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Ruben von Heinrich Laube

Beschreibung:

Ruben

Untertitel: Ein moderner Roman

Autor: Heinrich Laube

Herausgeber: Max Hesses Verlag

Veröffentlicht: 1885

eBook Ersteller: Izzy's eBook Library

eBook erstellt: 2025-02-28

Quelle: Project Gutenberg




Laubes letzter Roman, der erst nach seinem Tode erschien, ist ein
Tendenzroman und behandelt die Judenfrage. Wie sich das ganze »junge
Deutschland« mit einer durch die Zeitverhältnisse bedingten Vorliebe des
Judentums annahm, so hat auch Laube zu denen gehört, die sich nicht
schrecken ließen durch den Wolfgang Menzelschen Unkenruf »das junge
Palästina«, womit die ganze jungdeutsche Schriftstellergeneration in
Mißgunst gebracht werden sollte, sondern sich mit Bewußtsein von den
Vorurteilen der Masse trennten und es nie versäumten, mit Wort und
Schrift für ihre Meinung einzustehen. Auf diese Stellungnahme Laubes
haben natürlich die Eindrücke gewirkt, die er in seiner Jugend von der
jüdischen Bevölkerung seiner schlesischen Heimat erhalten hat. In
Sprottau wußte man noch nichts vom Judenhaß; es wohnten auch nur ganz
vereinzelte jüdische Familien dort, wie dies schon aus der
novellistischen Milieuschilderung seiner Vaterstadt, der historischen
Erzählung »Der Schatten Wilhelm«, hervorgeht. Als Laube dann als
Gymnasiast in Glogau sich durch Stundengeben und Freitische mühsam
durcharbeitete, kam er regelmäßig in die Häuser von Christen und Juden,
und die freundliche Aufnahme, die er bei beiden in gleicher Weise fand,
verhinderte, daß sich ein Vorurteil in ihm gegen den Israeliten an sich
festsetzte. Aus diesen seinen Jugendbekanntschaften werden auch die
charakteristischsten Gestalten dieses Romans, wie z. B. der alte Moses,
emporgewachsen sein. Während seines späteren Lebens hatte dann Laube, da
sich in der literarischen, künstlerischen und politischen Entwicklung des
neunzehnten Jahrhunderts das jüdische Element immer stärker vordrängte,
genügend Gelegenheit, die Natur des Israeliten in allen ihren Spielarten
kennen zu lernen, und wenn er bei aller Bewunderung für die Intelligenz
und zähe Kraft dieser Rasse die Wirkung dieses Sauerteiges auch nicht
allenthalben billigen konnte, worüber er sich aus eigenster Erfahrung mit
der Familie Beer bzw. mit dem Komponisten Meyerbeer in der Einleitung zu
seinem Drama »Struensee« mit seiner erfrischenden Offenheit ausgesprochen
hat, so war er doch weit entfernt, die Fehler einer Gattung zum
Ausgangspunkt für ihre gesamte Beurteilung zu nehmen. […]




(aus der Vorbemerkung des Herausgebers)



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