Unter abwechselnden Vorfällen und Erfahrungen, die sich mir im Lauf meines
Lebens auf Reisen oder beim längeren Aufenthalt in fremden Städten
aufdrängten, ist mir die Erinnerung so mancher Bekanntschaften erfreulich, so
manche Beobachtung lehrreich und ich kann es nicht unterlassen, Einiges davon
mitzutheilen, welches vielleicht manche befreundete Gemüther auf anmuthige
Weise anregt.
Schon manches Jahr ist verflossen, seit mir einige interessante Tagebücher
und Briefe in die Hände geriethen, die mir um so bedeutender wurden, als ich
die Verfasser derselben späterhin im Verlauf der Zeiten in ganz veränderten
Verhältnissen und mit umgewandelten Gesinnungen wiedersah. Jetzt sind die
Theilnehmer an nachfolgender kleinen Begebenheit gestorben oder nach fernen
Gegenden gezogen, so daß es harmlos erscheint, Dasjenige mitzutheilen, was
ich früher schon für vertraute Freunde aus jenen Tagebüchern und Briefen
ausgezogen habe. Die Erzählung ist aus Schriften der drei Hauptpersonen
verarbeitet und wird, der Deutlichkeit wegen, mehr wie einmal durch die
eigenen Worte der erscheinenden Personen unterbrochen werden.