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Title: Der Persische Dekameron Author: Franz Blei Title-Search: Amazon.DE Buchfreund.DE ZVAB.COM Terrashop.DE Tags: Erotik Publisher: Verlag für Kulturforschung Vienna Der Persische Dekameron Es entspricht nur der außerordentlich hohen Gefühlsspannung, wie sie sich im Lyrischen der persischen Dichtung äußert, daß ihr in der Prosaerzählung die Reversseite drastisch nebengesetzt wird: Das Unzulängliche, das Versagende, das Lächerliche, das Komische. Und wird dort ein Platonismus des Gefühls übersteigert, so hier ein Realismus der Sinne. Doch immer nur zu heiteren, zu komischen Effekten: die Zuhörer sollen lachen, nicht grinsen. Das Obszöne in allen seinen Schattierungen liegt dem Erzähler so fern wie seinen Zuhörern. Der Erzähler zwinkert nicht mit den Augen. Er sagt nichts, was er nicht sagte. Es gibt keine Zweideutigkeit. Dafür ist ihm die Sache selbst, die Liebe, zu seriös, zu heilig – und gerade deshalb erzählt er das, was Toren oder Spitzbuben diesem Heiligen antun und erzählt es als komische Glosse, wie zu einem pathetischen Text. Die Sitten und Bräuche der Liebe, die in diesen Geschichten zum Niederschlag kommen, sind in ihren mann-weiblichen Bestimmungen von denen des Europäers nicht wesentlich verschieden. Bemerkbar ist dazu nur dieses, daß die orientalische Geliebte zwölf Jahre zählt. Und daß sie darum nicht jene sentimentalische Überbelastung besitzen kann, die ihre europäische Schwester im Guten wie im Schlimmen darum auszeichnet, weil sie meist, wenn überhaupt, die Liebe des Mannes um einige Jahre zu spät kennen lernt, oft um viele Jahre zu spät, und dann auch oft nicht die Liebe, sondern irgendwelche Reste davon, welche sich der freier lebende europäische Jüngling dafür gerade noch gerettet hat. (aus dem Vorwort) Inhalt
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