Es war sein Herzenswunsch, einer seiner Freunde möchte nach seinem Tode das
Beste aus seinen Schriften sammeln und herausgeben. Dieser Aufgabe habe ich
mich, in Gemeinschaft mit seinem Sohne, um so lieber unterzogen, als Georg
Ruseler ein Freund war, wie er selbstloser und aufopfernder nicht gedacht
werden kann.
Die Verhältnisse im Buchgewerbe und das Bestreben, ein möglichst reines Bild
des Dichters Ruseler zu geben, zwangen zu schärfster Auswahl. Der Roman »Das
Haus im See« war noch in seinen letzten Wochen vom Friesenverlag angenommen und
konnte als selbständiger Band dieser Sammlung eingefügt werden. Die lange Reihe
seiner Jugenddramen und seine späteren Lustspiele mußten fallen; sein bestes
Werk »Die gläserne Wand«, wurde neu zusammengestellt und um eine große Anzahl
trefflicher Skizzen vermehrt.
Ein weiterer Band »Der rauschende Garten« gewährt mit den lyrischen Gedichten
seiner letzten Zeit einen erschütternden Einblick in die Seele eines Einsamen,
dem in tiefster Not aus seiner Kunst ein Trost erwuchs. Außerdem bringt dieser
Band die besten seiner Balladen.
Ein weiterer Band enthält eine Auswahl seines plattdeutschen Schaffens: eine
Fülle von Gedichten, urwüchsig und tief empfunden, humoristische Erzählungen
und das derbkräftige »Buernspill in dree Törns: De dulle Deern«.
So hoffe ich, in diesen Bänden ein knappes und doch umfassendes Bild des
Dichters Georg Ruseler zu geben, das diesem feinen und vornehmen Künstler,
diesem oft verkannten, unermüdlich Kämpfenden seinen Zeitgenossen und der
Nachwelt gegenüber den Platz sichert, der ihm gebührt.