Im Zentrum des Romans stehen zwei Berliner Familien: Zum einen die
großbürgerlichen Treibels – der Kommerzienrat, seine Frau Jenny sowie die
Söhne Otto und Leopold, zum anderen Professor Wilibald Schmidt und seine
Tochter Corinna. Die Verbindung zwischen den Familien besteht schon seit
Jahrzehnten. Damals war Wilibald nicht nur ein junger Student, sondern auch
der Verehrer von Jenny, der Tochter seines Zimmervermieters, der ein kleines
Kellergeschäft betrieb. Sogar ein Gedicht schrieb er in seinem Liebeseifer
für Jenny – ohne jedoch den gewünschten Erfolg zu erzielen. Ein Gedicht,
dessen literarische Qualitäten bescheiden sind, das aber gerade wegen seiner
triefenden Sentimentalität von seiner Freundin Jenny auch noch viele Jahre
später bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Vortrag gebracht wird.
Wilibald sähe es am liebsten, seine Tochter würde ihren Cousin Marcell,
einen vielversprechenden angehenden Archäologen, heiraten. Nur kann der sich
nicht dazu durchringen, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Die intelligente
und unabhängige Corinna hat sowieso andere Pläne. Sie möchte ausbrechen aus
der eher bescheidenen Welt eines Gymnasialprofessorenhaushaltes. Den
gesellschaftlichen Umgang mit den anderen ‚Professorenfrauen’ empfindet
sie als langweilig und das Korrigieren der Schülerhefte ihres Vaters ist auch
keine wirkliche Abwechslung. Also setzt sich Corinna in den Kopf, Leopold
Treibel zu heiraten. Gesellschaftliches Ansehen und materieller Wohlstand
erscheinen ihr als ausreichende Garantien für eine glückliche Zukunft und so
setzt sie alle Mittel ein, um den netten, aber leicht zu beeinflussenden
Leopold in die Falle zu locken. Sie wirft all ihren Charme und Esprit in die
Waagschale und ein, zwei Abendgesellschaften und eine Landpartie später hat
sie es geschafft. Es kommt zur heimlichen Verlobung.
Corinna hat ihre Rechnung ohne die Schwiegermutter in spe gemacht. Jenny ist
außer sich vor Wut – hatte sie doch für Leopold eine reiche junge Frau aus
gutem Hause und keine Professorentochter als Braut vorgesehen. Sofort ergreift
sie die Initiative, wird beim Professor vorstellig, erteilt ihrem Sohn
Ausgehverbot und lädt Hildegard Munk– die Schwester von Ottos Ehefrau –
nach Berlin ein, um diese mit Leopold zusammenzubringen. Die Verbindung
zwischen Corinna und Leopold wird derweil per Briefkontakt aufrechterhalten.
Die beiden Väter verhalten sich in dieser angespannten Situation abwartend
– der Kommerzienrat, weil er damit beschäftigt ist, seinen Wahlkampf zu
organisieren, und der Professor, weil er darauf vertraut, dass Corinnas Wille
an Jennys Widerstand zerbrechen wird. Schließlich hat sie sich schon vor
dreißig Jahren für den materiellen Wohlstand und gesellschaftlichen Aufstieg
namens Treibel und gegen das Ideelle und damit ihren Verehrer Wilibald
entschieden …