Die Kindernovelle, 1926 im Gebrüder Enoch Verlag publiziert, gehört zum
Frühwerk Klaus Manns und ist, was man von diesem keineswegs pauschal behaupten
kann, rundum gelungen.
Im Prinzip wird eine fiktionale Version des Mannschen Familienlebens erzählt
zur Zeit, als die Kinder noch Kinder waren -- mit einem kleinen, feinen
Unterschied: Die Mutter ist alleinerziehend, der Vater gestorben (calling Dr.
Freud...) Als ein junger Bewunderer des berühmten Philosophenvaters
vorbeikommt, entspinnt sich eine Romanze zwischen ihm und der Witwe, die im
Wesentlichen aus der Kinderperspektive, in entscheidenden Passagen aber auch
aus dem Blickwinkel der Mutter erzählt wird.
Ein zauberhaftes kleines Werk.