Die Novelle »Der fünfzehnte November« erschien zuerst 1827 in der
»Dresdener Morgenzeitung« (herausgegeben von Kind u. Kraukling) und wurde
1828 in Buchform veröffentlicht. Geschrieben ist sie zu Anfang des Jahres
1827 […]
Nicht eine fatalistische Spukgeschichte bietet der Dichter, sondern eine
einfache und doch reizvolle, rührende Erzählung, tiefsinnig und von
religiöser Wärme, mit prächtigem Humor vorgetragen, reich an trefflich
gezeichneten Charakteren und eigenartigen Stimmungsbildern. Unter jenen steht
scheinbar fremdartig der deutsche Windbeutel Sommer da, der indes einen sein
berechneten Gegensatz zu dem rauhen, aber tief empfindenden,
wahrheitsliebenden Seemann bildet, und in dem Tieck seiner Vorliebe, die
Verlogenheit zu geißeln, genugthut. Im ganzen wird man sich ohne Bedenken den
Kritikern Hoffmann, Minor, Hermann Kurz u. a. anschließen, welche die
vorliegende Novelle zu den vortrefflichsten Schöpfungen unsers Dichters
rechnen. Der Lokalton und die Zeitfärbung die in Holland spielende
Begebenheit wird in die zweite Hälfte der siebziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts verlegt sind so schön getroffen, wie es Tieck nicht häufig
gelingt.