Ricarda Huch erzählt das Zeitalter der Glaubensspaltung als eine Geschichte
der Ideen sowie der Strukturen von Macht, Religion und gesellschaftlichen
Lebens. Die Fackeln der Fakten und Daten leuchten nur als Wegweiser auf dem Weg
der historischen Entwicklung.
Ihre spezifische Art der Darstellung betont die menschlichen Schwächen und
Stärken, zeigt Männer und Frauen im Kontext historischer Zwänge und freier
Entscheidungen; ein Buch von emanzipatorischer Stärke, das bis heute von
Fachhistorikern unteschätzt wird. Golo Mann erkor sich diese kluge Frau als
Vorbild und schrieb danach sein Buch über Wallenstein und den Dreißigjährigen
Krieg. Ricarda Huch schreibt Geschichte, die der Leser versteht, für Menschen
und Bürger, die ihre Vergangenheit als Tradition und Bereicherung ansehen und
pflegen.