Der Erzähler ist Leon Chenal, ein alter Maler, der nach Etretat gegangen
ist, um die Ruinen von Tancarville zu besuchen. Er ist in Gesellschaft von
sechs weiteren Personen und beschließt, seinen Gefährten von der
»erbärmlichsten Liebe seines Lebens« zu erzählen. Zu der Zeit war er ein
junger Maler, der von einem Gasthaus zum anderen ging, um die Natur zu
studieren. Eines Abends kam er in das kleine Dorf Bénouville.
Dort wohnte eine alte Jungfer namens Miss Harriet, die von allen für eine
Ketzerin gehalten wurde, da sie protestantische Bücher verteilte.
Tatsächlich jedoch war sie eine Frau perfekter Moral, nur ein wenig
exzentrisch; sie sprach nie bei Tisch, aß schnell, und liest ihr kleines
protestantisches Buch.
Eines Tages fertigte Leo ein Naturgemälde an, das er allen zeigen wollte.
Fräulein Harriet sagte ihm, seine Malerei sei außergewöhnlich – und sie
wurden Freunde. Die Engländerin begleitete ihn auf seinen Spaziergängen –
und gestand ihm eines Tages zitternd, dass sie ihn liebte. Nur beruhte diese
Liebe nicht auf Gegenseitigkeit, und Leo beschloss, fortzuziehen. In ihrer
Trauer warf Miss Harriet sich in einen Brunnen. Einer Notiz entnahm man, dass
sie in Bénouville begraben werden wollte. Außer dem Maler kam niemand zu
ihrer Beerdigung …