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Title: Ein Blatt Liebe Author: Emile Zola ISBN: 978-3538068780 Amazon.DE Buchfreund.DE EuroBuch.COM Title-Search: Amazon.DE Buchfreund.DE ZVAB.COM Terrashop.DE Tags: Gesellschaft+Soziales Serie: Die Rougon-Macquart (Zola) (#8) Ein Blatt Liebe »Ein Blatt Liebe« hing mit der Familiengeschichte der »Rougon-Macquart« nur sehr lose zusammen. Zwar war Hélène eine Rougon, stellte Jeannes krankhaftes Verhalten einen Sonderfall von Entwicklungsstörungen dar, der sich in die physiologische Aufgabenstellung des Romanzyklus einfügte, wurde der Reihenzusammenhang rein äußerlich durch den gleichzeitig mit diesem Roman veröffentlichten Stammbaum unterstrichen, aber in den Planentwürfen war der Roman nicht vorgesehen gewesen. Sein reales Interesse liegt auch weniger im äußeren Handlungsablauf – in dieser etwas banalen Liebesgeschichte zwischen Hélène und Doktor Deberle mit dem eifersüchtigen Dazwischentreten der Tochter, den Gewissensbissen der Mutter und ihrem schließlichen Verzichten – als vielmehr in der Art der psychologischen Darstellung. Zola hat sowohl die fortschreitende, zunächst noch unbewusst sich bahnbrechende Leidenschaft der Mutter, ihre seelischen Kämpfe, ihr Erliegen und Verzichten, wie auch die krankhaft übersteigerte Liebe der Tochter zur Mutter, all die vielfältigen, widerspruchsvollen Schwierigkeiten, mit denen ein junges Mädchen gerade in den entscheidenden Entwicklungsjahren zu kämpfen hat, die feinsten Regungen und Nuancen ihres Verhaltens mit so viel Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen erfasst und dargestellt, dass die Banalität der Fabel hinter der Größe dieser psychologischen Studie zurücktritt. So gesehen, kann man Hélène und Jeanne aus »Ein Blatt Liebe« neben die Gestalten der Marthe aus der »Eroberung von Plassans« und der Gervaise aus dem »Totschläger« stellen. Download: ePub (299kB) |