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Bebuquin von Carl Einstein

Beschreibung:

Bebuquin

Autor: Carl Einstein

Bearbeitung: Erich Kleinschmidt

Herausgeber: Philipp Reclam jun.

Veröffentlicht: 1907/1912

Jahr: 1907/1912

Genre: Roman

Quelle: Project Gutenberg



Einsteins Roman gehört zu den interessantesten Sprachdokumenten des 20.
Jahrhunderts. "Ihr Buch wird eine fürchterliche Ablehnung durch alle
kompetenten Kreise und Kritiker erfahren, man wird sie auslachen […] Ich
kann dem Buche, ihrem Buche also nur wünschen, dass es möglichst unverkauft
beim Verlage bleibe, damit die erhofften Leser in dreissig Jahren dort die
schönen sauberen Exemplare finden - in dreissig Jahren, was ich als die Zeit
annehme, wo man sich um ein paar Bücher, welche die Literatur unserer Tage
bilden, kümmern wird" (aus dem Geleitwort von Blei).



Was ist "Bebuquin" für ein Buch? Die Bedeutung, die es als richtungsweisend
für Hugo Ball und den Dadaismus hatte, ist evident, sonst ist es stumm um das
Buch geworden, wenngleich Gottfried Benn 1948 an Max Niedermayer schrieb, dass
er nur zwei Bücher absoluter Kunst kenne, Gides "Paludes" und Carl Einsteins
"Bebuquin".



"Das Wunder ist eine Frage des Trainings" – so lautet die Devise, der sich
ein Zirkel aus grotesken Figuren in Carl Einsteins Roman Bebuquin oder die
Dilettanten des Wunders verschrieben hat. "So lange dem Unmöglichen ins
Angesicht schauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird", das ist das Ziel
einer skurrilen Gesellschaft, die der bloßen Rationalität eine Absage
erteilt. Sie lässt nicht nur eine Logik gelten, ersehnt die Vervielfältigung
der Wirklichkeit und hat sich dem Prinzip des Dynamischen unterworfen. All
dies vor dem Hintergrund des Todes, der sich in Form billiger Erstarrnis
bereits im Leben ereignen kann, als existenzielle Irrationalität aber auch
zur sehnsuchtsvollen Projektion wird. Da ist Giorgio Bebuquin, Philosoph,
Künstler und unproduktiver Narziss, der im Akt der Selbstbespiegelung weder
zum Genuss noch zur Tat kommt. Da ist der Untote Nebukadnezar Böhm mit
versilberter Hirnschale, in der sich seine Umwelt spiegeln kann, der die Kunst
des Genießens sehr gut beherrscht und leidenschaftlich von den Reizen des
Unwirklichen zu sprechen weiß. Ihm und den Versuchungen des Phantastischen
verfällt die Bardame und Zirkuskünstlerin Fräulein Euphemia, eine
irrwitzige Reinkarnation der Muttergottes, hat sie doch ein Kind geboren,
dessen Vater sie nicht kennt und das schon nach der Geburt der Welt entsagt
hat […]



(BR zum Hörspiel nach diesem
Roman
)



Das von der Literaturkritik vielfach als »surreale Groteske« bezeichnete
Werk ist Ausdruck des Protests gegen den als langweilig und leer empfundenen
zeitgenössischen Utilitarismus und Positivismus, einer intellektuellen
Revolte gegen eine Welt, die einem absolut gesetzten Anspruch nicht genügt.
Bebuquin sucht nach dem »Wunder« als einer scheinreligiösen Erlösung. Das
»Wunder« ist die vom Zusammenhang mit der Vergangenheit, vom Gedächtnis
befreite Tat, die Herauslösung der Dinge aus ihrer Objektivität durch eine
neue, visionär-verzückte Sehweise.



(Wissen.DE)



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