Die Erzählung „Ein Maskenball“ ist wieder eine jener
Gegenwartserzählungen von Dumas, in deren Rahmenhandlung er
höchstpersönlich auftritt; hier als Zuhörer eines verwirrten Freundes, der
ihm eine kurze, aber hochdramatische Geschichte erzählt. Kurz kann man
hierbei ruhig wörtlich nehmen, denn es ist die kürzeste Erzählung von
Dumas, die ich bisher kenne. Doch trotz ihrer Kürze enthält sie den Stoff,
mit dem man einen ganzen Roman hätte füllen können.
[…]
Die Geschichte beginnt damit, dass Dumas, der beim Arbeiten eigentlich nicht
gestört werden möchte, Besuch von einem Freund erhält, der völlig
aufgelöst ist. Es gelingt Dumas diesen so weit zu beruhigen, dass er ihm den
Grund für seine Konfusion erzählen kann. Alles begann mit einem Maskenball
in der Pariser Oper, den der Freund besuchte und der diesen aufgrund seiner
Ausgelassenheit sehr schnell anwiderte. Er verließ den Ball um sich dem
aufgedrehten Treiben zu entziehen und begegnete am Eingang einer völlig
konfusen jungen Frau, die unbedingt zu dem Fest möchte, aber aus Geldmangel
nicht eingelassen wird. Dumas’ Freund nimmt sich ihrer an und begleitet sie
auf deren Bitte sogar. Nun erfuhr er von der Dame, dass sie keinesfalls ihr
Vergnügen hier sucht, sondern ihren Ehemann, von dem sie vermutet, dass er
sich mit einer anderen abgeben könnte. Und ihre Vermutung bewahrheitet sich,
als sie ihn kurz darauf in Begleitung einer anderen Dame erblickt. Sie folgt
ihm und sieht, wie er sich mit der Fremden in eine der Opernlogen
zurückzieht. Beim Lauschen an der Tür werden all ihre Befürchtungen zur
Gewissheit. Was darauf folgt entwickelt sich zu einer richtigen kleinen
Tragödie. Wer also wissen will, wie es weiter geht, dem sei die Lektüre der
kleinen Geschichte empfohlen.