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Leben der Schwedischen Gräfin von G. von Christian Fuerchtegott Gellert

Beschreibung:

Leben der schwedischen Gräfin von G.

Autor: Christian Fuerchtegott Gellert

Veröffentlicht: 1747/48

Cover: Jean-Marc Nattier (1685-1760) - Portrait einer jungen Frau (ca. 1750)

Quelle: MobileRead

Copyright: Public domain



1747 erschien auch der erste Teil von Gellerts einzigem Roman Leben der
Schwedischen Gräfin von G***, dem 1748 ein zweiter Teil folgte (beide
Leipzig). Was Gellert selbst einmal verächtlich sein »Romanchen« genannt
hatte, ist tatsächlich eine erstaunliche Leistung, schrieb er doch mit der
Geschichte seiner Gräfin den ersten bürgerlichen Roman. Gellert vermochte
nicht nur auf der Inhaltsseite zentrale Aspekte der aufklärerischen Ideologie
zur Sprache zu bringen, sondern wertete in poetologischer Hinsicht eine
verachtete literarische Gattung wieder auf und bereitete so dem modernen Roman
allererst den Weg. Dabei ist die Zweiteilung geschickt gewählt. Während der
erste Teil noch weitgehend dem Muster des Barockromans folgt und vor allem
handlungs- und aktionsbezogen ist, wird im zweiten Teil das Szenario
aufklärerisch-empfindsamer Muster entfaltet, die sich nicht zuletzt in
Reflexionen der Erzählerin zeigen und die Erzählstruktur des ersten Teils
konterkarieren. In Gestalt der Gräfin wie auch ihres Mannes und des Herrn R.
stellte Gellert den Idealtypus des Bürgers dar, den ebenso
aufgeklärt-rationalen wie empfindsamen Menschen, dessen Normen des sozialen
Handelns u. moralischen Verhaltens in der Trias aus Freundschaft, Liebe und
Mitgefühl gegründet sind, die sanft, aber nachdrücklich dem Verhalten des
regierenden Adels entgegengesetzt wird.



(aus Killy Literaturlexikon)



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