Der Engel vom westlichen Fenster
Autor: Gustav Meyrink
Thema: Esoterik
Genre: Roman
Quelle: MobileRead
Meyrinks Werke habe einen starken Zug ins Fantastische und Esoterische.
In "Der Engel vom westlichen Fenster erhält der Ich-Erzähler die
Hinterlassenschaft eines Vetters - Briefe und Dokumente aus der Zeit
Elisabeths I von England. Er entdeckt, dass John Dee, der Alchemist
Elisabeths, sein Vorfahre war. Doch sein Leben ist noch auf ganz andere Weise
mit seinem Vorfahren verbunden.
"Der Engel vom westlichen Fenster" ist der (vollkommene) Schlussstein von
Meyrinks schriftstellerischem Werk. Er hat einen Abschluss, der dermaßen
hinreißend ist, dass er zunächst nur oberflächliche Spuren im Gedächtnis
hinterlässt. Man kann ihn immer wieder lesen, und jedes Mal entdeckt man
etwas Neues. Dieses Werk ist ein Stück europäischer Geistesgeschichte in
dichterischer Form und mit der nötigen dichterischen Freiheit. In Anbetracht
des mitreißenden Charakters des Buches und seiner elektrisierenden Kraft ist
deutlich, dass sich Meyrink in hohem Maße mit John Dee, dem angelsächsischen
Faust, identifiziert hat.
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Zugegeben, das vorliegende Werk „Der Engel vom westlichen Fenster“ ist
keine einfache Lektüre: Zum einen setzt dieser Roman esoterisches Wissen
voraus, zum anderen weist er keinen einfachen Sprachstil auf. Davon abgesehen,
dass ich inhaltlich bei weitem nicht alles verstanden habe, wie ich dies gern
gewollt hätte, musste ich schon rein sprachlich manche Sätze, gar ganze
Textpassagen mehrmals lesen, um sie begreifen zu können.
[…]
In „Der Engel vom westlichen Fenster“ geht es vornehmlich um John Dee,
einen der größten Gelehrten des 16. Jhd. und engsten Berater Königin
Elisabeths von England. Er war Mathematiker, Astronom und Mystiker, der der
Alchimie kundig war und sich nicht nur mit dem Herstellen von Gold aus Blei
zufrieden gab, sondern sich der Kunst hingab, die den Menschen selbst
verwandeln sollte, in ein „Wesen, das das Bewusstsein seiner Selbst
nimmermehr verliert“ (Gustav Meyrink). So war diese Figur für G. Meyrink
von besonderer Bedeutung, die ihm einen hervorragenden thematischen
Hintergrund für seinen Roman lieferte.
Auch wenn dieser Roman zu großen Teilen im 16. Jhd. spielt, ist dies kein
historischer Roman im herkömmlichen Sinne. Denn es gibt einen Erzähler, der
zur Zeit Meyrinks lebte (mit autobiografischem Anteil) und durch ein
Tulakästchen, auf seinen Vorfahr John Dee aufmerksam gemacht wird. Den Inhalt
der Schriftstücke gibt der Ich-Erzähler zusammen mit seinen Erfahrungen in
Verbindung mit dieser Person schriftlich wieder, woraus dann das vorliegende
Werk entstanden ist. Gustav Meyrink hat dieses Werk selbst als Doppel-Roman
bezeichnet […]
(Rezension bei LovelyBooks)