Der Seewolf (englischer Originaltitel The Sea-Wolf) ist ein 1904 erstmals
erschienener Roman des amerikanischen Schriftstellers Jack London (1876–1916).
Das Buch wurde sogleich zum Bestseller.
Der Seewolf erzählt die Geschichte des Schöngeists Humphrey van Weyden, der
bei einem Schiffsunglück auf dem Weg von Sausalito nach San Francisco über Bord
geht und von dem Robbenschoner „Ghost“ gerettet wird. Wolf Larsen, der Kapitän,
ein Mann von großer physischer Stärke und Brutalität, terrorisiert die
Mannschaft. Zugleich ist er aber auch hochintelligent und hat sich seine eigene
Philosophie nach sozial-darwinistischen Grundsätzen geschaffen. Menschen sind
für ihn „Stücke eines Gärteigs“ ohne Wert, deren Überlebenskampf er gerne
zusieht; Streben nach Unsterblichkeit ist sentimentaler Unsinn, Altruismus eine
Dummheit, die sich nur jemand leisten kann, der wie van Weyden in Wohlstand
hineingeboren wurde.
Wolf Larsen spielt mit van Weyden, indem er ihn demütigt, als Küchenjungen
arbeiten lässt und ihn später, ohne dass er seemännische Kenntnisse hätte, zum
Steuermann macht. Van Weyden lernt, sich in dieser Welt zu behaupten und, wie
Larsen feststellt, „endlich auf eigenen Füßen zu stehen.“
Im Laufe der Zeit gelingt es van Weyden, im Ansehen von Mannschaft und
Kapitän aufzusteigen. In Letzterem findet er einen tiefgründigen
Gesprächspartner, und auch wenn er seinen Argwohn gegenüber Larsen nie ganz
ablegt, stellt sich so etwas wie ein Vertrauensverhältnis zwischen den beiden
Männern ein. Ihre Beziehung wird auf die Probe gestellt, als die „Ghost“ die
schiffbrüchige Maud Brewster rettet. Wie van Weyden hält Larsen nun auch sie,
eine humanistisch gebildete Autorin, gegen ihren Willen an Bord fest …