Chicken, sondern Near Field Communication. Dient zum Ultra-Kurzstrecken-Datenaustausch (Reichweite also noch kleiner als bei Bluetooth), und soll u. a. zum „Bezahlen mit dem Handy“ genutzt werden. Aber auch Dinge wie „Handy als Autoschlüssel“ oder „Handy als Fahrkarte“ etc. sind denkbar (und schon gedacht worden).
Open Source
Bei Open Source liegen die Quellen offen: Hier handelt es sich um Software, bei der jeder Zugriff auf den Quelltext haben kann. So lässt sich nicht nur herausfinden, wie einzelne Funktionalitäten umgesetzt wurden – sondern auch beispielsweise prüfen, ob eventuell Hintertüren eingebaut, oder andere Sicherheitsmängel vorhanden sind. Derartige Prüfungen werden etwa bei F-Droid durchgeführt, und die Apps dann direkt aus dem geprüften Code erstellt.
OTA

Da liegt was in der Luft. Denn OTA steht für „Over The Air“. Ja was denn? Beim Rundfunk ist es „On The Air“ und heißt Musik. Bei Phil Collins „In The Air Tonight“. Und bei Android ein „(komplettes) Over The Air Update“ – also ein Kotau, sozusagen. Die Frage wäre da nur, wer dabei der Kaiser ist …

Also, kurz gefasst: Beim OTA werden Software-Updates des Herstellers/Providers über das Funknetz des letzteren verteilt.

Partition

Eine Partition ist ein zusammenhängender Bereich auf einem Datenträger (unter Windows häufig mit einem Laufwerksbuchstaben verbunden).

Auf einem Android-System sind immer mehrere Partitionen in Benutzung, auch wenn nur der interne Speicher zur Verfügung steht (und keine SD-Karte eingelegt ist): So ist das „/system“ in der Regel nur lesend eingebunden (um Änderungen im Betrieb zu verhindern), während für Apps und Daten eine eigene Partition („/data“) bereitsteht.

Die SD-Karte beinhaltet meist nur eine (in der Regel unter „/sdcard“ eingebundene) Partition. Es sind aber auch hier mehrere Partitionen möglich (und werden z. B. mit App2SD+/Link2SD verwendet) – wobei Android bei Anschluss an den PC via USB nur jeweils die erste Partition davon freigibt.

Weitere Details können z. B. bei Wikipedia nachgelesen werden.

Provider

In der Regel ist damit der „Netzanbieter“ gemeint (also E-Plus, T-Mobile, A1 & Co).

Zum anderen könnte aber auch ein Dienst des Android-Systems gemeint sein: So stellt etwa der Location Provider über eine API den Apps die aktuelle Position bereit...

RAM

Diese drei Buchstaben stehen für Random Access Memory – also Speicher, auf den man nach belieben an beliebiger Stelle zugreifen kann. Im Gegensatz nicht etwa zu ROM, sondern zu Dingern wie Bandlaufwerken (jaja, so alt ist der Begriff schon), bei denen man sich erst mühsam vom Start zur gewünschen Position (linear) vortasten muss.

Sowohl auf PCs wie auch auf unseren Androiden ist damit meist der Arbeitsspeicher gemeint, in den die Programme/Apps zur Ausführung geladen werden. Üblicherweise ist dies der Bereich, der generell zu klein ist – oder von dem man halt nie genug haben kann …

Recovery Menü

Ein separater Bereich des Boot-Menüs (siehe Bootloader), aus dem heraus verschiedene Operationen wie Nandroid-Backup oder auch das Bereinigen des Dalvik-Caches möglich sind.

In das Recovery Menü gelangt man in der Regel durch eine spezielle Tasten-Kombination beim Einschalten. Diese ist aber zumindest von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Bei HTC ist es üblicherweise das Halten der „Leiser-Taste“ während des Einschaltens. Bei Motorolas Milestone muss die Kamera-Taste beim Einschalten gedrückt gehalten, und anschließend die „Lauter-Taste“ betätigt werden. Und so weiter. Bei Bedarf also am besten im Forum erlesen/erfragen.

Einfacher geht es mit dem bereits im Kapitel Custom-ROM genannten ROM Manager: Diese App erlaubt auch einen direkten Boot ins Recovery-Menü. Ebenso integrieren einige Custom-ROMs einen entsprechenden Punkt in dem Menü, welches sich bei langem Drücken der Power-Taste öffnet.

Repository
Ein Repository (engl. für Lager, Depot, Quellen oder Archiv), auch Repositorium, ist ein verwaltetes Verzeichnis zur Speicherung und Beschreibung von digitalen Objekten. Bei den verwalteten Objekten kann es sich beispielsweise um Programme (Software-Repository), Publikationen (Dokumentenserver), Datenmodelle (Metadaten-Repository) oder betriebswirtschaftliche Verfahren handeln. Häufig beinhaltet ein Repository auch Funktionen zur Versionsverwaltung der verwalteten Objekte. (Wikipedia)
Reset
Je nachdem: Siehe Softreset, Hardreset, Factory-Reset, sowie Wipe.
ROM

Richtig offensichtlicher Mist ist diese real offerierte Mehrdeutigkeit: Manchmal hat man den Eindruck, er wurde nur zur Verwirrung der Massen eingeführt. Wer einmal den Namen für eine Android-Komponente nicht kennt, sagt einfach „ROM“. Klingt, als wüsste man voll Bescheid – und die Chance, dass das auch noch Sinn ergibt, ist verdammt hoch …

Aber im Ernst: Worum geht es hier? Eigentlich steht der Begriff „ROM“ für Read Only Memory – also Speicher, auf den ausschließlich lesend zugegriffen werden kann. Ja, richtig: So wie bei CD-ROM, da steckt das ja auch drin. Nur bei Android, da kann das alles mögliche sein. Nicht selten sachlich falsch – aber wen kümmert's? Schauen wir uns also die einzelnen Bedeutungen einmal an:

Systemspeicher: Teile des Android-Systems werden in der Tat „nur lesend“ eingebunden. Unter anderem eine Schutzmaßnahme, um Veränderungen zu erschweren (damit wir die dusseligen Apps, mit denen uns die Hersteller/Provider „beglücken“, nicht einfach löschen können). So heißt es z. B. in den Spezifikationen des HTC Wildfire: „384 MB RAM; 512 MB ROM“. Nonsens(e): Ein Blick hinter die Kulissen offenbart, dass nur 250MB read-only (/system) eingebunden sind. Die restlichen 250MB „ROM“ stehen zur Installation von Anwendungen zur Verfügung. Read-only? Mitnichten. De facto kann der ganze Bereich jederzeit schreibbar gemacht werden, sofern man root hat. Also eher irreführend – richtiger müsste es hier heißen: „interner Speicher“, oder – in Abgrenzung vom RAM – „interner Flash-Speicher“.

Das System selbst: Um die Verwirrung komplett zu machen, wird auch hier gern von „ROMs“ gesprochen (siehe Custom ROMs). Das hat schon Tradition: Auch bei älteren Spiele-Konsolen sprach man davon, „ein ROM zu laden“. Dabei handelte es sich aber „seinerzeit“ tatsächlich um eine Cartridge – also einen Speicher-Chip, den man an das Gerät ansteckte. Später kamen dann die Emulatoren, welche die „antiken Geräte“ auf moderner Hardware emulieren können. Und bei diesen kommt die „Cartridge“ natürlich in Form einer Datei daher. Den Begriff „ein ROM laden“ hat man beibehalten. Und schließlich weiter übertragen.

ROM Kitchen

ROM-Knast? Nein, gemeint ist der englische Begriff „Küche“ (also wenn man schon „Knast“ hat). In einem ROM Kitchen kann der Anwender sich sein eigenes ROM kochen. Natürlich setzt dies root voraus (sonst kann man das fertige „Gericht“ nicht servieren/installieren), und ist etwas Geräte-spezifisches.

Neben „vollständigen ROM-Küchen“ gibt es auch noch welche, die sich auf Elemente der Gestaltung beschränken, wie z. B. das UOT (Ultimate Online Kitchen, Beschreibung und Video findet sich bei den XDA-Developers). Hier tauscht man lediglich einzelne Elemente (Batterie-Anzeige in der Statusbar, Icons, etc.) eines bereits installierten ROMs aus. Natürlich braucht auch dieses root, da sonst kein Austausch von Systemdateien möglich ist.

root
Aus Herstellersicht: Die Wurzel allen Übels. Objektiv betrachtet: Der Administrator (auch „SuperUser“) eines Linux-Systems. Der darf alles, und kann alles (kaputtmachen auch, ja). Näheres ist im Kapitel root ausführlicher beschrieben.
RUU

Radio Unit Update: Eine Art update.zip für das Radio-Image, also ein „Firmware-Upgrade“.

ROM Upgrade Utility: Wie der Name bereits sagt, ein Utility zum Upgrade des ROM, welches entweder vom Hersteller oder von Drittanbietern zur Verfügung gestellt und vom PC aus installiert wird.

Wenn nicht ganz klar ist, was von beidem gemeint ist, ist es in der Regel das erste – wobei das durchaus mit dem zweiten identisch sein kann, da die Begriffe oftmals gleichbedeutend verwendet werden. Was mancherorts als „ROM Upgrade Utility“ bezeichnet wird, ist nämlich nichts anderes als das Update des Radio-Images...

Safe Mode
Vielen aus der Windows-Welt als „Abgesicherter Modus“ bekannt. Bootet man in diesen, werden beim Systemstart alle Anwender-Apps ignoriert. Dies ist beispielsweise hilfreich, wenn das Gerät bei einem normalen Start in einer Force-Close-Schleife festhängt.
SDK

Das SDK (Software Development Kit) ist die Grundlage für die Android App Entwicklung und liegt für die jeweilige Version von Android vor. Es ist aber nicht nur dafür verwendbar, sondern bringt auch einige brauchbare Tools wie Fastboot, den Dalvik Debug Monitor sowie ADB mit.

Ergänzt man das Ganze noch um Eclipse, kann es mit der Entwicklung von Apps losgehen!

SIP
Das Kürzel SIP steht für Session Initiation Protocol. In unserem Zusammenhang kann es quasi als Alias für „Internet-Telefonie“ bzw. „IP-Telefonie“ betrachtet werden, da es bei dieser zum Einsatz kommt.
S-OFF
Mit S-OFF (kurz für Security off) ist der volle Zugriff (lesen und schreiben) auf den Bootloader gemeint. Üblich ist dieses „secu_flag“ nur bei HTC, somit kann man es bei nicht-HTC-Geräten ignorieren. Eine ausführliche Beschreibung findet sich u. a. bei AddictiveTips in englischer Sprache.
Softreset
Ein „weiches“ herunterfahren des Systems, wenn nichts mehr geht – vergleichbar mit Strg-Alt-Entf am PC. Siehe Weiches Zurücksetzen für Details.
Stack Exchange

Das Stack Exchange Network ist eine vernetzte Gruppe von Communities, auf denen sich im Frage-und-Antwort Stil über diverse Probleme (und natürlich deren Lösungen) ausgetauscht wird. Die Inhalte stehen unter einer Creative Commons Lizenz, wie auch dieses eBook.

Der Name setzt sich aus zwei Worten zusammen: „Stack“ (Stapel, Packen, Aufschichtung) und „Exchange“ (Austausch) – was den Charakter des Netzwerks recht gut beschreibt: Zum Austausch steht ein ganzer Stapel verschiedener themenspezifischer Sites zur Verfügung, die untereinander vernetzt sind. Sei es zu technischen Aspekten wie Android, Ubuntu, und Datenbanken, zu diversen wissenschaftlichen oder kulturellen Themengebieten, oder gar zu Lifestyle-Themen; für jeden ist etwas dabei. Über 100 Sites sind es mittlerweile, und es kommen ständig neue hinzu. Allen „Stacks“ gemein ist die Sprache zur Verständigung: Englisch. Ebenfalls gemein ist das Benutzer-Konto, will man sich aktiv beteiligen: Ein Account für alle beteiligten Sites.

Viele Verweise aus diesem Buch gehen in dieses Netzwerk, in dem ich selbst auch recht aktiv bin.

Tethering
Die Leinen los! Ja, so kam es einigen vor, als das mit Froyo zur Standard-Funktionalität wurde: Mittels Tethering lässt sich die mobile Internet-Verbindung mit anderen Geräten teilen.
UMTS
UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist ein Mobilfunkstandard der dritten Generation, und wird deshalb umgangssprachlich auch einfach als 3G genannt. Seine maximale Datenrate liegt – wie übrigens auch die der 2G-Erweiterung EDGE – bei 384kBit/s. Schneller wird es mit der Erweiterung HSDPA.
Unroot
Rückgängigmachen des sogenannten „rootens“ (siehe root), also das System wieder vom root-Zugang befreien (und in den Hersteller-konformen Zustand zurücküberführen). Dies geschieht in der Regel durch das Flashen einer Stock-Firmware (sauberste Variante) – wobei mittlerweile auch etliche rooting-Tools eine entsprechende „Undo-Funktion“ anbieten.
Update
Das Ersetzen etwas Bestehenden durch etwas Neueres. Meist handelt es sich hier um eine Fehlerbereinigung von System oder Apps, aber auch neue/zusätzliche Features können damit einhergehen.
Update.Zip

Ganz offensichtlich eine Datei. Und ebenso offensichtlich will diese etwas aktualisieren – nur was?

Es handelt sich hier um ein „flashbares Update“. Offizielle Firmware-Updates kommen oft unter diesem Namen daher. Und da das System eine solche Datei, so sie im Wurzel-Verzeichnis der SD-Karte liegt, als ein solches betrachtet, lässt sich auf diese Weise auch so einiges anderes ins System mogeln. Das nutzt z. B. Titanium Backup aus, wenn es ein update.zip erstellt.

Einspielen lässt es sich zum Beispiel über das Recovery-Menü.

Upgrade
Ist mit einem Update ein Versionssprung verbunden (etwa von Eclair auf Froyo, oder von Froyo auf Gingerbread, oder gleich von Eclair auf Gingerbread), spricht man von einem Upgrade.
USB Massenspeicher
Taucht der Speicher des Androiden nach dem Verbinden mit dem Computer per USB-Kabel wie von Zauberhand als Wechseldatenträger auf letzterem auf, handelt es sich dabei um USB-Massenspeicher. Ein Teil des Androiden wird quasi zum „Kartenleser“ umfunktioniert, der Computer erhält somit „Vollzugriff“ – was sich auch zum Formatieren der Karte (oder zum Retten versehentlich gelöschter Daten) nutzen lässt. Da dies jedoch eine dedizierte Partition voraussetzt, die entweder nur am Computer oder nur auf dem Androiden bereitstehen kann, setzt Android ab Version 4.0 stattdessen auf MTP.
VoIP
Abkürzung für Voice over IP, oder auch „Internet-Telefonie“. Aber so wie man heute simst (SMS schickt), googelt (mit Google sucht), und skypet (mit Skype chattet oder telefoniert), so voipt man auch.
VPN
Steht für Virtual Private Network – zu Deutsch: Virtuelles Privates Netzwerk. Hier wird von Client eine verschlüsselte Verbindung zu einem VPN-Server aufgebaut, der ersteren sodann in sein eigenes Netz integriert. Aller Datenverkehr lässt sich somit über diese verschlüsselte Strecke leiten – sodass die übertragenen Daten vor Schnüfflern (etwa in offenen WLANs) relativ sicher sind.
WebDAV
Die Abkürzung WebDAV steht für „Web-based Distributed Authoring and Versioning“, und ist ein offener Standard zur Bereitstellung von Dateien im Internet – kann also quasi für „Online-Festplatten“ genutzt werden. Doch nicht nur das, auch einige andere Dienste setzen darauf auf. Beispiele wären etwa CalDAV und CardDAV.
Wipe

Wörtlich übersetzt: Löschen. Das „was“ ist hier allerdings die Frage. Und da kommt es darauf an, wen man fragt bzw. wie man den Wipe initialisiert.

Factory-Reset: Eine Form des Wipe ist mit diesem gleichbedeutend, denn sie löscht lediglich die „/dataPartition. Das ist der Bereich, in dem die selbst installierten Apps sowie die Daten abgelegt werden.

Dalvik-Cache: Mit dem Wipe/Löschen des Dalvik-Caches erzwingt man eine Neu-Übersetzung des Programmcodes aller Apps. Damit geht kein Datenverlust einher: Lediglich der nächste Gerätestart dauert etwas länger.

Komplett-Wipe: Den gibt es in verschiedenen Versionen des Recovery-Menüs. Sollte nur ausgeführt werden, wenn man auch wirklich weiß, was man da tut: Der löscht nämlich alle Daten von allen Partitionen, auch von „/system“. Danach geht dann nichts mehr – es lässt sich lediglich ein neues ROM einspielen.

Fragen aus Alltag und Praxis

Google Account

Wozu brauche ich einen Google-Account?

Klar kann man seinen Androiden auch ohne Google-Account benutzen. Bei einigen Tablets hat man zunächst nicht einmal eine andere Wahl. Doch manche Dinge funktionieren einfach nicht ohne. Zum Beispiel der Google Play Store, über den die meisten Apps kommen. Auch die Synchronisation von Kontakten und Terminen ist an einen Google-Account gebunden – zumindest, wenn man die Bordmittel benutzen möchte.

Kann ich einen Account mit mehreren Geräten nutzen?

Das ist problemlos möglich. Und das Schöne dabei: Auch die mit dem Account gekauften Apps lassen sich auf all diesen Geräten parallel nutzen, denn der Kauf ist ja an den Account gebunden.

Darüber hinaus zeigt die Google Play Website bei jeder App an, mit welchem Gerät selbige kompatibel ist – und gibt dem Anwender dann die Möglichkeit, sie dort zu installieren. Auch Kalender und Kontakte lassen sich auf allen mit diesem Account verknüpften Geräten synchronisieren (so man diese Funktion aktiviert hat). Kurzum: Die Sache scheint geradezu dafür ausgelegt.

Aufpassen sollte man allerdings mit Datensicherungen (auch diese lassen sich ja auf den Google-Servern speichern) – hier wird es eventuell etwas tricky, die Daten verschiedener Geräte auseinander zu halten (Details dazu in einem Artikel bei Stack Exchange).

Wie kann ich meinen Google-Account ändern?

Offensichtlich soll der Anwender dies nicht tun – denn die entsprechende Stelle in der Konfiguration lässt es nicht zu. Natürlich klappt das nach einer „Werksrückstellung“, da dann ohnehin alles neu eingerichtet werden muss. Das ist aber nicht immer gewünscht: Auch alle Apps müssen dann nämlich neu installiert und konfiguriert werden.

Mit einem kleinen Trick geht es aber auch ohne „Werksrückstellung“: Vom Home-Screen aus geht man dazu in die Maske Einstellungen › Anwendungen › Anwendungen verwalten, und wählt nacheinander folgende Anwendungen an, um deren Daten und Caches zu löschen: GMail, Google Apps, GTalk (Google Talk), GTalk Services, IM und evtl. noch Google+ und Google Storage (auch „Speicherplatz bei Google Mail“ genannt; was nicht da ist, überspringt man halt). Jetzt hat der Androide seine „Kontoverbindung“ vergessen, und man kann diese wieder neu einrichten – mit den gewünschten „anderen Daten“, oder indem man einen neuen Account erstellt.

Zugegeben ein wenig umständlich. Und so hat offensichtlich jemand Einsehen gehabt, denn bei aktuellen Android-Versionen geht es wesentlich einfacher: Man geht zu Einstellungen › Konten & Synchronisation, wählt das zu entfernende Google-Konto aus, tippt auf die Menü-Taste, und nutzt den auftauchenden Eintrag „Konto entfernen“. Anschließend fügt man das neue Konto im erstgenannten Menü wieder hinzu.

Kann ich die Youtube App mit einem alternativen Account verwenden?

Wer über mehrere Accounts verfügt (z. B. einen für GMail und Android, sowie einen anderen für Youtube), und diese gern getrennt halten möchte, kann dies auf recht einfache Weise tun:

  1. Youtube-App starten
  2. Aus dem Menü „Abmelden“ („Sign out“) wählen
  3. Aus dem Menü „Anmelden“ („Sign in“) wählen
  4. Es sollte an dieser Stelle eine Box zur Account-Auswahl erscheinen. Sofern der gewünschte Account aufgeführt ist, kann er nun gewählt werden. Alternativ lässt sich von hier aus auch ein neuer Account anlegen.

Google Play Store

Ich finde den Play Store auf meinem Gerät nicht!

Dies ist hin und wieder insbesondere bei Tablets „normal“: Ein Android-Gerät muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit es mit den Google-Apps ausgeliefert werden darf. Das heißt jetzt aber nicht, dass „Hopfen und Malz verloren“ sind: Eine Suche in den einschlägigen Foren (z. B. im für das fragliche Gerät zuständigen Hardware-spezifische Unterforum bei AndroidPIT), oder auch bei Google mit den Begriffen „Google Apps“ <Gerätename>, führen nicht selten zu einer Lösung. Diese heißt dann in der Regel: Die gapps.apk händisch herunterladen, und auf dem Gerät installieren. Was jedoch (zumindest für die Playstore-App) wiederum root voraussetzt. Anmerkung: Wer sich zutraut, selbst die richtige Version zu erkennen, findet die GApps auch direkt auf goo.im. Die gewählte ZIP-Datei muss dabei zur auf dem Gerät laufenden Android-Version passen.

Warum finde ich die App im Play Store nicht?

Hier ist die Antwort ähnlich zur vorigen – nur dass es diesmal einen direkten Bezug zur App hat. Entweder hat der Entwickler etwas vergessen anzugeben (das ist nicht gerade selten), oder aber das fragliche Android-Gerät wird tatsächlich nicht unterstützt: Zu kleines Display (auf einem Motorola Flipout HD-Videos abspielen? Macht bestimmt Spaß), zu schwacher Prozessor (CPU-intensive Spiele wie Asphalt überfordern so manches kleine Gerät), oder die installierte Android-Version ist zu niedrig. Eine Anfrage beim Entwickler schafft häufig Abhilfe, sofern letztere möglich ist.

Hilfe, der Play Store spinnt!

Sowas tut der in der Tat: Downloads starten nicht oder werden nicht abgeschlossen, Installationen schlagen fehl, oder die Server des Play Store werden erst gar nicht erreicht (Anmelde-Probleme). In der Regel liegt das in der Tat am Play Store bzw. den Google Servern, daher lohnt sich in solchen Fällen ein Blick auf deren Monitor, das so genannte „Dashboard“. Steht dort alles auf „grün“, zur Sicherheit noch im Forum vorbeigeschaut (bei AndroidPIT gibt es da auch eine Sektion für Play Store-Fragen), ob gerade wieder eine Epidemie ausgebrochen ist (und auch andere betroffen sind).

Ist auch das nicht der Fall, ist ein lokales Problem naheliegend. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, die einfach in dieser Reihenfolge abgearbeitet werden können. Nach jedem Schritt ist natürlich zu Prüfen, ob das Problem damit schon beseitigt ist – dann kann man sich die folgenden Schritte nämlich sparen:

Lösungen für spezielle Playstore-Probleme finden sich auch in den folgenden Punkten.

Unbekannter Fehler: -18

Dieser Fehler tritt nur im Zusammenhang mit App2SD auf, wenn eine zu aktualisierende App auf der SD-Karte installiert ist (oder eine neue dort installiert werden soll). Die einfachste Lösung ist hier: App wieder in den internen Speicher zurück verschieben, das Update erneut versuchen (sollte jetzt funktionieren), und anschließend optional wieder auf die SD-Karte damit.

Schlägt das Update noch immer fehl, oder handelt es sich um eine neu zu installierende App, kann auch folgendes helfen: Androiden per USB-Kabel an den PC anschließen, und die Karte im Modus „USB Massenspeicher“ (nicht MTP/PTP) als Laufwerk freigeben. Damit steht sie dem Android-System nicht mehr zur Verfügung, was eine Installation in den internen Speicher erzwingt.

Eine letzte Möglichkeit ist mit Vorsicht zu genießen: Mit einem Datei-Manager auf der SD-Karte den Ordner .android_secure (mit Punkt vorne!) suchen, und die darin befindliche Datei namens smdl2tmp1.asec löschen, dann die Installation bzw. das Update noch einmal versuchen. Da dieser Ordner von Android selbst (ohne root-Zugriff) „ausgeblendet“ wird, ist hierfür ggf. ein Kartenleser am PC notwendig.

Unbekannter Fehler: -24

Dieser ist i. d. R. auf ein missglücktes Update zurückzuführen, dem „Altlasten“ im Weg lagen. Zur Behebung hilft es meist, die installierte Version der betroffenen App zu entfernen, und sodann die aktuelle Version erneut zu installieren. Tritt das Problem mit mehreren Apps auf, und die beschriebene Vorgehensweise schafft keine Abhilfe, nennen etliche Quellen einen Factory-Reset als letzten Ausweg.

Unbekannter Fehler: -25

Offensichtlich sieht der Playstore kein „Downgrade“ von Apps vor – denn dieser Fehler heißt nichts anderes als: „Sorry, aber da ist bereits eine neuere Version auf dem Gerät installiert.“ So etwas sollte normalerweise nicht vorkommen (außer man hat die App aus „anderer Quelle“ installiert). Abhilfe schafft natürlich eine De-Installation der fraglichen App – anschließend sollte die erneute Installation erfolgreich sein.

Hat man die .apk Datei der zu installierenden App-Version vorliegen, hilft auch eine Installation mit ADB mittels adb install -r.

(Quelle: StackOverflow)

Error [RPC:S-5:AEC-0]

Zu diesem Fehler kommt es gern einmal, wenn der Playstore ein größeres Update erhalten hat. Wie man ihn behebt, beschreibt ein Artikel bei AndroidPIT im Detail: Man muss das Google-Konto entfernen und sich neu anmelden. Folgende Schritte sind dazu zu unternehmen:

  1. Einstellungen › Anwendungen verwalten öffnen, und auf den Reiter „Alle“ wechseln
  2. Jeweils die Apps Google Play Store sowie Google Play Dienste über den Button Stoppen erzwingen beenden, Cache leeren, und Daten löschen
  3. Zu Einstellungen › Konten wechseln, das verwendete Google-Konto auswählen, und unten rechts den Button Konto entfernen betätigen
  4. Das Gerät ausschalten, und neu starten
  5. Zur Sicherheit ein paar Minuten warten, bis alle Dienste wieder laufen
  6. Wieder zu Einstellungen › Konten wechseln, und das entfernte Konto neu hinzufügen

Sobald alle Daten wieder synchronisiert sind, sollte auch der Fehler behoben sein.

Achtung: Bei Geräten mit Android 2.3 und älter werden durch die Konten-Entfernung auch alle mit selbigem verknüpften Daten (also Kontakte, Kalender, etc.) gelöscht. Zur Sicherheit sollte daher zuvor ein Backup angelegt werden.

Fehler 502 beim Download

Dieser Fehler macht sich, wenn es denn zu ihm kommt, im Regelfall nur temporär bemerkbar. Die einfachste Lösung ist daher häufig, ein paar Stunden oder Tage abzuwarten. Ist dies aus irgend einem Grund nicht möglich, findet sich Abhilfe wiederum in einem Artikel bei AndroidPIT:

Die (nach bereits genanntem „Abwarten“) nächst einfache Möglichkeit ist das Löschen des Caches der Google Play Store App. Dazu geht man zuerst zu Einstellungen › Anwendungen verwalten, wechselt auf den Reiter „Alle“, und scrollt sodann zu selbiger App. Nun den Eintrag öffnen, und den Button Cache leeren betätigen. Reicht das zur Behebung nicht aus, dann das Ganze noch einmal – diesmal aber zusätzlich den Button Daten löschen auslösen. Dabei gehen allerdings auch die Einstellungen der App mit verloren.

Ist das Problem noch immer nicht gelöst, kann man wie bei Error [RPC:S-5:AEC-0] beschrieben vorgehen, und das Google-Konto komplett entfernen sowie wieder neu hinzufügen.

Für die Installation einer neuen App soll es gelegentlich auch helfen, diese einfach über die Webseite des Playstore anzustoßen: Anmelden, die App aufsuchen, und den Button Installieren betätigen. Wer mehrere Geräte mit dem gleichen Konto verknüpft hat, muss nun noch das Zielgerät auswählen – und wenig später sollte die App auf selbigem erscheinen.

Fehler XXX

Es gibt noch eine ganze Reihe von Fehlern, die mehr oder weniger häufig auftreten können. Ist der gesuchte Fehler hier nicht aufgeführt, sei noch auf eine Liste bei den XDA-Developers verwiesen, in der weitere Fehlermeldungen aufgeführt und erläutert sind.

Wie kann ich de-installierte Apps aus der Übersicht Andere Apps in meiner Bibliothek entfernen?

Google merkt sich alles. Das gilt insbesondere auch für die Apps: Alles, was man je installiert hatte, findet sich auf der Playstore-Seite unter Meine Android Apps wieder. Selbst wenn man es schon lange wieder von allen seinen Geräten entfernt hat – unter Andere Apps in meiner Bibliothek bleibt es stehen. Zumindest auf der Webseite ist auch nicht ersichtlich, wie man da einmal aufräumen kann.

Die Apps sind in diesem Segment auf maximal 20 Seiten zu je 9 Einträgen eingeteilt. Wer nun häufiger neue Apps testet, hat die Begrenzung von 180 Einträgen recht schnell überschritten. Was im Alphabet weiter hinten steht, lässt sich dann nicht mehr anzeigen. Dumm nur, wenn man eine (zeitweilig) deinstallierte App zu einem späteren Zeitpunkt doch wieder installieren möchte, sich aber nicht mehr an den Namen erinnert!

Hilfe findet sich hierzu in der Playstore App. Zumindest ab Version 3.10.* lässt sich mit selbiger an dieser Stelle Ordnung schaffen. Dazu sucht man zunächst die Seite mit den eigenen Apps auf (entweder über Menü › Meine Apps, oder über das Download-Symbol in der Titelseite). Hier wählt man den Tab „Alle“. Neben nicht-installierten Apps taucht in der Liste nun ein Symbol mit einem durchgestrichenen Kreis („Parkverbot“) auf. Tippt man dieses an, erfolgt eine Abfrage: „<AppName> aus meine Apps entfernen?“ Einfach auf „Ja“ tippen, und sie ist verschwunden – auch von der zugehörigen Playstore-Webseite.

Dummerweise springt die Liste anschließend automatisch wieder ganz an den Anfang zurück. Wer also richtig aufräumen (und mehrere Apps von der Liste entfernen) möchte, greift zu einem kleinen Trick: Die erste zu entfernende App einfach etwas länger drücken. Nun ist sie markiert. Am oberen Seitenrand sollte ein Balken auftauchen, der Links mit „1 App markiert“, und rechts mit „Entfernen“ beschriftet ist. Jetzt einfach die übrigen zu entfernenden Apps markieren, und dann alles in einem Rutsch aufräumen lassen – fertig.

Lässt sich irgendwo festlegen, dass nur bestimmte Apps automatisch aktualisiert werden sollen?

In der aktuellen Playstore-Version scheint sich das Auto-Update lediglich global aktivieren bzw. deaktivieren zu lassen (auch wenn verschiedene Apps wie z. B. die Google Play Services ihre eigenen Regeln zu haben scheinen). Was aber, wenn man nur ausgewählte Apps automatisch aktualisieren lassen möchte?

Eine Möglichkeit dazu findet sich bei Stack Exchange beschrieben. Zum Zuge kommt dabei wiederum eine App, die in diesem Buch bereits desöfteren genannt wurde: Titanium Backup. Betätigt man in dieser aus dem Hauptbildschirm die Menü-Taste, ist unter Play Store / Market der Punkt Automatische Market-Updates zu finden. An dieser Stelle lässt sich das Verhalten pro App festlegen. Die getätigten Einstellungen greifen natürlich nur, wenn in der Google Play Store App die automatischen Updates generell aktiviert wurden. Und leider scheinen die Google Services dies aktuell wieder zu überschreiben.

Kann ich auf einem Gerät mehrere Google-Accounts für den Playstore verwenden?

Sinnvoll wäre dies für verschiedene Szenarien: Geschäftliches von Privatem trennen, oder der Wechsel zu einer neuen GMail-Adresse ohne Verlust der gekauften Apps wären nur zwei davon. Und glücklicherweise ist dies mittlerweile auch recht einfach möglich.

Einen neuen Account kann man beispielsweise unter Einstellungen › Konten & Synchronisation erstellen, auch wenn dort bereits ein Google-Account besteht. Eine weitere Möglichkeit ist, dies gleich direkt in der Playstore-App zu erledigen: Unter Menü › Konten findet sich dafür der Punkt „Konto hinzufügen“. Beides führt zum Einrichtungs-Wizard, in dem sich entweder ein bereits bestehendes Konto eintragen, oder ein neues anlegen lässt.

An besagter Stelle in der Playstore-App lässt sich dann auch das für die jeweilige Einkaufstour zu verwendende Konto auswählen.

Wie kann ich im Playstore das Land wechseln?

Nein, es geht nicht um das Aushebeln regionaler Beschränkungen, sondern vielmehr um einen Umzug: Da gibt es Apps, die beispielsweise in Österreich verfügbar sind, in Deutschland jedoch nicht. Hat nun jemand seinen Wohnort von Deutschland nach Österreich verlegt, ist der Wunsch der entsprechenden Umstellung im Google Playstore also völlig legitim. Nur wie wird er bewerkstelligt?

Zuerst müssen die in Google Wallet hinterlegten Adressdaten aktualisiert werden. Dazu gehört auch die mit dem Google-Konto verknüpfte Kreditkarte, die in unserem Beispiel nun aus Österreich stammen sollte.

Soweit scheint alles nachvollziehbar – dennoch werden besagte österreichische Apps ggf. noch immer als „in Ihrem Land nicht verfügbar“ angezeigt: Google Play hat vom Adresswechsel offensichtlich noch nichts mitbekommen. Was hier hilft, ist der Kauf einer beliebigen App (wenn man sie nicht braucht, kann man sie ja binnen 2 Stunden wieder retournieren). Durch den Kauf muss Google Play seine Daten mit Google Wallet abgleichen, und weiß nun Bescheid: Jetzt sind besagte österreichische Apps verfügbar, der „Länderwechsel“ ist erfolgreich vollzogen.

Wie kann ich im Playstore bezahlen?

Es gibt zahlreiche Apps im Playstore, die man einfach gratis herunterladen kann. Doch oftmals bietet sich auch ein Kauf an: Sei es, dass man den Entwickler unterstützen möchte, dass die Werbung nervt, oder die Kaufversion einer App einfach mehr Features bietet. Doch welche Möglichkeiten zum Bezahlen gibt es?

Lange Zeit hieß die einzige hierzulande Verfügbare Methode „Kreditkarte“. Die Informationen zu selbiger müssen bei Google Checkout (früher Google Wallet genannt) hinterlegt werden; die Aufforderung dazu erfolgt automatisch beim ersten Einkauf. Es muss dabei nicht unbedingt eine „herkömmliche“ Kreditkarte zum Einsatz kommen, auch so genannte „Prepaid Kreditkarten“ wie beispielsweise WireCard lassen sich verwenden. Und limitieren gleichzeitig das Risiko – denn wieviel Geld ausgegeben werden kann, lässt sich im Vorfeld beim Aufladen festlegen. Damit eignet sich dieses Zahlungsmittel auch insbesondere für den Nachwuchs, den man an die Eigen-Verantwortung heranführen möchte.

Alternativ gibt es bei einigen Mobilfunk-Anbietern die Möglichkeit, das Ganze über die Telefonrechnung abzuwickeln. Allerdings ist dies nicht bei jedem Anbieter möglich.

Seit Juni 2013 endlich gibt es sie auch für Google Play: Die Guthaben-Karten, die „andere“ schon lange für iTunes & Co. kennen. Erwerben lassen sie sich in zahlreichen Super- und Elektronik-Märkten; so bei Rewe, Saturn, MediaMarkt, und etlichen weiteren, mit einem Wert von 15, 25 oder 50 Euro bestückt. Der Guthabens-Code wird auf der Rückseite freigerubbelt, und in der Playstore-App unter „Einlösen“ eingetragen. MaTT von Android-TV zeigt in einem Video detailliert, wie das funktioniert.

Von vielen sehnsüchtig erwartet: Mit Start im Mai 2014 ist schließlich auch Paypal ein valides Zahlungsmittel bei Google Play – womit auch den letzten Kauf-Verweigerern die Ausrede „kann nicht“ genommen wurde.

Apps

Was passiert mit einer App, wenn sie aus der Liste zuletzt genutzter Anwendungen gewischt wird?

Vor Android 4.0 erreichte man die Liste zuletzt genutzter Apps durch langes Drücken auf die „Home“ Taste, und konnte so zu einer dieser Apps zurückkehren – mehr ging da nicht. Mit Android 4 wurde die „Multi-Tasking-Taste“ eingeführt, und zeigt nun Screenshots der zuletzt genutzten Apps. Beiden Varianten ist gemein, dass an dieser Stelle aufgeführte Apps nicht zwangsläufig noch im Hintergrund laufen (selbst über einen Task-Killer beendete Apps sind hier noch aufgeführt). Doch durch eine Wisch-Bewegungen lassen sie sich nun aus der Liste entfernen. Was aber passiert dabei eigentlich?

Das offensichtliche zuerst: Die betroffene App wird aus der Liste zuletzt genutzter Apps entfernt, taucht also bis zu ihrem nächsten Start hier nicht mehr auf. Doch das ist natürlich nicht alles: Sie wird gleichzeitig auch „beendet“. Und zwar in etwa so, als hätte man in der App selbst so oft die „Zurück“-Taste gedrückt, bis sie sich schließt. Mit anderen Worten: Die App wird höflich gebeten, sich doch zu beenden – sie wird jedoch nicht „gekillt“. Soll sie vollständig beendet werden, drückt man stattdessen länger auf den betreffenden Eintrag, wodurch man zu den App-Details gelangt. Hier kann man nun den „Beenden“ Button betätigen.

Wer sich für genauere Einzelheiten interessiert, findet diese u. a. in einem Artikel bei Stack Exchange.

Verbrauchen Homescreen-Widgets Resourcen, auch wenn der entsprechende Bildschirm nicht angezeigt wird?

Sicher werden von einem Widget auch Resourcen belegt, wenn es gerade nicht sichtbar ist: Der verwendete Launcher muss sich ja merken, welchen Platz es belegt. Auch das generelle Layout bleibt im RAM hinterlegt, damit der Anwender nicht bei jedem Bildschirm-Wechsel erst lange auf dessen Aufbau warten muss.

Der Resourcen-Verbrauch der Widgets selbst kann sicher vernachlässigt werden, so groß sind sie schließlich selten. Doch muss man sich bewusst sein, dass i. d. R. hinter jedem Widget ein Dienst steht, der dieses aktualisiert. Auch dieser benötigt Resourcen, um die gewünschten Informationen aufzubereiten und bereitzustellen. Wie stark das ins Gewicht fällt, hängt von der Art des Widgets ab: Zeigt es nur Informationen zu einem ohnehin laufenden Dienst (etwa neue Mails) an, ist der „zusätzliche Aufwand“ eher gering. Geht es hingegen darum, welcher Song gerade auf dem Lieblings-Sender läuft, wird es definitiv mehr – diese Informationen müssen zusätzlich regelmäßig aus dem Netz abgerufen werden.

Das waren jetzt nur kurze Beispiele. Wer sich für detailliertere Hintergrund-Informationen interessiert, dem sei Dan's Artikel bei Stack Exchange empfohlen.

Was bedeutet die Nachricht, dass installierte Apps optimiert werden?
Apps werden optimiert
Apps werden optimiert

Beim ersten Geräte-Neustart nach einer Aktualisierung auf Android 4.x erscheint auf dem Display der Hinweis: „Android wird aktualisiert“, darunter ein Zähler: „App x von y wird optimiert“. Was aber hat es damit auf sich?

Um eine aussagekräftige Antwort zu finden, hat sich eldarerathis bei Stack Exchange den Quellcode des Package-Managers vorgenommen, und analysiert. Das Ergebnis: Der Dalvik-Cache wird aktualisiert. Dieser Schritt ist in mehreren Fällen notwendig: Bei einem neuen Gerät bzw. nach einem Factory-Reset muss der Dalvik-Cache initial erstellt werden – und nach einem System-Update, bei dem auch die Dalvik-Engine Aktualisierungen erfahren hat, muss er entsprechend angepasst werden.

Wie kann ich an ältere Versionen installierter Apps kommen?

Da ist es wieder einmal passiert: Ein Update macht eine App instabil, oder entfernt lieb gewonnene Funktionalität. Es gibt einige Gründe, warum man gelegentlich lieber auf eine ältere Version zurückgreift. Nur woher nehmen?

Im Thema Alternative Verwaltung habe ich ja bereits erwähnt, wie man für diesen Fall Vorsorge treffen kann: Indem man beispielsweise mit AppMonster bei jeder Installation und jedem Update ein Backup erstellen lässt. Doch meist wird man erst „aus Schaden klug“, und hat daher bei erstmaligem Auftreten dieses Problems noch kein derartiges Backup zur Hand.

Im Zusammenhang mit Playstore-Alternativen wurde für diesen Fall eine passende Quelle benannt: Android Drawer. Dort findet man für die meisten gratis-Apps .apk Dateien zum Download, auch für mehrere Versionen. Ähnlich sieht es beim ebenfalls dort genannten F-Droid aus. Ein weiterer Anlaufpunkt findet sich mit Freeware-Lovers.

Nicht fündig geworden? Das dürfte insbesondere bei Kauf-Apps zutreffen. In jedem Fall lohnt sich dann eine Anfrage beim Entwickler. Gerade, wenn ein Bug Anlass für den Downgrade-Wunsch ist, eine gute Idee: Mit etwas Glück erhält man stattdessen sogar eine neuere, noch nicht veröffentlichte Version der App, in der das Problem schon behoben wurde.

Ich habe eine APK-Datei auf meinen PC heruntergeladen. Wie installiere ich sie jetzt?

Eine besonders nach dem vorigen Punkt berechtigte Frage, auf die es mehrere Antworten gibt:

In allen Fällen (mit Ausnahme der Installation via ADB) gilt, dass in Einstellungen › Apps die Option „fremde Quellen zulassen“ aktiviert sein muss.

aLogCat zeigt unter Jelly Bean keine Einträge anderer Apps mehr an!

Das ist korrekt: Ab Android 4.1 hat Google das Sicherheits-Modell für den Zugriff auf die Systemlogs geändert. Davon betroffen sind neben aLogCat natürlich auch alle anderen ähnlichen Apps – sofern nicht „Herr Root“ zum Einsatz kommt.

Auch dafür gibt es verschiedene Lösungs-Möglichkeiten, von denen ein Artikel bei Stack Exchange einige aufzählt:

Ich erhalte ständig die Meldung „App xyz wurde unerwartet beendet“.

Kommt dies gelegentlich vor, ist es einfach nur ärgerlich – und man sollte sich an den Entwickler der App wenden. Tragisch wird es jedoch, wenn eine App das bereits beim Starten meldet, und zwar immer, sich also gar nicht mehr starten lässt. In den meisten Fällen sorgt hier folgendes für Abhilfe:

In den System-Einstellungen unter Apps die entsprechende App heraussuchen, und auf den Button Cache leeren drücken. Hilft dies auch nicht, an gleicher Stelle Daten löschen (ggf. zuvor ein Backup machen). Ab und an löst auch eine einfache Neuinstallation der App das Problem.

Handelt es sich bei der fraglichen App um den Google Playstore oder eine andere Google-App, könnten auch die Tipps unter Hilfe, der Play Store spinnt nützlich sein.

Google Play Dienste verbrauchen plötzlich enorm viel Akku!

Gerade gewundert, warum der Akku so schnell leer war – und unter Einstellungen › Akkuverbrauch festgestellt, dass Google Play-Dienste mit Abstand der größte Verbraucher war? Das scheint desöfteren vorzukommen. Doch selbst wenn die Ursachen nicht ganz klar sind, gibt es ein paar Möglichkeiten, dies in den Griff zu bekommen – bis ein Update das Problem hoffentlich löst:

Backup

Welche Arten von Backups gibt es eigentlich, und was wird da jeweils gesichert?

Auf dieses Thema geht ein Artikel bei den XDA-Developers ein, der auch Links zu weiterführenden Informationen beinhaltet. Das Wesentlichste sei hier kurz zusammengefasst:

Backup-TypWas wohin gesichert wird
Google Sync (aka „Google Cloud Backup“)Kontakte, Kalender, Docs / Drive, Gmail, Google Photos, Google Reader, „Internet & Instant“ (Lesezeichen u. a.), WLAN Passwörter, und mehr werden in der Google Cloud abgelegt. Es soll auch die Daten der installierten Apps in der Cloud speichern und zwischen Geräten synchronisieren – in der Praxis hat es sich aber als extrem unzuverlässig erwiesen.
Dropbox & Co.Vom Anwender speziell vorgegebene Dateien und Verzeichnisse. Der Umfang variiert je nach Cloud-Service. Etliche Apps verfügen zudem über Dropbox-Support. So können z. B. auch mit Titanium Backup erstellte Datensicherungen hier abgelegt werden.
Titanium BackupApps und ihre Daten, sowie Systemeinstellungen und mehr werden auf die SD-Karte gesichert. Ebenfalls möglich ist die Speicherung in der Cloud – so wird z. B. Dropbox direkt unterstützt. Benötigt root-Rechte.
ADB BackupApps und ihre Daten werden auf das System gesichert, welches den Backup-Prozess ausgelöst hat (i. d. R. ist dies der PC, an den das Android-Gerät per USB-Kabel angeschlossen wurde – es gibt aber auch Implementierungen dieses Backup-Typs direkt in einer App, z. B. Helium, ehemals als Carbon Backup bekannt). Erst ab Android 4.0 verfügbar.
Samsung Kies (und andere herstellerspezifischen PC-Suites)Nur für die Geräte des jeweiligen Herstellers verfügbar, und sowohl im Umfang als auch in Sachen Zuverlässigkeit durchaus verschieden.
Nandroid BackupErstellt 1:1 Sicherungen der meisten (und aus Anwendersicht wichtigsten) Partitionen des Android-Gerätes in so genannten „Image Dateien“. Auf diese lässt sich u. a. auch mit Titanium Backup zugreifen. Benötigt root und ein Custom Recovery.
Diverse datenspezifische BackupsJe nach Backup-App werden hier SMS, MMS, Anruflisten, Lesezeichen, Kontakte, Termine, oder andere Daten (ggf. auch Kombinationen der genannten Auswahl) auf die SD-Karte oder in die Cloud gesichert.
Wie kann ich vom Android-Gerät auf ein Nandroid-Backup zugreifen?

Am einfachsten kann dies geschehen, wenn man dafür ein kleines Helferlein aus dem Google Play Store verwendet. Dort finden sich mindestens zwei Apps, die bei dieser Aufgabe dienlich sein sollen:

Nandroid Browser versteht sich sowohl auf das bei älteren Geräten häufig zum Einsatz kommende YAFFS2 Format, als auch auf das aktuellere EXT4. Mit der App lässt sich in Nandroid-Backups stöbern, einzelne Dateien können extrahiert, geöffnet, und auch über das Share-Menü geteilt werden.

Mit Nandroid Manager ist ähnliches möglich. Zusätzlich lassen sich damit auch einzelne Komponenten wie WLAN APNs, Kurznachrichten, Anrufprotokolle, oder Apps einschließlich ihrer Daten wieder herstellen – was übrigens auch von Titanium Backup unterstützt wird.

Kann ich Backups auf einem anderen Gerät wieder herstellen?

Das hängt u. a. von der Art des Backups ab. Mit einem Nandroid Backup sollte man dies besser nicht versuchen (es sei denn, es handelt sich um identische Geräte). Bei „datenspezifischen Backups“ (wie sie von verschiedenen Apps im Playstore angeboten werden) dürfte es hingegen keinerlei Probleme geben. Geht es um das „Google Cloud Backup“, lässt sich ohnehin keine Auswahl treffen (es klappt, oder auch nicht, oder nur teilweise – der Anwender hat darauf keinen Einfluss).

Mit von Titanium Backup erstellten Sicherungen sollte es keinerlei Probleme geben, sofern man nur Benutzer-Anwendungen (sowie ihre Daten) wieder herstellt. Vorsicht ist geboten, sobald System-Anwendungen und -daten ins Spiel kommen: Zwar bietet Titanium Backup hierfür einen speziellen Migrations-Modus – Garantien gibt es jedoch keine.

Ähnlich steht es um „ADB Backups“. Bei deren Wiederherstellung lässt sich bekanntermaßen keine Auswahl treffen: Es wird immer die gesamte Backup-Datei wiederhergestellt. Enthielt diese nur (eine) einzelne User-App(s), sind eigentlich keine Probleme zu erwarten – schließlich synchronisiert auch Helium Apps und Daten auf diese Weise geräteübergreifend. Von der Wiederherstellung einer Komplettsicherung auf einem anderen Gerät sollte man jedoch, wie bereits beim Nandroid Backup, Abstand nehmen.

Kann ich Backups automatisieren, und außerhalb meines Gerätes speichern?

Auch das ist möglich – wobei die Auswahl der einzusetzenden Apps nicht zuletzt davon abhängt, ob das betroffene Gerät gerootet ist oder nicht. Sowohl Helium Backup (funktioniert ohne root, mit leichten Einschränkungen) als auch Titanium Backup (benötigt root) unterstützen einen „Scheduler“, über den sich Backups automatisch zu festgelegten Zeiten erstellen lassen. Beide unterstützen auch von Haus aus die Speicherung bei verschiedenen Cloud-Diensten (Dropbox, Box, Google Drive).

Wem diese Cloud-Dienste „nicht ganz geheuer“ sind, der möchte die Daten jedoch lieber auf dem eigenen Rechner (oder NAS) ablegen. Dafür greift man einfach zu einem weiteren Tool: FolderSync. Neben einer Reihe weiterer Cloud-Dienste unterstützt diese App auch FTP, FTPS, SFTP, und sogar Samba/CIFS, sodass als Speichermedium problemlos der eigene Rechner verwendet werden kann. Dazu konfiguriert man „Ordner-Paare“: Einem lokalen Verzeichnis wird ein Verzeichnis auf dem „entfernten System“ zugeordnet, mit welchem es synchron gehalten werden soll. Auf diese Weise lassen sich neben den regulären Backups auch gleich weitere Dinge „in Sicherheit bringen“ – etwa aufgenommene Fotos. Erweiterte Einstellungen für die Synchronisation (Zeitpunkte, bidirektionaler Sync oder nur auf den Server kopieren, nur WLAN verwenden) sind so ebenfalls möglich – und einiges mehr.

Medien

Wie kann ich Dateien in der Mediengalerie ausblenden?

Einzelne Verzeichnisse (einschließlich deren Unterverzeichnisse) lassen sich „ausblenden“, indem man in ihnen eine Datei mit dem Namen .nomedia (also mit Punkt vorne) anlegt. Dies lässt sich am einfachsten mit einem Dateimanager bewerkstelligen. Damit werden diese Verzeichnisse vom Medien-Scan ausgeschlossen – und ihre Inhalte somit in der Galerie nicht mehr angezeigt.

Wie kann ich eigene Töne als Klingelzeichen, Benachrichtigung, oder für den Wecker nutzen?

Dafür gibt es spezielle Verzeichnisse auf der SD-Karte:

VerzeichnisVerwendung
alarmsAlarm-Töne
notificationsBenachrichtigungstöne
ringtonesKlingeltöne
uiTastatur-Klick-sounds etc.

Wo genau diese anzulegen sind, unterscheidet sich offensichtlich bei verschiedenen Android-Geräten. Der Wahrscheinlichkeit nach geordnet, sollte dies an folgenden Stellen geschehen:

In den in der Tabelle genannten Unterverzeichnissen werden die gewünschten Sound-Dateien dann platziert. Damit das System sie auch findet, muss der Medien-Scanner sie aber zunächst erfasst haben – also nicht wundern, wenn sie nicht sofort auftauchen!

Eine sichere Möglichkeit, einen Medien-Scan anzustoßen, besteht im Neustart des Androiden: Nach jedem Booten wird der Scanner nämlich automatisch ausgeführt. Wer nicht so lange warten will, lädt sich das kleine Tool SDRescan aus dem Play Store, und stößt den Scan damit manuell an (was leider ab Android 4.4 nicht mehr funktioniert, da Apps das dort ohne root-Rechte nicht mehr dürfen. Abhilfe schafft hier SD Scanner, der einen Kitkat-kompatiblen Ansatz gefunden hat). Anschließend sollten sich die neuen „Töne“ als Klingelzeichen usw. auswählen lassen.

Wie kann ich aufgenommene Fotos und Videos automatisch auf der SD-Karte speichern lassen?

Bei den meisten Geräten ist gar nichts anderes vorgesehen, als selbst gemachte Fotos und Videos auf der Speicherkarte abzulegen – der interne Speicher ist oftmals ohnehin schon zu knapp bemessen. Ist dies jedoch einmal nicht der Fall, lässt es sich i. d. R. in der Kamera-App selbst konfigurieren. Dazu öffnet man selbige, und dort das Einstellungsmenü (sofern kein entsprechendes Icon angezeigt wird, einfach einmal die Menü-Taste betätigen). Hier sollte nun ein Menüpunkt „Speicher“ zu sehen sein – unter dem man zwischen „Telefonspeicher“ (dem internen Speicher) und „Speicherkarte“ wählen kann. Manche Kamera-Apps erlauben sogar, explizit ein bestimmtes Verzeichnis vorzugeben.

Umgang mit der SD-Karte

Wo finde ich die SD-Karte im lokalen Dateisystem?

Die meisten Geräte binden sie unter /sdcard ein. Leider jedoch ist dies kein Standard, sodass insbesondere bei Geräten mit zusätzlicher „interner SD-Karte“ Abweichungen gelten. So findet sich die „externe“ SD-Karte beispielsweise beim Motorola Xoom unter /mnt/external1 – andere Geräte binden die Karte unter /sdcard/external_sd ein, wiederum andere legen sie auf /mnt/sdcard oder gar /mnt/sdcard/external_sd … Ist die Karte an keiner der genannten Stellen auffindbar, hilft ggf. ein Blick ins Handbuch – oder eine Frage im Forum.

Wie kann ich vom PC auf die SD-Karte zugreifen?

Eine Möglichkeit wäre natürlich, sie aus dem Gerät zu entnehmen und (ggf. mittels eines Adapters) über einen Kartenleser an den PC anzuschließen. Das ist natürlich ein wenig umständlich – insbesondere dann, wenn man (wie bei einigen Geräten der Fall) nur an sie heran kommt, nachdem man den Akku entfernt hat (oder es sich um ein Nexus-Gerät handelt, das nur über eine „fest verbaute“ interne SD-Karte verfügt). Daher gibt es eine einfachere Möglichkeit: Man verbindet das Gerät mittels eines USB-Kabels mit dem Computer. Oftmals wird sie dabei automatisch auf letzterem angezeigt. Ist dies nicht der Fall, zieht man auf dem Androiden kurz die Benachrichtigungsleiste auf: Bei angeschlossenem USB-Kabel sollte sich nun hier ein Punkt finden, über den man die Karte an den PC freigeben kann. Als Symbol trägt dieser meist ein USB-Icon.

Wie kann ich einen Rescan der SD-Karte veranlassen?

Das ist bereits als Teil der Frage zu eigenen Klingeltönen behandelt worden – sei aber an dieser Stelle nochmals zusammengefasst. Verschiedene Möglichkeiten kommen dazu in Frage:

Wie kann ich meine SD-Karte wechseln?

Banale Antwort: Alte Karte raus, neue rein. Aber die Frage gilt sicher in erster Linie der Tatsache, dass man die darauf enthaltenen Daten auch gern auf die neue, größere Karte mitnehmen möchte. Auch das stellt aber kein Problem dar – solange auf der Karte nur eine einzige Partition ist (wer das jetzt von seiner Karte nicht weiß, bei dem ist dies mit ziemlicher Sicherheit der Fall).

Das Vorgehen ist in etwa folgendes:

  1. Über Einstellungen › SD-Karte und Telefonspeicher zunächst die SD-Karte trennen (alternativ: Das Telefon abschalten)
  2. Die „alte“ SD-Karte entnehmen, und mit einem Kartenleser am PC anschließen
  3. Sämtliche Daten in ein leeres Verzeichnis auf der Festplatte kopieren
  4. Die Karte wieder sauber vom PC trennen, und die „neue“ Karte mit dem Kartenleser anschließen
  5. Die Daten wieder 1:1 auf die neue Karte kopieren
  6. Karte sauber vom PC trennen, dem Kartenleser entnehmen, und in den Androiden einlegen.

Wer ganz auf „Nummer sicher“ gehen möchte, macht das an einem Linux-PC (z. B. mit einer Live-CD wie Knoppix).

Fertig. Testen ob alles klappt. Das sollte es in 99% aller Fälle – und falls nicht, hat man bis zu einer Problemlösung ja noch immer die „intakte alte“ Karte...

Ich kann App xyz nicht auf die SD-Karte verschieben!

Bei einem Factory-Reset (zurücksetzen auf Werkseinstellungen) gehen bekanntlich alle selbstinstallierten Apps (und Daten) verloren. Also müssen sie neu installiert werden. War eine App zuvor auf der SD-Karte installiert, kann es nun beim Versuch, die neu installierte App wieder dorthin zu verschieben, zu folgender Fehlermeldung kommen: „App kann nicht verschoben werden“. Aber es ging doch zuvor auch?

Das Problem ist hier oftmals, dass Reste der App noch auf der SD-Karte verblieben sind – diese gilt es nun zunächst aufzuräumen. Das geht nicht am Gerät selbst, da Android (ohne root) den Zugriff auf das entsprechende Verzeichnis nicht zulässt. Daher muss die SD-Karte entnommen, und mittels eines Kartenlesers am PC eingebunden werden.

Zuerst gilt es, den Paketnamen der betroffenen App zu ermitteln. Dies geht am einfachsten, indem man sie auf der Website des Play Store (also mit dem Browser) aufsucht: Die URL nennt den Paketnamen sodann in der ID (Beispiel: Google Goggles findet sich unter https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.unveil – der Paketname lautet hier also com.google.android.apps.unveil). Mit dieser Information bewaffnet, sucht man auf der SD-Karte im Verzeichnis .android_secure nun nach der passenden .asec-Datei, die bei unserem Beispiel etwa com.google.android.apps.unveil-1.asec heißen könnte – und löscht sie. Jetzt die Karte sauber vom PC trennen, zurück damit ins Gerät – und die App sollte sich nun wieder auf die SD-Karte verschieben lassen.

Auf meinem Android-Gerät kann ich keine Option zum Verschieben von Apps auf die SD-Karte finden!

Apps2SD wurde mit Android 2.2 eingeführt. Ist auf dem Gerät noch eine ältere Android-Version installiert, gibt es diese Möglichkeit schlicht nicht. Aber auch ab Android 4.0 haben sich einige Hersteller offenbar dazu entschlossen, ihren Kunden diese Funktionalität nicht anbieten zu wollen. Beispiele dafür sind das Samsung Galaxy S Duos, oder auch das LG Optimus 4X: Auf beiden Geräten sucht man die passende Option vergeblich. Abhilfe schafft in diesen Fällen nur das Rooten des Gerätes, um auf alternative Möglichkeiten wie beispielsweise Link2SD auszuweichen.

Interne und externe SD-Karte vertauschen

Verfügt ein Android-Gerät sowohl über eine so genannte „interne SD-Karte“ als auch über einen Micro-SD Slot, verwenden die meisten Apps per Default die interne Karte. Dies ist besonders ärgerlich, sofern selbige nicht gerade üppig mit Speicher versehen ist. Da wünscht man sich oftmals, die Speicherplätze austauschen zu können.

Leider ist das nicht so ohne weiteres möglich. Alle mir bekannten Möglichkeiten erfordern zumindest ein gerootetes Gerät. Die meisten Anleitungen beschreiben zu diesem Zweck die manuelle Bearbeitung der entsprechenden System-Datei, was nicht jedem gefallen dürfte (näheres dazu findet sich u. a. in einem Stackexchange-Artikel). Eine einfachere Alternative bietet die App External 2 Internal SD, die ursprünglich für das Samsung Galaxy S3 geschrieben wurde. Sie funktioniert allerdings nicht auf jedem Gerät; es empfiehlt sich daher in jedem Fall, zunächst die Kommentare nach Erfolgsmeldungen zum eigenen Gerät zu durchforsten.

Netzwerk

Die Netzwerk-Icons in der Statusbar sind plötzlich weiß. Was hat das zu bedeuten?

Die Farbe der Netzwerk-Icons in der Statusbar (WLAN, Signalstärke, mobile Daten) zeigt ab Android 2.3 an, ob eine Verbindung zu den für Synchronisation etc. benötigten Google-Servern besteht. Sind die Icons Grau oder Weiß, besteht keine Verbindung. Grün (bis Gingerbread) bzw. Blau (ab Honeycomb) weisen auf eine bestehende Verbindung hin. Nachlesen lässt sich dies u. a. im Android 2.3 Users Guide:

Network status icons turn green if you have a Google Account added to your phone and the phone is connected to Google services, for syncing your Gmail, Calendar events, contacts, for backing up your settings, and so on. If you don’t have a Google Account or if, for example, you’re connected to a Wi-Fi network that is not connected to the Internet, the network icons are white.

Zu gut Deutsch:

Die Icons für den Netzwerkstatus werden Grün, wenn ein Google-Konto auf dem Android-Gerät konfiguriert, und das Gerät mit den Google-Services zur Synchronisation von GMail, Kalenderdaten, Kontakten, zum Backup der Einstellungen etc. verbunden ist. Ist kein Google-Konto konfiguriert, oder das Gerät beispielsweise mit einem WLAN verbunden, welches keinen Zugang zum Internet bietet, sind die Netzwerk-Icons Weiß.

Ab Android 4.4 sind die Icons jedoch standardmäßig weiß bzw. grau. Wer hier wissen möchte, ob ein Problem besteht, muss dazu auf die „Quick Settings“ zurückgreifen, in denen das entsprechende Icon dann rot bzw. orange eingefärbt ist. Auch die Anzeige, ob gerade Daten hoch- oder heruntergeladen werden (bis Android 4.3 durch kleine auf- bzw. abwärtsgerichtete Pfeile auf dem entsprechenden Icon in der Statuszeile angezeigt), wurde nun hierher verbannt.

Ich kann mit dem Browser auf Webseiten zugreifen – aber meine Apps kommen nicht ins Netz?

Die Ursache kann trivial sein. So ist dieses Verhalten normal, wenn die Zeiteinstellungen des Gerätes zu weit von der Realität abweichen (falsches Datum). In diesem Fall ist der Zugriff auf unverschlüsselte Websites („http“) zwar problemlos möglich, nicht aber der auf verschlüsselte Ressourcen („https“). Bei letzteren kommt es dann nämlich zu einem Fehler mit dem verwendeten Zertifikat, welches entweder noch nicht (Geräte-Datum zu weit in der Vergangenheit) oder nicht mehr (Gerätedatum zu weit in der Zukunft) gültig ist. Abhilfe schafft in diesem Fall die Korrektur der Systemzeit des Gerätes.

Tritt das Problem jedoch ausschließlich bei mobiler Datenverbindung auf, könnte die Ursache auch mit dem verwendeten APN zusammenhängen, wie Anwender bei Stack Exchange beschreibt. In diesem Fall überprüft man die konfigurierten Zugangspunkte. Stehen für den Anbieter mehrere APNs zur Verfügung, verwendet man testweise einen anderen. Lässt sich das Problem damit nicht beheben, hilft eine Nachfrage beim Provider.

In seltenen Fällen hat sich einfach nur etwas „verhakt“, sodass ein Wechsel in den Flugzeugmodus und wieder zurück das Problem bereits behebt.

Wie bediene ich Webseiten, die ein „Mouse-Over“ Menü verwenden?

Offensichtliches Problem: Hat man keine Maus, kann auch kein Mauszeiger über einen Menüpunkt bewegt werden. Wie lässt sich ein solches Menü also auf „mauslosen Geräten“ wie Smartphones und Tablets bedienen?

Ein Ansatz ist wieder bei Stack Exchange beschrieben: Langes Drücken der Stelle, über die man sonst die Maus bewegen soll, öffnet häufig das entsprechende Menü. Eventuell muss anschließend noch die „Zurück-Taste“ betätigt werden, um das Kontext-Menü der Browser-App zu schließen.

Wer frisst meine mobile Datenflat – und wie verhindere ich das?
Statistik: Datennutzung
Statistik: Datennutzung

Der Schreck war groß: Es ist erst der fünfte Tag des Monats, und schon war etwa ein Viertel meines Datenvolumens aufgebraucht. Dabei hat sich mein Nutzungs-Verhalten gar nicht geändert! Geht das so weiter, darf ich etwa ab dem 20. „langsamer surfen“. Was ist zu tun?

Zuerst einmal gilt es, den Übeltäter aufzuspüren. Dazu geht man auf dem Androiden zu Einstellungen › Datennutzung, und gelangt zu einem Bildschirm, wie er im Screenshot links gezeigt wird. In meinem Fall war die erste aufgeführte Anwendung im unteren Bereich die Google Play Store App, mit gut 10 MB Datenverbrauch. Dabei hatte ich schon vor Urzeiten eingestellt, dass diese nur das WLAN benutzen darf! Irgend etwas scheint Google da also wieder einmal geändert zu haben. Legen wir diesem Missetäter daher das Handwerk:

Dazu aktivieren wir im genannten Bildschirm die Checkbox „Limit für mobile Daten einstellen“. Ist eigentlich kein „globales Limit“ gewünscht, schiebt man einfach den roten und den orangen Balken im Verbrauchsgraphen auf „utopische Werte“: So werden im dargestellten Beispiel die mobilen Daten bei Erreichen von 2,6 GB deaktiviert, nachdem bei 2,4 GB eine Warnung erfolgt. Mein monatlicher Datenverbrauch liegt normalerweise unter 100 MB; diese Werte sollte ich also nie erreichen.

Hintergrunddaten einschränken
Hintergrunddaten einschränken

Im nächsten Schritt widmen wir uns der verursachenden App. Tippt man diese in der Liste an, gelangt man zu den entsprechenden Details. Ganz am Ende dieser Seite findet sich wieder eine Checkbox, beschriftet mit „Hintergrunddaten einschränken“. Auch diese aktivieren wir nun. Als Folge darf die App nicht mehr automatisch im Hintergrund auf die mobile Datenverbindung zugreifen; Vordergrund-Aktivitäten (also explizit vom Anwender ausgelöste) funktionieren jedoch weiterhin, und auch das WLAN ist nicht betroffen.

In meinem Fall Erfolg auf ganzer Linie: Etwa zur Monatsmitte liegt die erwartete Datenmenge wieder innerhalb meines Kontingents. Auch konnte ich keine Probleme mit der Google Play Store App feststellen: Im heimischen WLAN erhalte ich weiterhin meine Updates. Nur werden jetzt die Google Play Services nicht mehr aktualisiert, während ich „mobil unterwegs“ bin – was natürlich auch so gewünscht war.

Nebenwirkungen sind jedoch nicht ausgeschlossen, wenn die betroffene App im Hintergrund aktiv sein soll. Apps wie Facebook, WhatsApp, oder Twitter bekämen beispielsweise im mobilen Netz von eingehenden Nachrichten nichts mehr mit.

Eine schöne Zusammenfassung verschiedener möglicher Maßnahmen zur Daten-Einsparung findet sich übrigens in einem Blogbeitrag bei AndroidPIT.

Telefonie

Rufumleitungen lassen sich nicht deaktivieren

Das Gepäck ist bereits aufgegeben, der Check-In absolviert, und der Aufruf zum Boarding erfolgt – ab geht es in die Sonne! Da fällt es einem siedend heiß ein: Die Rufumleitung zum Anrufbeantworter ist noch aktiviert! Das kann im Ausland teuer werden. Also schnell ins Android-Menü, und unter Anrufe › Rufumleitungen die entsprechende Rufumleitung abschalten. Und schon kann dem ahnungslosen Telefonie-Kunden ein neuer Schreck drohen, der in Form einer Fehlermeldung daher kommt: „Diese Funktion wird vom Diensteanbieter nicht unterstützt.“ Was nun?

Zeit für einen Anruf beim Service bleibt nicht mehr, das Boarding ist ja bereits eingeläutet. Auf diese Situation scheinen manche Anbieter zu hoffen, um noch ein paar zusätzliche Einnahmen generieren zu können: Nimmt man im Ausland einen Anruf nicht an, wird er nämlich nun kostenpflichtig (zum Auslands-Tarif) auf die Mailbox weitergeleitet! Schließlich musste man das (nicht geführte) Gespräch zunächst zum Roaming-Partner, und von dort zur Mailbox zurück durchstellen.

Die schnelle Abhilfe: Ein Anruf bei der magischen Nummer ##002# deaktiviert sämtliche Rufumleitungen auf einen Schlag – also sowohl die bei Nichtannahme, als auch die bei Nichterreichbarkeit. Pech gehabt, gieriger Anbieter!

Ich fahre ins Ausland / Grenzgebiet. Wie vermeide ich Roaming-Kosten?
Roaming Control
Roaming Control

Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, den Flugzeugmodus zu aktivieren – und ggf. bei Bedarf WLAN zu nutzen. Nicht immer ist dies aber das, was einem vorschwebt. Für das Datennetz gibt es einen einfachen Schalter in den Einstellungen unter „Drahtlos & Netzwerk“: Hier lässt sich das Roaming für die Datendienste deaktivieren (per Default ist dies in der Regel auch die Voreinstellung). Darüber hinaus kann man an dieser Stelle auch den Netzbetreiber fest voreinstellen (manuell auswählen, anstatt automatisch wählen zu lassen). Somit bucht sich das Telefon auch für Gespräche nicht in ein fremdes Netz ein.

Besonders für Geschäftsleute ist es aber tragisch, wenn sie dadurch zeitweilig nicht erreichbar wären. Abhilfe verspricht für diesen Fall die App Roaming Control: Mit ihr lässt sich für jedes Netz separat festlegen, ob ausgehende Anrufe erlaubt sein sollen, die Synchronisation deaktiviert bzw. die mobile Datenverbindung gekappt, oder gar in den Flugzeugmodus gewechselt wird. Auch allgemeine Regeln sind möglich, etwa für „EU Roaming“ oder unbekannte Netzwerke. Die App kostet zwar etwa dreieinhalb Euro – kann aber ein kleines Vermögen sparen helfen. Wer das zunächst prüfen möchte, findet auch eine gratis Testversion im Playstore.

Desweiteren gibt es hilfreiche Informationen im Internet, beispielsweise:


Auf meinem Smartphone kann ich die SIP-Einstellungen nicht finden!

Unter Internet-Telefonie heißt es, seit Gingerbread gehören die SIP-Einstellungen zu den Bordmitteln. Dennoch sind sie auf einigen Geräten, trotz neuerer Android-Version, nicht auffindbar. Dies gilt beispielsweise für das LG Optimus 4X. Hat sich also an der Aussage etwas geändert?

Apex: Aktivitäten
Apex: Aktivitäten

Ja und nein. In AOSP, also dem „originalen“ Android, finden sich diese Einstellungen nach wie vor an der entsprechenden Stelle. Nur kochen so einige Hersteller leider nicht nur diesbezüglich ihr eigenes Süppchen, wobei sie auch gern einmal das Eine oder Andere entfernen. Im konkreten Fall mag dies auch auf Wünsche der jeweiligen Netzanbieter zurückgehen, die SIP in ihren Flatrates ungern genutzt sehen. Doch zumindest beim genannten LG Optimus 4X wurde glücklicherweise lediglich der entsprechende Menü-Eintrag ausgeblendet – sodass man mit einem kleinen Trick wieder an die Einstellungen gelangt:

Eine Möglichkeit besteht in der Nutzung spezieller Funktionalitäten des Apex Launcher (siehe Bild) oder auch Nova Launcher, Aktivitäten als Shortcut zum Homescreen hinzufügen zu können. Man drückt also einfach eine leere Stelle auf dem Homescreen, wählt „Verknüpfungen“, und sodann „Aktivitäten“. In der sich öffnenden Liste scrollt man nun zur App „Telefon“, und tippt diese an. Die sich öffnende Liste sieht nun etwa wie auf dem Screenshot aus: Zu „Sip Settings“ scrollen, antippen – und auf dem Homescreen wird der entsprechende Shortcut angelegt, mit dem man Zugriff auf die SIP-Einstellungen erhält.

Natürlich lässt sich diese Prozedur auch für etliche andere „versteckte Dinge“ nutzen. Je nach Gerät und Android-Version kann man so einiges Interessantes zutage fördern! Wer jedoch keinen der beiden genannten Laucher installiert hat (und dies auch nicht tun möchte), dem bieten sich ebenso weitere Alternativen. Einen Blick wert sind z. B. Stanley zur Untersuchung installierter Apps auf verfügbare Aktivitäten (und weitere Eigenschaften), oder einfach der Activity Launcher für die direkte Erstellung der Shortcuts. Vorteil der letztgenannten App: Sie erlaubt auch die Zuordnung eines anderen Icons.


Sicherheit & Privatsphäre

Ich habe mein Entsperr-Muster/Passwort vergessen!

Besteht gerade eine Netzwerk-Verbindung über 3G/2G (WLAN genügt eventuell nicht), gibt es noch Hoffnung: Einfach die Adresse des primären Google-Accounts („benutzername@googlemail.com“ – wobei „benutzername“ natürlich entsprechend zu ersetzen ist) und das dazugehörige Passwort eingeben. Andernfalls (oder falls das fehlschlägt), muss etwas tiefer in die Trickkiste gegriffen werden:

Die Zugangsdaten werden nicht akzeptiert, obwohl sie korrekt eingegeben wurden:
Manchmal scheint die Entsperrung fehlerhaft zu arbeiten. Ist dies der Fall, helfen folgende Schritte:
  1. Den richtigen Benutzernamen, aber als Passwort „null“ (also genau diese vier Buchstaben) eingeben
  2. Den Benutzernamen ohne @gmail.com (bzw. @googlemail.com) eingeben
  3. Schritte 1 und 2 kombinieren
  4. Per Browser das Passwort-Recovery bei Gmail verwenden, dann ggf. nochmals von 1. beginnen
(Quelle: Einartysen)
Die Bildschirmsperre mit einer speziellen App umgehen:
  1. Mit dem Web-Browser den Google Playstore aufsuchen
  2. Mit den auf dem gesperrten Gerät verwendeten Zugangsdaten anmelden
  3. Die App Screen Lock Bypass installieren
  4. Das Gerät booten
Diese App umgeht die „zu viele Fehlversuche“ Sperre, und hebelt somit den Sperrbildschirm komplett aus – es kann also direkt wieder auf das Gerät zugegriffen werden. Allerdings nur so lange, wie diese App installiert ist. Da das natürlich keine Sicherheit darstellt, sollte dieser Zustand nur eine kurze Zwischenlösung sein, um das eigentliche Problem ohne Datenverlust beheben zu können. Als allererstes sollte jetzt natürlich ein Backup erstellt werden – zumindest, sofern man nicht über ein aktuelles verfügt. Die nächsten möglichen Schritte wären sodann:
  1. Zu Einstellungen › Konten & Synchronisation gehen
  2. Unter Konten verwalten, alle Konten außer dem Google-Konto entfernen (dies sollte die Verwendung des Google-Benutzernamens und Passwortes wieder aktivieren)
  3. Unter Einstellungen › Anwendungen › Anwendungen verwalten die App Screen Lock Bypass aufsuchen und deinstallieren (dies setzt den Sperrbildschirm mit dem Fehler „zu viele Fehlversuche“ sofort wieder in Kraft).
  4. Den originalen Google Benutzernamen und das zugehörige Passwort zum Entsperren des Gerätes verwenden
  5. Ein neues Sperrmuster festlegen (zwei Mal das gleiche eingeben), um den Vorgang abzuschließen
Dieser gesamte Prozess setzt natürlich voraus, dass das Gerät über eine aktive Netzwerk-Verbindung (WLAN oder mobil) verfügt. (Quelle: UltraTechy)
Über das Web entsperren:
Dies setzt zweierlei voraus: Zum einen wieder eine bestehende Netzwerk-Verbindung auf dem gesperrten Gerät – und zum Anderen die Kenntnis des korrekten Sperrmusters (vielleicht hat ja nur der kleine Bruder zu oft versucht, sich Zugang zu verschaffen). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann man folgendermaßen vorgehen:
  1. Mit dem Google-Benutzernamen und zugehörigem Passwort bei Google anmelden
  2. Entweder direkt den Link https://accounts.google.com/IssuedAuthSubTokens eingeben – oder in der rechten oberen Ecke des Browserfensters auf die eigene Mail-Adresse klicken, Konto auswählen, auf der nächsten Seite rechts auf Sicherheitseinstellungen verwalten klicken, und schließlich den Button Bearbeiten neben dem Schriftzug Autorisierung von Anwendungen und Websites betätigen.
  3. Unter Verbundene Websites, Apps und Dienste die Zugriffsrechte für den Android-Account widerrufen.
    3. Alternativ: Wer sein Google-Konto bereits für die Zwei-Schritt-Autorisierung eingerichtet hat und in der Lage ist, am Ende der Seite ein anwendungsspezifisches Passwort einzurichten, kann dies hier tun, und selbiges zum Entsperren des Gerätes verwenden.
  4. Jetzt auf dem Gerät mit den Zugangsdaten für Google Mail anmelden. Die Zugangsdaten sollten nun akzeptiert werden, und der Sperrbildschirm wird wieder angezeigt. Das „korrekte“ Sperrmuster zum Entsperren eingeben, und der Homescreen sollte wieder angezeigt werden.
(Quelle: UltraTechy)
Weitere Möglichkeiten:
Hat nichts von obigem Erfolg gezeitigt, bleiben nur noch technisch tiefer greifende Tricks – die für dieses Buch ein wenig zu weit gehen. Zu finden sind sie u. a. bei Stack Exchange.
Was ist eine „Smudge Attack“, und wie schütze ich mich davor?

Am Einfachsten lässt sich dieser Begriff mit „Schmutz-Attacke“, treffender jedoch als „Schmier-Attacke“ übersetzen. Sie basiert darauf, dass unsere Finger „ölige Spuren“ auf Touch-Screen-Displays hinterlassen – und nutzt diesen Fakt aus, um sich Zugang zum Gerät zu verschaffen.

Am Einfachsten ist dies, wenn der Anwender ein „Sperrmuster“ (auch als „Pattern Lock“ bekannt) verwendet. In einer Untersuchung stellte die University of Pennsylvania fest, dass sich das „Passwort“ in etwa 90% aller Fälle ermitteln ließ (siehe PDF: Smudge Attacks on Smartphone Touch Screens). Jeder kann dies recht einfach für sich selbst überprüfen: Die „richtige Beleuchtung“ bringt das Muster „ans Licht“. Meist genügt dafür ein einfaches Drehen des Gerätes, um einen passenden Winkel zu bekommen. Einfacher machen es „gerichtetes Licht“ (z. B. Laser) und Foto-Equipment.

Wie schützt man sich nun dagegen? Bei LifeHacker finden sich einige Vorschläge:

Wie bereite ich mein Gerät für den Verkauf vor?

Irgendwann ist ein neues Gerät fällig, und das alte soll einen neuen Besitzer finden. Letzterer sollte jedoch nicht unbedingt die Chance erhalten, auf unsere privaten Daten zuzugreifen. Daher ist vor Verkauf/Versteigerung/Verschenkung ein gründlicher „Hausputz“ angesagt:

Vor den Factory-Reset sollte also sichergestellt werden, dass kein Unbefugter private Daten wiederherstellen kann. Ein „sicheres Löschen“, auch „Wipe“ genannt, verhindert dies. Dafür stehen im Playstore verschiedene Apps bereit. Etwa Secure Wipe, das sich gleich um sämtliche Speichermedien (externe/interne SD-Karte und internen Speicher) kümmert. Nachdem alle Dateien gelöscht sind, überschreibt diese App den „freien Bereich“ – von den gelöschten Dateien bleiben somit keine verwertbaren oder gar wiederherstellbaren Spuren. Allerdings kümmert sie sich nur um den „leeren“ Speicherplatz: Noch existierende Dateien werden nicht „gewiped“. Da man dem neuen Besitzer jedoch ohnehin keine Dateien verkaufen möchte, löscht man am Besten zuerst alles – und setzt dann Secure Wipe oder vergleichbare Kandidaten auf den Speicher an.

War das Gerät gerootet, und vielleicht eine Custom-ROM oder eine Sicherheits-App wie Cerberus installiert, sollte man evtl. überlegen, die (Original) Firmware neu zu flashen – um auch die letzten Überreste zu beseitigen.

Last but not Least: Nicht die SIM-Karte im Gerät vergessen!

Kann die Einstellung „unbekannte Quellen“ von Apps zur Installation anderer Apps missbraucht werden?

Unter Einstellungen › Sicherheit findet sich die Option „unbekannte Quellen“. Will man Apps aus einer anderen Quelle als dem Google Playstore installieren, muss diese aktiviert werden. Dennoch erscheint bei jeder Installation ein Dialog, den der Anwender bestätigen muss.

Die Installation von Apps ist dem Package Manager vorbehalten. Die dafür notwendige Permission INSTALL_PACKAGES wird ausschließlich System-Apps gewährt – also solchen Apps, die unter /system (im ROM) installiert sind. Sollte also eine „normale“ App einen Missbrauchs-Versuch starten, erscheint dennoch die Sicherheits-Abfrage.

Was hat es mit den ACCOUNT Permissions auf sich? Ist da besondere Vorsicht geboten?

Für die Verwaltung von Benutzer-Konten für verschiedene Dienste stellt Android einen zentralen Dienst bereit: Den Account-Manager. Dieser verwaltet Zugangsdaten wie Benutzername und Passwort, sodass dies nicht jede App selbst tun (und der Anwender die Daten auch nicht für jede separat erfassen) muss. Verschiedene Permissions sichern dabei die erforderlichen Aktivitäten ab:

ACCOUNT_MANAGER
Diese Permission wird nur System-Apps (i. d. R. also vorinstallierten Apps) gewährt. Ein Account-Manager arbeitet sozusagen „hinter den Kulissen“ und achtet darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht.
AUTHENTICATE_ACCOUNTS
Eine App mit dieser Berechtigung stellt üblicherweise eine (dem System sonst nicht bekannte) Schnittstelle für einen Dienst bereit – bringt Android also bei, wie bei diesem die Authentifizierung vonstatten geht.
GET_ACCOUNTS
Erlaubt es, eine Liste verfügbarer Accounts vom System abzufragen. So kann eine App etwa feststellen, ob ein Dropbox-Account verfügbar ist, und davon abhängig bestimmte Menüs anzeigen.
MANAGE_ACCOUNTS
Diese App möchte Accounts verwalten – also hinzufügen, ändern, oder löschen. Zwar konnte ich keine offizielle Dokumentation finden, die auch entsprechende Details preisgibt. Doch soweit sich herausfinden ließ, kann eine App mit dieser Berechtigung zwar beliebige Accounts anlegen – jedoch nur diejenigen ändern oder löschen, die sie auch selbst erstellt hat.
USE_CREDENTIALS
Hier geht es darum, im Account-Manager hinterlegte Informationen zu verwenden. Eine App mit dieser Permission darf also konfigurierte Konten benutzen. Das heißt allerdings nicht zwangsläufig, dass sie die entsprechenden Login-Daten zu sehen bekommt: I. d. R. erhält sie vom Account-Manager lediglich ein „Token“, der sie gegenüber dem Service als „angemeldet“ ausweist. Der Account-Manager sorgt ferner dafür, dass der Anwender der Verwendung eines Kontos durch die App vor der ersten Anmeldung zustimmen muss.

Wer sich für tiefergehende Details interessiert, dem seien zwei Artikel bei Stack Exchange nahegelegt:

Welche Android-Einstellungen betreffen meine Privatsphäre?

Davon gibt es eine ganze Reihe, und je nach verwendeten Apps kommen weitere hinzu. Eine vollständige Liste ist daher schwer zu erstellen, weshalb ich mich hier auf einige zentrale Dinge beschränken muss:

Google Cloud Backup
Eine der ersten Fragen bei der Einrichtung eines Google-Accounts ist: „Möchten Sie Ihre Daten bei Google sichern?“ Klingt zunächst gut, hat aber einige Haken: Nicht alle Apps unterstützen dies, die Wiederherstellung klappt nicht immer, und sensible Daten (wie beispielsweise WLAN-Passwörter) werden teilweise im Klartext übertragen und gespeichert.
Synchronisation von Kalendern, Kontakten, etc.
Selbst wenn die vorige Frage mit „Nein!“ beantwortet wurde, ist diese Synchronisation standardmäßig aktiviert, sobald ein entsprechender Account eingerichtet wurde. Hier muss ggf. also unter Einstellungen › Konten & Synchronisation selbst Hand angelegt werden. Um einer versehentlichen Synchronisation vorzubeugen, sollte man evtl. die Voreinstellungen in den jeweiligen Apps von „Google Account“ auf entsprechende lokale Datenspeicher umstellen. Eine Synchronisation kann dann übrigens auch mit dem eigenen Server stattfinden: Software-Pakete wie OwnCloud oder Funambol schaffen die entsprechenden Voraussetzungen. Wie Android und ownCloud zusammenarbeiten, findet sich u. a. in einem Artikel bei IzzyOnDroid beschrieben.
SMS
Beginnend mit Android 4.4 wurden SMS in Hangouts integriert. Eine separate SMS-App ist somit nicht mehr von Haus aus vorhanden. Es kann jedoch auf Apps von Drittanbietern zurückgegriffen werden, die sich auch leicht als „Standard SMS App“ im System einrichten lassen. Hangouts bietet ebenso die Option, die SMS-Integration zu deaktivieren.
Galerie
Hier könnte die Stand-Alone App ebenfalls bald verschwinden – auch wenn sich gerade wieder ein gegenteiliger Trend abzeichnet. Derzeit ist das Ganze in Google+ integriert – welches auch sogleich sämtliche Bilder in die Cloud hochladen möchte. Wie schon bei den SMS, gibt es aber auch hier genügend alternative Apps von Drittanbietern, wie beispielsweise QuickPic.
Google Maps
Sammelt auch gern, insbesondere Standort-Daten. Natürlich lässt sich die App deaktivieren, und durch passende Alternativen ersetzen. Zu nennen wären hier insbesondere OsmAnd und OruxMaps.
Standort-Daten
Konnte man bis Android 2.1 noch auf die Google Standort-Dienste zugreifen, ohne den eigenen Standort permanent mitzuteilen, ist dies mittlerweile nicht mehr möglich. So hat man unter Einstellungen › Standortdienste nun nur die Möglichkeit, beides zu erlauben oder beides zu verbieten. Da viele Apps auf diese Dienste zugreifen (machen sie doch auch bei nicht verfügbarem GPS zumindest eine grobe Standort-Bestimmung über Mobilfunkzellen und WLANs möglich), sollte man bei einer Deaktivierung prüfen, welche Apps mit „Nebenwirkungen“ zu kämpfen haben. Unter Android 4.4+ gibt es überdies noch einen zweiten Schalter zu beachten: In Einstellungen › WLAN › Erweitert gibt es noch den Netzwerk-Scan bei abgeschaltetem WLAN.

Wem das noch nicht weit genug geht: Android ohne Google ging schon 2012, und funktioniert auch 2014 mindestens genau so gut.

Weiteres

Wie kann ich ohne root Screenshots vom Android Handy erstellen?

Dies lässt sich am einfachsten bewerkstelligen, indem man eines der im Kapitel „Das Android-Gerät vom PC aus verwalten“ benutzt, wie etwa den PAW Server. Screenshots erstellt man dann einfach vom PC aus.

Wer jedoch Android 4.0 oder neuer auf seinem Gerät hat, kann das viel einfacher haben: Hier gibt es häufig eine Tasten-Kombination, um einen Screenshot auszulösen. Leider unterscheiden sich diese bei Geräten unterschiedlicher Hersteller. Bei Geräten von Samsung sind meist die Power- und die Home-Taste gleichzeitig zu drücken. Bei Geräten von Motorola (und einigen anderen Herstellern) hält man dazu die Power- und die Leiser-Taste gleichzeitig gedrückt.

Tipps für eine Reihe weiterer Geräte mit Besonderheiten finden sich in einem Blogbeitrag bei AndroidPIT.

Das Share-Menü funktioniert plötzlich nicht mehr!

In Android 4.4 hat sich hier ein Bug eingeschlichen, der scheinbar einige, jedoch nicht alle Anwender betrifft: Es lässt sich plötzlich nicht mehr auswählen, mit welcher App ein bestimmter Inhalt geteilt werden soll. Stattdessen wird sofort zur zuletzt für diese Aktion gewählten App gesprungen – ganz so, als hätte man diese permanent als Default eingestellt.

Ja, natürlich löst ein Factory-Reset das Problem. Doch da es sich um einen „Zombie“ handelt, taucht es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anschließend recht bald wieder auf. Eine bessere (und angenehmere) Möglichkeit ist das Verwenden eines alternativen Share-Menüs. Diese Möglichkeit bieten sowohl AppChooser, als auch Andmade Share. Erstere App setze ich bereits seit geraumer Zeit in der Pro-Version ein, und bin begeistert: Anders als bei der „Hausmarke“, lassen sich hier die Apps wahlweise als Liste oder im Grid anzeigen, sowie alphabetisch oder nach letzter Nutzung sortieren. Einträge, die man hier nicht haben will, kann man auch ausblenden lassen. Da geht das Teilen gleich noch schneller von der Hand!

Ich bekomme plötzlich Werbung in der Benachrichtigungsleiste eingeblendet!

Airpush und Kollegen lassen grüßen. Klar, dass sich auch Programmierer von etwas ernähren müssen – aber das geht definitiv zu weit. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, sich zu wehren. Eine Übersicht bei AndroidPIT gibt detailliert Auskunft darüber. So lässt sich die verursachende App ermitteln (ab Jelly Bean geht das von Haus aus), und der Unsinn abstellen. Letzteres am einfachsten, indem man auf der Airpush Website vorbeischaut, und „Nein, Danke!“ sagt (Opt-Out – „Ich will das nicht mehr!“). Das gilt dann allerdings nur für Apps, welche Airpush verwenden. Eine aktuelle Übersicht zum Thema findet sich übrigens wieder bei IzzyOnDroid.

Mein Gerät hängt in einer Force-Close-Schleife

Das Gerät bootet. Unmittelbar nach dem Hochfahren startet eine App, die aufgrund eines Fehlers abstürzt und sich gleich wieder neu startet – um wieder abzustürzen und neu zu starten, um wieder... Das nennt man einen „Force Close Loop“. Das Schlimme daran: Während dieses Loops ist das Gerät auf keine Weise bedienbar, es reagiert auf keinerlei Eingaben – man kommt aus dieser Schleife also nicht heraus.

Für Fälle wie diesen gibt es bei Android den „Safe Mode“ (vielen von Windows als „Abgesicherter Modus“ bekannt). Startet man in diesen, so ignoriert das Android-Gerät alle Benutzer-Apps – so, als wären sie gar nicht installiert. Die Force-Close-Schleife sollte damit umgangen werden. Nun kann der Anwender die „missratene App“ deinstallieren, und das Gerät wieder im normalen Modus starten – das Problem sollte gebannt sein.

In den „Safe Mode“ gelangt man auf den meisten Geräten mit folgenden Schritten:

Hat man das Problem beseitigt, möchte man natürlich gern wieder den „Safe Mode“ verlassen:

In seltenen Fällen kann es passieren, dass das Gerät den „Safe Mode“ nicht wieder verlassen möchte. Hier helfen folgende Schritte:

Mein Androide spinnt!

Hm, keine sehr spezifische Angabe. Aber wir haben auch „allgemeine Antworten“:

CheatSheet
Ein Cheat-Sheet zur allgemeinen Problemlösung
Mein Touchscreen spinnt, wenn das Gerät am Ladekabel hängt!

Hierfür kann es verschiedene Ursachen geben, wie auch ein Artikel bei Stack Exchange ausführt. In der Regel liegt dabei aber weder ein Software-Problem, noch ein Fehler am Gerät selbst vor. Vielmehr sind entweder das Kabel oder das Netzteil die Verursacher.

So kann beispielsweise ein Billig-Netzteil schlecht abgeschirmt sein, und damit für Störungen des auf elektromagnetische Störungen empfindlich reagierenden Touchscreens sorgen.

Wahrscheinlicher ist hingegen, dass eine unterschiedliche Pin-Belegung für die Probleme verantwortlich ist. Eine Beschreibung der Pin-Belegung von USB-Adaptern findet sich beispielsweise bei PinOuts. Ins Deutsche übertragen, sieht diese etwa folgendermaßen aus:

PinNameBeschreibung
1VCC+5V DCC
2D-Data -
3D+Data +
x Dieser Pin kann zur Kabelerkennung in einigen Fällen mit GND verbunden sein
4GNDMasse

Zu beachten ist hier der „x“ Pin, der mit GND verbunden sein kann – aber nicht muss. Während der eine Hersteller diese Belegung also sauber auswertet, kann sie bei Geräten eines anderen Herstellers durchaus Probleme hervorrufen.

Da ich selbst einen solchen konkreten Fall erlebt habe, bin ich der Sache nachgegangen. Beteiligt waren drei Kabel verschiedener Hersteller, drei Netzteile, sowie ein HTC und ein Motorola Smartphone (das dritte Kabel sowie Netzteil waren „generisch“). Fazit: Lediglich das Motorola-Gerät „spann“, sobald das HTC-Netzteil ins Spiel kam – alle anderen Kombinationen liefen problemlos.

Google Permissions – und was sie bedeuten

Normalerweise sieht man eine Kurzbeschreibung der Permission (z. B. bei der Installation einer App). Die technische Bezeichnung taucht selten im Klartext für den Anwender auf – man kann aber z. B. auch einen Blick auf das Manifest werfen, und da stehen sie im Klartext.

Nun werde ich aber hier nicht alle Permissions aufführen, das wäre einfach zu viel. Die findet man bei Interesse im Entwickler-Handbuch (allerdings auf Englisch). Ein Wiki zum Thema, an dem sich jeder beteiligen kann, existiert ebenfalls, und zwar bei Stack Exchange (wiederum auf Englisch), eine weitere gute (englische) Übersicht mit zusätzlichen Sicherheits-Tipps existiert bei AndroidForums.Com, und auch bei Go2Android findet sich ein gut erklärter Artikel von MaTT (übrigens Teil der Serie „anDROID für Anfänger“). Eine erklärte und ständig aktualisierte Übersicht, wer hätte das gedacht, gibt es natürlich auch bei IzzyOnDroid. Ein paar ausgewählte, die doch häufiger einmal auftauchen könnten, möchte ich aber hier kurz erklären.

Permission Groups

Zunächst einmal sind die Permissions in „Berechtigungs-Gruppen“ eingeteilt. Besucht man die Playstore-Seite einer App, findet man diese „Permission Groups“ als Überschriften bei den „Berechtigungen“ wieder. Eine vollständige Auflistung gibt es in der API Dokumentation auf den Entwicklerseiten. Da selbige in englischer Sprache gehalten sind, hier ein übersetzter (und mit Erklärungen ergänzter) Auszug:

Permission-GroupErklärung
ACCOUNTSKonten. Permissions für den direkten Zugriff auf vom Account Manager verwaltete Konten.
AFFECTS_BATTERYAuswirkungen auf den Akku. Ruhezustand deaktivieren u. ä.
AUDIO_SETTINGSAudio Einstellungen. Permissions, die direkten Zugriff auf Lautstärke-Einstellungen ermöglichen.
BLUETOOTH_NETWORKBluetooth. Zugriff auf andere Geräte via Bluetooth.
BOOKMARKSLesezeichen. Permissions zur Verwaltung von Lesezeichen und Browserverlauf.
CALENDARKalender. Alles, was auf den Kalender zugreift.
CAMERAKamera. Zugriff auf selbige zum Aufnehmen von Fotos und Videos.
COST_MONEYKosten verursachen. SMS verschicken, Anrufe tätigen, etc., alles ohne Zutun des Anwenders.
DEVELOPMENT_TOOLSEntwicklerwerkzeuge. Diese Gruppe sollte eigentlich in Apps für Endanwender nicht auftauchen, hier gilt daher besondere Vorsicht. Wie ein aktuelles Beispiel zeigt, lässt sich damit u. U. auf Dinge zugreifen, für die die passende Permission gar nicht angefordert wurde.
LOCATIONStandort. Alles, was für Zugriffe auf den aktuellen Standort benötigt wird.
MESSAGESNachrichten. Empfangen, Lesen, Schreiben, und Versenden von SMS/MMS etc., auch ohne Zutun des Anwenders. Definitiv eine Überschneidung mit COST_MONEY.
NETWORKNetzkommunikation. (Besser: „Netzwerk“) Beinhaltet sowohl den Zugang zum Internet, als auch die Anpassung von Netzwerkeinstellungen, Erstellung/Löschung von Zugangspunkten, etc.
PERSONAL_INFOPersonenbezogene Daten. Lesender und schreibender Zugriff auf Dinge wie Kontakte, Kalender (ah, wieder eine Überschneidung: CALENDAR), etc.
PHONE_CALLSTelefonanrufe. Passen auch in COST_MONEY. Anrufe automatisch tätigen, abfangen, beantworten...
SOCIAL_INFOSoziale Informationen. Permissions für den lesenden und schreibenden Zugriff auf Informationen im sozialen Umfeld: Kontakte, Anruf-Protokolle, etc.
STORAGESpeicher. Bezieht sich auf die SD-Karte, lesend und schreibend.
SYNC_SETTINGSSynchronisierungseinstellungen. Für alles, was mit selbigen zu tun hat, wie beispielsweise das Ein- und Ausschalten der Synchronisation.
SYSTEM_TOOLSSystem-Tools. Laut API Beschreibung als „ungefährlich“ eingestuft („das Meiste wird der Anwender ohnehin nicht verstehen“, aha). Ändern von Systemeinstellungen beispielsweise. „Schädliche Apps können so die Systemkonfiguration beschädigen.“ Naja, alles ist relativ.

Dies ist, wie beschrieben, lediglich ein Auszug der gebräuchlichsten Gruppen. Das, worauf man wirklich achten muss, findet sich jedoch in den einzelnen Permissions.

Protection Level

Eine weitere Einteilung stellen die so genannten Protection Level dar (siehe Developers Reference: Permission Element). Vier verschiedene Ebenen legen dabei fest, wie mit den entsprechenden Permissions umgegangen wird (die Kürzel in Klammern sind für die Referenz in der eigentlichen Permissions-Tabelle):

LevelErklärung
normal (no)niedriges Risko bzw. „Standard“. Diese Permissions werden dem Anwender bei der Installation nicht extra „vorgeführt“, sondern stillschweigend akzeptiert.
dangerous (da)höheres Risiko: Zugriff auf persönliche Daten, oder Kontrolle über das Gerät mit potentiellem negativen Impakt für den User. Das sind die Permissions, die bei der Installation vom Anwender explizit bestätigt werden müssen.
signature (si)Der Herausgeber des Zertifikats muss mit dem des ROM-Zertifikats übereinstimmen. In der Regel heißt dies: Eine solche App muss vom gleichen Hersteller stammen.
signatureOrSystem (sy)Wie „Signature“; alternativ darf es aber auch eine beliebige „System-App“ sein. Da man eine solche nur mit root-Rechten installieren kann, ist dies für „normale Anwender“ eher uninteressant.
development (dv)Das ROM muss mit einem Entwickler-Key signiert sein. Diese Permissions sind eigentlich nur für Entwickler/Entwicklung gedacht. I. d. R. scheinbar als „developmentOrSignatureOrSystem“ zu verstehen.

Permissions

Auch hier wieder ein Auszug einiger gerbäuchlicherer Kandidaten. Nochmals kurz zur Erklärung: „PL“ bezeichnet den Protection Level. „Risk“ steht für das mit der jeweiligen Permission verbundene Risiko:

Dieses Risiko muss jedoch auch immer im Zusammenhang mit dem Protection Level gesehen werden: Von einer „kritischen Permission“ ist der Normal-Anwender (ohne root) beispielsweise überhaupt nicht betroffen, wenn der Protection Level „Signature“ bzw. „SignatureOrSystem“ heißt. Gelegentlich ändert sich eine solche Zuordnung mit neueren Android-Versionen (Beispiel: READ_LOGS wanderte ab Android 4.1 nach „sy“). Quelle für die Risiko-Klassen ist hier übrigens der bereits genannte Artikel bei AndroidForums.Com, die meisten Protection-Level finden sich in einem Blog-Eintrag zugeordnet.

PermissionPLRiskErklärung
ACCESS_COARSE_LOCATIONda?Ungefährer (netzwerkbasierter) Standort. Hier kommt kein GPS zum Einsatz, sondern die Informationen von Funkmasten (Cell-ID) sowie WLANs
ACCESS_FINE_LOCATIONda?Genauer (GPS-) Standort. Exakte, per GPS ermittelte Standortdaten.
ACCESS_LOCATION_EXTRA_COMMANDSno2-3Zusätzliche Standort-Befehle verwenden. Die Dokumentation ist hier wieder nicht sehr aussagekräftig, doch offensichtlich sollen zusätzliche Daten zum Standort erlangt werden.
ACCESS_MOCK_LOCATIONda2Falsche Standortquellen für Testzwecke. Fake Location (falsche Standortdaten vom System anfordern). Für Testzwecke gedacht (z. B. im Emulator); wird aber scheinbar auch benötigt, um ein externes GPS Gerät nutzen zu können. Hier geht es nicht darum, einer anderen App eine Fake-Location unterzujubeln – das ginge allenfalls in Verbindung mit INSTALL_LOCATION_PROVIDER.
ACCESS_NETWORK_STATEno?Netzwerkstatus anzeigen. Informationen über Netzwerke (besteht eine Verbindung, und wenn ja zu welchem Netzwerk?)
ACCESS_SURFACE_FLINGERsy?Zugriff auf die API des „Surface Flinger“ (Teil des Medien-Frameworks unter Android: Stellt einen systemweiten „Oberflächen-Kompositor“ bereit, der sich um das Rendering in Framebuffer-Devices kümmert - also Grafik, Grafik-Beschleunigung und so).
ACCESS_WIFI_STATEno?WLAN-Status anzeigen. Informationen über WiFi-Netzwerke (besteht eine Verbindung, und wenn ja zu welchem Netzwerk? Welche Netzwerke sind verfügbar?)
ACCOUNT_MANAGERsy?Als Konto-Manager fungieren. App darf mit Konto-Authentifizierern interagieren. (für Systemanwendungen reserviert).
AUTHENTICATE_ACCOUNTSda4Als Kontoauthentifizierer fungieren. Konto-Authentifizierungsfunktionen verwenden, Konten erstellen, Abrufen und Einstellen der zugehörigen Passwörter. In der Regel stellt eine solche App eine Schnittstelle zu einem neuen Dienst bereit, der nicht von Haus aus in Android integriert ist (Beispiel: Dropbox) – implementiert also die Art und Weise, wie bei diesem die Anmeldung funktioniert. Darüber hinaus kann die App u. U. auch einschränken, was eine aufrufende App mit dem Zugang anstellen darf.
BATTERY_STATSno0Akku-Statistiken sammeln.
BIND_APPWIDGETsy?Widgets auswählen. Erlaubt einer App dem AppWidget-Service mitzuteilen, welche App auf die AppWidget-Daten zugreifen darf. Mit dieser Berechtigung kann anderen Anwendungen Zugriff auf persönliche Daten gewährt werden. Laut API-Referenz sollten nur sehr wenige Apps diese Permission benötigen.
BLUETOOTHda?Bluetooth-Verbindungen herstellen. Zugriff auf bereits „autorisierte“ Bluetooth-Geräte
BLUETOOTH_ADMINda2Bluetooth-Verwaltung. Bluetooth-Geräte „autorisieren“ (also „pairen“ und so). Eine mit dieser Permission ausgestattete App darf selbständig Bluetooth-Verbindungen aufbauen und etablieren – auch zu „wildfremden“ Geräten.
CALL_PHONEda3Telefonnummern direkt anrufen. Anruf ohne Bestätigung durch den Anwender tätigen. Wird z. B. für Kontakt-Widgets benötigt, wenn ein „Tapp“ auf selbige direkt einen Anruf auslösen soll – macht aber bei einer Mal-App herzlich wenig Sinn. Gilt nicht für Notruf-Nummern.
CALL_PRIVILEGEDsy?Alle Telefonnummern direkt anrufen. Wie CALL_PHONE, aber inklusive Notruf-Nummern („Hallo, Polizei – Anwender ist gerade in Bank eingebrochen. Bitte Fußboden reparieren …“)
CAMERAda1-3Fotos aufnehmen. Vollzugriff auf die Kamera. Nebenwirkung: Diese App lässt sich nicht auf Geräten installieren, die über keine Kamera verfügen. Die API-Referenz schreibt sinngemäß: „Wenn die App auch ohne Kamera bedienbar ist, diese Permission nicht anfordern.“ Da sei die Frage erlaubt: Braucht man sie dann überhaupt, wenn es auch ohne geht?
CHANGE_CONFIGURATIONda2-3UI-Einstellungen ändern. Änderungen an der Umgebung durchführen. API-Ref nennt als Beispiel „Locale“, also Ländereinstellungen wie Währung und Zeitformat. Beschreibung sehr vage.
CHANGE_NETWORK_STATEda?Netzwerkkonnektivität ändern. Netzwerk-Status ändern (also z. B. Verbindung trennen)
CHANGE_WIFI_MULTICAST_STATEda?WLAN-Multicast-Empfang zulassen. WiFi MultiCast aktivieren. Damit können Datenpakete an mehrere Empfänger zeitgleich verschickt werden, ohne dass dies zusätzliche Bandbreite erfordert. Macht z. B. Sinn bei einem Streaming-Server, der mehrere Clients bedient („Radio“). Gleichzeitig ermöglicht dies auch den Empfang von Netzwerk-Paketen, die nicht an das eigene Gerät gerichtet sind (Netzwerk-Sniffer).
CHANGE_WIFI_STATEda?WLAN-Status ändern. CHANGE_NETWORK_STATE für WiFi. Kann auch Änderungen an konfigurierten WLAN-Netzen vornehmen.
CLEAR_APP_CACHEda0Alle Cache-Daten der Anwendung löschen. Cache beliebiger/aller Anwendungen leeren
CLEAR_APP_USER_DATAsy?Alle Cache-Daten der Anwendung löschen. Benutzerdaten beliebiger/aller Apps löschen (siehe Einstellungen › Anwendungen verwalten, der Button „Daten löschen“ bei jeder Anwendung) – richtiger wäre also Anwendungsdaten löschen oder CLEAR_APP_DATA, das „User“ verwirrt hier ein wenig.
DELETE_CACHE_FILESsy?(einzelne) Dateien aus dem Cache löschen
DELETE_PACKAGESsy?Anwendungen löschen. Apps entfernen/löschen/deinstallieren/wegmachen
DEVICE_POWERsy?Tiefgreifender (low-level) Eingriff in die Energieverwaltung (Power Management). Hat nicht direkt etwas mit „Power Off“ zu tun, könnte aber bei Missbrauch durchaus zu selbigem führen…
DIAGNOSTICsy?Lese-/Schreibberechtigung für zu Diagnosegruppe gehörige Elemente. Lese- und Schreibzugriff auf „diagnostic ressources“ – die API-Referenz beschreibt leider nichts genaueres.
DISABLE_KEYGUARDda2-3Tastensperre deaktivieren. Tastensperre (inkl. deren Passwort-Schutz) deaktivieren, sodass der Bildschirm nicht mehr automatisch gesperrt wird. Sinnvoll z. B. bei Video-Apps und insbesondere bei Navis – und bei eingehenden Telefonaten.
EXPAND_STATUS_BARno2-3Statusleiste ein-/ausblenden. Status-Bar (Notification?) erweitern/kollabieren. Wohl die Lite-Version von STATUS_BAR
GET_ACCOUNTSno?Bekannte Konten suchen. Liste konfigurierter Accounts abrufen (nur die Accounts, nicht die Zugangsdaten selber). Mit dieser Permission lässt sich lediglich feststellen, welche Accounts existieren. So kann beispielsweise eine App, die Dropbox verwenden möchte, feststellen, ob bereits ein passendes Zugangskonto eingerichtet ist.
GET_TASKSda2-3Laufende Anwendungen abrufen. Informationen über laufende Anwendungen abrufen. Wird natürlich von Task-Managern und -Killern, aber auch von Akku-Statistik-Apps benötigt. „Böse Apps“ können dies nutzen um auszukundschaften, wo sich lohnende Daten zum Klauen finden lassen.
INJECT_EVENTSsi?Tasten und Steuerungstasten drücken. „Generieren“ und „ausführen“ bestimmter Events, wie z. B. Benutzer-Eingaben. Die App kann also vermutlich andere Apps „fernbedienen“.
INSTALL_DRM?1-3DRM Installieren. DRM steht für Digital Rights Management (Digitale Rechteverwaltung), wird aber auch oft als “Digital Restrictions Management“ (Digitale Einschränkungs-Verwaltung) genannt. Damit soll kontrolliert werden, wer auf welche Medien wann Zugriff hat. Genutzt wird DRM beispielsweise von Google Books/Musik/Film oder Amazon's Kindle. Wenn jemand jedoch ein spezielles DRM in meinem System installieren will, werde ich argwöhnisch: Besser weist man diesem Vertreter die Tür. Zumal diese Permission in die Gruppe „Hardware Controls“ fällt…
INSTALL_LOCATION_PROVIDERsy?App will selber Ortsdaten bereitstellen („Du bist jetzt hier“). Woher sie die nehmen will? Naja, vielleicht von einem Bluetooth-GPS o. ä.
INSTALL_PACKAGESsy?Anwendungen direkt installieren. Andere Apps installieren. Kann OK sein (App-Manager), muss aber nicht (Wallpaper etc. wollen vielleicht eher Schadsoft nachladen, wenn sie diese Permission anfordern)
INSTALL_SHORTCUT?1-3Verknüpfungen auf dem Homescreen erstellen. Malware nutzt dies, um unerwünschte Dinge dort abzulegen. Beispielsweise ein Icon, dass wie das vom Playstore aussieht – allerdings ganz woanders hinführt.
INTERNETda?Uneingeschränkter Internetzugriff. Öffnen von Netzwerk-Sockets. Die App kann also beliebige Internet-Verbindungen herstellen. Wird von allen Apps gebraucht, die Werbung anzeigen wollen.
KILL_BACKGROUND_PROCESSESno3alle Anwendungen im Hintergrund schließen. Hintergrund-Prozesse „töten“, also beenden. Dabei kann es sich um die eigenen Prozesse handeln (was dem Anwender die Möglichkeit gibt, das Programm tatsächlich zu beenden, statt es nur in den Hintergrund zu schieben) – es können aber eben so gut fremde Prozesse beendet werden. i. d. R. handelt es sich dann um einen Task-Manager oder Task-Killer. Eine böswillige App könnte dies jedoch auch nutzen, um Schutzmechanismen auszuhebeln (etwa eine Anti-Malware-App abzuschießen, bevor sie mit ihrem eigentlichen Unwesen beginnt).
MANAGE_ACCOUNTSda?Als Konto-Manager fungieren. Accounts/Zugangsdaten verwalten – also auch verändern. Die Doku ist leider wieder einmal sehr vage. Laut einem Post bei Stack Exchange heißt dies jedoch nur, dass die betreffende App ihre eigenen Konten (nicht aber andere) mit Unterstützung des (system-eigenen) Account-Managers verwalten darf.
MODIFY_PHONE_STATEsy?Telefonstatus ändern. Status der Telefonie anpassen: Power, MMI-Codes (z. B. Rufumleitung [de]aktivieren, Rufnummernübermittlung ein/ausschalten) etc. – jedoch nicht Anrufe tätigen. Allerdings kann das Netzwerk (zu einem anderen Anbieter, Roaming) gewechselt oder die Mobilfunkverbindung ein- bzw. ausgeschaltet werden, ohne dass der Benutzer davon informiert wird. Auch können mit dieser Permission eingehende Anrufe abgefangen werden.
MOUNT_FORMAT_FILESYSTEMSda2Externen Speicher formatieren. Externe Dateisysteme (SD-Karten etc.) formatieren (Vorsicht! Nach dem Formatieren ist das entsprechende Dateisystem leer, die (vorher) darauf befindlichen Daten sind weg!). Nix für Wallpaper, Spiele, etc.!
MOUNT_UNMOUNT_FILESYSTEMSda1Dateisysteme bereitstellen oder Bereitstellung aufheben. Dateisysteme ein- und ausbinden. Toll für externe Festplatten am Telefon – gilt aber ebenso für SD-Karten.
NFCda2NFC-Operationen ausführen.
PROCESS_OUTGOING_CALLSda4Abgehende Anrufe abfangen. Ausgehende Anrufe beobachten, verändern oder abbrechen. Hm, könnte das einen Anruf bei der Mailbox ins Ausland weiterleiten? Für eingehende Anrufe siehe MODIFY_PHONE_STATE.
READ_ATTACHMENTda3Attachments lesen. Bezieht sich auf Dateianhänge in E-Mails der Stock-Mail-App (trifft also weder auf die GMail-App, noch auf K-9 Mail zu). Dateianhänge können sensible Informationen enthalten, die eine böswillige App an andere Stellen weiterleiten könnte.
READ_CALENDARda2Kalenderdaten lesen. Sollte klar sein: Alle Termine können damit gelesen werden.
READ_CONTACTSda2-3Kontaktdaten lesen. Damit ist das Adressbuch fällig. Was damit alles einsehbar ist, verrät die App permission.READ_CONTACTS.
READ_FRAME_BUFFERsy?Zugriff auf die Frame-Buffer Daten (vereinfacht gesagt: Den Inhalt des Bildschirms). Erlaubt u. a. das Erstellen von Screenshots.
READ_HISTORY_BOOKMARKSda2-3Erlaubt lesenden Zugriff auf Lesezeichen und Browserverlauf (Chronik). Was das im Einzelnen bedeutet. lässt sich mit der READ_HISTORY_BOOKMARKS App ermitteln.
READ_LOGSsy4System-Protokolldateien lesen. Lesender Zugriff auf die Log-Dateien des Systems. Hier werden allgemeine Informationen zu durchgeführten Aktionen gespeichert, i. d. R. jedoch keine vertraulichen Informationen (es sei denn, ein Programmierer hat etwas verbockt). Ab Android 4.1 ist diese Permission System-Anwendungen vorbehalten.
READ_OWNER_DATAda?Eigentümerdaten lesen. Auslesen der auf dem Gerät gespeicherten Eigentümerdaten.
READ_PHONE_STATEda?Telefonstatus lesen und identifizieren. Zugriff auf die Telefonfunktionen des Gerätes. Eine Anwendung erhält mit dieser Berechtigung unter anderem die Möglichkeit, die Telefon- und Seriennummer des Telefons zu ermitteln. Um festzustellen, ob ein Anruf aktiv ist,wird sie jedoch trotz gegenteiliger Behauptungen keineswegs benötigt, wie die App permission.READ_PHONE_STATE zeigt. Bei Werbung (z. B. AdMob) wird dies häufig zum Auslesen der IMEI/IMSI genutzt um festzustellen, welche Werbung auf dem Gerät bereits angezeigt wurde (eindeutige Identifizierung, Tracking – seit August 2014 darf die IMEI laut Playstore-Richtlinien dafür nicht mehr verwendet werden, und schon stoßen auch etliche Apps diese Permission ab …). Apps, die auch für Android 1.6 und früher kompatibel sein sollen, wird diese Permission automatisch gesetzt.
READ_PROFILEda2-3Das persönliche Profil des Anwenders lesen. Bezieht sich auf den neuen „Me“ Kontakt für das eigene Profil. Macht beispielsweise Sinn für Messenger-Apps, die den Diskussionsverlauf darstellen.
READ_SECURE_SETTINGS??Lesezugriff auf Systemeinstellungen (u. a. Umschalter für die mobile Datenverbindung). Eigentlich dem System vorbehalten.
READ_SMSda1-3SMS oder MMS lesen. Damit lassen sich bereits gespeicherte Kurznachrichten lesen. Darunter können natürlich auch vertrauliche Informationen sein…
READ_SOCIAL_STREAMda3Den Social-Media-Stream lesen. Diese Permission wurde mit Android 4.0 eingeführt. Eine damit ausgestattete App kann Status-Updates der sozialen Netzwerke lesen – sowohl eingehende, als auch ausgehende.
READ_SYNC_SETTINGSno0-1Synchronisierungseinstellungen lesen. Lesezugriff auf die Einstellungen der Synchronisation – etwa um festzustellen, ob selbige für Kontakte aktiviert ist. Ein gutes Zeichen: Die App möchte vielleicht wissen, ob der Anwender eine Datensynchronisation im Hintergrund erlaubt, und sich (hoffentlich) entsprechend verhalten.
READ_SYNC_STATSno1Synchronisierungsstatistiken lesen. Beispielsweise den Verlauf bereits durchgeführter Synchronisationen einsehen.
REBOOTsy?Erlaubt den Neustart des Gerätes. Wie der Name es bereits andeutet: Diese App kann mal eben einen Reboot veranlassen.
RECEIVE_BOOT_COMPLETEDno1-3Automatisch nach dem Booten starten. App möchte benachrichtigt werden, wenn der Bootvorgang abgeschlossen ist. i. d. R. heißt das: Sie möchte nach dem Booten automatisch gestartet werden.
RECEIVE_MMS, RECEIVE_SMSda3MMS empfangen, SMS empfangen. Eingehenden MMS/SMS abfangen – da möchte wohl jemand mitlesen. Kann aber durchaus OK sein, wenn die App auf MMS/SMS reagieren soll. Auf der anderen Seite kann man damit eingehende Nachrichten auch „im Nirvana“ verschwinden lassen.
RECORD_AUDIOda1-3Audio aufnehmen. Tonaufnahmen erstellen. Das kann sowohl für ein „Diktaphon“ genutzt werden – als auch zum Mitschneiden von Telefonaten.
RESTART_PACKAGESno3Anwendungen neu starten. Laufende Apps neu starten. Wird z. B. verwendet, um von selbigen ein Backup erstellen zu können. (In der API-Referenz mittlerweile auf „deprecated“ gesetzt, sollte also in neueren Versionen nicht mehr genutzt werden)
SEND_SMSda3Kurznachrichten senden. Und zwar ohne Zutun des Benutzers, auch an richtig teure Premium-Dienste (womit klar ist, wozu „böse Apps“ das gern hätten). Es gibt aber auch „gute“ Gründe für diese Permission: Natürlich die SMS-Apps, aber teilweise auch In-App-Käufe, die nicht über Google Checkout abgewickelt werden.
SET_ACTIVITY_WATCHERsy?Die Ausführung von Systemaktivitäten beobachten. Wird meist für Debugging benutzt. Wenn es also keine Beta ist, hat der Entwickler vielleicht nur vergessen, das wieder raus zu nehmen.
SET_ALWAYS_FINISHda?App kann sich selber beenden – also wirklich beenden, nicht nur in den Hintergrund gehen.
SET_ANIMATION_SCALEdv?Allgemeine Animationsgeschwindigkeit einstellen. Anpassung der Animationsgeschwindigkeit (schnellere/langsamere Animationen).
SET_PREFERRED_APPLICATIONSda?App kann jeder Aktivität eine Default-App zuweisen (etwa den Browser zum Öffnen einer URL). In neueren Android-Versionen ohne Auswirkung.
STATUS_BARsy?Kann die Status-Bar (Notification?) öffnen, schließen, und ausblenden. Meist will die App wohl letzteres, um einen „Vollbild-Modus“ zu ermöglichen.
SUBSCRIBED_FEEDS_READno2Abonnierte Feeds lesen. Abrufen von Details zu den derzeitig synchronisierten Feeds.
SUBSCRIBED_FEEDS_WRITEda0-2Abonnierte Feeds schreiben. Änderungen an kürzlich synchronisierten Feeds vornehmen.
SYSTEM_ALERT_WINDOWda3Warnungen auf Systemebene anzeigen. Fenster mit Systemwarnungen einblenden. Eine böswillige App kann so den gesamten Bildschirm blockieren. Sollte eigentlich nicht benutzt werden, da dies für System-Meldungen gedacht ist. Erlaubt das anzeigen von „Alert Windows“, d. h. Nachrichtenfenstern, die immer im Vordergrund angezeigt werden.
USE_CREDENTIALSda?Authentifizierungsinformationen eines Kontos verwenden. Möchte die konfigurierten Zugangsdaten verwenden. Das heißt nicht unbedingt, dass es sie „zu sehen bekommt“ – aber die App kann sich quasi „im Namen des Anwenders“ anmelden. Beim ersten Mal wird der Anwender jedoch vom Account Manager gefragt, ob er dies zulassen möchte.
USE_SIPda2-3App kann Internet-Telefonie nutzen (SIP ist das Protokoll dafür)
VIBRATEno0Vibrationsalarm steuern. Wird gern genutzt, um beispielsweise auf die Beendigung (oder auch den Start) einer Aktivität hinzuweisen – oder generell, um die Aufmerksamkeit des Anwenders zu wecken. Laute Töne sind ja nicht immer erwünscht. „Vibrieren“ heißt: Lass das Gerät zittern und summen.
WAKE_LOCKno?Standby-Modus deaktivieren. App kann das System daran hindern, einen Ruhezustand einzunehmen (also den Bildschirm zu dimmen, die CPU „schlafen“ zu lassen, etc.) Wäre doch blöd, wenn die Navi-App läuft und plötzlich der Bildschirm ausgeht.
WRITE_APN_SETTINGSsy?Einstellungen für Zugriffspunktname schreiben. App kann die Zugangsdaten zum Internet etc. (siehe APN) verändern. Meist geht es der App nur darum, den Namen des APN zu ändern – um die Verwendung des mobilen Datenverkehrs zu steuern (Beispiel: APNDroid).
WRITE_CALENDARda2Kalenderdaten schreiben. Diese Permission erlaubt lediglich den Schreib-, nicht aber den Lesezugriff auf den Kalender. Die damit versehene App kann also Termine hinzufügen, nicht aber lesen oder ändern.
WRITE_CALL_LOGda2-3Anruflisten schreiben. Macht sicher Sinn für VoIP- und Backup-Apps. Andere Apps sollten hier jedoch nichts verloren haben.
WRITE_CONTACTSda1-3Kontaktdaten schreiben. Wie WRITE_CALENDAR, nur in Bezug auf die Kontaktdaten bzw. Browser-History (Chronik) und Lesezeichen.
WRITE_HISTORY_BOOKMARKSda2-3
WRITE_EXTERNAL_STORAGEda2App darf beliebige Daten auf der (externen) SD-Karte lesen, schreiben, verändern und auch löschen – prinzipiell auch die Daten anderer Apps. Diese Permission ist aber beispielsweise essentiell für diverse Backup- und Kamera-Apps, die natürlich Daten auf der Karte manipulieren müssen. Warnung: Apps, die für Android 1.5 oder älter geschrieben wurden, erhalten diese Permission implizit!
WRITE_OWNER_DATAda?Eigentümerdaten schreiben. Schreiben/verändern der auf dem Gerät gespeicherten Eigentümerdaten.
WRITE_PROFILEda1-3Das persönliche Profil des Anwenders schreiben. Gegenstück zu READ_PROFILE.
WRITE_SECURE_SETTINGSdv4Allgemeine Systemeinstellungen ändern. Lesen und Schreiben von Systemeinstellungen. „Secure Settings“ können nur von Systemanwendungen (also solchen, die ins „ROM“ integriert wurden) angefordert werden.
WRITE_SETTINGSda2
WRITE_SMSda3SMS Nachrichten schreiben (jedoch nicht senden). Eine böswillige App könnte darauf hoffen, dass der Anwender die „ungesendete Nachricht“ dann doch noch auf den Weg bringt.
WRITE_SYNC_SETTINGSda2Synchronisierungseinstellungen schreiben. Schreibzugriff auf die Einstellungen der Synchronisation. Eine mit dieser Permission ausgestattete App kann u. a. die Synchronisation von Kontakten und Kalendern aktivieren bzw. deaktivieren. Sinn macht so etwas u. U. bei einer SMS Backup App.
com.android.vending.BILLING?5In-App Payment (in der App integrierte Bezahldienste, die über den Play Store abgewickelt werden)

Weniger gebräuchliche sowie offensichtlich klingende Permissions (was heißt wohl BRICK? Ja, genau: Phone in Sachen Brauchbarkeit mit einem Ziegelstein vergleichbar zu machen, also unbrauchbar. Nicht lachen – diese Permission gibt es wirklich! So, jetzt lachen …) habe ich hier ausgelassen; die müssen also bei Bedarf unter eingangs genanntem Link selber nachgeschlagen werden. Oder man wirft einen Blick auf die App AllPermissions (bei AndroidPIT – aus dem Play Store wurde sie entfernt). Wie der Name bereits suggeriert, handelt es sich hier um eine dummy-App, die alle (unter Android 2.1 verfügbaren) Permissions verlangt.

Wer noch immer „Bahnhof“ versteht, dem sei ein kleines Tutorial bei N-Droid.DE empfohlen. Etwas tiefgreifender wird das Thema bei LifeHacker beschrieben. Für Anfänger gut verständlich, sofern sie keine Probleme mit der englischen Sprache haben – definitiv empfohlene Lektüre!

APN-Einstellungen ausgewählter Netzbetreiber

APN steht für Access Point Name (Name des Zugangspunktes). Es sind also die Zugangspunkte gemeint, die den Androiden ins Internet bringen – oder erlauben, MMS zu verschicken. Diese Zugangspunkte sind, verständlicherweise, Anbieter-spezifisch. Eine kleine Auswahl (entnommen aus dem AndroidPIT Wiki und von Android-Hilfe.DE; einen Blick Wert ist auch die APNList von CyanogenMod, da gut gepflegt) finden sich hier:

NetzanbieterEinstellungen
Deutschland
Aldi TalkName: Tagesflat
APN: tagesflat.eplus.de
Username: eplus
Passwort: gprs

Die 30-Tages-flat muss erst bei 1155 (Konto-Hotline) gebucht werden:
Name: Monatsflat
APN: internet.eplus.de
Username: eplus
Passwort: gprs
Alice (O2-Netz GPRS, UMTS und MMS)Name: Alice GPRS
APN: internet.partner1
Proxy: nicht festgelegt
Port: nicht festgelegt
Nutzername: nicht festgelegt
Passwort: nicht festgelegt
Server: nicht festgelegt
MMSC: http://10.81.0.7:8002
MMS-Proxy: 82.113.100.41
MMS-Port: 8080
MCC: 262
MNC: 07
APN-Typ: nicht festgelegt
Blau DEName: blau DE
MMC: 262
MNC: 05
APN: internet.eplus.de
Username: blau
Password: blau
APN-Typ: default,supl

MMS:
Name: blau DE MMS
MCC: 262
MNC: 05
APN: mms.eplus.de
Username: mms
Password: eplus
MMSC: http://mms/eplus
MMS proxy: 212.23.97.153
mmsport: 5080
APN-Typ: mms
e-plusName: Eplus Internet
APN: internet.eplus.de
Username: eplus
Passwort: eplus
MCC: 262
MNC: 03
APN type: default

Für MMS:
Name: Eplus MMS
APN: mms.eplus.de
Username: mms
Passwort: eplus
MMSC: http://mms/eplus
MMS proxy: 212.023.097.153
MMS port: 5080
MCC: 262
MNC: 03
APN type: mms

WAP:
Name: E-Plus WAP GPRS
MMC: 262
MNC: 03
APN: wap.eplus.de
Proxy: 212.23.97.9
Port: 8080
APN-Type: default,supl,mms
netzclubName: netzclub
APN: pinternet.interkom.de
MCC: 262
MNC: 07
APN Typ: default

Für MMS:
Name: netzclub MMS
APN: pinternet.interkom.de
MMSC: http://10.81.0.7:8002
MMS Proxy: 82.113.100.5
MMS Port: 8080
MCC: 262
MNC: 07
APN Typ: mms
O2Name: o2-de (frei definierbar)
APN: pinternet.interkom.de
Proxy: nicht festgelegt
Port: nicht festgelegt
Nutzername: nicht festgelegt
Passwort: nicht festgelegt
Server: nicht festgelegt
MMSC: http://10.81.0.7:8002
MMS-Proxy: 82.113.100.6
MMS-Port: 8080
MCC: 262
MNC: 07
APN-Typ: internet + mms
Authenthfizierungstyp: None (ggf. nicht festgelegt testen!)

Alternativ (O2 Prepaid):
Name o2-de (frei definierbar)
APN internet
Proxy Nicht festgelegt
Port Nicht festgelegt
Nutzername Nicht festgelegt
Passwort: Nicht festgelegt
Server Nicht festgelegt
MMSC http://10.81.0.7:8002
MMS-Proxy 82.113.100.5
MMS-Port 8080
MMS-Protokoll WAP 2.0
MCC 262
MNC 07
Authenthfizierungstyp CHAP
APN-Typ Nicht festgelegt
SimyoName: simyo Internet
APN: internet.eplus.de
username: simyo
passwort: simyo
MCC: 262
MNC: 03
APN Typ: default

Für MMS:
Name: simyo MMS
APN: mms.eplus.de
username: simyo
passwort: simyo
MMSC: http://mms/eplus
MMS Proxy: 212.023.097.153
MMS Port: 5080
MCC: 262
MNC: 03
APN Typ: mms
SolomoName: solomo.de Internet
MMC: 262
MNC: 03
APN: internet.vistream.net
Username: web
Password: web
APN-Typ: default,supl

MMS:
Name: solomo.de MMS
MMC: 262
MNC: 03
APN: mms.vistream.net
Username: mms
Password: mms
MMSC: http://172.30.66.40:20080
MMS proxy: 172.31.43.21
mmsport: 8080
APN-Typ: mms
Tchibo (O2-Netz)Name: Tchibo
APN: webmobil1
proxy:
port:
username:
passwort:
server:
MMSC: http://10.81.0.7:8002
MMS Proxy: 82.113.100.8
MMS Port: 8080
MCC: 262
MNC: 07
APN Typ:
T-MobileAPN: internet.t-mobile
Benutzername: t-mobile
Passwort: tm
Authentifizierungstyp: PAP

MMS:
Name: T-Mobile MMS
APN: internet.t-mobile
Nutzername: t-mobile
Passwort: tm
MMSC: http://mms.t-mobile.de/servlets/mms
MMS-Proxy: 172.28.23.131
MMS-Port: 8008
Authentifizierungstyp: PAP
APN-Typ: mms
VodafoneAPN: web.vodafone.de
primärer DNS: 139.7.30.125
sekundärer DNS: 139.7.30.126
Benutzername: -
Passwort: -

MMS:
Name: Vodafone DE-MMS
MMC: 262
MNC: 04
APN: event.vodafone.de
MMSC: http://139.7.24.1/servlets/mms
MMS proxy: 139.7.29.17
mmsport: 80
APN-Typ: mms
Österreich
A1Name: A1.net
APN: A1.net
Benutzer: ppp@A1plus.at
Kennwort: ppp
MCC: 232
MNC: 01
APN-Typ: Internet

Für MMS:
Name: free.A1.net
APN: free.A1.net
MMSC: http://mmsc.a1.net
Proxy: 194.48.124.71
Port: 8001
APN-Typ: MMS
bobAPN: bob.at
Benutzername: data@bob.at
Passwort: ppp
DreiAPN: drei.at
Benutzername: leer
Passwort: leer
MNC: 10
One OrangeAPN: web.one.at
Benutzername: web
Passwort: web
MNC: 05
Telekom-atname: gprsinternet
apn: *99#
Alle anderen Felder bleiben leer
tele.ringName: tele.ring web
APN: web
Benutzer: web@telering.at
Kennwort: web
MCC: 232
MNC: 07
Yesss!APN: web.yesss.at
Benutzername: leer
Passwort: leer
MNC: 12
Schweiz
Orange-CHMMC: 228
MNC: 3
APN: internet

MMS:
MMC: 228
MNC: 03
APN: mms
MMSC: http://192.168.151.3:8002
MMSProxy: 192.168.151.002
MMSPort: 8080
APN-Typ: mms
SwisscomName: Swisscom GPRS
APN: gprs.swisscom.ch
username: gprs
passwort: gprs
MCC: 228
MNC: 01
APN Typ: default

Für MMS:
Name: Swisscom MMS
APN: event.swisscom.ch
MMSC: http://mms.natel.ch:8079
MMS Proxy: 192.168.210.2
MMS Port: 8080
MCC: 228
MNC: 01
APN Typ: mms

Secret Codes oder Magische Nummern

Klar kann man mit einem Telefon telefonieren. Dazu gibt man eine Ziffernfolge ein, und drückt die Taste für „Abheben“. Was aber passiert, wenn man noch ein paar Sonderzeichen hinzufügt?

Beschränken wir uns dabei auf die Zeichen # und * erhalten wir – richtig kombiniert – so genannte GSM-Codes. Der verlinkte Wikipedia-Artikel beschreibt ganz gut, worum es dabei geht (kurz gefasst: Steuer-Codes für diverse Netzanbieter-Funktionen, die eigentlich auf allen Geräten gleich funktionieren sollten, aber nicht bei allen Anbietern in gleichem Umfang verfügbar sind). Unterteilen lassen sich diese Codes grob in mehrere Untergruppen:

USSD-Codes:
Diese folgen dem Muster *1nn# – also der * Taste, gefolgt von einer 1 und weiteren zwei Ziffern, abgeschlossen durch eine Raute (optional mit Parametern: *1nn*<Parameter>#). Dabei handelt es sich um Zugangsnummern für einfachere Mobilfunkdienste, die zum Beispiel Zugang zu vorkonfigurierten Services bereitstellen, welche für den Betreiber des jeweiligen Mobilfunknetzes spezifisch sind. Gibt man einen solchen USSD-Code auf dem Mobilfunk-Gerät ein, wird die Antwort des Betreibernetzes normalerweise innerhalb weniger Sekunden auf dem Bildschirm dargestellt.
Erweiterte Service-Codes:
Diese werden für erweiterte Service-Dienste wie etwa Anrufweiterleitungen oder die (De-)Aktivierung der Rufnummernübermittlung, aber auch zum Ändern bzw. Entsperren der PIN genutzt.
Geräte-, Hersteller- und Systemspezifische Codes:
Diese dienen i. d. R. dem zuständigen Service-Personal zur Abfrage/Anpassung diverser Geräte-Parameter, für Status-Tests, u. a. m.

Disclaimer: Naturgemäß kann es sein, dass einige dieser Codes nicht auf allen Geräten bzw. nicht bei allen Mobilfunkanbietern funktionieren. Sofern sie nicht im Handbuch des Gerätes aufgeführt sind, mag das durchaus seine Gründe haben: So kann der eine oder andere Punkt, unsachgemäss angewendet, u. U. Schäden verursachen. Ich übernehme keinerlei Garantien dafür, dass folgende Codes a) funktionieren, b) das tun, was da steht, oder c) „folgenfrei“ genutzt werden können. Insbesondere übernehme ich keinerlei Verantwortung für etwaige negative Folgen! Für etwaige positive Folgen stelle ich natürlich gern mein Bankkonto zur Verfügung.

Ebenso kann es vorkommen, dass nach Eingabe des einen oder anderen Codes nichts passiert. Es kann aber auch sein, dass dies nur so scheint (bei meinen Tests fand ich anschließend – am nächsten Tag – einige der „magischen Nummern“ in der „Verbraucherliste“ wieder). Es können durchaus Hintergrund-Dienste gestartet oder aber „versteckte Klassen/Menüs“ in Apps freigeschaltet werden, was sich u. U. nur durch einen Werksreset wieder rückgängig machen lässt.

USSD Codes

CodeBedeutung
*100#Prepaid-Guthaben anzeigen
*135#Eigene Rufnummer anzeigen

Erweiterte Service-Codes

CodeBedeutung
**21*<Rufnummer># / *21# / #21# / *#21#Anrufweiterleitung einrichten / aktivieren / deaktivieren / überprüfen
##002#alle Rufumleitungen deaktivieren
*30# / #30# / *#30#CLIP: Eingehende Rufnummern anzeigen / unterdrücken / Status
#31#<Rufnummer>CLIR: Mit unterdrückter Rufnummer anrufen
*43# / #43# / *#43#Anklopfen aktivieren / deaktivieren / Status abfragen
*76# / #76# / *#76#COLP: Wenn der ausgehende Anruf weitergeleitet wird, Zielrufnummer anzeigen
*77# / #77# / *#77#COLR: Bei eingehendem umgeleiteten Anruf die Ursprungsnummer anzeigen
*N# (TCom: *T#)Wird eine SMS mit dieser Zeichenfolge begonnen, erfolgt eine SMS Empfangsbestätigung

Obige Tabelle ist keinesfalls vollständig. Weitere „GSM Codes“ finden sich u. a. bei:

Geräte-, Hersteller-, und Systemspezifische Codes

Die fett gedruckten Codes sollten nach Informationen bei Stack Exchange auf allen Android-Geräten (zumindest mit Android Version 4.1) gleichermaßen funktionieren. Ob das „Spielen“ damit deswegen unbedingt ratsam ist (zumal wenn man nicht genau weiß, was sich dahinter verbirgt), steht auf einem anderen Blatt. Daher habe ich die Codes, die mir als „absolut harmlos“ bekannt sind, einmal kursiv hervorgehoben.

CodeBedeutung
*#*#0*#*#*Test des LCD-Displays
*#0011#GSM-Infos
*#0228#ausführliche Infos zum Batteriestatus
*#*#0283#*#*Loopback-Test
**05*<PUK Code>*<neue PIN>*<neue PIN zur Bestätigung>#Entsperren des Telefons aus dem Notruf-Modus
*#*#0588#*#*Test des Annäherungs-Sensors
*#06#IMEI
*#*#0673#*#*
*#*#0289#*#*
Einer der beiden Codes führt zu einem Audio-Test
*#0782#RTC (Real-Time-Clock) auslesen und anzeigen
*#*#0842#*#*Test für Vibrator (oh ja!) und Hintergrund-Beleuchtung
*#*#1111#*#*FTA Software Version
*#*#1234#*#*Firmware-Info
*#*#1472365#*#*ein kurzer GPS-Test (und Einstellungen)
*#*#1575#*#*ein weiterer GPS-Test
*#*#197328640#*#*Service-Menü mit verschiedenen Test-Möglichkeiten
*#*#2222#*#*FTA Hardware Version
*#*#225#*#*Kalender-Debug
*#2263#Bandnutzung
*#*#232331#*#*BlueTooth-Test
*#*#232337#*#MAC-Adresse des BlueTooth-Interfaces
*#*#232338#*#*MAC-Adresse des WLAN-Interfaces anzeigen
*#*#232339#*#*
*#*#526#*#*
*#*#528#*#*
Einer dieser Codes führt zu den WLAN-Tests...
*#*#2432546#*#*
(*#*#CHECKIN#*#*)
Nach OTA-Updates suchen
*#*#2663#*#*Touch-Screen Version anzeigen
*#*#2664#*#*Touch-Screen Test
*#*#273283*255*663282*#*#*angeblich für eine schnelle Sicherung der Medien-Dateien (Fotos, Videos..) gut. Von wo und nach wo? Habe ich nicht probiert...
*2767*3855#Factory Format (Wipe). Vorsicht damit!!!
*#*#3264#*#*RAM Test / RAM-Version anzeigen
*#*#3424#*#*HTC Function Test
*#*#34971539#*#*Kamera-Menü mit folgenden Punkten: Update mit Firmware aus Bild (keinesfalls! Sonst futsch!); Update mit Firmware von SD-Karte; Versions-Info; Update-Counter
*#*#36245#*#*EMail Debug
*#*#44336#*#*Herstellungszeitpunkt und Laufende Nummer
*#*#4636#*#*
(*#*#INFO#*#*)
Öffnet ein Menü, aus dem sich wählen lässt: Telefon-Infos, Akku-Infos, Akku-History, Verbrauchsstatistiken.
*#4646#*Feldtest (Details zu Akkustand + Funknetz, Wechsel UMTS/GSM)
*#*#4986*2650468#*#*Diverse Hardware-Infos
*#*#564#*#*QXDM (Qualcomm eXtensible Diagnostic Monitor) Logging FrontEnd
*#*#7262626#*#*Ein Bett im Kornfeld... äh, Feld-Test
*#*#7269#*#*Standard Device-Logging (Device [logcat?], AT-Befehle, Kernel [dmesg?] -- HTC?)
*#*#7378423#*#*
*#*#SERVICE#*#*
Ein weiteres Service-Menü: Service-Information, Service-Settings, Service-Tests...
*#7465625#Netz- und Subnetzsperre, Simlook, Service Provider und Corporate Lock (Galaxy-S?)
*#*#759#*#*GooglePartnerSetup
*#*#7594#*#*Verhalten des Einschalt-Knopfes ändern (z. B. direktes Abschalten ohne Menü)
*#*#7780#*#*Zurücksetzen auf Werkseinstellungen
*#*#8255#*#*GoogleTalk Service Überwachung
*#*#8350#*#*Logging der Anrufe deaktivieren
*#*#8351#*#*Logging der Anrufe aktivieren
*#9090#Service-Modus UART/USB
*#*#9696#*#*FTP Test

Weitere spezielle magische Nummern gibt es für Geräte von...

Und dann wären da noch diverse Listen mit GSM und USSD Codes...

Leistungsaufnahme verschiedener Komponenten

Heise hat für seinen Artikel Energiesparplan ein Motorola Milestone angepasst und ausführlich getestet, was welche Komponente so verbraucht. Und wie man das Einschränken kann (das war jetzt eine klare Empfehlung, den Artikel zu lesen!). Die Daten davon werden einerseits ein „war ja klar“, aber bei einigen Daten auch ein „oh, das hätte ich jetzt nicht gedacht“ hervorrufen. Passende Angaben zum Galaxy S3 hat die c't in ihrer Ausgabe vom August 2012 gesammelt – und dabei den Test gleich noch ein wenig ausgeweitet.

Anmerkungen zum Galaxy S3 (*): Der Energieverbrauch des Displays hängt hier auch stark von den dargestellten Inhalten ab, was auf das verwendete Amoled-Display zurückzuführen ist. Bei vollständig schwarzem Display entspricht der Verbrauch auf allen Stufen nicht mehr als das Minimum.

Weiterhin sollte man beim Vergleich der Werte auch die unterschiedliche Hardware-Ausstattung im Hinterkopf behalten: So werkelt beispielsweise im Galaxy S3 ein mit 1,4 GHz getakteter Quad-Core Prozessor, und zur Anzeige dient ein 4,8 Zoll Display – im Milestone waren es noch eine Single-Core CPU mit 550 MHz und ein 3,7 Zoll Display.

Betriebszustandzusätzliche Leistungsaufnahme
 Motorola MilestoneSamsung Galaxy S3
Videoaufnahme11557 mW1683 mW
UMTS Upload1410 mW1033 mW
UMTS Download1349 mW1074 mW
EGDE Upload1179 mW 
WLAN Download1158 mW549 mW
Video abspielen (fullscreen)11135 mW597 mW
UMTS-Telefonat983 mW637 mW
Kamera1934 mW1460 mW
EGDE Download853 mW 
Bluetooth empfangen751 mW487 mW
Display (höchste Stufe)730 mW1568 mW*
GPS Suche550 mW263 mW
GSM-Telefonat511 mW297 mW
Bluetooth senden487 mW454 mW
WLAN Upload479 mW488 mW
Display (niedrigste Stufe)310 mW567 mW
WLAN Tether 2 372 mW
MP3 abspielen über Bluetooth 296 mW
MP3 abspielen160 mW153 mW
UMTS Standby18,3 mW13,8 mW
GSM/EDGE Standby11,6 mW9.5 mW
WLAN Standby 2,4 GHz7,8 mW9.3 mW
WLAN Standby 5 GHzN/A14.6 mW
NFC StandbyN/A4 mW
Bluetooth Standby2,8 mW1.8 mW
GPS Standby0,4 mW0.7 mW
WLAN Tether Download3 1254 mW

1 Leistungsaufnahme des Displays bereits abgezogen

2 Tethering aktiv, 1 Benutzer

3 Download vom Notebook per WLAN-Tether

Für die Gesamt-Leistungsaufnahme muss natürlich noch die Grundlast hinzugerechnet werden (was das Gerät verbraucht, wenn alles in der Tabelle genannte abgeschaltet ist; also „Flugmodus“). Das wären ganze fette 6,4mW. Wird das Gerät also des Nachts in diesen versetzt, spart das bereits enorm (Werte des Motorola Milestone):

Betriebszustandzusätzliche Leistungsaufnahme
 Motorola MilestoneSamsung Galaxy S3
Flugmodus6,4 mW6,4 mW
GSM Bereitschaft18 mW9,5 mW
GSM Bereitschaft + WLAN Standby25,8 mW18,8 mW
GSM Bereitschaft + WLAN Standby + Bluetooth Standby28,6 mW20,6 mW
UMTS Bereitschaft24,7 mW10,9 mW
UMTS Bereitschaft + mobile Daten aktiv 13,8 mW
UMTS Bereitschaft + WLAN Standby32,5 mW20,2 mW
UMTS Bereitschaft + WLAN Standby + Bluetooth Standby35,3 mW22,0 mW

Die Werte sind natürlich alle spezifisch für o. g. Motorola Milestone bzw. das Samsung Galaxy S3, und können auf anderen Geräten abweichen. Die Größenordnungen sollten aber zumindest ähnlich sein.

Nur so nochmal gesagt: Selbst wenn WLAN etc. alles aus sind, und nur Telefonate (und SMS) noch durchkommen (den Datenverkehr also mal ganz außen vorgelassen), reduziert sich der Verbrauch im Flugmodus auf ein Drittel (GSM) oder gar ein Viertel (UMTS). Einmal 6 Stunden angenommen (von 0 Uhr bis 6 Uhr), hält der Akku damit (theoretisch) für bis zu gut 2 Stunden länger. Natürlich wieder nur, wenn man dann anschließend auch nichts damit macht – also wieder so ein „Laborwert“. Trotzdem kann man sich leicht ausrechnen: Sechs Stunden Flugmodus (statt GSM Bereitschaft) schaffen Raum für zusätzliche ca. 8 Minuten GSM Telefonat...