Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer mißachteter Dinge
Autor: Gilbert Keith Chesterton
Herausgeber: Verlag der weißen Bücher
Veröffentlicht: 1917
Genre: Essay
Quelle: Project Gutenberg
Nun ist es mir unbillig erschienen, daß sich die Menschheit andauernd damit
beschäftigen sollte, alle jene Dinge schlecht zu heißen, die gut genug
gewesen sind, andere Dinge besser zu machen, in einem fort die Leiter
umzustoßen, auf der sie emporgestiegen ist. Es kam mir vor, daß Fortschritt
etwas anderes sein sollte als ein fortwährender Vatermord; darum hab ich die
Kehrichthaufen der Menschheit durchspürt und in jedem von ihnen einen Schatz
gefunden. Ich habe gefunden, daß die Menschheit nicht zufällig, vielmehr
ewig und planmäßig damit beschäftigt ist, Gold in die Gosse und Diamanten
ins Meer zu werfen. Ich habe gefunden, daß jeder dazu neigt, das grüne Blatt
des Baumes ein bißchen weniger grün zu nennen als es ist, und den
Weihnachtsschnee ein bißchen weniger weiß als er ist; darum hab ich mir
eingebildet, daß die Hauptaufgabe eines Menschen, so gering er auch sein mag,
Verteidigung ist. Ich habe begriffen, daß ein Verteidiger besonders dann
vonnöten ist, wenn Weltlinge die Welt verachten – daß ein Anwalt für die
Verteidigung nicht am unrechten Orte gestanden hätte an jenem schrecklichen
Tage, da die Sonne sich über Kalvaria verfinsterte, und der Menschensohn von
Menschen verstoßen ward.
(aus der Einleitung)
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