Der dreiteilige Roman handelt 1913, 1923 und 1933 in einer
mitteldeutschen Residenzstadt. Erzählt wird die Geschichte vom Sieg der
„starken, urwüchsigen“ Magd Zerline über ihre gut situierte Herrschaft.
Als „steinerner Gast“, d. h. als Richter über diese verlotterte
Gesellschaft, erscheint am Ende der Imker und Wanderlehrer Lebrecht
Endeguth, der aus dem Wald kommt, ein Weiser und Führer „in eine neue
Menschenheimat“.
In seinem „Entstehungsbericht“ vom Oktober 1950 erklärt Broch, warum
der Roman Die Schuldlosen heißt. Kleinbürger […] treten auf. Die
gewählten Figuren seien durchaus „unpolitisch“. Zwar sei keiner von
diesen an den Vorgängen ab 1933 in Deutschland unmittelbar schuldig, doch
eine „kleinbürgerliche Mittelschicht“ habe nach dem Zusammenbruch des
deutschen Kaiserreiches 1918 erfolgreich das entstandene Machtvakuum
allmählich besetzt. Broch wollte die „schuldhafte Schuldlosigkeit“ der
Kleinbürger darstellen und „innerlich begründen“.