Annette von Droste-Hülshoff gehört zu den bedeutendsten Lyrikerinnen der
deutschen Literatur. Zu Lebzeiten erschienen nur zwei Gedichtbände: die
Sammlung 'Gedichte' im Jahr 1838 (erweiterte Ausgabe 1844) und der
Gedichtzyklus 'Das geistliche Jahr' im Jahr 1851; dieser enthält
Droste-Hülshoffs religiöse Lyrik, mit der sie die Tradition der religiösen
Dichtung des Barock aufnimmt, verbunden mit der eigenen Lebens- und
Glaubensproblematik. Mit ihren Naturgedichten, aber auch mit den Geschichts-
und Schauerballaden lieferte "die Droste" einen ganz eigenständigen Beitrag
zur Literatur der Vormärzzeit. Wie kaum ein anderes lyrisches Werk der
deutschen Literatur ist das von Droste-Hülshoff episch geprägt. Die Gedichte
erzählen, seien es einfache Vorgänge, Konflikte, Geschichten, seien es
innerseelische Prozesse.