Aufgewühlt durch den dringlichen Brief des Jugendfreundes Roderick Usher
reitet der namenlose Ich-Erzähler zu dessen Anwesen, dem Hause Usher, das
durch seine gespenstische Umgebung, insbesondere den Pfuhl (engl. tarn), aus
dem es sich erhebt, sowie durch einen Riss, der sich durch das Gemäuer zieht,
einen beunruhigenden und schreckenerregenden Eindruck erweckt. Es wird
außerdem von dem See erzählt, an dem das Haus Usher liegt. Dämonische
Gestalten sollen herauftreten und denjenigen holen, der zu lange auf den See
starrt.
Dort trifft der Erzähler den nervlich stark überreizten, anscheinend an
einer Geisteskrankheit leidenden Hausherrn, den letzten Spross eines
degenerierten Adelsgeschlechtes. Roderick Usher bittet seinen Besucher, ihm
einige Zeit Gesellschaft zu leisten, um seine Krankheit erträglicher zu
machen. Kurz darauf stirbt angeblich die Zwillingsschwester des Gastgebers,
Lady Madeline, und wird im Keller des Hauses aufgebahrt und begraben.
Während einer Sturmnacht einige Tage später liest der Ich-Erzähler dem
nervlich stark angegriffenen und ebenfalls schlaflosen Roderick eine
vermeintlich aufheiternde Rittergeschichte vor, die letztlich aber das Grauen
vor den unheimlichen Geräuschen im Haus nur potenziert. Durch den Verlauf der
Rittergeschichte und die sie begleitenden Geräusche sowie das darauf folgende
Geständnis Rodericks wird es offensichtlich, dass Roderick seine Schwester
lebendig begraben haben muss. Plötzlich steht Lady Madeline blutüberströmt
in der Tür; sie wirft sich sterbend auf den Bruder, welcher an dem Schock
sofort stirbt.
Panisch flüchtet der Ich-Erzähler vom Anwesen und sieht noch, wie der das
Haus durchziehende Riss immer weiter auseinander klafft, bis es zusammenbricht
und im Pfuhl versinkt.