Izzy´s freie Bibliothek - Wally die Zweiflerin by Karl Gutzkow

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Title: Wally die Zweiflerin

Author: Karl Gutzkow

ISBN: 978-3866403048 Amazon.DE Bookzilla.DE Buchhandel.DE Buchfreund.DE

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Tags: Gesellschaft+Soziales

Publisher: C. Löwenthals Verlagshandlung

Wally, die Zweiflerin
Autor: Karl Gutzkow
Herausgeber: C. Löwenthals Verlagshandlung
Jahr: 1835
eBook erstellt: 2015-07-25
Genre: Roman
Quelle: MobileRead
Copyright: Public Domain

Der Roman "Wally, die Zweiflerin" entsprach der Forderung des Jungen Deutschland nach einer dem »Leben« zugewandten Literatur, indem er die »Zerrissenheit« der Zeit durch eine Diskussion grundlegender Glaubensfragen demonstrierte. Es ist der Skandalroman Gutzkows im Zeitalter der Restauration, die mit aller Härte des Polizeistaats gegen den Autor vorgeht. Der Roman wurde kurz nach Erscheinen in Preußen verboten. Dieses Verbot ging auf eine Kampagne gegen Autoren des Jungen Deutschland zurück, die besonders Wolfgang Menzel - Gutzkows vormaliger Herausgeber - anheizte, der dem Buch "Unmoral" vorwarf. Ende 1835 wurden sämtliche Schriften Gutzkows, Wienbargs und Laubes in Preußen verboten. Kurz darauf wurde dieses Verbot auch auf die Schriften Heinrich Heines und anderer ausgedehnt. Der Roman diente mithin als Vorwand zum Verbot der Schriften der Jungdeutschen. Gutzkow brachte er immerhin einen Monat Gefängnis ein.

Freilich wird bei der (gängigen) Annahme, dass die Zensur nur als Hindernis bei der Durchsetzung auf dem Literaturmarkt zu bewerten sei, übersehen, dass Gutzkow diesen Skandal auch provozierte. Sein Vergehen war, dass er dem gelehrten Streit zwischen theologischem Rationalismus und protestantischer Orthodoxie eine lebensnahe Praxis gab und diesen somit für ein ungelehrtes Publikum interessant machte. Gutzkow setzte in seiner Strategie des Arrivierens das Einschreiten der Obrigkeit und der Zensurbehörden als positiven Faktor voraus und machte sie damit bewusst zum Mitspieler in seinem komplexen und gewagten Erfolgskalkül. Schließlich gab es im Vormärz einen Markt für oppositionelle Literatur und entsprechend Verleger, die Interesse an solcher Ware hatten. Diese Verleger und die uneinheitliche Zensurpolitik in den Einzelstaaten des Deutschen Bundes ermöglichten schließlich Gutzkows Erfolg. Sein Werk ist dabei paradigmatisch für die Existenz eines auf sich gestellten, modernen und selbstbewussten Berufsschriftstellers anzusehen. [nach Grimm, Joachim: Karl Gutzkows Arrivierungsstrategie unter den Bedingungen der Zensur (1830-1847). 2010]

Download: ePub (213kB) 

Last Update: 26-07-2015 12:53
Stand: 2017-10-22 19:35
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