Izzy´s freie Bibliothek - Die infantile Wiederkehr des Totemismus by Sigmund Freud

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Title: Die infantile Wiederkehr des Totemismus

Author: Sigmund Freud

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Tags: Psychologie

Serie: Über einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker (#4)

Publisher: Hugo Heller & Cie.

Die infantile Wiederkehr des Totemismus
Autor: Sigmund Freud
Herausgeber: Hugo Heller & Cie.
Jahr: 1913
Quelle: Project Gutenberg

Über einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker IV

Der Text stammt aus: Imago. Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften II (1913). S. 357–408.

Teil IV ("Die infantile Wiederkehr des Totemismus") geht auf verschiedene Totemismustheorien ein, die aber Freuds Meinung zufolge sämtlich zu kurz griffen. Denkwürdig sei der Gedanke Darwins über den sozialen Urzustand des Menschen gewesen, wonach jener - ähnlich wie bei den Lebensgewohnheiten der höheren Menschenaffen - in kleineren Horden mit Dominanz durch ein eifersüchtiges ältestes und stärkstes Männchen gelebt habe, dass eine sexuelle Entfaltung der unterlegenen Männchen verhindert habe. Diese darwin'sche Urhorde habe also die Exogamie der jungen Männer geradezu heraufbeschworen, welche sich nur zu Führern anderer Horden entwickeln konnten, wo sie dann ebenso unumschränkt herrschten. Auf diese Weise entstanden Regeln wie: kein Sex mit Herdgenossen und - nach Einsetzung des Totem: kein Sex innerhalb des Totem. Über die Analyse von Tierphobien kleiner Kinder gelangt Freud auf die zugrunde liegende Angst vor dem Vater, die nur auf das Tier verschoben worden war. Er findet daraus folgernd Parallelen zwischen dem (individualpsychologischen) Ödipuskomplex des Knaben und dem (sozialpsychologischen) Phänomen des Totemismus. Über das Studium der Opferkulte in den alten Mysterien schließt Freud schließlich, das das Opfertier das Totemtier und später der Gott oder Gott-Sohn selbst gewesen sei (vgl. Jesu Worte beim Abendmahl: "Dies ist mein Leib, der geopfert wird zur Vergebung der Sünden"). Wie aber konnte das gehen? Freud konstruiert, dass der gewalttätige, zugleich gefürchtete wie beneidete Urvater von seinen Söhnen ermordet worden sei. Im Akt des Verzehrens (sie waren sicher Kannibalen) eigneten sie sich seine Stärke an, die Totemmahlzeit wurde so zur Wiederholung und Gedenkfeier dieser ursprünglichen Tat. Als sozusagen späte Reue der ambivalent eingestellten Söhne hätten sie dann die Tötung des Totemtieres verboten und auf die eigentlichen Früchte ihrer Bluttat, nämlich die freiwerdenden Frauen verzichtet, solchermaßen die merkwürdige Exogamie begründend. Aus dem Schuldbewusstsein der Söhne seien so die beiden Tabu des Totemismus, also die Schonung des Totemtieres und die Inzestscheu hervorgegangen. Schlussendlich, und dies ist die resultierende Hauptaussage, zu der sich Freuds Essay erhebt, sei die Allgegenwart des Ödipuskomplexes schon in der Urhorde offenbar der Ausgangspunkt zu aller kulturellen und religiösen Entwicklung gewesen.

(aus einer Amazon-Rezension zu Totem und Tabu)

Download: ePub (97kB) 

Last Update: 31-12-2011 18:13
Stand: 2019-06-17 19:11
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