Jacques der Fatalist und sein Herr
Autor: Denis Diderot
Übersetzer: Hanns Floerke
Herausgeber: Elektrisches Antiquariat
Genre: Roman
Quelle: MobileRead
Der Diener Jacques und sein adeliger Herr, der im Roman nicht mit Namen
genannt wird, reisen neun Tage lang durch Frankreich. Zur Unterhaltung
tauschen sie Anekdoten aus, diskutieren über philosophische Fragen, über die
Willensfreiheit und über Vorherbestimmung, und Jacques erzählt seine
Liebesgeschichte. Dabei wird er immer wieder durch unglückliche Ereignisse
unterbrochen, die Anlass zu neuen Geschichten bieten, die von Zufallsbekannten
erzählt werden, die ihrerseits von unvorhergesehenen Ereignissen unterbrochen
werden. Zusätzlich räsoniert der Erzähler über die Möglichkeiten, die er
hätte, um die Handlung des Romans zu verändern, reiht Stichpunkte auf, wie
er Ereignisse in eine andere Richtung lenken könnte, und er verwickelt
schließlich den fiktiven Leser in Diskussionen über den Roman, dessen
Protagonisten und anderes.
Diderots Erzählung steckt voller Polemiken und ironische Spitzen gegen den
Roman als solchen. Der Erzähler behauptet unverdrossen, dass er keineswegs
einen Roman schreibe – um einen Roman zu schreiben, müsse man lügen, und
er liebe die Lüge nicht. Seine Absicht sei es, »wahr« zu sein, die
üblichen Mittel der Romanschreiber lehne er ab. In der Literaturwissenschaft
gilt »Jacques der Fatalist« als früher Anti- oder Metaroman.
Denis Diderot (1713–178) war ein französischer Schriftsteller, Philosoph
und Aufklärer. Zusammen mit Jean-Baptiste le Rond d’Alembert war er
Herausgeber der großen französischen »Encyclopédie«, zu der er selbst
etwa 6000 von insgesamt 72 000 Artikeln beitrug. Als Autor von Bühnenwerken
hatte er großen Anteil am Entstehen des bürgerlichen Dramas. Seine Romane
und Erzählungen, zumeist postum erschienen wie »La Religieuse«, »Jacques
le fataliste« oder »Le Neveu de Rameau«, leisteten in verschiedener Weise
ihren Beitrag zu den großen Themen der Zeit der (französischen) Aufklärung,
so zur Frage der Selbstbestimmung des Menschen, zur Problematik von Körper
und Seele, zum Gegensatz von Determinismus und Freiheit und zur Kritik an der
Religion.
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