Tolstoi behandelt in diesem Werk – und das erklärt vieles – in
bisweilen autobiographischer Form die Kämpfe, die er in seiner Familie
durchzufechten hatte; die Zweifel, die ihn überkamen, als er die Wirkung
seiner Gedanken auf seine Umgebung beobachtete; den Widerstand, dem er
beim Umsetzen der Gedanken in die Tat begegnete, und die Konflikte, die
zwischen idealen Bestrebungen und dem realen Leben überall zutage treten.
Der wohlhabende russische Gutsbesitzer Sarynzew, der nach dem
Evangelium leben, seine Habe an die Armen verteilen, seine Nächsten wie
sich selbst lieben will; der das Christentum nicht als schöne
Gedankenrichtung, sondern als praktische Lebensweisheit auffaßt; der die
Kirche als schadenbringende Institution verwirft und der Obrigkeit den
Gehorsam kündigt – dieser Sarynzew ist Tolstoi selbst.