Severins Gang in die Finsternis
Untertitel: Ein Prager Gespensterroman
Autor: Paul Leppin
Herausgeber: Delphin-Verlag
Veröffentlicht: 1914
Quelle: Project Gutenberg
1914 erschien Paul Leppins zweiter Roman „Severins Gang in die
Finsternis“. Die Hauptfigur ist der Büroangestellte Severin, der nach
Dienstschluss durch das nächtliche Prag streift. Er geht die Moldau entlang,
überquert Brücken und ist in engen Gassen unterwegs – dabei ist er immer
auf der Suche nach einer Liebschaft. Am Ende des Romans hält Severin eine
Bombe in der Hand.
(Buecher-Wiki.DE)
Dies ist ein Gespensterroman, in dem kein Gespenst unheimliches Grausen
verbreitend auftritt. Sondern eins der stillsten, unaufdringlichsten und
dennoch ernstesten, künstlerischsten Bücher, die in den letzten Monaten
emportauchten. Zugleich ein Buch, das beunruhigt, das niederdrückt, das ein
wirreres Grauen in uns weckt als unheimliche Geschichten und spukhafte
Abenteuer. Denn das Grausen rührt uns an, welches das Leben, das Geschehen an
sich birgt, jenes scheinbar hintaumelnde, sinnlose Geschehen, das unbiegsam,
unverwirrbar trotz aller Wirrnis zu seinem Ziele zwingt.
(Kurt Pinthus beim Erscheinen des Buches 1914)
Severin, ein junger Mann um die zwanzig, lebt in einem düstergezeichneten
Prag um die Jahrhundertwende. Tagsüber arbeitet er in einem tristen Bureau,
nachts streift er durch die Gassen und Kneipen, stets auf der Suche nach dem
„Sinn des Lebens“. Er verspürt eine ungestillte Sehnsucht in sich, die er
jedoch nicht greifen und begreifen kann und so wandert er immer weiter in ein
„Labyrinth voller Dunkelheit und Laszivität“ ohne sich selbst dabei zu
finden.
Auf diese Weise lernt er viele obskure Gestalten kennen, darunter auch
zahlreiche Mädchen, doch ihre Hingabe kann sein Verlangen nach
uneingeschränkter Leidenschaft nicht sättigen. Das ändert sich, als er
Mylada kennen lernt, er fühlt sich ausgeglichen und glücklich, als hätte er
das Licht am Ende des Tunnels erreicht. Doch sie trennt sich von ihm, was
ungeahnte Folgen für Severins labiles Gemüt hat: nun dreht er völlig durch
…
(Katharina Müller)
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