Die Robinson-Insel
Autor: Otto Bürger
Herausgeber: Dieterich
Auflage: 1.-3. Tausend
Veröffentlicht: 1909
eBook Ersteller: Izzy's eBook Library
eBook erstellt: 2025-06-25
Quelle: Project Gutenberg
Robinson Crusoe (Isla Robinson Crusoe) ist eine der beiden Hauptinseln
des zu Chile gehörenden Archipels der Juan-Fernández-Inseln. Sie liegt im
südlichen Pazifik 667 Kilometer westlich der chilenischen Hafenstadt
Valparaíso und ist mit 47,9 km geringfügig kleiner als die deutlich
weiter westlich im Ozean gelegene zweite Hauptinsel Alejandro Selkirk.
Bevor sie im Jahre 1966 in Isla Robinson Crusoe umbenannt wurde, trug sie
den Namen Isla Más a Tierra.
Der Verfasser besuchte und photographierte die Insel 1900/1901.
Das vorliegende Büchlein verdankt seine Entstehung einem Aufenthalte
des Verfassers auf der Robinsoninsel von Ende Dezember 1900 bis Anfang
März 1901. Indessen wäre seine Niederschrift ein kümmerlicher Torso
geblieben, wenn wir nicht solch ausgezeichnete Werke über Juan Fernandez
besäßen, wie das von Vicuña Mackenna, einem Chilenen und jenes von Johow,
unserem Landsmanne. Während letzteres rein wissenschaftlich die seltsame
Pflanzenwelt des abgeschiedenen Eilands behandelt, widmet sich ersteres
in recht unterhaltender Weise seiner Geschichte, d. h. den Schicksalen
und Abenteuern seiner zahlreichen freiwilligen und unfreiwilligen
Bewohner durch etwa drei Jahrhunderte. Wie gerne würde man dieses Buch
dem deutschen Publikum zugänglich machen! Aber es umfaßt 834 große
Seiten! – Der Chilene schreibt gern und daher gründlich! – So mußten wir
uns begnügen, einzelne Episoden aus dem reichen Material herauszugreifen
und in neuer Gewandung in unser Bild zu verweben, das viel bunter ist,
als man es gemeiniglich erwarten möchte. Ja, es ist eine kleine Welt für
sich, unser winziges Masatierra in Natur und Geschichte. Die romantische
Idylle der Robinsonade bedeutet nur ein Glied in der Kette merkwürdiger
und oft wilder Geschehnisse.
In dem Buche sind auch in jenen Kapiteln, welche von der reichen Natur
der Robinsoninsel handeln, fachwissenschaftliche Bezeichnungen vermieden.
Damit aber der »wißbegierige« Leser auf seine Rechnung kommt, ist ein
Anhang mit alphabetisch geordneten Anmerkungen hinzugefügt, wo man sich
unterrichten kann, was der Botaniker unter Naranjillo oder Canelo
versteht, wie der Zoologe Zorzal und Torito benannte, oder was »Gringo«
besagt.
(Vorwort)