Seine Jüdin oder Jakob Böhmes Schusterkugel
Autor: Rudolf Hans Bartsch
Herausgeber: L. Staackmann Verlag
Veröffentlicht: 1921
eBook Ersteller: Izzy's eBook Library
eBook erstellt: 2025-01-05
Quelle: Project Gutenberg
Rudolf Hans Bartsch hat während des Ersten Weltkrieges im Roman „Seine
Jüdin“ versucht, unter der damaligen Gegebenheit eine gemeinsame Front
des Deutschtums und Judentums gegen das russische Zarentum, überhaupt
gegen das Slawentum, zu errichten. Diese Idee mochte aus der Sicht Wiens
und Altösterreichs, angesichts der Verteidigungsstellung sowohl der
Deutschen wie der Juden in Böhmen gegen das Tschechentum, nicht ganz so
abwegig erscheinen wie aus der Sicht Berlins, wo man innerlich den Krieg
gegen Russland als ein Unheil und einen Verstoß gegen die Bismarcksche
Tradition empfand. Man brachte dort trotz Ludendorffs Aufruf in jüdischer
Sprache „An de Jiden fun Paulen“ im Grunde kein Gemeinsamkeitsgefühl mit
dem eigentlichen Judentum auf - trotz der vielfachen Bande herüber und
hinüber, die erst im Jahre 1918 für die nationalbewussten Teile der
Deutschen zerrissen, als die erdrückende Mehrheit des Judentums die
Niederlage Deutschlands bejahte und sich zu Verfolgern der nationalen
Tradition aufwarf. So blieb das mit viel Liebe geschriebene Buch „Seine
Jüdin“ ein letzter Höhepunkt einer versuchten echten Verbindung"
(Johannes Uhlen in "Der Weg" 5/1956).