Justine oder vom Missgeschick der Tugend / Die Nachteile der Tugend
(franz. Originaltitel: Justine ou les Malheurs de la vertu) ist ein Roman
des Schriftstellers Marquis de Sade, den er 1787 während seiner
Inhaftierung in der Bastille verfasste.
Justine und Juliette sind die Töchter eines bankrotten
Kaufmanns. Nach dem Tod der nahezu mittellosen Mutter beschließt
Juliette, als Prostituierte ins Bordell zu gehen, verübt eine Reihe von
Verbrechen, erwirbt Reichtum und wird glücklich. Justine hingegen wählt
den Weg der Tugend, erlebt hierbei eine Reihe von Abenteuern und
Missgeschicken und wird fortwährend Verfolgungen und Erniedrigungen
ausgesetzt, bis sie – wegen Mordes und Brandstiftung unter Anklage
stehend – wieder ihre Schwester trifft, der sie ihr Lebensschicksal
erzählt, bevor sie in einem Gewitter vom Blitz erschlagen wird.
De Sade bearbeitete sein Werk mehrfach, und es liegt nunmehr in drei
Fassungen vor. Die zweite Fassung ist Marie-Constance Quesnet, de Sades
zeitweiliger Lebensgefährtin gewidmet.