|
Title: Die Börse
Author: Honore de Balzac
ISBN: 978-3842406537 Amazon.DE Buchfreund.DE EuroBuch.COM
Title-Search: Amazon.DE Buchfreund.DE ZVAB.COM Terrashop.DE
Tags: Gesellschaft+Soziales
Serie: Die menschliche Komödie (Balzac) (#4)
Die Börse
Autor: Honorè de Balzac
Jahr: 1832
Quelle: MobileRead
I. Szenen aus dem Privatleben
.004. Die Börse (1832) La Bourse
In „Die Börse" geht es um Probleme psychologischer
Lektüre-Schwierigkeiten zwischen Liebenden, die im Grunde soziale sind. Die
emblematische Anordnung lässt bereits darauf schließen: im obersten
Stockwerk eines Pariser Hauses lebt und arbeitet der viel gepriesene und auch
ausgezeichnete Maler Hippolyte Schinner. Den Kontakt zu seinen Nachbarn in der
Wohnung unter ihm stellt er über einen Fall her. Beim Malen nämlich stürzt
er von einer Stehleiter, und zwar aus dem Grunde einer „Traumentrückung",
wie sie den Künstler mitunter in der Dämmerung überfällt, einer
Entrückung, die aber auch sein eigentlicher Ort, nämlich das „Reich der
Phantasie" ist. Als er erwacht, aus diesem Traum, der sich durch den Sturz in
eine prosaische Bewusstlosigkeit verwandelt, ist immer noch alles sehr
durcheinander und er erblickt „einen jener Köpfe, die oftmals als nichts
denn eine Laune des Pinsels gelten". Mademoiselle Leseigneur jedoch ist die
reine Wirklichkeit und, gemeinsam mit ihrer Mutter, herbeigeeilt, vom
Sturz-Lärm erschreckt. Die Liebe, die sich zwischen den beiden, Maler und
sozial ziemlich depravierte Schönheit, entwickelt, ist ein Ding der
Selbstverständlichkeit - aber, aus eben den erwähnten sozial-psychologischen
Gründen, nicht gegen Irritationen gefeit. Womit, zum Beispiel, fragt sich
Schinner, der bald jeden Abend bei den beiden Damen zu Gast ist, verdienen sie
eigentlich ihren Lebensunterhalt? Etwa mit dem Kartenspiel, so der böse
Verdacht, denn gespielt wird mit zwei eigentümlichen alten Herren (deren
Beschreibung im übrigen schon die Lektüre der Erzählung wert ist), die
gleichfalls sehr häufig zu Besuch sind. Die Saat dieses Zweifels geht auf,
als eines Abends Schinner die Börse am Spieltisch abhanden kommt. Die Liebe
ist nun, für diesen Moment, nicht mehr stark genug, eine Brücke über die
gesellschaftliche Kluft zu schlagen, der Verdacht nagt an der Liebe und es
vergeht eine Woche, in der alles auf Messers Schneide steht. Am Ende aber war
alles ein Irrtum: die Börse war entwendet, um - in Erfüllung einer
Ökonomie, die sich das großzügige Geschenk des Bessergestellten nicht
erlauben will - eine listige Bezahlung für ein Bild des Malers in Gestalt von
Perlenbestickung leisten zu können. Es kommt, nach dieser Prüfung, zur
sofortigen Verlobung.
(Jump-Cut.DE)
Download:
ePub (64kB)
|