Geschichte des Prinzen Biribinker
Autor: Christoph Martin Wieland
Herausgeber: Dr. Carl Schüddekopf
Veröffentlicht: 1904
Erstveröffentlichung: 1764
Quelle: Project Gutenberg
Die „Geschichte des Prinzen Biribinker“ ist ursprünglich nicht separat
erschienen, sondern sie ist eine freilich nur lose eingefügte Innenerzählung
des ersten großen Wielandschen Romans, der unter dem Titel „Der Sieg der
Natur über die Schwärmerey, oder die Abentheuer des Don Sylvio von Roselva,
Eine Geschichte, worinn alles Wunderbare natürlich zugeht“, im Jahre 1764
zu Ulm erschien. Daß dieser Don Sylvio eine direkte Nachahmung des Don
Quixote ist, hat der Dichter selbst später bestätigt; wie Cervantes seinen
Helden durch die Ritterromane, so läßt Wieland den Don Sylvio auf dem
einsamen Schloß seiner Tante, der Donna Mencia, durch die Lektüre der
Feenmärchen den Sinn für die Wirklichkeit verlieren und mit seinem Diener
Pedrillo, dem Pendant zum Sancho Pansa, eine Reihe erträumter Abenteuer
bestehen, bis er durch die Liebe zu Donna Felicia und die Bemühungen seines
Freundes Don Gabriel von seiner Schwärmerei geheilt wird. Ein Radikalmittel
des letzteren ist die Geschichte des Prinzen Biribinker, die er an einem
schönen Sommerabend in der Laube des Gartens von Schloß Lirias der
Gesellschaft, die bereits auf das abenteuerlichste vorbereitet ist, erzählt,
um dadurch eine Probe zu machen, „wie weit das Vorurtheil und die Einbildung
bei unserm Helden gehe“. Es gelingt ihm in der Tat, den Don Sylvio zunächst
unter Berufung auf seine Quelle, den glaubwürdigen Geschichtsschreiber
Paläphatus, zu täuschen und später durch die Enthüllung, daß die ganze
Geschichte von seiner eignen Erfindung sei, zu beschämen und von seinem
Glauben an das Übernatürliche zu heilen.
(aus dem Vorwort)
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