Der Geisterseher
Untertitel: Aus den Memoiren des Grafen von O**
Autor: Friedrich Schiller, Hanns Heinz Ewers
Herausgeber: Bastei-Lübbe
Veröffentlicht: 1921
Cover: Ausgabe des Werkes von Georg Müller, 1922
Genre: Roman
Thema: Mystik
Quelle: Project Gutenberg
Der Geisterseher (Aus den Memoiren des Grafen von O**) ist ein Romanfragment
Friedrich von Schillers, das in mehreren Fortsetzungen zwischen 1787 und 1789
in der Zeitschrift Thalia erschien und später in drei Buchausgaben
veröffentlicht wurde. Obwohl unvollendet, brachte der Text Schiller zu
Lebzeiten den größten Publikumserfolg ein. Die wirkungsvolle Verknüpfung
zeittypischer Elemente wie Geisterbeschwörung, Spiritismus und
Verschwörungen kam der Lesererwartung entgegen.
Schiller beschreibt in seiner Erzählung die Intrige einer jesuitischen
Geheimgesellschaft, die einen protestantischen Prinzen zum Katholizismus
bekehren und ihm zugleich die Krone in seinem Stammland sichern will, um dort
die eigene Machtbasis auszubauen. Am Schicksal des Prinzen verdeutlicht
Schiller den für ihn zentralen Konflikt zwischen Leidenschaft und
Sittlichkeit, Neigung und Pflicht. In den religions- und
geschichtsphilosophischen Passagen des Werkes kommen seine Ideale der
Aufklärung als Religions- und Gesellschaftskritik zum Vorschein, die auf
seine spätere intensive Beschäftigung mit Immanuel Kant verweisen. Stil und
Struktur des Werkes sind wegen der schleppenden Entstehung und Schillers
Abneigung gegenüber dem Projekt nicht einheitlich und reichen von rhetorisch
durchkomponierter Prosa, über dramatische, an Don Karlos erinnernde Dialoge
bis zu Kolportageelementen der Schauerliteratur.
Dieses Werk Schillers liegt hier zugrunde, und ist als "Erster Teil" enthalten.
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