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Wunderkinder von Hans Hart

Beschreibung:

Wunderkinder

Autor: Hans Hart

Herausgeber: L. Staackmann

Veröffentlicht: 1915

Jahr: 1915

Genre: Roman

Quelle: Project Gutenberg



Ein Buch, das von Wunderkindern erzählt, in dem es von Wunderkindern einfach
wimmelt, und das ihr Entwickeln zu dem Alltag oder zur reifen Höhe glaubhaft
schildert. Viel Musik ist darin: Der Knabe Karl Maria Iredenius, der Geiger,
der alle Gefahren des frühen Berühmtseins durchmacht, alleGefahren einer
folgenden Sterilität, alle Gefahren einer neuansetzenden, nun schwergesetzten
Arbeit; das Judenmädel Miriam, das als sechsjähriges Kind schon im
Hofballett Triumphe einholt und als Zwanzigjährige eine umstürmte Sängerin
ist. (Sie ist die stärkste Gestalt des Buches: genial, weibisch, berückend,
gemein.) Und dann noch eine ganze Suite von Variationen über das Motiv
Wunderkinder: ein Organist Willi Guth, der alle seine Kinder gewaltsam, mit
Stockhieben und evangelischer Frömmigkeit, zu musikalischen Größen
aufziehen will und dessen etwas gewaltsame Erziehung immerhin den Erfolg hat,
daß sein Aeltester eines Tages von einem Impresario als — Meisterringer
geworben wird und schließlich sogar den berühmten Türken Kara Mustapha beim
Preisringen wirft. Nochmals: es ist ein herzliches Buch, nicht erschütternd,
nicht unvergänglich, nicht revolutionär: doch man liest es gern, mit einer
gewissen Spannung nach dem Fortgang der Handlung, zu Ende. Es gehört zu jenen
Büchern, die zwischen Kunst und Unterhaltung einen Mittelweg zu finden
wissen, die den Leuten die Entdeckung großer Dichtkunst zwar noch erschweren
und sie doch schon eindrucksvoll vom vielgeliebten Schund fortführen.



(Readify)



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