Großmutter Schlangenbraut
Autor: M. Solitaire
Herausgeber: Verlag von Gebrüder Paetel
Genre: Novelle
eBook Ersteller: Izzy's eBook Library
Quelle: Project Gutenberg
Es ist eine sonderbare Welt, in die uns Solitaire eintreten läßt,
eine Phantasiewelt, die man mit einer Tropfsteinhöhle verglichen hat,
in der die seltsamsten Naturbärte von der Decke herunterhängen und
triefen und im grellen Fackelschein, der die permanente Nacht
durchdringt, schimmern. Das Düstere und Unheimliche herrscht vor. Nacht
und Sturm liebt er, die Elementargeister sind ihm Vertraute. Für
sonderbare, knorrige, vom Leben zerzauste Gestalten hat er eine
Vorliebe. Theophrastus Paracelsus ist eine seiner Lieblingsgestalten,
zum Volk der Seeleute und Zigeuner fühlt er sich hingezogen. Dabei
verfügt er über eine ungewöhnliche Kraft der Darstellung. Mit
leuchtenden Farben und breitem Pinselstrich versteht er es, prächtige
Bilder zu entwerfen. Machtvollste und zarteste Töne stehen ihm zu
Gebote. Die Treffsicherheit seines sprachlichen Ausdrucks ist oft
erstaunlich, nicht minder die Gabe, Situationen und Menschen
gegenständlich zu machen und lebensvoll hinzustellen. Seine Kunst zu
charakterisieren ist groß, ebenso seine Kunst Stimmung zu erzeugen. Er
schlägt auch humoristische Töne an; dann ist es ein wilder, grotesker
Humor. Seine Grundstimmung aber ist trübe, melancholisch,
weltverachtend. Ein tiefer Pessimismus, der oft sich in schneidenden
Dissonanzen äußert, ist ihm eigen. Das kalte Entsetzen tritt
ungemildert und rücksichtslos zutage. ›Wilde Situationen‹, in denen
eine zerrissene Seele das Hohngelächter der entfesselten Natur hört, sind seine Lieblingsstücke«.
(aus dem Vorwort)
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