Ein Zeitalter wird besichtigt sind die Memoiren Heinrich Manns, von 1943
bis zum 23. Juni 1944 im kalifornischen Exil geschrieben und im März 1946 mit
einer Auflage von 3.500 Exemplaren in Stockholm erschienen. Der Aufbau-Verlag
Ost-Berlin brachte das Buch 1947 mit 40.000 Exemplaren heraus.
Besichtigt wird die Geschichte Europas, beginnend mit der Französischen
Revolution über das „umfängliche Phänomen“ Napoléon bis hin zum wilhelminischen
Deutschland. Genauer nimmt der Autor die Weimarer Republik und die durchlebte
Zeit des Nationalsozialismus als Emigrant bis zur absehbaren Zertrümmerung des
Großdeutschen Reiches unter die Lupe. Die über weite Strecken sarkastische
Lektüre, eine – gerade für deutsche Leser – mitunter gallebittere Medizin,
enthält etliche lesenswerte Kurzporträts von Personen der Zeitgeschichte.