Das Exemplar
Autor: Annette Kolb
Herausgeber: S. Fischer Verlag
Veröffentlicht: 1913
Quelle: Project Gutenberg
Sommer 1909. Mariclée reist nach England, um einen Mann zu treffen. Als sie
„das Exemplar“ um einen Tag verfehlt, beschließt sie zu warten und
vertreibt sich die immer länger werdende Wartezeit auf einer bizarren Reise
durch London, England und Irland. Aus Tagen werden Wochen und schließlich
Monate. An Bord eines großen Passagierdampfers begegnet sie endlich nicht nur
ihrem Angebeteten, sondern auch dessen Gattin und Schwiegermutter … Das
spannende, scharfsinnige und hinreißend eigentümliche Porträt einer jungen
Frau, die das Wagnis eingeht, einer sehr unkonventionellen Vorstellung von
Liebe nachzujagen.
… aber nun kann ich Ihnen, gar nicht rasch genug für mein Bedürfnis,
versichern, wie schön, wie vollkommen, wie meisterhaft der Schluss vom
›Exemplar‹ ist. Wenn nicht diese infame Entfernung wäre, ich würde Ihnen
alle Blumen ins Haus schicken, die ich zu sehen bekomme, um nur etwas zu tun,
was meiner Freude und Ergriffenheit gleichkommt.
(Rainer Maria Rilke an Annette Kolb)
Ich weiß nicht, ob es ein zweites Volk auf der Erde gibt, das seine Sprache
so wenig liebt. kennt und pflegt wie das deutsche … In einem anderen Lande
wäre Annette Kolb allein um ihrer schönen, graziösen Sprache willen
hochgeschätzt.
(Hermann Hesse)
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