Die Erzählung »Zwei Husaren«, eine Gegenüberstellung zweier Menschen aus zwei
verschiedenen Zeitaltern, die durch Vater und Sohn repräsentiert sind, ist über
aus skizzenhaft gehalten. Es fehlt den erzählten Ereignissen die Abrundung. Der
dichterische Zweck scheint hauptsächlich in der Schilderung der beiden
Gestalten und der Sitten des Zeitalters zu liegen.
Tolstoj hatte Gelegenheit genug, in den beiden Hauptstädten des Landes
Menschen kennen zu lernen, die wie Turbin Vater und Turbin Sohn lebten und
handelten. Die russische Literatur ist reich an ähnlichen
Charakterschilderungen aus der Zeit der vorreformatorischen Periode. Gestalten
wie den Vater kannte Tolstoj unter den Aelteren seiner Umgebung in großer Zahl,
und um ein Modell für den Sohn zu finden, brauchte er nur in den Kreis
hineinzugreifen, mit dem er selbst aufgewachsen war und verkehrte.
Die »Zwei Husaren« können demnach wie die »Aufzeichnungen eines Marqueurs«
und wie »Albert« als das Ergebnis der Moskauer und Petersburger Beobachtungen
aufgefaßt werden und bilden auch in ihrer (allerdings versteckt gehaltenen)
moralisierenden Tendenz ein Seitenstück zu diesen Erzählungen.