Priesterkönig Prospero amtiert in der Nachfolge des dortigen ehemaligen größten
Herrschers Indipohdi – auf Deutsch: Niemand weiß es. Denn niemand habe
gewusst, woher dieser Herrscher gekommen und wohin er gegangen war.
Indipohdi ist ein Versdrama in fünf Akten des deutschen Nobelpreisträgers für
Literatur Gerhart Hauptmann, das am 23. Februar 1922 unter dem Titel Das Opfer
im Dresdner Schauspielhaus mit Paul Wiecke als Prospero, Melitta Leithner als
dessen Tochter Pyrrha und Antonia Dietrich als dessen zweite Frau Tehura
erfolgreich uraufgeführt wurde. Der Dichter hatte sein in Jamben geschriebenes
Stück zusammen mit Schauspieldirektor Paul Wiecke inszeniert.
Die Heimat Prosperos und seiner beiden Kinder liegt am Luganersee in den
Alpen, nahe beim Monte Generoso. Prospero, der Name des zusammen mit Pyrrha am
Ort der Handlung – „auf einer entlegenen Insel im Ozean“ – Gestrandeten,
erinnert an den Herzog in Shakespeares Sturm. So basiere der Stoff auch auf
diesem Werk aus dem Jahr 1611.
Die indianischen Bewohner jener Insel nehmen Prospero als ihren weißen Heiland;
erheben ihn zu ihrem Priesterkönig. Motivisch gesehen dominiert das oben
genannte Opfer. Die Gottheit muss besänftigt werden, meinen die Indianer und
fordern von ihrem neuen König die Wiedereinführung des Menschenopfers.
Prospero, ein Gegner solcher Schlächterei, opfert sich selbst. Er besteigt den
dortigen Schneeberg. Von dessen Kraterrand will er sich in die rauchende
Vulkanglut stürzen. Das erinnert nun wieder an Hölderlins Empedokles.